Stalinismus und Leninismus

Dieses Thema im Forum "Russland | Sowjetunion | Osteuropa" wurde erstellt von Lenz, 30. Oktober 2012.

  1. Lenz

    Lenz Neues Mitglied


    Lenin als "Vordenker" stalinistischem Terrors?

    Guten Tag,

    in einer Geschichts-Dokumentation, die ich vor einiger Zeit sah und leider den Namen vergas, wurde Lenin als Vorbereiter späterer Aktionen Stalins dargestellt.
    Nach einer kurzen Suche im Internet habe ich nicht viel gefunden außer Wikipedia-Artikel die teilweise ähnliches beschreiben.
    Beide sind als Quellen alles andere als Ideal und deswegen wollte ich hier nach euren Meinungen dazu fragen.
    War Stalins Terror von Lenin geplant?


    Über Antworten würde ich mich freuen und bedanke mich schon im voraus dafür.

    Liebe Grüße,
    Lenz
     
  2. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Mal ein paar Sätze dazu wie ich das sehe...

    Bei allem was ich da bisher gelesen und gehört habe, auch nach 1990, habe ich so eine Fragestellung noch nie zu Ohren bekommen.

    Es ist natürlich ein kompliziertes Unterfangen hier etwas zu schreiben, weil dass sehr leicht falsch verstanden wird, und auch zu falschen Schlussfolgerungen führen kann.

    Lenin war ein Diktator, da beißt die Maus keinen Faden ab.
    Auch wenn er nur sehr kurz die Regierungsgewalt innehatte.
    Man braucht sich nur zu informieren wie er während der Oktoberrevolution und danach regierte. Er schuf das Ein-Parteiensystem, er war es, der die Menschewiki und die Sozialrevolutionäre verbot.
    Und eins hätte er gewiss auch nicht gemacht, nämlich die russische Unsitte der Verbannung abzuschaffen/aufzuheben, die dann unter Stalin den Namen Gulag bekamen (siehe hier Alexander Solschenizyn).

    Aber ich bin kein Hellseher, was wäre wenn Lenin nicht 1924 verstorben wäre, dh. er durch das Attentat in den letzten Jahren gesundheitlich stark angeschlagen war, was ihn in seiner führenden Position zunehmend behinderte.

    Zum hellsehen muss man berufen sein, wie zum Beispiel die „Pythia vom Rhein“.


    Ich weis nur eins, Lenin war absolut dagegen das Stalin sein Nachfolger wurde. Ihm war es schon zu viel das Stalin Generalsekretär war.
    Zu mindest entnehme ich dies den Briefen an den Parteitag „Über die Ausstattung der Staatlichen Plankommission...“.
    (Brief vom 24.12.1922 und Ergänzung dieses Briefes vom 04.01.1923).

    Um noch einmal auf was wäre wenn zurückzukommen.
    Was wäre wenn gewesen, wenn Dr. Parvus keinen Deal mit der kaiserlichen deutschen Regierung gemacht hätte.
    Lenin wäre möglicherweise aus Zürich mit seinen Gefolgsleuten überhaupt nicht rausgekommen, zumindest nicht zu dieser Zeit.



     
    2 Person(en) gefällt das.
  3. Lenz

    Lenz Neues Mitglied


    Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

    Das er nur bedingt an der Macht war und deswegen nicht entsprechend handeln konnte, war mir bewusst, auch dass er mit Stalin als Nachfolger nicht einverstanden war, aber so wie ich die Dokumentation verstanden hatte, soll Lenin theoretische Vorarbeit geleistet haben, die Stalin dann umsetzte. Er soll quasi Pläne ausgearbeitet haben, die in eine ähnliche Richtung gingen.
     
  4. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    So in dieser Form ist mir nichts bekannt.
    Allerdings, Lenin drückt sich in vielen seiner Werke recht unmissverständlich aus wie man mit der Macht umzugehen hat.
    Zumindest ist mir da einiges noch in Erinnerung.
    Ist aber schon sehr, sehr lange her als ich mich – neben vielen anderen und weitaus interessanteren, die für meinen Beruf wichtig waren – mit seinen Werken beschäftigt habe, besser musste.
     
