Staatsnation und Kulturnation

Dieses Thema im Forum "Kultur- und Philosophiegeschichte" wurde erstellt von schwaobe, 26. Februar 2007.

  1. schwaobe

    schwaobe Neues Mitglied


    Guten Tag und zwar brauche ich Hilfe was man Unter dem Begriff Staatsnation versteht!!!????


    Kulturnation ist mir bereits bekannt:

    Unter der Kulturnation versteht man eine Nation oder Gemeinschaft, die sich durch die gleiche Abstammung, Sprache, Sitte, Tradition, Kultur und Religion auszeichnet und dadurch ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt hat. Hierbei entsteht ein Nationalgefühl, was von staatlichen Grenzen unabhängig ist.


    Vielen Dank schonmal!!
     
  2. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Die westeuropäische (französische) Auffassung begreift Nation seit dem 18. Jahrhundert als eine historisch geformte Willensgemeinschaft, die in der Einheit des Staatswesens hervortritt (Staatsnation).

    Beispiele: Schweiz, Türkei, etc.

    aus:
    http://lexikon.meyers.de/meyers/Nation
     
  3. Der Pate

    Der Pate Neues Mitglied


    Also als klassisches Beispiel für eine Kulturnation gilt Deutschland; im Ende des 18.Jh.bildete sich im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation ein Bewusstsein von einer nationalen Zusammengehörigkeit.Man sprach von einer kulturnation weil diese kleinst Staaten keine Nation bildeten wie wir sie kennen,sondern sich durch die gemeinsame Geschichte und Sprache als Nation verstanden.
    Frankreich galt seit der Französischen Revolution als perfektes Beispiel für eine Staatsnation;eine Nation,die auf eine gemeinsame Geschichte
    und Verfassung beruht.
    "Man wird die Nationen einteilen können in Kulturnationen und Staatsnationen,in solche, die vorzugsweise auf einem irgendwelchem gemeinsamen Kulturbesitz beruhen und solche,die vorzugsweise auf der vereinigenden Kraft einer gemeinsamen politischen Geschichte und Verfassung beruhen"(Historiker Friederich Meinecke, 1908)



     
  4. Klaus P.

    Klaus P. Aktives Mitglied


    Kennzeichen einer Staatsnation sind u.a.:
    - Staatsordnung/Regierungssystem/Verfassung (inkl. Staatsoberhaupt)
    - Staatsgebiet, Staatsgrenzen
    - Staatsvolk
    - Staatsinsignien (Flagge, Hymne, Wappen u. Ä.)
    - Staatswährung
    - Staatssprache(n)
    die alle in der Regel völkerrechtlich anerkannt werden.
     
  5. Horst

    Horst Neues Mitglied

    Die Unterscheidung von mitteleuropäischer Kultur-Nation und westeuropäischer Staats-Nation (Friedrich Meinecke) führt zu einer unterschiedlichen Unterstreichung der Bedeutung des Staates in der Frage, wer der rechtmäßige Vertreter der Bevölkerung bzw. Gesellschaft in einem Land ist. In einer Kultur-Nation (Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation) wird die Nation (das Volk) gegenüber dem Staat hervorgehoben, während in einer Staats-Nation (Republik Frankreich) der Staat (die Körperschaft) gegenüber der Nation hervortritt. Deutschland wandelt sich derzeit, entgegen den Bekundungen des Grundgesetzes, in eine Staats-Nation (verfaßter Rechtsanspruch auf die deutsche Staatsangehörigkeit); wird aber aus geschichtlichen Gründen oft noch als Kultur-Nation bezeichnet.
     
  6. hyokkose

    hyokkose Gast


    Zur Klarstellung, bevor hier merkwürdige politische Thesen in die Welt gesetzt werden, der einschlägige Artikel 116 des Grundgesetzes:


    http://www.bpb.bund.de/wissen/Q01ETK,14,0,Das_Grundgesetz_f%FCr_die_Bundesrepublik_Deutschland.html
     
  7. luise23

    luise23 Neues Mitglied

    Staatsnation / Kulturnation

    Hi, bin beim Lernen fürs ABi über die gleiche Frage gestolpert.

