Steinzeit-OP auf Amrum

Dieses Thema im Forum "Frühzeit des Menschen" wurde erstellt von dekumatland, 13. August 2015.

  1. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied


    ...hm... hast du eine andere (plausiblere) Erklärung für die Schädelfunde wie z.B. den auf Amrum?
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Da wir nun mal keine schriftlichen Dokumente aus der Steinzeit vorliegen haben, können wir überhaupt keine Aussagen darüber treffen, allenfalls mehr oder weniger begründete Mutmaßungen treffen.
     
  3. Matze007

    Matze007 Aktives Mitglied


    Es ist ja eine sehr menschliche Eigenart, übernatürliche Erklärungen für unerklärbares zu finden. Die Wirkungsweise von heilsamen Mitteln und Methoden wurde ja bis in die Neuzeit häufig erst sekundär enträtselt, oder aber gar nicht.

    Wenn also irgendeiner unserer Ahnen entdeckte dass ein bestimmtes Kraut gegen Kopfschmerzen hilft, mag er das magisch begründet haben - es dürfte die Akzeptanz und Wirksamkeit bei seinen Patienten nur verstärkt haben (allemal seriöser als Homöopathie :devil:)

    Man würde aber Ursache und Wirkung verwechseln, wenn man vermutet das Kraut sei aus Aberglauben verabreicht worden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. August 2015
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Du kennst den Placebo-Effekt? ;)
     
  5. Matze007

    Matze007 Aktives Mitglied

    Klar.
    "Während der Rest der Sippe Dich festhält und Du auf ein totes Opossum beißt, bohre ich Dir ein Loch in den Schädel. Und dann, falls Du die nächsten sieben Tage überlebst, wirst Du dich viiiiiel besser fühlen" ...
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Du sprachst über die Wirksamkeit der Kräuter als Medizin, nicht über die Trepanation. Ich machte daraufhin auf die Wirkung von Glauben oder sagen wir mal auf die Wirkung des Vertrauens in ein Medikament/Kraut aufmerksam.
     
  7. Matze007

    Matze007 Aktives Mitglied

    Ich hatte auf das Stichwort sofort Kopfkino über den netten Steinzeitdoktor, der erstmal eine Trepanation durchführt weil die Patienten sich danach eigentlich immer besser fühlen :)

    Bei Heilmethoden gibt es doch immer auch einen Placeboeffekt, unabhängig davon ob die Wirksamkeit magisch, wissenschaftlich oder vollkommen absurd begründet wird. Das hat sicher gar nichts speziell mit der Steinzeit zu tun und war in meinem Kräuterbeispiel ja auch als Wirkungsverstärker genannt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. August 2015
  8. Monika

    Monika Gesperrt

    Nein, hab ich nicht. Ich bin noch immer nicht so überzeugt.
    Eher glaube ich es von den alten Ägyptern, z. B. Imhotep hatte viel in der Medizin bewegt - und nicht nur auf diesem Gebiet.
     
  9. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    ...es gibt Schädelfunde mit dem eindeutigen Befund der Trepanation; ca. die Hälfte davon weist eindeutig Heilungsspuren auf - und damit sind die steinzeitlichen Schädelfunde gemeint! Diese wurden und werden von Legionen wiss. Spezialisten untersucht.
    Was gibt es nun, das dich nicht davon überzeugt, dass diese Funde samt aller ihrer Merkmale echt seien?????
     
  10. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    ...der gute alte Imhotep hat aber weder eine Urlaubsreise nach Amrum noch gar eine Zeitreise zum Amrumer Patienten gemacht... :autsch:
     
  11. Monika

    Monika Gesperrt

    Ich will es ja nicht "absprechen", aber sollte man wirklich ALLES glauben, was im Spiegel steht?

    Das konnte er ja auch nicht ;)
    Bei Imhotep sehe ich es so, dass vieles wissenschaftlich belegt ist. Er galt als hervorragender Arzt und hatte u. a. die Mumifizierung erfunden (wenn ich richtig liege?). Hinzu kam, das er ein großer Baumeister war. Er wurde sogar - aufgrund hervorragenden und vielseitigen Begabungen, Leistungen und Erfindungen - als Gott verehrt.
     
  12. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    im Spiegel???
    (sag mal: liest du die Beiträge in diesem Faden?)
     
  13. Nemetona

    Nemetona Neues Mitglied

    Indirekt bestimmt. Mit evt. nem Schlag auf oder Wunde am Kopf und wenn die Schmerzen zunehmen oder intellektuellen Fähigkeiten schwinden, kann man dann schon - auch ohne moderne Medizin aber lange tradierten vorsgeschichtlichen "medizinischen" Kenntnissen annehmen, dass da ein Innendruck im Schädel besser abgeführt werden sollte, als dass der Mensch direkt stirbt. - Unsere vorgeschichtlichen Vorfahren waren nicht blöd, nur weil sie keine Smartphones oder medizinische Apparaturen mit einem "Bling" kannten. - Sie waren im größeren Maße mit natürlichen Überlebenstechniken vertraut als der/die heutige Elftklässler/in oder der Lehrkörper (oder - sorry - der Historiker) in Deutschland.

