Schweinefleisch

Dieses Thema im Forum "Der Islam und die Welt der Araber" wurde erstellt von Mirtos, 16. Oktober 2016.



  1. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Es ist nicht anzunehmen, dass die Menschen in heißen Regionen sich von rohem Schweinefleisch ernährt haben. Trichinen sterben beim erhitzen auf 65 Grad Celsius ab .
    Weshalb sollten sich Trichinen bei Hitze stärker vermehren ? In anderen heißen, nichtmuslimischen Ländern, wie den Phillipinen, Vietnam ,Thailand, etc. hält und isst man auch Schweine. Trichinen kommen in der Arktis ebenso vor und besonders Eisbärenfleisch ist häufig stark trichinös belastet. Die Teilnehmer der Nordpolexpedion von Andre'e und Fraenkel starben wahrscheinlich daran, dass sie trichinenverseuchtes, rohes Fleisch eines erlegten Polarbären zu sich genommen hatten.

    Zitat Keine Ahnung :"Vielleicht wurde ja in diesen Kulturen irgendwann bemerkt, dass ihnen Schweinefleisch in Mengen und auf Dauer nicht so gut bekommt und sie sich wohler fühlen, wenn sie vermehrt auf andere Fleischarten zurückgreifen? "

    Da ist es schon erstaunlich, dass die Menschen unseres Landes ständig älter werden, obwohl sie so viel" giftiges" Zeug in , sicher in früheren Kulturen unbekannten Mengen in sich hineinstopfen. Der Stressfaktor, den unsere Schweine, durch Transport, die Behandlung im Schlachthof erleiden dürfte um einiges höher liegen als bei den Tieren der Vergangenheit, wo sie wahrscheinlich an dem Ort, an dem sie gelebt hatten und auch sicher nicht massenweise geschlachtet wurden. Eine Vielzahl der negativen Auswirkungen vom Fleischgenuss tritt in einem Lebensalter ein, welches in früheren Epochen nur ganz wenige Menschen erreichten.
     
  2. KeineAhnung

    KeineAhnung Aktives Mitglied

    Auch das ist sehr interessant und führt mich zu einem weiteren Gedanken.
    Wenn Schweine falsch gehalten werden und unter Dauerstress stehen, können sie durchaus zu Kanibalen werden. Es kommt nicht selten vor, dass Bachen in der Massentierhaltung ihre eigenen Jungen fressen.

    Vielleicht hatten die Menschen ja auch Angst, dass bestimmte Eigenschaften/Verhaltensweisen der Tiere durch den Verzehr des Fleisches auf sie übertragen werden. (Glauben ja heute auch noch einige...)
     
  3. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Kanibalismus kommt auch bei Hühnern vor und deren Verzehr wurde nicht verboten.
     
  4. KeineAhnung

    KeineAhnung Aktives Mitglied

    Ohne den Segen der modernen Medizin würden wir das tätsächlich nicht lange überleben.

    Wenn ich ElQ Beitrag folge, bin ich mir hinsichtlich 'mehr Stress heute' nicht so sicher. Der Stress heute hat sicherlich eine andere Qualität aber die Haltungsbedingungen waren wohl nicht immer und überall optimal.

    Was so leider nicht stimmt. Die Symptomatik setzt relativ schnell ein. (Baubetonte Adipositas, Bluthochdruck, Insulinresistenz etc.), nur wird das von den Wenigsten bemerkt bzw. gerne zugunsten der Aufrechterhaltung des gewohnten Lebensstiles ignoriert. Solange bis eine manifeste Erkrankung daraus wird.
     
  5. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Das kann man kaum nur dem Schweinefleisch anlasten, sondern dem gesamten Übermaß an Nahrungsmittelzuführung, bei immer geringerer körperlicher Bewegung, oder gibt es Studien, die belegen, dass Juden und Muslime keins dieser Krankheitsbilder aufweisen ?
     
  6. KeineAhnung

    KeineAhnung Aktives Mitglied

    Hm, dass Hühner einander auffressen ist mir neu. Darum mal auf die Schnelle gegoogelt und was über "Kanibalismus bei Hühnern gefunden.

    Daraus Zitat:
    aus: Kannibalismus


    Es heißt wohl Kanibalismus, wenn sich die Hühner gegenseitig picken und verletzen, aber es ist nicht von sich "gegenseitig auffressen" (was ich als Laie unter Kanibalismus verstehe) die Rede.
     
