Unternehmen Barbarossa

Dieses Thema im Forum "Der Zweite Weltkrieg" wurde erstellt von florian17160, 21. August 2004.

  1. florian17160

    florian17160 unvergessen


    Warscheinlich werden spätere Historiker den 22. Juni 1941 als das apokalyptische Datum im militärichem kalender betrachten. bis zu diesem Tag war noch kein so gewaltiges militärisches Unternehmen wie Barbarossa durchgeführt worden, weil die durch einen Feldzug dieses Ausmasses aufgeworfenen probleme von organisation, Transport und nachrichteverbindung bisher nicht lösbar gewesen waren.
    " Wenn Brbarossa steigt", verkündete Hitler am 3. 2. 41, " hält die welt den Atem an und verhält sich still"
    Das tat sie jedoch nicht, denn die Welt interessiert sich nicht sonderlich für Ereignisse ausserhalb des privaten und beinahe aufs häusliche beschränkten lebensbereichs. die eröffnungszüge von barbarossa stellten das grösste militärschauspiel seit den Ereignissen im august 1914 dar, und Westeuropa und amerika verfolgten sie mit gleichmütigem Desinteresse, mit dem eine Vieherde einen vorbeifahrenden Schnellzug betrachtet.
    Selbst die militärischen Sachverständigen waren hauptsächlich damit beschäftigt, die Schwächung der deutschen wehrmacht bis zum unvermeidlichen Zusammenbruch des sowjetischen Wiederstands abzuschätzen, und als die gepanzerten Angriffsspitzen tief nach Russland vorstiessen, schien Hitlers prahlerische behauptung, dieser Feldzug werde bis Weihnachten entschieden sein, keineswegs übertrieben zu sein.
    " Wir brauchen nur die tür einzuschlagen", hatte er seinen generalen erklärt, und der ganze morsche Bau bricht zusammen".
    nun ja, man hat gesehen, das der Bau gar nicht so Morsch war. Zusammengestellt aus " John Keegan- Unternehmen Barbarossa"
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. August 2004
  2. Mercy

    Mercy unvergessen

  3. Gast

    Gast Gast


    Hitlers geplanter Ostfeldzug - revolutionär?

    Hitler hatte ja schon in "Mein Kampf" angekündigt,dass es für Deutschland das sinnvollste wäre Gebiete in Ost-Europa Deutschland einzuverleiben, d.h. Deutschland würde durch diese Gebiete erstmal eine Raumvergrösserung erhalten und zudem noch einen Bevölkerungszuwachs. Ihm ginge es darum, diese Gebiete nicht einfach militärisch zu unterwerfen, sondern dem "Stammvolk" (nach Hitler) einzugliedern um Deutschland mächtiger,unabhängiger zu machen, so dass Büdnisse mit Grossmächten nicht mehr nötig sind und man sich die Möglichkeit offen hält weiter zu expandieren. Hitler beschreibt diesen Plan in gewisser Weise als revolutionär, doch gab es nicht in der Vergangenheit Vorbilder, die dieses Unternehmen planten und auch durchsetzten? Alexander der Große war zumindest in militärischer Hinsicht für Hitler ein Vorbild, da Alexander erfolgreich große Gebiete im Osten erobern konnte, aber Alexander unterscheidet sich darin zu Hitler, dass es nicht Alexanders Ziel war diese Gebiete allein für sein Land zu erobern, sondern er wollte sie nur unterwerfen und nicht eingemeinden. Kann es sein, dass Napoleon eher mit Hitler gleichzusetzen ist? Napoleon wollte auch einen grossen,mächtigen und unabhängigen Staat haben, der nicht auf Büdnisse angewiesen war, und seine neu erworbenen Gebiete sollten zu Frankreich eingemeindet werden. Sein Feldzug ging ebenfalls in Richtung Osten, tief in Russland hinein, und ein grosser, gemeinsamer Staat sollte entstehen, der von dem "französischen Freiheitsgedanken" geprägt sein sollte. Was sagt ihr dazu? Scheibe ich Mist und ist dieser Gedankengang völlig irrsinnig? Oder entählt meine Beschreibung generell falsche Auffassungen? Ich bitte um Verbesserungen...
     
  4. hyokkose

    hyokkose Gast

    Der Traum von der Weltmacht ist nichts Neues und schon gar nichts Revolutionäres.

    Was Hitler von den Eroberern der Vergangenheit unterscheidet, ist sein Rassenwahn und sein grenzenloßer Judenhaß, der ebenfalls aus "Mein Kampf" spricht.
     
