Untergang Pompeji

Dieses Thema im Forum "Das Römische Reich" wurde erstellt von tela, 26. Mai 2010.

  1. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied


    Ich wollte ihn mir ansehen, aber bei mir lief er nicht.
     
  2. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Ist zwar ein bißchen off-topic:

    Wahrscheinlich mußt Du noch "Silverlight" von der Microsoft-Seite installieren, um den RAI-Beitrag über Pompeji zu sehen. Zumindest hatte ich diese Meldung zuerst auf dem Schirm, als der Beitrag nicht lief. Nach Installation lief der Beitrag ganz hervorragend (bis auf meine fehlenden Italienischkenntnisse natürlich). Könnte ich die bloß auch einfach herunterladen!:cool::cool::cool:
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    In der Casa del bracciale d'oro, also im 'Haus des goldenen Armbandes'.
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Der Abschreibfehler, von dem Alberto Angela in dem von Carolus verlinkten TV-Bericht spricht - er zeigt den Codex Oratorianus von von "kl. Nouēbris" die Rede ist - ist durchaus möglich.

    Zur Erinnerung die wohl häufigst überlieferte Version:

    "Nonum kal. septembres hora fere septima mater mea indicat ei apparere nubem inusitata et magnitudine et specie."

    Das kennen wir doch alle, dass wir mit den Gedanken schon weiter sind und deshalb ein falsches Wort an einer Stelle einbauen, oder dass wir beim lesen in der Zeile verrutschen. Letzteres passiert insbesondere geübten Lesern (ungeübte Leser lesen Buchstabe für Buchstabe, geübte Leser fliegen mit den Augen über den Text und lesen statt Buchstaben graphische Bilder von Worten).
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Mai 2010
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Es handelt sich bei der Münze um eine Münze dieser Prägereihe:
     

    Anhänge:

  6. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Ich habe mir gerade den RAI-Beitrag angesehen. Die Münze wäre für mich das überzeugendste Indiz für den Herbst. Leider sieht man kein Kaiserbildnis darauf. Vespasian hatte den gleichen Namen wie Titus. Die Kleidung überzeugt mich nicht. Die Frau ,die eine Art Schal um den Hals geschlungen hat, kann sich damit auch vor Glut und Asche geschützt haben. Im vergangenem Oktober war ich in Pompeji und es war, obwohl es geregnet hat noch ziemlich warm und keiner musste sich deshalb dicker anziehen. Ich denke, dass die Temperaturen vor 2000 Jahren auch nicht so viel kälter waren.

    Jetzt haben wir uns wieder überschnitten. Es ist wirklich Titus
     
  7. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Das hört sich ziemlich plausibel an. Ich habe noch mal eben die entsprechenden Artikel in der Wiki (mit Quellen) überflogen, und Plinius ist wohl der einzige, der zum Datum des Vulkanausbruchs sich äußert. Und wenn dann ein mittelalterlicher Kopist das auch noch falsch abschreibt...
     
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das Problem was sich ergibt ist, dass der Codex Oratorianus spätmittelalterlich ist (um 1450). Es wäre ein Handschriftenstemma anzulegen, um zu überprüfen, ob es sich um eine unabhängige üBerliefeurng handelt; das ist aber möglicherweise schon passiert: Johnson, Dora. The manuscripts of Pliny's letters. In Classical Philology 1912, S. 66 ff.
     
    Carolus gefällt das.
  9. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Die Daten, wann Titus welches Amt bekleidet hat, stammen doch wohl auch aus Abschriften. So kann man sich bei überlieferten Daten nie ganz sicher sein.
     
  10. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    In meinem Beitrag bezog ich mich ausschließlich auf das Datum des Ausbruchs. Und da ist wohl Plinius ein Monopolist. Es gibt wohl auch keine Überlieferung über andere Ereignisse, die mit der "Oktober-Theorie" kollidieren könnten. Wenn z. B. in den Quellen stehen würde, daß Kaiser Titus Mitte September ein Hilfsprogramm für die Region gestartet hätte, wäre das für die "Oktober-Theorie" sehr problematisch.

    Was das Amt des Imperators angeht, so stammt die Information nicht aus Abschriften, sondern aus Inschriften:

    Der von El Quijote zusammengefaßte italienische Wiki-Artikel nennt als Aufbewahrungsorte der Inschriften Sevilla und London (British Museum). Um die Texte der Inschriften zu erfahren, müßte man wohl in den bereits erwähnten Aufsatz von Grete Stefani einsteigen.

