Spitznamen für andere Völker

Dieses Thema im Forum "Kultur- und Philosophiegeschichte" wurde erstellt von Jacobum, 22. April 2007.

  1. Guntbot

    Guntbot Gast


    aber zwischen beiden nördlich des Weißwurstäquartors und südlich von Göttingen sind die Deutschen(Chatten) beheimatet und das seit mehr als 2000 Jahren
     
  2. askan

    askan Neues Mitglied

    Ich arbeite einige Zeit in Göttingen, die dortigen Einwohner nennen die im Süden anfangene Landschaft bloß die "gehässigen Dörfer".
     
  3. Magnus

    Magnus Neues Mitglied


    Die nicht sehr feine Bezeichnung Hottentotten kann man hier wohl auch anführen, auch wenn das für mich persönlich nicht mehr unter den eher harmlosen Begriff "Spitznamen" fällt.

    Vermutlich haben Holländer im 17. Jahrhundert diese Bezeichnung geprägt für einige Völker des südlichen Afrikas, mit deren Sprache sie überhaupt nicht klarkamen. Als die Deutschen sich in Südwestafrika ausbreiteten, haben sie diese Bezeichnung übernommen und allmählich verallgemeinert.

    Und auch das heute unscheinbare Schlawiner könnte hier genannt werden, soll es doch ursprünglich eine Verunglimpfung von Händlern slowenischer Herkunft gewesen sein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. August 2009
  4. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Erst jetzt gesehen.


    Tschingge oder Tschinggä mos mä gingä und es heisst Füdlibürger nicht Füttlibürger. ;)

    Je nachdem woher der Schweizer/in kommt, wird es anders betont.

    Wir sagten in der Schule immer "Tschinggalamorä Füdli verlorä" ;)

    Der Bündner wird in Zürich Steibock-Tschingg genannt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. August 2009
  5. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    ja genau, neudeutsch und gekürzt "Fübü"...


    Gruss Pelzer


    .
     
  6. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Was heißt das denn auf allgemein deutsch / was bedeutet es? :confused:
     
  7. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

    also Tschingg ist in der Schweiz ein Schimpfwort für Italiener. Ob es da einen Zusammenhang mit dem Wort Chink (abschätzig für Chinesen) hat, ist mir nicht bekannt. Heute ist das Wort (gottlob) nicht mehr so geläufig, man hat sich sozusagen aneinander gewöhnt.

    Ein Füdlibürger ist ein einfältiger, zu biederer Bürger. Vielleicht ein bisschen ähnlich: Spiesser. Der Wortteil Füdli or Füdle bezeichnet den A...llerwertesten Hinterteil des Menschen...:D

    Eine Morä or More ist ein Schimpfwort und meint eigentlich das weibliche Mutterschwein, also ein grosses Schwein (nicht nur ein Ferkel, sondern ein richtiges Schwein).
     
  8. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Die "gute Nachbarschaft" und üblichen Schuldzuweisungen zeigte sich auch an den früheren Bezeichnungen für die Syphilis:

     
    1 Person gefällt das.
  9. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied

    Ein US-Amerikaner hat mir mal erzählt, dass es in einigen Gegenden der USA spezielle Ausdrücke für Menschen anderer Hautfarbe gibt, die nicht ihrer eigentlichen Herkunft und Kultur gemäß sondern angepasst wie Weiße auftreten.

    Beispiel: "Apple" für einen Indianer ("Außen rot, innen weiß") oder "Bounty" - hier ist der Kokos-Riegel gemeint - für braunhäutige ("Außen braun, innen weiß").

    Natürlich sind diese Ausdrücke nicht politisch korrekt und werden daher öffentlich vermieden.
     
  10. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Der Ausdruck "Tschingg" kommt grösstwarscheinlich vom italienischen "cinque" (5). Dieses Wort hört sich sehr markant an und wurde wohl deswegen von den Deutschsprechenden als Schimpfwort verwendet.
    :winke:


    Gruss Pelzer

    .
     
  11. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Umgangssprachlich gibt es bei uns, unter anderem, für den Italiener den Begriff "Katzlmacher".
    Er muss wohl auch aus einem falsch verstandenen ital. Wort entstanden sein.