    Auf xxx ist das kurz erklärt, da findest du auch noch was zum Thema Nationsbegriff etc.

    Ist aber nicht viel was man da findet

    LG

    LUlu
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 2. Mai 2015
  8. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    Auhauahauaha!

    Eine kommerzielle Webseite, mit mehr Werbung als Artikeltext... Und gleich oben der Spenden-Button!

    Gesucht werden außerdem noch Artikelautoren, denen die gewaltige Summe von € 10 pro Artikel zugesagt wird! Da muß man ja richtig vorsichtig sein, sonst verdient man sich eine goldene Nase...

    Stil und Grammatik des verlinkten Artikels wollen wir lieber mit Schweigen übergehen. Für sowas macht man nicht auch noch Werbung.

    Daß das auf der Seite vorhandene Angebot einem Abiturienten den - wie ein eifriger und dankbarer Leser dort zu kommentieren geruht - "Arsch gerettet" hat, wage ich zu bezweifeln.

    Fazit: Bitte einmal :putzen:
     
  9. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Dafür sind andere Artikel Stil-Juwelen vom Feinsten! Da wurde an jedem Wort gefeilt:

    Besser kann man es nicht sagen! :yes:
     
    1 Person gefällt das.
  10. Chan

    Chan Aktives Mitglied

    Dann sei doch bitte so gut und präzisiere, was du unter "deutscher Kultur" vor dem 18. und 19. Jh. verstehst. "Gemeinsame Geschichte" begründet noch keine gemeinsame Kultur, ebenso wenig wie eine gemeinsame Sprache das leistet.
     
  11. Lafayette II.

    Lafayette II. Aktives Mitglied

    Vor allem starb Bismarck, bevor er geboren wurde! Als ob man das nicht wüsste. :devil:
     
  12. DerRotePaul

    DerRotePaul Neues Mitglied

    Ich denke Der Pate bezieht sich auf Johann Gottfried Herders Verständnis von einer Kulturnation, wie er sie in seinen Briefen zur ,,Beförderung der Humanität" beschreibt. Die Idee, bzw. die Theorie von Herder ist, das die Völker mit unterschiedlichen Attributen starten. Das beginnt mit dem Einfluss der Umweltbedingungen, die zur Folge haben, das die Völker unterschiedliche kulturelle Ausprägungen entwickeln: Mythen, Sprache, Lieder, Traditionen etc.. Die Völker sind somit Träger der jeweiligen Kultur, die wie Herder schreibt ganz natürlich ,,wächst" und gedeiht". Jetzt kommt der Casus Knacksus, also wenn es sich wie bei unseren Fall: Deutschland im 18 Jahrhundert handelt, dann ist haben wir eine Kulturnation vorliegen, ein Volk, dass kein Nationalstaat ist, sondern aus mehreren kleinen Staaten besteht ( Ich schätze nach dem Wiener Kongress 1815 müssten es 39 Mitgliedssaaten sein), welche die gleiche Kultur auf der Basis der Theorie von J. H. Herder haben. Wollte nur kurz meine Meinung dazu äußern.
    Liebe Grüße
    DerRotePaul




    PS: Hab aus Versehen die Quelle nicht ausführlich erwähnt. (Essay von Moritz Sehn: Nationen und Nationalismus bei Johann Gottfried Herder, eingesehen am 29.08.2018, um 18:00)
     
  13. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Wobei es in der Geschichte außer vielleicht der USA kein Land gibt, welches das Konzept bis zum Schluss durchgezogen. Die Franzosen wollten auch Wallonien, die Türkei sieht auch weiterhin die Türken in Deutschland als Teil ihrer Nation. Frankreich und noch mehr die Türkei wollten auch nict nur eine Staatsnation mit verschiedenen Ethnien sondern taten so als gäbe es ethnische Minderheit garnicht (Korsen, Kurden e.t.c.)
     

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