  7. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Die fressen und töten sich nicht gezielt, was Schweine auch eher selten tun, aber tote Küken werden, wenn sie nicht weggeräumt werden von den erwachsenen Artgenossen gefressen. Das ist auch Kanibalismus, den es sogar bei reinen Pflanzenfressern gibt, wie ich es selbst als Kind bei meinen Goldhamstern sehen musste.
     
  8. KeineAhnung

    KeineAhnung Aktives Mitglied

    Du hast insofern Recht, dass es nie nur ein Faktor in der Ernährung/Lebensweise ist.
    Das habe ich aber auch nirgendwo behauptet.

    Juden und Muslime haben im nahezu gleichen Ausmaß wie wir diese Krankheitsbilder, Studien belegen aber, dass sie unter anderem durch hohen Verzehr von wenig komplexen Kohlenhydraten (sprich Weißmehle, Zucker) bedingt werden.

    Was natürlich auch auf uns zutrifft, ich weiß. Das ist aber nicht der Punkt auf den ich hinaus wollte.

    Unsere Vorfahren hatten anscheinend oft ein gutes Gespür dafür, was für sie gut war und was nicht. Warum soll neben vielen anderen bereits genannten Faktoren, wie suhlen, Fäkalien fressen usw. nicht auch das intuitive Wissen um die gesundheitlichen Auswirkungen eines zu hohen und regelmäßigen Verzehrs mit zum zunehmend schlechten Image des Schweinefleisches geführt haben?
     
  9. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Dann hatten aber nur die Orientalen dieses Gespür. In Europa Teilen Afrikas ,Asiens und Südamerikas wurden die suhlenden Rüsselträger ohne Unterbrechung durch alle Epochen gegessen .
    Religionen leben doch davon Menschen ein ständig schlechtes Gewissen zu machen und diese in Furcht zu halten. Am Besten erreicht man das, wenn man möglichst viele Verbote erlässt. Besonders die Jüdischen Religionsstifter haben diese Verbotspraxis auf die Spitze getrieben und es dürfte für den Durchschnittsmenschen kaum möglich sein, vollkommen nach diesen endlosen Regeln und Verboten zu leben . In irgendeinen Fettnapf wird er unweigerlich treten und schon muss der kleine Mensch sich wieder vor der Angst um den göttlichen Zorn ducken.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. November 2016
  10. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Die Tora enthält 613 Gebote (darin 365 Verbote).
    inforel.ch: Der Glaube im täglichen Leben
    Darunter fallen strafrechtliche, familienrechtliche, baurechtliche, steuerrechtliche, asylrechtliche und alle möglichen anderen Vorschriften.
    Zu den 613 Geboten gehört z. B.: Wer eine Dachterrasse baut, muss ein Geländer anbringen. Wer frisch verheiratet ist, ist für ein Jahr vom Kriegsdienst befreit. Die Annahme von Bestechungsgeld ist verboten.

    613 Paragraphen, das ist doch gar nichts. Unter wie vielen Vorschriften muss sich der deutsche Bundesbürger ducken?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz#Zahl_der_Gesetze

    Richtig kompliziert wird es natürlich bei der Auslegung. Die Kommentare sind um ein vielfaches dicker als die eigentlichen Gesetzbücher...
     
  11. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Differenzieren wir noch mal. Schweine, die es nicht nötig haben, suhlen sich auch nicht in ihrem eigenen Kot und Urin, das machen nur die, welche sonst keine andere Suhle finden. Dies passiert besonders dort, wo Schweine in Trockenregionen menschlicher Gefangenschaft gehalten werden.

    Was natürlich etwas eklig ist, das sind die Pig Toilets, die Maglor in die Diskussion einbrachte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. November 2016
  12. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Die armen Schweine finden diese "Sauerei" wahrscheinlich ebenso eklig, aber in" der Not frisst der Teufel Fliegen" sagte meine Großmutter immer.
    Wenn man sieht wie viele Vögel sich auf einen Elefantenhaufen stürzen und aus diesem das Essbare herauspicken und wie Fische es kaum erwarten können, bis das Flusspferd kackt, ist das auch nicht so viel anders. Trotzdem werden in den Ländern mit Schweinefleischverbot Singvögel und alle Arten von Fischen gegessen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. November 2016
  13. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Wenn die armen Bundesbürger die Paragraphen wirklich kennen würden wäre das vielleicht so, aber da sie nicht ständig vorgebetet werden existieren sie in den Gedanken überhaupt nicht. Außerdem empfindet man doch von Menschen erlassene Gesetze als unvollkommen und wenn man sich nicht erwischen lässt, teilweise umgehbar. Was aber mit, von einem unfehlbaren Gott, der alles sieht und registriert erlassenen Geboten. Vor deren Umgehung hat der Gläubige richtig Angst, denn er wird ja auf alle Fälle dabei gesehen und verliert möglicherweise seinen kuscheligen Platz im Jenseits.
     