  5. Germanicus

    Germanicus Neues Mitglied

    Da stimme ich hyokkose ausdrücklich zu. Unternehmen Barbarossa war von Beginn an als rassistischer Vernichtungskrieg geplant. Damit unterschied er sich grundsätzlich von den bisherigen Feldzügen gegen die Westmächte. Hitler selbst sagte ja zu Alfred Jodl (dem Chef des Wehrmachtsführungsstabes), dass dieser Feldzug mehr als ein Kampf der Waffen sei, er sei eine Auseinandersetzung zweier Weltanschauungen, der mit erbitterter Härte geführt werden müsse. Über die Motive, die Hitler zu seinem Präventivkrieg veranlasst haben, wird heute noch gestritten. Fakt ist, dass Hitler und die Wehrmacht 1941 nicht mit einem militärischen Schlag der Sowjetunion rechneten. Man ging davon aus, dass die russische Armee, die sich in einer Phase der Reorganisation und Modernisierung befand, noch nicht kriegsbereit sei. Frühestens ein halbes Jahr später rechnete man mit einer ernst zu nehmenden Bedrohung. Es gab zwar Meldungen über russische Truppenbewegungen, doch gaben diese keinesfalls Grund zur Unruhe. Also scheidet somit die Theorie, Hitler habe die Sowjetunion überfallen, um einem bevorstehenden Überfall Stalins zuvorzukommen, aus. Es gibt zwar ideologische und auch strategische Beweggründe, die für einen Feldzug angeführt werden können, aber keine, für einen Präventivkrieg. An erster Stelle stand Hitlers ideologisches Ziel der Eroberung von „Lebensraum im Osten”. Die absehbare Aufgabe der amerikanischen Neutralität zwang ihn zum Handeln. Die Zeit lief ihm davon, schliesslich stellte ein Kriegseintritt der USA an der Seite Englands und Frankreichs eine ernst zu nehmende Bedrohung für seine Expansionspläne dar. Zur Verhinderung dieses Bündnisses standen ihm zwei Möglichkeiten zur Verfügung: entweder die Aufgabe des ideologischen Zieles der Eroberung von "Lebensraum im Osten" oder der Krieg gegen die Sowjetunion, der Hitler die Möglichkeit eröffnete, mit den eroberten Ressourcen die USA zu bekämpfen. Das Hitler dem Vernichtungskrieg den Vorzug gab, ist klar zu verurteilen, aber wenn man seine Ideologie "Lebensraum im Osten" betrachtet, offensichtlich.
     
  6. Gast

    Gast Gast

    Erstmal danke für die Antworten ! :)

    Es geht speziell um das ideologische Ziel der Eroberung vom „Lebensraum im Osten”. Gab es vor Hitler eine Vergleichebare Situation? Es geht mir nicht darum was Hitler von anderen Geschichtspersönlichkeiten im allgemeinen unterscheidet (Rassenwahn usw) sondern um diesen einen speziellen Punkt. Gab es solch einen Plan in der Vergangenheit? Ist das nicht in gewisser Weise mit Napoleon zu vergleichen? Oder welche ähnliche Situation käme in Frage? Ich dränge gerade auf diesen Punkt, weil es eine Nebenfrage in einer Klausur war, die sich nicht durch den mitgelieferten Text in der Klausur beantworten ließ.
     
  7. Tempus

    Tempus Neues Mitglied

    Revolutionär kann bei deiner Frage zweiduetig gesehen werden. Eine Feldzug zur Einnahme und Erweiterung seines Landes ist wohl keinesfals revolutionär,doch bedeutet eine Revolution immer eine komplette Umwälzung des Bestehenden. Und wenn Hitler alle Ostländer gehalten hätte,hätte er diese wohl auch komplett umgewälzt. Quasi eine Zwangsrevolution von außen gegen die Landesbevölkerung.
    Außerdem hatte Hitler zuvor einen Nicht-Angriffspakt mit Stalin geschlossen. Diesen brach er jedoch,da im Westen keine Expansion möglich war. Dieser Versuch scheiterte jedoch auch,da ein plötzlich sehr starker Patriotismus auf Seiten der Sowjets entstand,auch durch Stalins Mühen.
    Zur Vorbildfunktion Alexanders für Hitler möchte ich sagen,dass diese viel in späteren Zeiten propagandiert wurde,aber keinesfals ein solches Ausmaß hatte. Jedoch hatte Napolean Alexander als erklärtes Vorbild. So erklärt sich auch sein Feldzuge nach Ägypten. Evtl. ein Versuch "Alexanders Gebiete" zu erobern. Zudem wollte Alexander in Siwah beerdigt werden und da zu Napoleons Zeit kein Grab bekannt war,wollte er evtl. auch Alexanders Grab besuchen,so wie früher Alexander Achilles Grab besucht hat.
     
  8. Germanicus

    Germanicus Neues Mitglied

    In der Geschichte finden sich einige Bespiele, in den Völker in neue Gebiete aufbrechen (also nicht unbedingt den Osten), um neuen und besseren Lebensraum zu erobern.

    Das Problem des Scheiterns des Russlandfeldzuges war die (im Nachhinein) falsche Planung dieses. Man plante einen Blitzkrieg, ausgehend von den Erfahrungen des Frankreichfeldzuges, in dem man, ausgehend von der eigenen Überlegenheit und der Durchschlagskraft deutscher Waffen, z. B. auf Winterausrüstung verzichtete. Zudem verfügte Hitler, den raschen Sieg vor Augen, eine grundlegende Umorientierung der Rüstungsindustrie. Der Schwerpunkt wurde verlagert von der Produktion für das Heer zugunsten der See- und Luftstreitkräfte, die sich für den Krieg gegen die USA und England rüsten sollten. In der Folge sollten sich die Probleme zeigen, die vor allem aufgrund der unzureichenden Logistik (die m. M. n. noch wichtiger als die Strategie ist) entstanden sind.
     
