Übersicht über die Völker Nord- und Mitteleuropas

Dieses Thema im Forum "Völkerwanderung und Germanen" wurde erstellt von Alpha, 27. August 2017.



  1. Alpha

    Alpha Neues Mitglied

    Könntet ihr mir helfen meine Liste zu vervollständigen bzw. zu korrigieren?


    Die Germanen

    Die Germanen kann man grob (zusammen mit anderen Völkern) als Vorläufer der deutschen, aber auch der meisten nordischen Völker bezeichnen.

    Zugehörig: Schwaben, Sachsen, Bairer und Franken, so wie Friesen und Goten

    Die Belgier

    Von ihnen stammen logischerweise die Belgier ab. Waren sie eine Untergruppe der Kelten?

    Die Aquitanier

    Sie bewohnten ein Gebiet südlich von Gallien (in etwa die heutige Schweiz). Waren sie Kelten?

    Die Gallier

    Sie nannten sich selbst Kelten


    Von welchem Volk stammen die Angeln, Jüten , Teutonen und anderen Völker ab?

    Sehe ich es richtig das fast alle westeuropäischen Völker Kelten waren?

    Welches Volk lebte in England bevor es von den Angelsachsen erobert wurde?
     
  2. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Langsam, langsam, bei Deinen Fragen kommt man ja kaum hinterher. Zum Teil sind es auch Fragen mit vielen Aspekten. Schreib weitere Fragen doch erstmal auf und warte bis zu den alten Fragen einige Antworten gekommen sind, bevor Du weitere stellst. Auf vieles gibt es auch schon Antworten in entsprechenden alten Threads.

    Das mit Entstehung/Entwicklung von Völkern ist nicht so einfach. Belger=Belgier kann man so nicht sagen. Und ob es Germanen gab, bzw., was darunter wann zu fassen ist, ist eine kontroverse Frage, die dicke Bände füllt. Lies Dir doch erst einmal den Artikel Ethnogenese bei Wikipedia durch.

    In der Antike teilten Griechen und Römer die Völker im Norden in Kelten im Westen und Skythen im Osten ein. Mit recht wenig Rücksicht auf die Tatsachen. Durch den Kimbern- und Teutonenzug erfuhren die Römer, dass es da mehr gab. Vielleicht nur durch Zufall kam der Name 'Germanen' ins Spiel. (Ob es der Name eines kleinen Stamms, die Bezeichnung von Kriegergesellschaften, einer Kultgemeinschaft oder etwas ganz anderes war, kann nicht wirklich gesagt werden, obwohl antike Quellen berichten, dass er sich zunächst nur auf einen Stamm im Osten Galliens bezog.) Caesar dehnte den Namen auf alle Stämme östlich des Rheins aus. Damit teilten die Römer die nördlichen Barbaren in Kelten, Germanen und Skythen ein, wobei sie erstmal blieben, während die Griechen bei der Einteilung in Kelten und Skythen blieben, was heute oft dazu führt, dass "klar germanische" Stämme von Kelten-Fans zu Kelten erklärt werden. Dabei wird dann meist nicht gesagt, was unter 'Germanen' und 'Kelten' verstanden wird. Es gab nämlich weder "die Kelten", noch "die Germanen", noch "die Skythen".

    Zunächst einmal waren es keine Nationen im heutigen Sinn. Es waren Gruppen von Ethnien. Noch dazu oft ohne klare Abgrenzungen.

    Dann sind die Begriffe Homonyme: Wer eine germanische Sprache spricht, ist Germane. Wer zu einer Gruppe bestimmter Kulturen (teils auch ihrer Vorgänger) gehörte, wird ebenfalls so bezeichnet. Es gab den Namen auch als Selbstbezeichnung, aber auch da wohl mit verschiedenen Konnotationen.

    Ein Volk mag als Schicksalsgemeinschaft verstanden werden, als Abstammunggemeinschaft kann es nicht betrachtet werden, da nachgewiesen ist, dass es so etwas nur in Situationen der Isolation gibt.

    Zu mehr habe ich jetzt keine Zeit.
     
  3. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Sehr grob. Dazu kommen Kelten, Slawen und Baltische Völker und in geringeren Mengen Alles was im Laufe der Jahrhunderte hier sonst noch durchgezogen ist.

    Eigentlich hiessen sie Belger (ohne i) und waren eine Reihe von gallischen (keltischen) Stämmen die durchmischt mit germanischen Gruppen im Bereich des heutigen Belgiens und der südlichen Niederlande lebten. Laut Cäsar sprachen sie eine andere Sprache als die südlicheren Gallier und waren die tapfersten unter Ihnen. Die heutigen Belgier stammen zum Teil von Ihnen ab, sie wurden aber auch romanisiert und später von nachrückenden germanischen Stämmen überlagert.

