Religion wichtiger als gemeinsame Sprache

Dieses Thema im Forum "Religionsgeschichte" wurde erstellt von Zoki55, 29. Januar 2018.

  1. Dieter

    Dieter Premiummitglied


    Im Vergleich zur ethnischen Gemengelage vor Ausbruch des Bosnienkriegs ist das heutige Serbien weitgehend. ethnisch uniform. Daran andern die 17% Ungarn, Bosniaken, Roma, Albaner, Kroaten und andere kleine ethnische Gruppen wenig.
     
  2. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Okay wenn du es so siehst.

    Wobei die große ethnische Homogenisierung erst begonnen hat als Ungarn und Rumänien in die EU gekommen sind und Pässe verteilt haben. Es gab Vertreibungen zur Zeit des Bosnienkriegs in Serbien, aber nicht soviele das sie das Land hätten homogenisieren können.
     
  3. Dieter

    Dieter Premiummitglied


    Ich denke, erst der Bosnienkrieg hat zur gegenwärtigen Entflechtung der Ethnien geführt.

    Oder trifft das nicht zu ?
     
  4. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Ja in Bosnien.

    Natürlich spreche ich von Serbien ohne dem Kosovo.

    Vertreibungen gab es auch in der Vojvodina aber von großen Ausmaß war nur die in Hrtkovcima.
     
    Dieter gefällt das.
  5. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Ja, natürlich.
    Mein Fehler. :)
     
  6. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Auch beim Thema Balkan muss man genau hinschauen, was zuerst da war - Ei oder Huhn.

    Das Schisma stellt gerade in Osteuropa eine wichtigen Schritt der Ethnogenese dar.
    Mit der Unabhängigkeit eines Staates oder einer Nation stellt fast automatisch die Frage nach einer eigene Kirche. Über Jahrhunderte richtete sich die Konfession der Menschen nach der jeweiligen Großmacht.
    Entscheidend ist auch hier die Freund-Feind-Indentifikation. Selbstverständlich wurden Muslime als Spione der Türken identifiziert und orthodoxe Christen als fünfte Kolonne der Russen oder Serben.

    Unter osmanischer Herrschaft kam es zur Ausbreitung des Islams, während die Christen zumeist dem rum-orthodoxen Patricharchat unterstellt waren. Mit der Zurückdrängung der Osmanen zerfiel die Einheit der Orthodoxie. Österreich-Ungarn begründete die griechisch-katholische Kirche für ihre orthodoxen Untertanen. Mit der Unabhängigkeit Griechenlands entstand eine autokephale Nationalkirche für die Griechen. Mit jedem neuen Staat entstand auch eine neue Kirche und der Einflußbereich des Patriarchen von Konstantinopel schrimpfte immer weiter zusammen.
    Die Reihe wurde auch im 21. Jahrhundert fortgesetzt. Die mazedonische Orthodoxie wurde in den 1940ern begründet und streitet bis in die jüngste Zeit mit der serbischen Kirche um ihren Status. Die Kiewer Patriarchat der ukrainisch-orthodoxen Kirche wurde nach Auflösung der Sowjet-Union gegründet - in sowjetischer Zeit unterstand die Orthoxie in der Ukraine noch dem Moskauer Patricharchat. Die montenegrinisch-orthodoxe Kirche entstand ebenfalls in den 1990ern.
    ... eine unendliche Geschichte. Die Konfessionen waren jedenfalls nicht zuerst da, sondern wurden erst infolge der politischen Teilungen gegründet.
     

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