Sind wir noch Homo Sapiens?

Dieses Thema im Forum "Frühzeit des Menschen" wurde erstellt von Glory, 3. August 2011.

  1. Wsjr

    Wsjr Aktives Mitglied


    Die Größe von Wolfsrevieren kann ganz unterschiedlich groß sein.

    Die ursprüngliche Jagdform der Menschen ist offensichtlich die Ausdauerjagd, bei der Tiere zu Tode gehetzt werden.

    Jäger und Sammler ? Wikipedia
     
  2. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    naja, eher die jagd auf das Fleisch "komm gleich wieder", Homo sapiens ist nun mal ein Allesfresser und Fallwild die Hauptbeute. Nur mit nem Knüppel bewaffnet, wird selbst ein Hase zum Gegner. Und egal wie groß ein Wolfsrevier ist, die schlagen Menschen im Wolfstrab ohne Anstrengung.
    So einn Lauftier wie ein Husky macht 120km die Nacht.
     
  3. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied


    Och, soo groß sind Wolfsreviere auch nicht, abhängig von der Beutedichte. Wer es genau wissen will guckt hier:
    Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz
     
  4. Staufer

    Staufer Neues Mitglied

    ...aber eben nicht auf Dauer

    Auf dem ersten Blick schein es so, nur ist z.B. der Wolf nicht wirklich ein Ausdauerspezialist, genau wie die meisten anderen Raubtiere auch nicht. Vielleicht was das Abwarten betrifft, aber nicht die Jagd an sich.

    Der Mensch hat eine (kleine) "Tasche" mit Lebensmitteln und /oder Wasser dabei (auch damals schon), der Wolf nicht.
    Wenn es dem Menschen wichtig erscheint, hat er Ausdauer ohne Ende.
    In moderner Zeit werden von Menschen solche SuperTrips von 40 bis zu über 150 km am Stück, nur aus rein sportlichen oder egobezogenen und dann meist übertriebenen Motiven betrieben, und auch durchgehalten.

    Aber wer jagt denn schon Raubtiere..? Es sei denn eines dieser wäre ein "Menschenmörder" gewesen.

    Was den Husky betrifft, magst du mit den 120 km/Nacht durchaus nicht falsch liegen, nur würde er dieses im Normalfall - auch wenn er gerne läuft und Bewegung braucht - nicht ohne Betreiben des Menschen tun.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. August 2011
  5. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    oh doch, er wird
    man hat schon Huskys nach wenigen Tagen eben diese kmzahl im Schnitt entfernt aufgegriffen. Deswegen immer, wenn ein Nordländer abhaut:
    Polarhunde in Not, auch wenn man einen findet.
    Und die seltenen Ausnahmen, da Menschen solche Strecken am Stück zurücklegen , sind ja selten. Mein Stifsohn war ein relativ durchtrainierter junger Mann,-Fußballer-,
    er ist hinterher gerannt, der Hund ist nur locker getrabt, sagt er, hat sogar auf ihn gewartet, zwischen durch. Nach 8 km war ende beim HSS, Canis Lupus Familiaris trabte dann alleine weiter.
     
  6. Staufer

    Staufer Neues Mitglied

    Das nehme ich dir einfach mal so ab. Wirst da schon deine Erfahrungen gemacht haben. Letztlich ist es doch bemerkenswert, was solche Hunde im Stande sind, zu leisten.

    Wir hatten auch einen deutschen Schäferhundsmischling (wahrscheinlich mit Colly). Wir im Urlaub und ihn an guten Freund (sie kannten sich ziemlich gut) für 14 Tage übergeben. Was ist passiert? Hund läuft nach kurzer Zeit vom ländlichen Freund fast 20 km in die mehr oder weniger kleine Großstadt und wurde genau in unserer Strasse wieder von diesem Freund gefunden und aufgegriffen.

    Hey - der Hund ist diese Strecke vorher nie selbst gelaufen - sprich, er kannte sie nicht, da er mit dem Auto aufs Land gebracht wurde.
    Irgendwie faszinierend.

    Wenn man es nochmal überdenkt - auch ein Husky ist nur ein von Menschen gezüchteter Hund und stammt vom Wolf ab.
    Alle Achtung wenn er solche Leistungen vollbringt (dabei meine ich nicht die acht km mit HSS).
     
