söldner im 12oder 13 jahrhundert

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von Hannes, 1. Dezember 2016.

  1. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied


    Im Mittelalter bedeutete 'arm', ohne Familie und Freunde zu sein.
     
  2. Hannes

    Hannes Mitglied

    Vielleicht könnte er trotzdem soziale Bindungen eingehen.
    Vielleicht erledigt er auch Aufgaben mit anderen zusammen aber er macht eben auch viele aufträge und Abenteuer alleine.
    Er könnte in seiner Vergangenheit mehrmals verraten worden sein und tut sich deshalb schwer neue Bindungen einzugehen und wirklich jemanden hundertprozentig zu vertrauen.
    Oder er verlässt sich lieber auf seine Stärke Geschick und ausrüstung als auf andere.
    Er könnte auch durch die jahre des Kampfes den einen oder anderen Burgherren als Gönner habenb die in Schutz und Obdach gewähren wenn es nötig ist.
    Oder er hat in seinem Operations Radius einen schmied der im günstig die Ausrüstung repariert und Bauern die im Unterschlupf geben wenn er einen platz für ein Lager braucht.
     
  3. Apvar

    Apvar Premiummitglied


    'tschuldigung, ein bewaffneter, eventuell sogar schwer bewaffneter einsamer Wolf, im Mittelalter sieht nach einem ausgestossenem aus, dem wird auch keiner in irgend einem Dorf helfen. Vergiß einen einzelnen Robin Hood.
    Wenn schon Robin Hood, dann guck Dir mal die Geschichten von Sir Walter Scott an.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Dezember 2016
  4. Hannes

    Hannes Mitglied

    Okay danke.

    Ich meinte eigentlich keinen ausgestoßenen und niemanden der keine Bindung eingeht.
    Vielleicht ist er gerne ein einsamer wolf und liebt die Freiheiten die sich ihm bitten.
    Er könnte den Bauern ihn seiner Umgebung gegen banditen geholfen haben.
    Oder er half einem burgherrn mit seiner Erfahrung kriegsknechte aus zu bilden.
    Die Lieferung die der schmied des Dorfes erwartet kommt nicht an und mein krieger stellt für diesen Nachforschungen an.
    Ein verbrecher ist entflohen und er fängt ihn wieder ein. Er führt eine Gruppe Händler von A nach B. Er lässt sich als lohnkämpfer anheuern. Oder wenn das Geld stimmt könnte er auch auftragsmorde ausführen. Er könnte durch jahrelange Erfahrung im Kampf viele Kontakte geknüpft haben und Leute die ihn unterstützen weil er ihnen geholfen hat.
    Das sind so ein paar Ideen auf die schnelle wäre das alles undenkbar.
    Danke nochmal für eure hilfe
     
  5. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Ich glaube, Du hast eine zu romantisierende Vorstellung von Deinem "einsamen Wolf" und seinem Leben. Wer keinen Herrn hat, zu niemandem gehört, ist auch schutzlos und suspekt. Mit dem gibt sich niemand so einfach ab, es sei denn, er führt selber Finsteres im Schilde.
    Was Du beschreibst, klingt nach Friedlosem, Vogelfreiem, Geächteten. (Überlege einmal, warum die Ächtung bzw. Friedloserklärung wohl harte Sanktionen waren.)

    Entweder hat er jemanden, zu dem er gehört, dann ist er an diesen und in dessen Gefüge eingebunden und kann nicht einfach tun und lassen, was er will. Oder er hat niemanden, dann hat er ein Problem.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Dezember 2016
  6. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Wenn er Söldner ist hat er Zugang zu Versorgung und Schmieden. Wenn nicht, ist er einfach ein Verbrecher.

    Ein einsamer Söldner gebt nicht. Zu keiner Zeit. Söldnertum ist immer Teamwork, und wenn er nur mit dem Auftraggeber zusammenarbeiten muss. Und was sollen das für Aufträge sein, zu denen man nur 1 Söldner braucht? Mord? Botendienst?

    Und Du integriert ihn doch selbst schon, wenn Du seine Helfer beschreibst.

