rasante Waffenentwicklunkg während des 2. Weltkriegs.

Dieses Thema im Forum "Der Zweite Weltkrieg" wurde erstellt von Philipp_yahya, 22. Juni 2018.

  1. Philipp_yahya

    Philipp_yahya Neues Mitglied


    Hallo zusammen,

    ich habe mal die These gehört, das während des 2. Weltkriegs die Waffenentwicklung so schnell voran schritt, wie sie es sonst in 100 Jahren Friedenszeit getan hätte.
    Das hört sich, wenn auch vllt. nicht in dieser Dimension, erstmal plausibel an.
    Ich weiß aber nicht mehr welcher Historiker diese Meinung vertrat. Vllt. kann mir ja jemand weiter helfen und weiß wo ich etwas darüber nachlesen kann!?
     
  2. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Leider ist das wohl für das zwanzigste Jahrhundert zutreffend. Und trifft leider immernoch zu, wenn man sich ansieht welch absurden Summen in die Forschung gesteckt werden zur Entwicklung immer neuer "Waffensysteme". Wobei es zunehmend die Frage ist, was ist ein "Waffensystem", wenn man die Bedeutung des Cyber-Kriegs betrachtet

    Ansonsten und grundsätzlich:
    1. Warum sollte man auch in Friedenszeiten Waffen entwickeln. Das wäre eine Vergeudung des Reichtums eines Staates.

    2. Dass enorme Summen in die Finanzierung der Waffenentwicklung gesteckt wurde, hat eine Reihe von Gründen.
    - der steuerfinanzierte, zentralisierte Nationalstaat (seit ca. 17. Jahrhundert) war das erste Staatsgebilde, bei dem der Staat als Akteur in Erscheinung trat
    - Die ideologisch überhöhte Vorstellung der Überlegenheit von nationalistischen Staaten ist die zentrale Begründung, dass der Wert des "Krieges" bei staatlichen Konflikten zugenommen hatte. Massiv seinen Ausdruck fand in der Übernahme sozialdarwinistischer Überlegungen in vielen europäischen Staaten.
    - dass der 2. Weltkrieg in Bezug auf die Entwicklung der Waffentechnologie einen besonderen Stellenwert hat, liegt daran, dass die beiden obigen Aspekte radikal zugespitzt wurden und teilweise Kriege zur Auslöschung des Gegners geführt wurden.
    - Das Symbol der extremen Anstrengungen ist das "Manhattan-Projekt" für die Entwicklng von A-Waffen.

    Insgesamt ist es aber deutlich komplexer. Es war nicht lediglich die Waffentechnologie, die davon betroffen war. Man übersieht dabei, dass die USA und GB ein komplexes System der Beschaffung, Produktion und Logistik geschaffen haben.

    Dieses war primär eine Aufgabe des Staates. Erstaunlicherweise gab es für diese beiden Länder eine "Parallelwirtschaft", die zum einen durch eine "normale" kapitalistische Industrieproduktion gekennzeichnet war und zum anderen durch ein Form von "Planwirtschaft, die leistungsfähiger war, wie entsprechende Systeme im Ostblock

    (vgl. z. B. Die Serie "Strategic Planing)

    https://books.google.de/books?id=tI...ved=0ahUKEwiri7Co9enbAhXRbZoKHbokAtsQ6AEIKDAA

    Weiterführend:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Revolution_in_Military_Affairs

    Weitere und generelle Stichworte:
    RMA
    Totaler Krieg
    Militarische Strategy
     
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