    Das waren gerade keine Kelten sondern Völker mit anderem Ursprung zu dem es verschiedene Theorien gibt, u.A. dass sie mit den Basken verwandt waren. Ihr Siedlungsgebiet umfasste einen Grossteil des heutigen Südfrankreichs bis zum Atlantik. Zur Zeit der römischen Eroberung waren sie vermutlich bereits stark mit den Galliern vermischt. Cäsar zählt sie zu diesen, schreibt aber dass sie eine andere Sprache hatten.
    Das ist eigentlich die Griechische Bezeichnung (Keltoi oder Gallatoi) während die Römer sie als Gallier bezeichneten. Wie sie sich selber nannten wissen wir nicht, da sie keine Schriftlichen Zeugnisse hinterliessen.
    Das sind drei germanische Völker von denen die ersten beiden während der Völkerwanderung auf die Britischen Inseln zogen und das dritte einige Jahrhundert vorher zusammen mit den Kimbern in das römische Reich eindrang und in der heutigen Provence vernichtet wurde.
    Nein. Es gab auch Iberer, Vaskonen und Aquitanier und vermutlich noch andere Restbevölkerungen die vor den Galliern in Westeuropa siedelten.

    Namentlich bekannt verschiedene Keltenstämme wie die von den Römern eroberten und romanisierten Brittanier. In Schottland und Irland die nicht bezwungenen Pikten, Skoten und Hibernier.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. August 2017
  4. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Im Alpengebiet wären noch die Räter zu erwähnen.
     
  5. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Und die Möglichkeit, dass über einige Völker nichts berichtet ist, wobei sich die Wahrscheinlichkeit mit der Nähe zu Griechen und Römern verringert.

    Wurden Iberer, Lusitania und, wenn man sie nicht zu den Iberern rechnet, die Turdetaner schon erwähnt?
     
  6. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Ganz im Norden haben wir noch die Samen (= früher "Lappen" genannt), und die Finnen.

    Gruss, muheijo
     
  7. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Ich würde meinen da gehören auch die Sorben/ Wenden dazu.
    Stammen wohl aus den nördlichen Karpaten zwischen Oder und Dnepr.
     
  8. Alpha

    Alpha Neues Mitglied

    Vielen Dank für die Antworten.

    Was ist mit den Etruskern/Cheruskern.
     
  9. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Die haben nichts miteinander zu tun.
    Die Etrusker lebten in Italien.
    Die Cherusker gehörten zu den Germanen .
     
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  10. Biturigos

    Biturigos Aktives Mitglied

    Zur Vorgeschichte "der Kelten" empfehle ich dir meine Beiträge hier (ab Beitrag 88) zur archäologischen, linguistischen und historischen Definition aus antiken Schriftquellen "der Kelten" :
    Vorgeschichte der Kelten

    Ein prägnantes Zitat von Bernhard Maier zu "den Kelten" und den drei Definitionen (linguistisch/sprachwissenschaftlich, archäologisch/materielle Kultur, historisch, nach antiken Schriftquellen):
    "Stellt man sich im Hinblick auf diese drei unterschiedlichen Verwendungsweisen des Begriffes "Kelten" abschließend die Frage, worin die Einheit des Gegenstandes der vorliegenden Darstellung denn nun eigentlich besteht, so muß man zunächst drei negative Feststellungen treffen: nach heutiger Kenntnis war diese Einheit weder anthropologisch noch kulturell noch im Bewußtsein der Kelten selbst begründet. Das Fehlen einer stichhaltigen anthropologischen Grundlage dokumetieren wohl am besten die Knochenfunde, da zum Beispiel hinsichtlich der Körpergröße oder der Variation des Schädels eine beträchtliche Variationsbreite aufweisen und für eine Unterscheidung zwischen den Kelten und benachbarten Völkern keine zureichende Handreichung bieten. Die Unzulänglichkeit einer Definition der Kelten anhand ihrer materiellen und geistigen Kultur ersieht man ohne weiteres daraus, daß die als typisch geltende Latenekunst etwa in Irland oder auf der Ibersichen Halbinsel kaum eine Rolle spielte, daß die frühkeltischen Handelspartner der Griechen zur Zeit Herodots ganz andere Siedlungs und Wirtschaftsformen besaßen als die keltischen Völker zur Zeit Cäsars und daß den weitaus meisten inschriftlich bezeugten keltischen Göttern nur lokale oder regionale Bedeutung zukam."
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. September 2017
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  11. Witiko

    Witiko Mitglied

    Hmm, irgendwie will mir dein Zitat nicht einleuchten, Biturigos.



    Irland und die Iberische Halbinsel befanden sich an der Peripherie des keltischen Siedlungsraumes. Dass die Latène-Kunst dort nicht so weit vorgedrungen war wie im Kernland (heutige Schweiz, Ostfrankreich, Süddeutschland) ist doch nicht so verwunderlich, oder?


    Da liegen doch fünf Jahrhunderte dazwischen! Selbstverständlich hatten sich die Siedlungs- und Wirtschaftsformen verändert, genau wie Kunst und Waffentechnik im Kontakt mit Norditalien die Latène-Kultur beeinflusst haben...

    Das gilt ja auch bei z. B. christlichen Heiligen. An der geistigen Einheit des Christentums ändert das doch nichts.
     
  12. Biturigos

    Biturigos Aktives Mitglied

    Mir ging es darum, eine Vorstellung von "den Kelten" als ein einheitliches, homogenes Volk schlaglichtartig in Frage zu stellen. Mehr nicht - allerklärend ist dieses Zitat sicher nicht. Z.B. zur Struktur keltischer Religionen, die keinen einheitlichen Götterhimmel/Pantheon kannten, siehe auch hier - Die Religion der Kelten - eine Naturreligion?
     
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