    Nimm doch einfach, was da ist. Ein armer Ritter, der sein Rittertum nicht aufgeben will und mit einem Dutzend Söldnern versucht Geld zu verdienen. Ein Diener, ein Pferdeknecht, 3 Waffenknechte, 3 Bogenschützen, vielleicht auch einer mit Armbrust sind schon 10. Dazu vielleicht noch ein Reiter und natürlich ein Knappe. Viele könnten sich ihr Rittertum nicht leisten und gaben es nach einem Ritterschlag schnell wieder auf, um als Knappe zu kämpfen. Jemand, der es sich hafft Ritter zu bleiben und dennoch weiter durch die Lande zu ziehen ist wohl das, was im Mittelalter einem 'einsamem Wolf' entspricht. Normal hätte er Bindung und Sicherheit gesucht, konkret einen Herrn und ein Lehen. Aber das Umherziehen eines Ritters war akzeptabel. Lies Borst und Duby.

    Und ließ Victor von Scheffels Ekkehard. Das war der erfolgreichste deutsche Roman des 19. Jahrhunderts und er spielt im Mittelalter. Scheffel wusste nicht genug, um das Mittelalter nachzubilden. Er stellt das gleich am Anfang klar: Es sei ein heller Tag, aber nicht so hell wie heute, da man sich im finsteren Mittelalter befinde.

    Und ließ wie Dumas schildert, wenn seine Musketiere gegen mehrere Gegner kämpfen.

    Was Deine einsamen Underdogs betrifft, solltest Du wirklich erst mal Borst und Duby lesen. Darin findest Du auch Möglichkeiten.
     
  7. Hannes

    Hannes Mitglied

    Ich meinte ja auch das er mit seinen Auftraggebern interagiert. Und mit den den Menschen in seiner Umgebung. Und ich könnte mir vorstellen das ein krieger die von mir beschriebenen Aufgaben erledigen könnte wenn er erfahren und gut ausgerüstet ist.
    Aber vielleicht passt dieses ganze lone wolf Konzept besser in den fantasy Bereich.
    Da habt ihr sicher recht das es nicht realistisch ist.

    Ja die söldner truppe ist natürlich eine gute Alternative.
     
  8. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Kommt darauf an, wie strenge Maßstäbe man für einen Vergleich anlegt. Private Söldnerunternehmen gab es im Spätmittelalter durchaus, man denke an die Condottieri in Italien.
     
  9. Teresa C.

    Teresa C. Aktives Mitglied

    Ein Lesetipp, der vielleicht einen anderen Zugang ermöglicht:
    die Grettis Saga. Dabei handelt es sich um ein Werk der Weltliteratur aus Island, das vermutlich im 14. Jahrhundert aufgezeichnet oder verfasst wurde. Es gibt einige deutschsprachige Übersetzungen, so z. B. die von Böldl. Der Text ist allerdings nicht gerade einfach und bei der Hauptfigur handelt es sich um keinen eindeutigen Sympathieträger

    Die Geschichte spielt zwar auf Island im frühen Mittelalter und der Held ist kein Ritter. Aber der Text dürfte eine ganze Reihe Anregungen für deine Idee mit dem "einsamen" Wolf bieten: immerhin zeigt er bei aller Literarisierung, die Lebensbedingungen eines Geächteten (wie überlebt er den Winter, Isolationsproblematik etc.), die Rolle von Kontaktnetzwerken und es ist auch nicht uninteressant, zu beachten, wie hier der Protagonist z. B. mit einer Überzahl von gefährlichen Gegnern fertig wird oder einen unheimlichen Widergänger ausschaltet.
     
  10. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Auch früher bereits die z.B. die Compañias Catalanas.
     
  11. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Island ist natürlich schon wieder in vielen Dingen eine andere Kultur als West- und Mitteleuropa. Aber es ist ein gutes Beispiel.
     
