Schweden-Britannien : e. wechselvolle Geschichte

Dieses Thema im Forum "Die Wikinger" wurde erstellt von Helmut406, 13. April 2017.

  1. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied


    In der Tat ist das Isländische ursprünglicher, kommt dem, was die "Wikinger" früher gesprochen haben, am nächsten.
    Schweden, Dänen und Norweger können sich mit gutem Willen untereinander unterhalten und verstehen, mit den Isländern aber nicht (mehr).

    Gruss, muheijo
     
  2. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Eine interessante Aussage,

    Hat sich das nordgermanische Isländische durch seine Isolation tatsächlich so weit von den anderen nordgermanischen Sprachen entfernt, dass deren Sprecher Isländisch nicht mehr verstehen können?
     
  3. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied


    Ist es nicht so, dass sich nicht das Isländische entfernt hat, sondern die anderen nordgermanischen Sprachen? Ich habe irgendwo einen Reisebericht über Island gelesen, in dem es hieß, dass da oben so wenig los ist. Deswegen hat man so wenig an Geprächsstoff. Die Sprache wird also kaum benutzt, und nutzt sich deswegen auch nicht ab. Vielleicht ist diese Erklärung für die konservative isländische Sprache eher humoristisch gemeint:rofl:.

    Andererseits sollen die Isländer noch ohne Probleme ihren alten Sagas lesen können. Das Isländische scheint also sehr konservativ zu sein.

    Hier ist noch ein Artikel über das Isländische: Islands Kampf gegen die Fremdwörter - "Bildrausschicker" und "Rechenhexen" (Archiv)

    Sehr witzig und passend erscheint mir die Bezeichnung "Rechenhexe" für Computer.:devil:
     
  4. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Genauso schreibt es Muheijo:

    Oder, in den Worten William Burley Lockwoods:
    "Die isländische Sprache ist so konservativ geblieben, daß Literatur, die vor fast einem Jahrtausend geschrieben wurde, mit Ausnahme einer Handvoll veralteter Wörter und Ausdrücke, von einem modernen Leser unmittelbar verstanden wird. Wie verschieden ist die Situation in England! Für einen Engländer unserer Tage ist die Sprache seines Landes so, wie sie vor eintausend Jahren beschaffen war, völlig unverständlich; sie hat für ihn den Charakter einer Fremdsprache."

    Für das Deutsche könnte man dasselbe sagen.
    Wer versteht schon auf Anhieb einen Text wie: "uone allen ménniſken. so diu einen hab&a.; Manige uuituuun. uuare in demo zîte helię. dere nehein ne karn&a imo ira disg rihten. uuane diu eina. diu kesta imfieng in den notin dere hunker iare. Saligiu uuituuua..."?
    https://www.linguistics.ruhr-uni-bochum.de/rem/pub/texts//M182A_dipl.pdf
     
  5. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    gilt dasselbe nicht auch für die färöische Sprache?
     
  6. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Wikipedia ist ja immer mit Vorsicht zu genießen, trotzdem mal:

     
  7. ralfgrabuschnig

    ralfgrabuschnig Neues Mitglied

    Großartig! :D

    Aber nochmal kurz zu dieser Frage:
    Wie schon richtig bemerkt wurde, waren die Normannen nicht zahlreich genug, um eine echte (im körperlichen Sinne) Vermischung im großen Stil zu ermöglichen. Aber vielleicht eine kleine Statistik dazu, wie schnell und vollständig sich die normannische Elite in England durchsetzte: 1086, genau 20 Jahre nach Hastings, als William das berühmte Domesday Book (nichts Doomsday, wie ich es immer lese), quasi eine Liste der englischen Ländereien, verfassen lies, war 50% des Landes in Besitz normannischer Fürsten und je nach Schätzung nur 5-8% gehörte angelsächsischen Adeligen.

    Da kann man sich dann schon vorstellen, welches kulturelle Gewicht die Normannen da ausübten, was sich auch in der Sprache gut niederschlägt (die Cow/Beef Geschichte ist da ja sehr bekannt). 200 Jahre später ist eine Trennung zwischen Normannen und nicht-Normannen unter den Adeligen nicht mehr erkennbar. Unter den nicht-Adeligen sowieso nicht.
     
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  8. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Was war 1066 passiert? Erst einmal der Tod von Edward dem Bekenner mit einer Rebellion im Norden. Dann die Invasion von Harald dem Harten mit nachfolgender verlustreichen Schlacht. Verlustreich für beide Seiten. Und danach die Invasion durch die Normannen mit der nachfolgenden Schlacht von Hastings. Auch wieder verlustreich. Die folge daraus war ein starker Aderlass des englischen Adels. Die englischen Witwen wurden nun mit den Normannischen Siegern verheiratet. Folge war das der Adel Altfranzösich sprach, das Volk weiter Altenglisch.
     

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