Positive Auswirkungen des Sklavenhandels in Afrika

Dieses Thema im Forum "Die großen Kolonialreiche" wurde erstellt von Tangbrand, 2. September 2016.



  1. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Douglass sagte, das System der rassistisch motivierten Sklaverei brutalisiere Sklave wie Sklavenhalter. Seine Herrin Sophia Auld war anfangs eine freundliche, fromme, weichherzige Frau, die er anfangs fast als Ersatzmutter betrachtete. Mrs. Auld hatte nie zuvor Sklaven gehalten. Ein Sklave konnte es wagen, ihr in die Augen zu sehen und das servile Gehabe vieler schwarzer störte sie. Später wurde sie in ihrem Widerstand, Fred das Recht auf Bildung zu nehmen, radikaler, als ihr Mann. Von seinem Vater, Aaron Anthony, den er in seiner 1. Biographie als überaus brutalen Menschen schilderte, sagte er später, dass er nicht schlechter, als andere Menschen waren, wäre er im Norden unter der sozialen Kontrolle einer Kleinstadt aufgewachsen, hätte er die Grausamkeiten, zu denen er fähig war, nie begangen.

    Einer der wenigen Sklaven, die George Washington je persönlich freiließ, Billy Leee Washington, war ähnlich wie Ciceros Freigelassener Marcus Tullius Tiro nicht nur sein Sklave, Kammerdiener, Jagdhüter, sondern auch sein Vertrauter und Freund. Wenn George einer der besten weißen Reiter Virginias war, so war Billy Lee wohl der beste schwarze Master of the Hounds. Auf Porträts aus der Zeit der Revolution ist er häufig mit Turban gewandet neben seinem Herrn zu sehen.
     
  2. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Unter diesem link
    imjamaica/net-slavery-in-jamaica-the-house-of-beckford

    gibt es eine recht gute Dokumentation über die Beckford Dynastie und einige ihrer Mitglieder zu sehen. Wenn der link nicht funktioniert, gibt es die BBC Doku unter "Slavery in Jamaica" ebenfalls zu sehen, die Verlinkung erspare ich mir im Hinblick auf die Forenregeln.
     
  3. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Weniger bekannt, als das Engagement der Briten, Franzosen und Niederländer im transatlantischen Sklavenhandel ist Dänemarks Aktivität im Sklavenhandel. Dänemark besaß einige Faktoreien an der westafrikanischen Küste und Besitzungen in der Karibik.
    Die Beliebtheit, die Rum als Spirituose schon früh in Skandinavien und Norddeutschland genoss und genießt, ist indirekt darauf zurückzuführen. Die Hersteller Asmussen, Hansen und Pott sind heute noch in Flensburg ansässig, das damals zu Dänemark gehörte.

    Weniger schillernd als die Beckfords, aber ebenso geschäftstüchtig war dieser Herr:
    en.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Carl_von_Schimmelmann
     
  4. Gangflow

    Gangflow Aktives Mitglied

    Noch weniger bekannt ist wohl, daß auch Schweden am Ende noch von dem lukrativen Sklavenhandel profitieren sollte. Und wenn man will, war da auch die Schweiz ein wenig involviert. Die Schweizerin Anne-Louise Germaine Necker, spätere Madame de Staël, Tochter des protestantischen französischen Finanzministers Jacques Necker, fand im französischen Adel (alles katholisch) keinen standesgemäßen Gatten. Den fand sie im 17 Jahre älteren schwedischen Botschafter in Paris Baron Erik Magnus Staël von Holstein, der schon acht Jahre vorher, noch als Botschaftsattaché, um ihre Hand angehalten hatte.

    Jetzt kommt der schwedische König Gustav III. ins Spiel. Er gab sein Plazet zur Heirat erst, als die Franzosen ihm eine ihrer Karibikinseln abtraten.

    Am 23. August 1784 informierte der König den Schwedischen Reichsrat, dass Schweden nun Eigentümer einer Insel in Westindien sei, womit offenbar viele der Ratsmitglieder zu diesem Zeitpunkt nicht gerechnet hatten (Faite et conclue à Verſailles, le 1 Juillet l'An 1784, Ratifiée à Drottnigholm le 10 Août ſuivant et à Verſailles le 26 Juillet précédent). Wenn der schwedische König da aber an fruchtbare Plantagen gedacht haben sollte, so wurde er enttäuscht. Sein Generalkonsul Simom Bérard mußte ihm mitteilen, daß Saint-Barthélemy „eine sehr unwichtige Insel ohne strategische Position ist. Sie ist sehr arm und trocken und weist nur eine geringe Bevölkerung auf. Nur Salz und Baumwolle wird hier produziert. Ein großer Teil der Insel besteht aus blankem Fels. Die Insel hat keine eigenen Süßwasservorkommen und die Brunnen auf der Insel geben nur Brackwasser her. Wasser muss daher von Nachbarinseln bezogen werden. Es gibt nirgendwo Straßen.“

    "Aus Bérards Bericht folgte, dass wegen der armen Böden keine Möglichkeit bestand größeren landwirtschaftlichen Anbau zu betreiben. Die Insel hatte somit nur als guter Hafen entsprechend Zukunftsaussichten. Bérard machte die Insel dann auch zu einem Freihafen. Zu dieser Zeit hatte Frankreich Probleme, genügend Sklaven für seine Kolonien in der Region bereitzustellen. So konnte Schweden versuchen, diese Lücke zu schließen und Sklaven in französische Kolonien der Region zu exportieren. Falls das Projekt Saint-Barthélemy erfolgreich war, plante man auf schwedischer Seite das eigene Kolonialgebiet auf weitere Inseln in der Region auszuweiten. Gustav war auch bekannt, dass die führenden Sklavenhandelsnationen viel Geld mit dem Sklavenhandel erwarben, weswegen er Bérards Empfehlung folgte, Saint Bartholome zu einem Zentrum des Sklavenhandels zu machen“.

    Zwischen 1784 und 1878 hielt Schweden kleine Kolonien in der Karibik. Die schwedische Insel Saint-Barthélemy fungierte als zollfreier Hafen als eines der Zentren des karibischen Sklavenhandels.
    Am 7. März 1785 wurde die Insel von den Schweden in Besitz genommen und der Name des Hauptortes Le Carénage wurde zu Ehren des schwedischen Königs in Gustavia umbenannt.

    Und 1786 konnte Germaine ihren Erik endlich heimführen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Schwedischer_Sklavenhandel

    https://books.google.de/books?id=oS...epage&q=Leonhard Horowski Gustav III.&f=false
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. April 2017

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