  12. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Wie wäre es mit der Zeit Kaiser Sigismunds? Da gab es genügend gebrochene Biographien, verarmte Adelige und skrupellose Herrscher. Selbst wenn ein kleines Lehen für 'Dienste' heraussprang, dürfte das dem Belehnten bei der Spionage in Venedig, der Erkundung in Tamerlans Reich oder bei den Intrigen auf den Konzilien in Konstanz oder Basel nichts nutzen. Oder er ist von Türken/habgierigen Fürsten von seinem Erbe vertrieben. Lies mal den Artikel zu Oswald von Wolkenstein bei Wikipedia. Kein Söldner, aber in Diensten des Kaisers. Und Sigismund beschäftigte auch Bürgerliche in hohen Positionen. Entführungen und Meuchelmörder gehörten zur Politik. Venedig soll im Laufe der Jahre ein halbes Dutzend Mörder auf den Kaiser, bzw. vor 1433 König angesetzt haben. 'Missionen' sind in ganz Europa, Kleinasien, Palästina den westlichen Mongolen reichen und Ägypten denkbar. Es gab auch schon einen Kreuzzug nach Ceuta, Hussiten, hundertjährigen Krieg, Polen und Litauen kämpften gegen den Deutschen Orden, Städte gegen Ritter, Fürsten intregierten, wenn es nicht zum offenen Kampf kam, Handelsketten und offener Krieg mit Venedig, mehrere Päpste gleichzeitig, Hanse und Kurfürsten mit eigener Außenpolitik, ein Großteil der Erfolgen muss erst gewaltsam durchgesetzt werden.

    In der Zeit dürften auch kleinere Söldner-Gruppen vorstellbar sein. Und Fürsten, die nie genug Geld oder Land für die Bezahlung haben. Sigismund hat teilweise Lehen verliehen, die der Lehnsmann dann selbst erobern musste.

    Heere, die regelmäßig fliehen, nur weil sie hören, dass die Hussiten heranmarschieren. Ein Kaiser, der so wenig Einkünfte hat, dass er sein Tafelsilber versetzen muss, auf der anderen Seite aber sein ganzes Gefolge ins Bordell einlädt, und sich wieder keine 1000 Reiter leisten kann.

    Dabei hat er einen Weitblick, der Strukturen und Einrichtungen schuf oder förderte, die bis zum Ende des HRR bestehen blieben. Teils sogar bis 1918. Dabei war das Reich vollkommen zerrüttet. Seine Leute mussten sich abkühlen, alle Reichskrieg herauszufinden, man soll sogar von 'versteckten' Lehen gesprochen haben.

    Ein kleiner Titel und ein Wappen als Belohnung dürften wenig bedeuten, wenn der Sold ausbleibt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Dezember 2016
  13. Hannes

    Hannes Mitglied

    Hallo Leute ich mal wieder.
    Habe viel gearbeitet und deshalb kaum zeit zum schreiben.

    Hab jetzt mit der ersten Geschichten begonnen. Es soll um eine kleine Söldner truppe gehen.
    Die von Burg zu Burg zieht und Aufträge erledigt. Es sollen zusammen hängende Kurzgeschichten werden.

    Der Anführer der Truppe ist Heinrich ein armer Ritter ohne Geld und landbesitz.
    Er ist ein geübter schwertkämpfer und setzt eher auf beweglichkeit und schnelligkeit beim kämpfen als auf reine muskelkraft.
    Seine rechte Hand ist Pat ein großer bulliger Kerl der am liebsten mit einem schweren Kriegshammer in die Schlacht zieht.
    Weitere Charaktere sind der Henkers sohn Ulrich der moralisch ziemlich verprügelt ist und durch seine ehemalige Henker Ausbildung der Artz der Truppe ist. Und der knappe Michel.
    Weitere gehören zur truppe noch drei bogenschützen und vier waffenknechte.

    Hört sich das stimmig an?
    Danke für eure Hilfe.
     
  14. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Zumindest ist Dein Ritter in seinem Umgang nicht wählerisch, wenn er jemanden aus dem Henker"stand", also einen gesellschaftlichen Außenseiter, mit sich schleppt.
     
  15. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Die bewaffnete Besatzung einer - durchschnittlichen - Burg dürfte nicht sehr umfangreich gewesen sein.

    Sofern ein Söldner mit einer Schar professioneller Kämpfer auftaucht, dürfte es für den Burgherren ratsam gewesen sein, diese eher nicht auf seine Burg zu lassen.

    Es sei denn, sein "Leumund" macht ihn erhaben gegenüber dem Verdacht, eine Gefahr zu sein.