  5. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Vermutlich ist die Vorgeschichte hierzu gemeint, Lenins Entwurf zum Strafgesetzbuch der SU:

    Roter Terror ? Wikipedia
    Tscheka/GPU
     
  6. Lenz

    Lenz Neues Mitglied


    Als Wikipedia Einträge meinte ich diesen Artikel und den Artikel
    "Großer Terror (Sowjetunion)"
     
  7. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Hast Du denn den Hinweis auf §58 StGB in dem link gelesen?
     
  8. Lenz

    Lenz Neues Mitglied


    Ja aber wie genau Lenin für derartiges verantwortlich war erschließt sich mir leider nicht ganz.
     
  9. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Aus dem link:

    "Das als „Roter Terror“ bezeichnete Terrorregime der Geheimpolizei Tscheka erhielt ab Mai 1922 einen gesetzlichen Rahmen: Lenin entwickelte den Strafgesetzbuch-Paragraphen 58, der Zwangsarbeit und Todesstrafe für „politische Delikte“ vorsah. So schrieb Lenin am 17. Mai 1922 über seinen Rohentwurf des §*58:
    Der Grundgedanke […] ist klar: offen eine prinzipielle und politisch wahrheitsgetreue […] These aufstellen, die das Wesen und die Rechtfertigung des Terrors, seine Notwendigkeit und seine Grenzen motiviert. Das Gericht soll den Terror nicht beseitigen – das zu versprechen wäre Selbstbetrug oder Betrug –, sondern ihn prinzipiell, klar, ohne Falsch und ohne Schminke begründen und gesetzlich verankern.
    Offiziell eingeführt wurde der Artikel 58 aber durch Josef Stalin im Jahre 1927, der ihn erheblich verschärfte; so fügte er neben Terrorismus „Propaganda oder politische Agitation“ und „organisatorische Tätigkeit“ als Gesetzesverstöße hinzu."

    Im engen Bezug auf diese Vorschrift - die Fragen außen vor gelassen, wieweit der Terror gegen die angesprochenen "politischen Delikte" schon existierte, bzw. ob Stalin diese Anregung überhaupt brauchte - war Lenin der Vordenker für die Umsetzung durch Stalin.
     
  10. Lenz

    Lenz Neues Mitglied

    Ich danke vielmals.
    Besonders der letzte Beitrag hat mir geholfen.
     
  11. Treibsand

    Treibsand Neues Mitglied


    Na , dann beginne damit , das du Lenin nicht als astralisierten Vordenker
    betrachtest ,sondern genau wie später Stalin ,als knallharten Machtpolitiker.

    Lenins ideologische Vorarbeiten zB." Was tun " oder" Staat und Revolution "
    zeigen doch eindeutig auf , das die Zielstellungen, wie
    - " führende Arbeiter-und Bauernpartei " ( sprich Einparteiensystem )
    - " Diktatur des Proletariats " ( eigentlich jedoch der Parteiführung )
    - " Verstaatlichung der Industrien und Ressourcen"

    mit aller verfügbaren Macht umgesetzt werden müssten und sollten .
    Das schloss auch Terror ein -der den Bolschewisten gewiß nicht fremd
    war (denn es kamen welche auch aus anarchistischen Gruppen )

    Und der Terror wurde auch beginnend mit der Oktoberrevolution ff
    auch praktiziert ...nicht nur an den Fronten des Bürgerkrieges , wo
    Gefangene so gut wie nicht gemacht wurden , bei Dutzenden von
    Bauernaufständen oder beim Kronstädter Matrosenaufstand.
    Ganz im Sinne des " Kriegskommunismus " Trotzkis und ausgeführt durch
    politische Kommissare und die Tscheka.