  7. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Die Ausdauerhetzjagd mag zwar für canis lupus in Ordnung gehen und ist auch für homo sapiens in der Theorie möglich ,aber sie ist natürlich für den HSS unökonomisch. Und ohne entsprechende Vorräte hält HSS die auch nicht durch, wenn sie länger dauert.
    Ansitz- oder Fallenjagd in einem begrenzten Bereich ist wesentlich ökonomischer, denn sie verbraucht weniger Energie und deie Erfolgschancen sind höher.
     
  8. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Sie wurde und wird aber praktiziert. Und sie funzt ohne natürlich Bewaffnung, die der Mensch nun mal nicht hat; bzw nur mit einem Stein zum Totschlagen, dem wohl universellsten Tötungsinstrument...

    Weiß nicht, ob die Links schon kam:

    Hetzjagd ? Wikipedia

    San (Volk) ? Wikipedia

    Jäger und Sammler ? Wikipedia

    Die Ausdauerjagd und der Mensch als Läufer OriginalHealth.net
     
  9. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    das mag in einzelnen Kulturen undter ganz betimmten ökoloischen Bedingungen sinnvoll sein- außer den san fallen mir allerdings keine Völker ein, die das in extensio praktizieren, aber das ändert nichts an der mangelnden energieökonomie dieser Methode und der Tatsache ,daß die meisten Völker es nicht praktizieren.
     
  10. Hans forscht

    Hans forscht Aktives Mitglied

    Ich finde mit durchschnittlich 120 km je Nacht über mehrere Tage, hat der Husky wohl deutlich gewonnen. Dass der Mensch ihm in Sachen Langstreckenlauf überlegen wäre ist, die Richtigkeit der behaupteten Leistung unterstellt, dann doch wohl belegt.

    Aber mal zurück zu Spezialisierung vs. Evolutionsdruck:
    Der Mensch kann sich ganz unglaublich an unterschiedliche Lebensräume anpassen, und es scheint mir ziemlich deutlich, dass wir hier in Deutschland und ähnlichen Gebieten keine endemische Art sind. Das tropische Afrika ist da schon ganz wesentlich angenehmer, auch wenn in unseren kalten Gegenden lebende HSS ein paar Tage brauchen, um sich an ihren eigentlich artgerechten Lebensraum zu aklimatisieren. Das geht mir aber auch immer einige Momente so, wenn ich nach längerem Schwimmen wieder auf Land stehe.

    Anpassungsbemühungen hin oder her, sehe ich aber schon etwas Evolutionsdruck, besonders wenn man nicht das Ausmaß an technischer Finesse unterstellt, von dem wir heute hierzulande profitieren dürfen.
     
  11. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Was hat das jetzt mit Evolution zu tun? Der Mensch macht sich seine Umwelt zunutze und passt sogar die Umwelt an, das auch nicht erst seit vorgestern, was es ihm ermöglicht auch in Gegenden zu leben, die für ihn ohne diese Umweltnutzung und -modifikation lebensfeindlich sind. Eben genau diese Anpassung der Rahmenbedingungen macht ihn eben auch nicht zu einem Endemiten und unterwirft ihn zudem auch keinen Anpassungs-, ganz zu schweigen einem Evolutionsdruck. Vielmehr hat es die vorherige Evolution der Gattung Homo erst ermöglicht, dass sich die einstigen Endemiten über den gesamten Globus ausbreiteten.
     
  12. Wsjr

    Wsjr Aktives Mitglied

    Wo läuft der Husky? Im hohen Norden.

    Der Mensch ist von seinem Stoffwechsel an die afrikanischen Steppen angepasst. Lass dort mal einen San gegen einen Hund antreten.

    Ich seh es so. Der Mensch kann seine genetisch "natürliche" Lebensweise nur dort ausführen wo er vom Naturraum hingehört und das sind die afrikanischen Savannen. In allen anderen Regionen der Welt musste der Mensch sich anpassen und mittels Kulturtechniken das überwinden was er körperlich nicht konnte.
     
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  13. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Mmh, die Logik verstehe ich im Vergleich von Mensch und Husky nun nicht.
    Der Husky ist ein Hund, der wie alle Hunde vom Wolf abstammt. Für den Wolf/Hund gälte die Zurückführung auf den Ursprungsnaturraum doch genauso?
     