    (Jetzt könnte man natürlich noch in Zweifel ziehen, ob die Inschriften-Schreiber denn immer wußten, wann Titus ein bestimmtes Amt innehatte.) :grübel:
     
  11. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Ganz so weit wollen wir mal nicht gehen:yes:
     
  12. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

    Ich habe gestern schon mal versucht, die Inschrift bzw. den Gegenstand, worauf sie ist, auf der Website des British Museum zu finden. Leider erfolglos.
     
  13. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

  14. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    ich halte es für vielversprechender, diesen Artikel von Grete Stefani aufzuspüren. Da werden wahrscheinlich diese beiden Inschriften erwähnt sein. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist dann auch noch eine Referenz auf die lateinische Inschriftensammlung gesetzt, so daß man sich dann die Inschrift online ansehen kann. Ich schätze mal, daß sind Weiheinschriften für Gebäude, Altäre oder andere Monumente, die das Datum enthalten und die aktuelle Titulatur des Kaisers Titus.

    Viel interessanter fände ich den Artikel von Stefani (mit Übersetzung) oder Untertitel für diesen italienischen TV-Beitrag aus Beitrag #15.
     
  15. Amalaswintha

    Amalaswintha Aktives Mitglied

    Schwer beeindruckt und hoch erfreut über eine neue nichtmilitärische Diskussion möchte ich einen kleinen Beitrag zu dieser Unterhaltung leisten:

    Der Aufsatz von Grete Stefani ist möglicherweise auch auf Deutsch erhältlich, und zwar hier:

    Stefani, Grete / Borgongino, Michele: Das Datum des Vesuvausbruchs, in: Leben im römischen Europa. Von Pompeji nach Bliesheim-Reinheim. Hrsg. von Jean-Paul Petit und Sara Santoro. Paris: Editions Errance, 2007, S. 43 - 46 (= Pompeji 44)

    Hier das Inhaltsverzeichnis zum Buch als PDF.

    PS: In München konnte ich das Buch nicht finden. Angeblich hat es das DAI in Rom, na denn...
    Aber, wie ich gerade sehe, es gibt Exemplare an der HU Berlin, UB Passau, UB Nürnberg-Erlangen...
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Mai 2010
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  16. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    In einem französischen Numismatikerheft steht etwas über die beiden Inschriften:

    1. die eine ist ein in Ägypten gefundenes Militärdiplom, das im British Museum aufbewahrt wird (CIL XVI 24).
    2. die andere Inschrift ist eine Kopie eines Briefes des Kaiser Titus an die Stadt Munigua (Aufbewahrungsort ist das Archäologische Museum von Sevilla).
    Ansonsten bringt der Artikel nichts, was nicht auch schon vorher im Thread erwähnt wurde (Bekleidung für den Herbst, Weinpresse, Herbstfrüchte & Abschreibfehler beim Brief des Plinius)
     
  17. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das ist dann vermutlich dies hier:
     
  18. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Suupi!:yes::yes::yes:
    Wer suchet, der findet!

    Ich suche jetzt erst mal mein Lateinwörterbuch, damit ich weiß, was Titus den Munigua-Leuten geschrieben hat. Aber da geht es doch auch wieder um schnöden Mammon, um Schulden und Bestrafen:evil:. Widerlich!
     
  19. Amalaswintha

    Amalaswintha Aktives Mitglied

    OK, das Buch gibt es doch auf Französisch.
    Kann man hier über PN Scans verschicken?
    Falls nicht und wer den Aufsatz unbedingt haben möchte und keine Probleme mit der französischen Sprache sieht, kann sich gerne "vertrauensvoll" mit Mail-Adresse (zwecks Zusendung) an mich wenden. Link zum Download darf ich ja nicht setzen. Vorausgesetzt das Buch ist nicht wieder verschollen.
     
  20. Ostrogotha

    Ostrogotha Aktives Mitglied

    Dass ein solches Datum vergessen wird, kann ich mir auch nicht vorstellen. Es gab immerhin auch in einigen Privathaushalten bereits Kalender, in denen positive Ereignisse datumsmäßig in weißer und negative in schwarzer Farbe (dies atri = schwarze Tage) festgehalten wurden. In diese privaten Kalender wurde auch übernommen, was in den offiziell in den Städten aufgestellten Stein-Kalendern (erhalten in 40 Fragmenten) markiert war. Und der Vesuv-Ausbruch war sicherlich ein Ereignis, das vermerkt wurde, wie der 18. Juli (Niederlage gegen die Gallier).

    Eine falsche Monatszuordnung könnte entstanden sein, wenn man bedenkt, dass z. B. der Oktober, unser heutiger 10. Monat damals von „octo, octavus“ – 8. Monat abgeleitet wurde. Der August war ursprünglich „Sextilis“, der 6. Monat.

     
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