    Darüber würde ich mir Gedanken machen.
     
  16. Hannes

    Hannes Mitglied

    Okay dann werde ich den Henkers sohn weglassen und entweder einen anderen heilkundigen nehmen oder noch einen Knecht.

    Wenn Heinrich ein armer Ritter ist wäre es dann stimmig wenn er jetzt nicht die schwere rüstung hat weil er sich keine leisten kann und deshalb auf schnelligkeit und beweglichkeit setzt?
     
  17. Teresa C.

    Teresa C. Aktives Mitglied

    Ich finde, dass du den Henkerssohn nicht weglassen brauchst. Immerhin lieferst du mit seinen Kenntnissen als Heiler auch eine Erklärung, warum er in der Gruppe zumindest geduldet wird.

    Seine Herkunft könntest du auch nützen, um interne Probleme in der Gruppe daraus zu entwickeln, sei es, dass er sie geheimhalten kann bzw. nur Heinrich Bescheid weiß (und daher ihm ständig die Gefahr droht, dass jemand das herausfindet.)

    Auf der anderen Seite könnte diese Herkunft auch der Grund sein, dass er in der Gruppe einen schweren Stand hat, weil er eben nur geduldet oder sogar abgelehnt wird oder weil die anderen fürchten, dass sein "unehrenhafter" Stand auch auf sie abfärben könnte.

    Damit bieten sich so auch einige "rote Fäden" für deine Kurzgeschichten, wie, dass deine Gruppe allmählich zusammenwächst, lernen muss, miteinander auszukommen oder ständig durch interne Schwierigkeiten auch von innen gefährdet ist.
     
  18. Hannes

    Hannes Mitglied

    Super antwort danke.

    Ja genau an sowas dachte ich auch. In den Geschichten soll es eben auch um Gruppen interne Konflikte gehen. Um Zusammenhalt Bruderschaft und eben Konflikte.
     
  19. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Um ein Ritter zu sein, muss er als Ritter leben. Das bedingt einen gewissen Aufwand und auch den Besitz einer Rüstung. Wenn er nicht so lebt, verzichtet er dauerhaft auf diesen Status, d.h. bis er wieder zum Ritter geschlagen wird. Allein das sollte ihm trotz evt. lukrativer Aufträge Geldsorgen sichern.

    Such mal bei Youtube. Da gibt es ein altes Schwarzweiß-Video in dem ein Museum einen Mann in eine Original-Rüstung gesteckt hat. Von wegen schwerfällig, nicht allein aufstehen können und so! Der ist trotz Rüstung richtig agil und turnt herum. Vielleicht kann Dir da jemand auch die passenden Suchbegriffe nennen.

    Und suche mal online nach Talhoffers Fechtbuch, dass es als PDF geben sollte. Darin solltest Du viele bunte Bilder finden. Hier die Bilder aus dem Codex Wallerstein. Nicht so toll, wie die aus Talhoffers Fechtbuch.

    Mit Schnelligkeit und Beweglichkeit kommt er bei der Europäischen Fechtkunst auch nicht unbedingt weiter. Die Beherrschung der Technik und eine gewisse Intuition sind wichtig. In der Bindung kommt es darauf an, die Absicht des Gegners am Druck zu erspüren. Da kannst ihn auch Tai-Chi-mäßige Übungen machen lassen, bei denen er mit der Waffe die Standardpositionen durchgeht. Mit Talent und Übung kann er Schnelligkeit erreichen. Aber ohne Technik ist er aufgeschmissen.

    Wenn das eine Rolle spielen soll, solltest du zumindest eine moderne Beschreibung lesen.
     
  20. Hannes

    Hannes Mitglied

    Okay super danke. Ja mir ging es eben genau darum das er nicht schwerfällig und unbeweglich ist.

    Eine Frage hätte ich noch bitte.

    Muss die rechte Hand des Anführers also der zweit wichtigste mann in der Truppe ebenfalls ein ritter sein oder könnte dieser ein einfacher gemeiner söldner sein?

    Könnte ein einfacher söldner auch einen gewissen stand haben ihn der Truppe oder sollten es besser zwei ritter sein?
    Hoffe die Frage ist nicht blöd.
     

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