    Lenin kann man als Person nicht davon trennen.
    Denn er war als Vorsitzender der KPR ( B ) Hauptbestimmer der
    Parteipolitik und setzte sie als Vorsitzender des Rates der Volkskomissare
    bis zu seinem Tode 1924 auch um !
    Siehe dazu insbesondere seinen Brief zur Anwendung des Terrors in Nishni-
    Nowgorod 1918.

    Evan Mawdsley: The Russian Civil War. Edinburgh 2005, S. 81; Originaltext in englischer Sprache: „organize immediately mass terror, shoot and deport the hundreds of prostitutes who are making drunkards of the soldiers, as well as former officers, etc.“

    Also , nur keine neuerliche Anbetung Lenins .... ebenso ein Terrorpate wie
    Stalin . Hitler oder Mao....
     
  12. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Der kleine Unterschied zwischen Lenins Staatsterror und dem Stalins ist der, dass sich der ordinäre Lenin'sche Terror noch gegen eine tatsächliche "Opposition" bzw. einen real-existierenden Gegner in einem real-existierenden Bürgerkrieg, den real-existierenden "Klassenfeind" oder wenigstens gegen echte Abweichler richtete, während sich Stalins Säuberungspolitik gezielt gegen unschuldige Kommunisten, Genossen, Parteifreunde usw. des eigenen Lagers richtete.
    Unter Stalins Herrschaft musste man schon gar nicht mehr etwas falsches machen, sagen oder denken. Es genügte, Kulake zu sein oder Angehöriger einer unerwünschten Volksgruppe um in die weiten Sibiriens verschleppt zu werden, man konnte aber auch einfach so verhaftet werden.

    Meines Erachtens zeigt sich schon eine erhebliche Degenerierung des Systems schon darin, dass Lenin trotz seiner Schlaganfälle weiterhin als Partei- und Regierungschef "herrschte".
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Oktober 2012
    1 Person gefällt das.
  13. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Das ist ja das Paradoxe, dass in anderen Absolutismen sich die Gegner in größerer Gefahr als die Getreuen befanden, während im Stalinismus die Gefahr um so größer war, desto näher man sich am Machtzentrum befand.

    1941 fanden sich noch zahlreiche alte Opositionelle die Jahre im Kaukasus oder sonstwo im Untergrund verbracht hatten, Stalin hatte aber zwischenzeitlich die Führung der alten Bolschewiki liquidiert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Oktober 2012
  14. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Das ist aber nur ein kleiner Unterschied für die Betroffenen im Lagersystem oder vor der Hinrichtung.

    Ob nun Lenins Terror nur Gegner erwischt hat? Da habe ich Zweifel.

    Vermutlich wird der wahrgenommene Unterschied aus der späteren Perspektive, mit Gruselfaktor wegen der steigenden Gefährdung mit Nähe zum Machtzentrum, verstärkt. Das erscheint pervertiert, ... in sozusagen extra-ordinärem Umfang.
     
  15. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Der Lenin'sche Terror traf natürlich auch unschuldige und ich will ihn auch eigentlich nicht verteidigen. Nur Menschewiki, Sozialrevolutionäre oder eben auch Zaristen gab es wirklich, während Trotzkisten und faschistische Agenten eben in erster Linie Fiktion waren. Eine Konterrevolution gab existierte unter Stalins Herrschaft einfach nicht mehr.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. November 2012
  16. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Das habe ich auch nicht angenommen.

    Mir ging es nur grundsätzlich um die ex-post-Sichtweise, nach der die Nähe der Opfer Stalins zum System, im Gegensatz zu Lenins real existierenden Gegnern, besonders pervertiert wirken soll.

    Die Entwicklung sehe ich als "Logik der Gewalt". Mit der äußeren Stabilisierung des Regimes ging eine Wagenburg-Mentalität einher, die die Säuberungen schlussendlich nach innen richtete und dort die Opfer forderte. Dass die SU (später erneut) Ziel einer äußeren Intervention werden würde, war wohl nicht nur bei Stalin Allgemeingut.

