Persische Handelsware zur Zeit Alexanders

Dieses Thema im Forum "Das Reich der Perser" wurde erstellt von Rhoxane, 18. August 2013.

  1. Rhoxane

    Rhoxane Neues Mitglied


    Hallo,
    ich bin ganz neu hier und das ist mein erster Beitrag.

    Für eine Abhandlung suche ich nach Informationen, womit die Perser damals gehandelt haben - insbesondere nach Griechenland. Was konnten sie exportieren? Hat sich der Handel dabei eher auf Kleinasien beschränkt oder haben sie die Sachen auch von weiter im Osten an die Küsten transportiert?

    Google hat da nicht so wirklich weiterhelfen können, aber vielleicht weiß ja hier jemand mehr.
     
  2. Mithridates

    Mithridates Aktives Mitglied

    Die Achämeniden haben selbst eigentlich nichts exportiert, die meisten Güter im Perserreich waren auch für das Reich konzipiert, das Reich selbst produzierte allerdings sehr viel, von Kleidung, Nahrung bis zu Handwerksgütern. Gerade damals war es nicht gerade die globalisierte Welt, wo es auf Import und Export ankam, es hätte ja keinen großen Nutzen für das Perserreich gehabt, potenzielle Gegner mit Waren gegen Geld zu beliefern, vor allem brauchten die Perser dieses Geld nicht, da auch gerade aus griechischen Quellen bekannt ist, dass die Perser doch recht großzügig Gehalt zahlten in königlichen Manufakturen und genug Steuereinnahmen und andere Quellen hatten.

    Was es allerdings gab, waren die üblichen von den Persern unterworfenen Völker, die ihren alten Geschäften nachgingen, wie die Phönizier und die Völker Kleinasiens, die so mit Griechen gehandelt haben, den einzigen regen Austausch zwischen griechischen Städten und Persern waren die Söldnerverbände, aber die eigentliche Produktion von Getreide aus Ägypten, Babylonien oder Kleidung aus Kleinasien ging im Reich selbst auf, da das Perserreich ein Kosmos für sich war, es war ja nicht ein zentralisiertes Frankreich des Ancien Régime, sondern eine Herrscherschicht aus Persien, dass die ökonomischen Dynamiken der Regionen beließ, dafür aber Steuern verlangte und quasi mit der Pax Persica für frieden sorgte.
     
  3. Dieter

    Dieter Premiummitglied


    Die Beantwortung dieser Fragen ist wirklich problematisch, da es in der großen Masse an hellenistischer und auch in der persischen Literatur kein Werk gibt, dss sich berufenermaßen mit dem Handel beschäftigt. Auch heutzutage ist die Wirtschaftsgeschichte dieses Raums ein Stiefkind der Forschung geblieben.

    Handelsknotenpunkte waren im 4. Jh. v. Chr. phönizische Städte, vor allem Sidon und Tyros. Ferner Babylon, Naukratis am Nildelta, Zypern, Sinope, Milet, Ephesos und Byzantion. Persien selbst hatte abgesehen vom Handel mit Pferden und Textilien nicht viel zu bieten. Es war allerdings wichtig für den internationalen Transithandel mit orientalischen Rohprodukten und Fertigwaren. Sie gelangten über die Seidenstraße, die es damals schon gab, und andere Verkehrswege in die oben genannten Küstenstädte, von wo sie weiter nach Europa - vor allem Italien, Griechenland und Karthago - verschifft wurden. Große Bedeutung hatte auch die so genannte Königsstraße von Sardes nach Susa.

    Die Perser hatten griechische Händler von Innerasien ferngehalten und erst die Erschließung des Kontinents durch Alexander den Gr. und die Diadochenreiche gab dem Handel einen ungeheuren Aufschwung.

    Dennoch wurden auch schon zur Zeit der Achämeniden Elfenbein, Farben, Duftstoffe und Seide aus Indien und China im Transit verhandelt, Glas, Purpur und Textilien aus Vorderasien sowie Papyros, Textilien und Getreide aus Ägypten. Das Gold des Perserreichs kam über Baktrien von Sibirien, der Hauptversorgungsquelle Asiens. In Syrien gab es eine umfangreiche Wollindustrie. Bauholz kam häufig aus dem kleinasiatischen Kilikien, dem Pontus und dem Libanon. Ebenholz aus Indien. Von dort kamen auch Edelsteine, während die Perlen der südarabischen Küsten erst ab Alexander bekannt wurden. Diamanten waren allerdings noch unbekannt und Rubine außerordentlich selten. Begehrt als Luxusgut war der arabische Weihrauch aus den Küstengegenden Südarabiens.

    Von den Nahrungsmitteln darf man Getreide als den bedeutendsten Handel damaliger Zeit ansehen. Abnehmer waren die meisten griechischen Poleis, während Ägypten mit der Kyrenaika und die Krim große Mengen liefern konnten. Wein wurde überall angebaut, aber die edelsten Weine galten als Spezialitäten zweier Länder: Nordsyrien und die ionischen Städte an der Küste Kleinasiens, die das Perserreich zeitweise erobert hatte.

    Wie ich schon sagte, erlebte der Handel in Vorder- und Mittelasien sowie in Nordafrika erst seit Alexander und den Diadochenreichen einen gewaltigen Aufschwung. Viele der oben genannten Güter waren demzufolge außerordentlich selten, nicht immer lieferbar und nur für eine kleine Oberschicht erschwinglich. Einige Produkte erreichten erst nach den Gefahren einer langen Karawanenreise die Küsten des östlichen Mitteleers und waren entsprechend kostspielig. Die großen Handelsvölker waren damals neben den Griechenn die Phönizier, die Nabatäer und die Bewohner Südarabiens.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. August 2013
  4. Rhoxane

    Rhoxane Neues Mitglied

    Vielen Dank für die Antworten. Da ist wirklich jede Menge Material drin, was ich verwenden kann.

    Bisher bin ich beim Stöbern auch nur auf den Getreidehandel zwischen Ägypten und Griechenland gestoßen, der für Städte wie Athen überlebenswichtig war, da sie ihre Einwohner nicht aus eigener Landwirtschaft ernähren konnten.

    Zudem werden auch Metall und Sklaven als Handelware erwähnt, die in Griechenland vor allem gegen Olivenöl, Wein und eventuell Wolle getauscht worden. Den Austausch von Kulturgegenständen halte ich in der Zeit vor Alexander auch eher für unwahrscheinlich, da sich die Kulturen nicht mochten.

    Ich habe dann noch den Hinweis gefunden, dass der Handel fast ausschließlich über Schiffe lief, weshalb er im Winter fast ganz zum erliegen kam.
     

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