Reste des Heidentums in der Folklore

Dieses Thema im Forum "Religionsgeschichte" wurde erstellt von Haerangil, 28. Dezember 2015.

  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    Vorsicht, die alte Monatzählung ist eine andere. Heute sind September, Oktober, November und Dezember der 9. - 12. Monat. Wenn du dir aber die Bedeutung der Monatsnamen klar machst, dann handelt es sich dabei um den siebten bis zehnten Monat von zwölf.
     
  2. Armer Konrad

    Armer Konrad Aktives Mitglied

    Beziehen sich die Zeitangaben in Wikipedia bez. Saturnalien auf die Zeit vor dem julianischen Kalender ? (Mir ist schon klar, das der Dezember der "Zehnte" ist).
     
  3. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied


    Das betrifft aber nur den ganz frühen römischen Kalender, bei dem der 1. März den Jahresanfang darstellte. 153 v.Chr. wurde der Jahresbeginn auf den 1. Januar verlegt.
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich weiß nur, dass im Mittelalter die Auffassung, wann der Jahreswechsel sei, nicht mit unserem übereinstimmt. Er fand zumindest in den karolingischen Erbreichen häufig erst rund um den ersten März statt (wobei ich nie ganz begriffen habe, ob der erste März da ein Fixdatum war oder ob da nicht noch die Osterberechnung mit im Spiel war).
     
  5. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Nicht ganz richtig. Laut Grotefend (11 c) nutzte die kaiserliche Kanzlei seit Karolingischer Zeit und auch die westfränkischen Karolinger den 25. Dezember als Jahresanfang. Daher ist die Kaiserkrönung Karls zeitgenössisch auch unter 801 verzeichnet. Den 1.März hätten die Merowinger genutzt. (13 a)

    Trotz der verschiedenen Jahresanfangsstile soll, wieder nach Grotefend, der 1.Januar gleichsam als bürgerlicher Jahresanfang das Mittelalter überdauert haben. Er zählt auf:

    1. 1. Januar. Circumcisionsstil.
    2. 1. März. Vorcäsarischer Jahresanfang.
    3. 25. März. Annunciationsstil (Marienjahr)
    4. Ostern. Osteranfang.
    5. 1.September. Byzantinischen Jahresanfang.
    6. 25. Dezember. Weihnachtsanfang.

    Edit: Heidnische Abweichungen scheint es wenig gegeben zu haben: 1. März: Außer den Merowingern Venedig (bis 1797) und Russland (bis Mitte 13. Jh.).

    1. Januar wird für Skandinavien aufgrund von Rückschlüssen als Alternative für den Weihnachtsanfang vermutet. Die spanische Ära (5.Jh. bis um 1500) begann ebenfalls mit dem 1. Januar. Sonst taucht er im Laufe des Mittelalters auf, setzt sich aber erst in der Neuzeit durch. Trotz der Bemerkung zum 'bürgerlichen Jahresanfang'.

    (Der Byzantinische Jahresanfang wurde in Süditalien teilweise bis weit in die Neuzeit genutzt, in Russland war er vom 13. Jh. bis 1701 vorherrschend.)
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. November 2016
  6. Biturigos

    Biturigos Aktives Mitglied

    Eine ähnliche Diskussion hatten wir auch hier http://www.geschichtsforum.de/f32/keltisches-kalendarium-am-glauberg-17019/index5.html

    Ginzel spricht im Band III (Handbuch der mathematischen und technischen Chronologie) von einer "archaischen" Zweiteilung des Jahres bei den altgermanischen Gentes, einer Zählung nach Wintern.
    Unten schwedische Runenkalender aus dem 17.Jahrhundert:
    Die gezeigten Stabkalender mit Griff und Knauf wurden nach alter Tradition von Vertretern der bäuerlichen Bevölkerung geschnitzt, zu einer Zeit, als die Kunst der Anfertigung von Runenkalendern dabei war zu verfallen. Jede Seite eines Stabes ist von links nach rechts zu lesen und gibt eine Jahreshälfte wieder. Diese reicht bei dem oberen Stab auf der einen Seite vom 8. Januar bis zum 9. Juli und auf der anderen vom 10. Juli bis zum 7. Januar. Der Stab darunter ist durch die eingeschnitzte Jahreszahl 1638 genau zu datieren und zeigt auf einer Seite die Sommer- und auf der anderen die Winterhälfte, die vom 16. April bis zum 7. Oktober bzw. vom 8. Oktober bis zum 15. April reicht.
     

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 6. November 2016

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