    Techniken für die Trepanation? Seit der Steinzeit? (Ja, auch erfolgreich steinzeitlich, also Patient/in überlebte) - Guck mal in die archäologische Literatur. Da gibt es eine ganze Menge entsprechender Befunde in der Vorgeschchte.

    Nachgewiesen sind mindestens folgende Techniken:

    1. Schaben
    Die Schädelhaut wurde um das zu trepanierende Areal herum (Steg stehen lassen) eingeschnitten und aufgeklappt. Das Trepanationsloch im Schädelknochen wurde durch Abschaben des Knochens durch einen scharfen Gegenstand (z. B. Feuersteinklinge) erreicht. - Hinweis: Das Loch ist Außen größer als Innen, weite Trichterform und Schabespuren weisen auf die Schabetechnik hin. Es gab Langzeitüberlebende.

    2. Bohren
    Vorbereitung der Schädelhaut wie oben.
    Das Trepanationsloch (oder teilweise in Befunden auch mehrere Löcher) wurde/n mit Hilfe von Hohlbohreren aus der Schädeldecke rausgebohrt.
    Teilweise gibt es Hinweise, dass mehrere Bohrungen nebeneinanderlagen und damit das Loch in der Schädeldecke auf diesem Weg vergrößerten.
    Auch hier gibt es Hinweise auf Langzeitüberlebende.

    Sägen oder Schneiden war eher nicht so gefragt, könnte im Einzelfall bei Schädelverletztungen aber auch gemacht worden sein.

    Übrigens - Auch wenn es nicht die Trepanationen selbst betrifft: Zumindest im Frühmittelalter gibt es einige Skelettfunden von Männern, die Jahrzehnte vor ihrem Tod eine gewaltsame Verletzung des Schädelknochens durch Beil oder Schwert erfahren hatten und überlebten.

    Steigt einfach mal in die Archäologie ein - reine Historie allein bringt gar nichts - erst recht nicht für diese Zeit. Ihr stellt da oft nur Fragen, die von der Archäologie (teilweise seit Jahrzehnten) beantwortet werden können.

    VG
    Nemetona
     
  14. Monika

    Monika Gesperrt

    Zuletzt bearbeitet: 16. August 2015
  15. schwedenmann

    schwedenmann Aktives Mitglied

    Trepanantion

    Hallo


    @Monika
    Ich weiß nicht,warum du dich gegen die Erkenntnis, das es Trepanationen in der Frühzeit gegeben sperrst ?
    Auch rein vom technischen ist es ohne Probleme möglich am Schädel zu operieren, ok die Kopfhaut blutet wie Saum aber selbst heute werden einige neurologische Operation am Hirn "ohne Betäubung" durchgeführt, es wird nur die Kopfhaut betäubt, aber das Bohren bekommt der Patent schon mit und am Gehirn selbst verspürt der Patient keinen Schmerz , wie man ja von H.Lector kennt, der einem lebendem Mann das Gerhirn auslöffelt, ohne das dieser Schmerzen verspürt:pfeif:

    mfg
    schwedenmann
     
  16. Monika

    Monika Gesperrt

    Nein, ich will mich doch nicht sperren!! Nur habe ich es mir nicht vorstellen können und habe darüber nachgedacht.
    Ich lasse mich doch gern überzeugen und ich bin euch allen sehr dankbar, dass ich hier noch mehr über Geschichte im breiten Umfang erfahren darf.

    Lieben Gruß
    Monika:winke:
     
  17. Forscherdrang

    Forscherdrang Neues Mitglied

    Guten Tag erstmal allerseits !
    Dies ist mein allererster Beitrag in diesem Forum, durch dessen Labyrinth ich mich in Zetlupe zu kämpfen versuche.
    Nur so wenig - gleichsam als erste "Test-Antwort": Trepanationen gab es in diversen frühen (Hoch-)Kulturen.
    Herzlich - Forscherdrang

    PS: 'tschuldigung: Wo kann / darf / muss man sich in diesem Forum vorstellen ? (Meine entsprechende Anfrage scheint den Admin nicht erreicht zu haben.)
     
  18. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wenn du auf der Startseite bist: richte deinen Forschungsdrang mal nach ganz unten, mitunter wirst du forschend scrollen müssen, um deinem Drang nachgehen zu können.
     
  19. Forscherdrang

    Forscherdrang Neues Mitglied

    Danke für den Hinweis an einen Technophobiker.
    FD
     
  20. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

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