    OT:
    Aus meiner frühesten Jugend kann ich mich an einen sehr alten Mann erinnern, Italiener, als Maurer noch vor dem 1.WK hängen geblieben, der im "Konsum" recht lautstark "Milk" verlangte, und Most wollte und bekam.
    Seine italienischen Schimpfkanonaden, gespickt mit einzelnen Schwäbischen Kraftausdrücken, waren gefürchtet.
    Wie der aber ausgerechnet auf das Wort "Milk" (so klang es jedenfalls) für Most kam? Kein Schimmer.
     
  12. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Bei uns hat man den Italienern nachgesagt, dass sie Katzen essen! Wohl weil sie gerne mal ein Kaninchen kochten. Allerdings haben auch die Einheimischen Katzen gegessen. Und Hunde, aber nur junge...


    Gruss Pelzer


    .
     
  13. Friesengeist

    Friesengeist Gesperrt

    Hab ich doch heute gelesen, warum die Engländer halt Tommys sind.

    Der englische "Tommy" ist der Infanterist mit dem Allerweltsnamen Tommy Atkins. Besagter Gefreiter harrte während des Seyboy-Aufstandes in Indien auf seinem Posten aus. Ihm setzte Rudyart Kipling im Gedicht "Tommy Atkins" ein Denkmal. Dessen Popularität setzte den Begriff Tommy dann allgemein durch.
    Es soll zwar für den Begriff Tommy mehrere historische Vorbilder geben, die teilweise bis in den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gehen. Historisch belegt ist aber eben nur besagter Tommy Atkins.

    Der französische "Poilu" soll mit der Übersetzung "der Haarige" zusammenhängen. Ob das jetzt von dem unrasierten Soldaten im Schützengraben abgeleitet ist ..., da scheiden sich die Geister. Eine andere Alternative, - eine Anspielung auf die Körperbehaarung des besonders virilen Franzosen ;)

    Auf der englischen Wiki gibt es noch eine ganze Menge "Spitznamen"
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. August 2009
    1 Person gefällt das.
  14. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied

    Vielleicht wenig bekannt, aber im Vietnamkrieg nannten die US-Soldaten ihre nordvietnamesischen Gegner "Charlie". Wieso ?

    Die Vietkong heißen im Englischen Viet Cong, oder militärisch abgekürzt VC.
    Im Nato-Alphabet wurde daraus Victor Charlie. Und das wurde schließlich mit "Charlie" als Bezeichnung für den nordvietnamesischen Soldaten allgemein abgekürzt.
     
    1 Person gefällt das.
  15. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ja, gerade beim Militär gibt es viele Idioten.
    Ich musste mal das Alphabet vom Feldtelefon auswendig lernen. A wie Anton, B wie Berta, C wie caesar usw.
    Sagte ich, was soll der Quatsch? Schnauze halten, steht in der Dienstanweisung war die Antwort.

    G war Gustav. Ich sagte, das sind doch Namen, die antiquiert sind.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. August 2009
  16. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    So ist wenigstens sicher gestellt, dass sie in einem normalen Gespräch nicht auftauchen und Verwirrung stiften.
     
  17. Friesengeist

    Friesengeist Gesperrt

    In Gebieten wo sich "können Sie vielleicht", anhört wie "Gänsefleisch" macht das durchaus Sinn :D
     
    1 Person gefällt das.
  18. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Salu Pelzer,

    liegt nahe.
    Ich habe allerdings mal eine Abhandlung gelesen, dass der "Katzlmacher" zuerst in Wien nachzuweisen wäre, und auf ein mißverstandenes ital. Wort zurückzuführen wäre. Das Wort habe ich allerdings verschwitzt:red:
     
  19. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Natürlich gibt es beim Militär unmäßig viele Idioten. Der Intelligenzquotient des Unteroffizierskorps aller deutschen Friedensarmeen seit Friedrich dem Großen liegt mit Sicherheit weit unter dem Durchschnitt der Bevölkerung.

    Aber die Buchstabiertafel ist doch OK.
     
  20. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Zumal die bei uns auf jedem Feldtelefon auch noch draufstand :autsch:
    Ich sage immer, wenn ich meinen Namen buchstabieren muss andere Wörter, schon aus Gnatz. ZB g wie genofefa, a wie albern.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. August 2009

Diese Seite empfehlen