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  14. Wsjr

    Wsjr Aktives Mitglied

    Nun ist der Hund aber gezüchtet und speziell auf irgendwelche Eigenschaften. Und das Natürliche Gebiet des Wolfes ist auch die Holarktis, wärend der Mensch aus der Paleotropis kommt.
     
  15. YoungArkas

    YoungArkas Neues Mitglied

    Wölfe (und Verwnadte Arten) waren aber bis zur Ausrottung durch den Menschen auf der ganzen nördlichen Erdhalbkugel von Indien bis Alaska heimisch, man kann also nicht davon sprechen, dass der Wolf speziell an die Arktis angepasst wäre.
     
  16. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Dem stimme ich zu. Wolf ? Wikipedia
    Über die http://www.geschichtsforum.de/f22/verbreitung-des-haushundes-24561/ haben wir uns auch schon Gedanken gemacht.

    Ja, und wer nun wirklich besser hetzen kann, der Mensch oder der Hund/Wolf könnte man ja ausprobieren, meinetwegen unter verschiedenen Klimabedingungen. Vielleicht ist es einfach nur eine Frage des Willens und der Notwendigkeit.:fs:
    Da wir in diesem Thread die Frage untersuchen, ob wir noch der Homo sapiens sind, dem die genetische Disposition zum Langstreckenlauf nachgesagt wird, möchte ich wissen, ob Hunde den Marathon mitlaufen und mit welchem Ergebnis?;)
     
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  17. Wsjr

    Wsjr Aktives Mitglied

    Lies mal genau was ich geschrieben hab. Die Holarktis ist nicht Gleichzusetzen mit der Arktis. Die Holarktis ist ein Floren und Faunenreich und macht große Teile der Nordhalbkugel aus.
    Holarktis ? Wikipedia

    @Rena
    Nur eine kleine subjektive Erfahrung. Ich war in den Karpaten in einer ausgedehnten Hochfläche Unterwegs. Die Sonne brannte unbarmherzig und es müssen so um die 30 C° gewesen sein, von Quellen weit und breit keine Spur. Es folgen einem in den Karpaten oftmals wilde Hunde über Tage um etwas zu essen zu kriegen oder einfach Gesellschaft zu haben.
    Jedenfalls haben die Hunde die mir folgten Augenscheinlich ziemlich große Probleme in der großen Hitze zu folgen, sie mussten öfters Pausen machen und waren extrem am hecheln.
    Ich schwitzte mir zwar auch einen Wolf, behielt aber meine Leistungsfähigkeit.
    Klar nur extrem subjektiv und es hängt bestimmt auch von der Hunderasse ab, die die mir folgten hatten langes Fell so ich mich errinere.
     
  18. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Es gibt ja die These, wonach die Hominiden, welche und wann ist unklar, ihre Körperbehaarung verloren, da sie ohne effektiver schwitzen/abkühlen konnten.

    Andererseits habe ich erst vor kurzem gelesen, dass Darwin den Haarverlust für einen optischen Vorteil hielt, der sexuell selektiert wurde.
    Ein ähnliches Phänomen wie das Pfauenrad.
     
  19. Wsjr

    Wsjr Aktives Mitglied

    Was soll denn dieser optische Vorteil gewesen sein? Kann mir da nix konkretes drunter vorstellen.
     
  20. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Wenn man für eine genetische Veränderung kein Vorteilsargument findet, kann man mit sexueller Selektion begründen.
    Im Tierreich gibt es eine Reihe von auffälligen Körpermerkmalen, wie das Pfauenrad oder das Hirschgeweih, die oberflächlich betrachtet keinen Vorteil, keine verbesserte Anpassung an Umweltbedingungen darstellen, sondern dem Überleben eher hinderlich sind. Darwin soll der Meinung gewesen sein, dass die menschliche Nacktheit ein solches Merkmal sei, weil er die verbesserte Kühlung nicht als Vorteil sah.
    Ich bin da auch unsicher, denn klassische Selektion auf verminderte Behaarung würde ja bedeuten, dass nur die Menschen es zur Fortpflanzung gebracht hätten, die etwas weniger Körperhaare hatten, als die anderen oder sich diese zurückgebildet haben.

    Über einen sehr langen Zeitraum könnte eine solche Selektion funktioniert haben oder nach einem Flaschenhals...wenn etwa nur die weniger behaarten Menschen eine Langstreckenflucht im Dauerlauf bei großer Hitze überlebt hätten.
     

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