    Die Koppelung Lenin -> Stalin in der Themenstellung steht doch auch für eine zeitliche Abfolge des Terrors, nicht nur im Sinne einer Eskalation unter Stalin.
     
  17. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Immerhin der Versuch einer Differenzierung. :winke:Und bringt sehr berechtigt die unterschiedliche Qualität des Einsatzes von Gewalt im Rahmen der Machteroberung der Bolschewiken, der Konsolidierung und somit auch während des Bürgerkriegs im Vergleich zu späteren Phasen der Konsolidierung der Macht der KP zum Ausdruck. Ein wichtiger, aber nicht zu vertiefender Aspekt.

    Die Fragestellugn als solche knüpft dabei interesanterweise an vielen Punkten an ähnlich gelagerte Thematisieng der Frage an, ob Marx für den stalinistischen Terror verantworlich zu machen sei. Im Rahmen der Arbeiten von Tucker wird die deutlich spekulative Seite einer derartigen Vermutung deutlich.

    Mit der gleichen Berechtigung ließe sich die Frage aufwerfen, wie ein durchaus historisch belesener Stalin den "Leviathan" pragmatisch "gewendet" hat, wie ein Machiavelli interpretiert wurde (auf den noch zurück zu kommen ist), das "Eherne Gesetz der Oligarchie" von Michels, die Arbeiten von Pareto zur Elitenbildung oder auch die Art der politischen Auseinadersetzung im Zuge der "Bartholomäusnacht".

    Nicht zu unterschätzen der prägende Eindruck des Politikstils eines Bismarcks, den vor allem Stalin schätze.

    Alles Einflüsse, die im sehr allgemein gehaltenen "Beeinflussungsmodell" von Treibsand oder Silesia eine unmittelbare intellektuelle, politische Prägung von Stalin hätten nach sich ziehen können oder auch müssen?. Und sie verweisen auf die ausgesprochen vielfältigen Einflussgrößen, die das Denken und auch das Verhalten beeinflussen können. Als generelles Modell für die Beeinflussung im Rahmen der politischen Kultur (vgl. K. Mannheim und M. Archer).

    Vor diesem Hintergrund und vor allem ohne einen einigermaßen fundierten Ansatz zur politischen Prägung durch die Rolle Lenins als "Vordenker" erscheint das Meiste der bisher formulierten Thesen als serh spekulativ.

    Folgt man beispeilsweise S. Fitzpatrick (The Russian Revolution), und beschreitet einen anderen Weg wie vorher beschrieben, dann befand sich Lenin in der Rolle des politischen Mentors gegenüber Stalin.

    In dieser Rolle hat er vermutlich den politischen Stil Stalins geprägt und sein Verständnis für die Durchsetzung von Macht. Und leigt vermutlich dabei in der Tat sehr nahe an den oben beschriebenen Theoreitikern.

    Konkret: Im Rahmen der innerparteilichen Diskussion Anfang der zwanziger Jahre gab es relativ starke Fraktionierungen. Diese partielle plurale Meinungsbildung trat jedoch zu einer Zeit auf, in der die Macht der Bolschewiken nicht ausreichend gefestigt schien und Lenin die Gefahr einer Konterrevolution als eine realitische Gefahr sah.

    Vor diesem Hintergrund wurden Fraktionierungen als parteischädigend, "vorübergehend", eingestuft auf Initiative von Lenin und abweichendes Verhalten sanktioniert.

    An diesem Aspekt, allerdings in einer deutlich höheren Intensität, zeigt sich m.E. die embryonale Form bzw. das Muster für den späteren stalinistischen Terror.

    Ergänzt wurde dieses Muster durch eine "konspirative Form" der Absicherung von Mehrheiten von Parteitagen etc., eine Strategie, die Lenin meisterlich beherrschte, die zum dominanten Muster stalinistischer Machtdurchsetzung wurde.

    Was ich damit sagen möchte ist, dass Lenin primär das operative Know how für Stalin lieferte und keine intellektuelle Anleitung für das Morden von Parteigenossen bzw. normalen Bürgern.


