Römische Signaltürme und Hellwege

Dieses Thema im Forum "Das Römische Reich" wurde erstellt von LEG XVII, 10. Februar 2014.

  1. Cheruskerhelm

    Cheruskerhelm Mitglied


    Zum Hellweg

    Hier sind Beschreibungen. Teilweise beruhen die Erkenntnisse auf den Forschungen der jeweils ortsansässigen Heimatforscher.
    Hellweg ? Wikipedia
     
  2. LEG XVII

    LEG XVII Aktives Mitglied

    Forscher finden Hinweise auf Römerlager in Elverdissen

    Ein weiterer Zeitungsartikel zum Thema
    Neue Römerlager in Ostwestfalen-Lippe


    Im Zusammenhang der Signaltürme interessant:

    „Sven Spiong, Chefarchäologe des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe hat sich die vier im Buch erwähnten Römerlager-Fundstellen angesehen. Im lippischen Lage gab es eine Erhebung, die näher untersucht werden soll, so Spiong. In Elverdissen habe man solche Hinweise nicht gefunden. „Es gab keine Veränderungen, die ich erkennen konnte", so der Archäologe weiter.

    Allerdings gebe es rund um den im Buch vermuteten Standort des Lagers archäologische Spuren, die älter sind als es Funde aus der Römerzeit wären. Dass Legionäre in Elverdissen ein Lager errichteten, will er aber auch nicht ausschließen. „Die Daten des Bodenradars liegen mir nicht vor", so der Archäologe.
    Und dass Römer an der Stelle des heutigen Herford militärische Einrichtungen betrieben, erscheint nicht unwahrscheinlich.

    So wird vermutet, dass sich auf dem Stuckenberg – genau dort, wo heute der Bismarckturm steht, ein römischer Turm befand – davon gingen Archäologen nach Funden in Bielefeld aus. Nachrichten zwischen den vorrückenden Truppen wurden von den Besatzungen dieser Türmen wahrscheinlich per Spiegel- oder Feuerzeichen weitergeleitet. Der Turm selbst muss etwa vier mal vier Meter groß gewesen sein. Beim Bau des Bismarkturms, so die These, wurden aber die Reste des Bauwerks zerstört.

    Es ist im Artikel aber etwas konfus wer da was vermutet. Wahrscheinlich sind die erwähnten Funde in Bielefeld die der Sparrenberger Egge?
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    Das ist der große Schwachpunkt der These, dabei meine ich gar nicht mal, dass sie sich mit Annahme der Abräumung archäologischer Funde beim Bau des Bismarckturms der Falsifizierbarkeit entzieht, sondern, dass ausgerechnet aus einer Zeit, die absolut archäologiegeil im nationalistischen Sinne war, überhaupt gar keine Nachrichten über archäologische Spuren beim Bau eines nationalistischen Projekts des Bismarckturms erhalten geblieben sein sollen.
     
    Carolus und dekumatland gefällt das.
  4. LEG XVII

    LEG XVII Aktives Mitglied

    Sie entzieht sich dadurch nicht der Verifizierbarkeit oder Falsifizierbarkeit, gute Archäologen und Geschichtswissenschaftler können natürlich auch mit Überbauungen umgehen, bei denen sich eine Theorie nicht so einfach mit dem Spaten beweisen oder widerlegen lässt. Z. B. indem man - wie du es ja auch vorschlägst - schaut, ob es es Quellen gibt die über Funde vor Ort vor der Überbauung berichten. Was aber natürlich auch nur bei neuzeitlichen Überbauungen so richtig funktioniert. Wenn da etwa vor dem Bismarckturm ein mittelalterlicher Turm gestanden hätte würde es eng für Hinweise auf einen Römerturm an dieser Stelle, Quellen aus dem 8. Jahrhundert die berichten dass für den Bau eines Wehrturms alte Fundamente abgetragen wurden sind nicht zu erwarten. Zumindest sind diese sehr selten, wie der Bericht über König Heinrich I., der im Jahr 922 in Merseburg eine antike Anlage der Römer mit einer Mauer befestigen ließ: "Antiquum opus Romanorum muro rex praedictus in Mersburg decoravit lapideo." (www.dgmh.de: Monumenta Germaniae Historica).
     
  5. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Was von dieser Art "archäologischer Bericht" zu halten ist, haben wir bereits ausdiskutiert:

    Caput Iuliae/Lupiae fluminis
    Caput Iuliae/Lupiae fluminis
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Dann hast du den von dir zitierten Text nicht ordentlich gelesen. Da steht:

    Beim Bau des Bismarkturms, so die These, wurden aber die Reste des Bauwerks zerstört.
    Die "These" vom römischen Turm auf dem Stuckenberg in Herford geht also davon aus, dass die Belege restlos abgeräumt wurden und entzieht sich somit der Falsifizierbarkeit. Natürlich kann es "theoretisch" sein, dass das tatsächlich so ist, dass es archäologische Überreste gab und diese alle abgeräumt wurden. Nur ist das eben 1904 extrem unwahrscheinlich, dass diese a) nicht bemerkt und b) ignoriert wurden. Sprich, die Urheber der These "Römerturm Stuckenberg" entziehen sich mit der Annahme der Abräumung archäologischer Überreste der Belegpflicht.
    Wissenschaftstheoretisch handelt es sich um eine sogenannte Hilfshypothese und Hilfshypothesen sind wissenschaftstheoretisch unzulässig.

    Thietmar war kein Archäologe des 21., Thietmar war ein Mönch des 10. Jhdts. Von dem wir sogar einen Autographen (der sogen. Dresdner Autograph) haben, also eine ganz tolle Quelle, an der man redaktionelle Überarbeitungen untersuchen kann. Aber - ¡¡¡Sancta Simplicitas!!! - einem Mönch aus dem 10. Jhdt. abzunehmen, dass eine Mauer, die im 10. Jhdt. repariert wurde und vermutlich mit Zinnen bekrönt wurde (so jedenfalls würde ich decoravit lapideo interpretieren) aus der Römerzeit stammte, dazu fällt mir wirklich nichts mehr ein!

    Ich darf einen Beitrag vom Juli 2016 zitieren (schade, dass das scheinbar notwenig ist):
     
    Carolus, dekumatland und Lukullus gefällt das.
  7. Hermundure

    Hermundure Aktives Mitglied

    @ ELQ

    du müsstest es doch am besten Wissen - wir wollen keinen unangenehmen Besuch. Ist doch logisch oder?! Je mehr Zeilen ich veröffentlicht hätte, wüsste jeder wo er nachschauen kann (geht ganz gut über GoogleBooks hätte ich nicht gedacht.) Hachelbich hatte auch schon Besucher der unangenehmen Art. Du musst dich leider noch ein wenig gedulden. Sorry, ich will auch keinen Ärger aus Halle haben. Fotos sind im Moment nicht drin!
     

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