  14. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Hast Du einen Führerschein? Allein dafür müssen haufenweise Regeln gebüffelt werden.

    Die Gesetzestexte aus den fünf Büchern Mose zusammengerechnet kommen in einer handlichen Bibelausgabe auf etwa 70 Seiten. Davon besteht ein beträchtlicher Teil
    - aus Wiederholungen (im 5. Buch wird vieles von dem wiederholt, was in den vorangegangenen Büchern bereits)
    - aus Opfer- und Kultvorschriften, die nur die Priester bzw. Leviten betreffen.

    Das, was der normale Israelit wissen musste, wird kaum sich vom Umfang her wohl kaum von der Straßenverkehrsordnung unterscheiden.

    Und davon bekam er das meiste bekam er ohne große Büffelei von Kindesbeinen an mit. Dass Geier, Eulen und Fledermäuse nicht in den Kochtopf kommen, "weiß" hierzulande auch jedes nichtjüdische Kind.


    Die jüdischen Religionsstifter haben überhaupt keinen Platz im Jenseits versprochen. Das Gesetz ist dazu da, damit es dem Volk Israel und dem einzelnen Israeliten gut geht. Und für die ungesühnten Sünden, die im Lauf des Jahrs so anfallen, wird einmal im Jahr der Jom Kippur gefeiert. Dann ist alles wieder im Reinen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. November 2016
  15. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Ein Kind kann sich auch nicht wirklich vorstellen, dass die Wurst, die es gerade ist ,einmal gelebt, gegrunzt , gequiekt oder gemuht hat. Ebensowenig könnten sie wissen, ob sie gerade ein Stück eines der von Dir aufgezählten Tiere essen würden .
    Keines der, von Dir genannten Tiere sind bei uns in größeren Mengen zu bekommen. Die Meisten haben noch nie eine freilebende Eule (von Geiern ganz zu schweigen) zu Gesicht bekommen und halten die in der Dämmerung umherflatternden Fledermäuse für Vögel.
    In West-und Zentralafrika wird Geierfleisch als besondere Delikatesse gehandelt und ist teurer als anderes Bushmeet. Das führt mittlerweile zu einer ernsten Bedrohung der Vogelart in den Regionen und zur Seuchengefahr, da die Gesundheitspolizei, die organischen Müll beseitigt verschwindet.
    Europäer essen neben Schweinen auch ganz gern unappetitliche Aasfresser. Der Aal gilt nach-wie vor als eine Spezialität ,obwohl er der Müllschlucker des Gewässergrundes ist und eine Vorliebe für verrottende Tierreste hat. Bei den Juden müsste Aal auch verboten sein, da er zwar über Flossen aber nicht über Schuppen verfügt. Im Islam sind, soweit mir bekannt ist keine speziellen Fische zum Verzehr als verboten gekennzeichnet.
     
  16. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Die meisten Kinder hierzulande, die ich kenne, können ein Grillhähnchen schon von einer Eule oder Fledermaus unterscheiden.

    Mit "hierzulande" denke ich eher an mitteleuropäische Regionen. Wenn Du in West- oder Zentralafrika lebst, ist das natürlich etwas anderes.
     
  17. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Du fragst natürlich auch ständig die, dir bekannten Kinder nach dem Unterschied zwischen einem gegrillten Hähnchen und einer gebratenen Eule. ;)
     
  18. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Innerhalb des Islams gibt es unterschiedliche Auffassungen zum Thema Fisch und Meeresfrüchte.
     
  19. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Von Schiiten habe ich mal gelesen, dass sie auch nur Fische mit Schuppen essen. Dann wäre bei ihnen der Aal ebenfalls nicht erlaubt.
     
  20. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Nur wenn wir gerade vor einer Eulenbraterei vorbeikommen. Ansonsten pflege ich nur die zu fragen, die ernsthaft glauben, dass man Fischstäbchen von Bäumen pflückt und die herumflatternden Schweineschnitzel mit dem Schmetterlingsnetz fängt.


    Wenn wir aber mal zurückgehen zur Zeit der jüdischen Religionsstifter, da wurden die Hähnchen und anderes Hausvieh nicht nur zu Hause gegrillt, sondern auch zu Hause geschlachtet.
    Wie hierzulande noch zu Omas Zeiten.
     

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