    Als der aktuellste Vertreter der starken Nähe von Lenin und Stalin ist Gelately zu interpretieren. Und steht damit in der Tradition der Totalitarismustheorien.

    http://books.google.de/books?id=9lU...a=X&ei=iQKUUJ6XCMncsgbst4DgAw&ved=0CDYQ6AEwAA

    Allerdings ist somit auch zu sagen, dass eine Vielzahl neuerer sozialhistorischer Studien zu dieser Periode völlig andere Sichweisen vertreten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. November 2012
  18. michaell

    michaell Aktives Mitglied

    Implementiert wurde diese Politik durch das auf dem X. Parteitag 1921 beschlossene "Verbot der Fraktionsbildung". Dieser Beschluß bot fürderhin die Handhabe, jeden Ansatz zur innerparteilichen Demokratie abzuwürgen. In den ersten Jahren der Sowjetherrschaft hatte Lenin sich oft nur mit Mühe, z.T. durch Drohung mit Rücktritt, in der RKP durchsetzen können. Es gab Gruppierungen wie die "Linken Kommunisten" um Nikolai Bucharin, die gegen den Friedensvertrag von Brest-Litowsk agitierten, oder die "Arbeiteropposition", die die Kontrolle der Betriebe durch die Gewerkschaften anstrebte. Inwiefern es in der Frühphase der Sowjetherrschaft noch Ansätze zur "Graswurzeldemokratie" in der Bolschewistischen Partei und den Sowjets gab hat auf lokaler Ebene für Petrograd Alexander Rabinowitch untersucht:

    The Bolsheviks in Power: The First Year of Soviet Rule in Petrograd - Alexander Rabinowitch - Google Books
     
    2 Person(en) gefällt das.
  19. michaell

    michaell Aktives Mitglied

    Dies war auch bereits unter Lenin der Fall. In Zuge des offiziell proklamierten "Roten Terrors" wurden Anghörige bestimmter sozialer Gruppen (Adelige, "Bourgeois", Geistliche), die zu den Klassenfeinden der Bolschewiki gezählt wurden, als Geiseln verhaftet und als Vergeltung z.B. für Attentate auf Sowjetfunktionäre erschossen. Wohlgemerkt, niemandem dieser Personen wurde irgendein individuelles Vergehen vorgeworfen, es genügte die Zugehörigkeit zur 'falschen' sozialen Schicht.
     
  20. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Und nicht nur für diesen Aspekt ist Rabinowitch eine gute Wahl. Er vermeidet auf eine angenehme Art, eine pro oder contra Sichtweise der russsischen Revolution und verfolgt dabei abwägend rivalisierende Erklärungen vor dem Hintergrund der dazu passende Quellenlage.

    Passend zu der Darstellung in Petrograd 1917 von Rabinowitch können die Aufsätze von Smith, Könker & Rosenberg und von Hasegawa in "Revolutionary Russia" angesehen werden.

    Revolutionary Russia: New Approaches to the Russian Revolution of 1917 - Rex A. Wade - Google Books

    Gemeinsam ist diesen Ansätzen eine weniger plakative s/w-Sichtweise wie sie beispielsweise bei Baberowski (Der rote Terror, S. 28ff) anzutreffen ist. Graduell differenzierter und ausgewogener findet man die Darstellung bei Hildermeiern (Die Russische Revolution, S. 286ff; ders. Die Sowjetunion 1917-1991, S. 21).

    Als ergänzender Hinweis zur russischen Revolution noch das als Referenz, m.E., anzusehende Buch von Pipes.

    The Russian Revolution - Richard Pipes - Google Books

    Und natürlich, auch passend zu Pipes, die hervorragende Darstellung bei Figes zur sozialen, politischen und kulturellen Situation im zaristischen und bolschewistischen Russland.

    Die Tragödie eines Volkes: Die Epoche der Russischen Revolution 1891 bis 1924 - Orlando Figes - Google Books
     

Diese Seite empfehlen