  9. timotheus

    timotheus Neues Mitglied

    Hallo,

    ich weiß zwar nicht, ob ich das mit den vergleichbaren Situationen richtig verstanden habe, aber folgendes ist an der Stelle auch interessant.
    Die Historiker sprechen von 3 (in Worten DREI) Rußland-Katastrophen der Neuzeit.
    Diese sind:
    (1) Karl XII. von Schweden im Nord. Krieg 1701/21
    (2) Napoleon I. von Frankreich 1812
    (3) Adolf Hitler 1941/45
    Was diese aber voneinander unterscheidet: Karl XII. ging es um die Ostseeherrschaft und zusätzlich einen persönlichen Rachefeldzug gegen Polen unter August I. von Sachsen; Napoleon ging es um eine Art französischer Hegemonie über das gesamte europäische Festland (vom Atlantik bis zum Ural); Hitler ging es um eine deutsche Herrschaft über das selbe Gebiet plus die Unterwerfung aller slawischen Völker plus die Vernichtung der Juden Osteuropas.
    Was diese alle gemeinsam haben: alle drei sind durch Osteuropa mit ihren Armeen von Sieg zu Sieg gezogen, letztendlich aber ganz erbärmlich gescheitert.

    In diesem Sinne

    Timo
     
  10. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Es war der komplette Wahnsinn, in der Sowjerunion auf einen Blitzkrieg zu hoffen. Selbst wenn die Nazis alles Land bis zum Ural besetzt hätten, wozu sie überhaupt nicht die Truppen hatten, wäre erst ein Siebtel der Sowjetunion besetzt gewesen. Wie sagte Clausewitz, "ein Land ist erst dann besiegt, wenn man es auch militärisch besetzen kann".
     
  11. F. Metternich

    F. Metternich Neues Mitglied

    So neu war ein Krieg zur Vernichtung der Bevölkerung des Gegners auch wieder nicht, siehe letzter punischer Krieg (Karthago), Kreuzzüge (z.B. Jerusalem) oder die "Besiedelung" von Nordamerika mit ganz offiziellen Prämien pro toten Indianer, die noch in Hitlers Jahrhundert bezahlt wurden."Neu" war sicherlich die verbrecherische Vernichtungsmaschinerie an sich, aber um die geht es ja im Moment nicht.
     
  12. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied

    Damit aber rechneten die Nazis durchaus: Sie gingen von einer "blutigen Grenze" aus, die noch über Jahrhunderte nicht ruhig sein würde.
     
  13. White_Wolf

    White_Wolf Neues Mitglied

    Nun, den gleichen Plan, wohl kaum, aber ähnliche Pläne, allerdings ohne, bzw. eingeschränkt mit Rassenwahn, und ideologie, wie im 3. Reich. Ein ähnlicher Plan, wäre die Expansion Roms, die die ganze Welt als Protektorate wollte. Zum hier erwähnten Alexander, dem Großen, würde ich hier keinen vergleich ziehen, er wollte ursprünglich nur die Perser, und Darius schlagen, doch bis dahin, musste er die Griechen einen, was nicht ohne Kämpfe war, und er musste sich einigen Heeren stellen, ehe er vor Darius stand, Alexander bezwang so viele Staaten, weil er musste, nicht weil er wollte. Hitler kommt meiner auffassung nach, am nächsten an Napoleon Bonaparte, obwohl diese "Nähe" nur auf den ersten Blick bestand, denn sowohl Napoleon als auch Hitler unterschätzten die größe Russlands, den russischen Winter, beide marschierten auf Moskau zu, Napoleon kam an, Hitler nicht. Dannach wurden beide wieder über ihre verbrannte Erde, bzw. über die, von den Russen selbst verbrannte Erde, ohne nahrung und Wasser wieder zurückgetrieben. Ansonsten verband die beiden nicht viel, Napoleon war ein angesehener Leutnant der Artillerie, und strategische ein Genie, Hitler hingegen war einfacher Soldat gewesen, und verstand von Taktik nicht die Spur, aber Hitler war ein publizist, er verstand sich in pose zu stellen, und dem Volk das zu geben, was es wollte. Hitler nahm nie aktiv an einer Schlacht teil, bzw. begutachtete die Lage während der schlacht. Napoleon hingegen, stand in vielen schlachten persönlich auf dem Feldherrenhügel. Somit ist klar, dass es auch da nur "äusserliche" Ähnlichkeit gab. Napoleon war ein Soldat, Hitler ein Politiker. Es gab auch früher schon ausbreitungen in den Osten, Der Deutsche Ritterorden, später das Preussen, aber es waren keine Pläne einen gesamten Kontinent zu erobern, sondern nur Provinzen, Staaten, und nicht zu vergleichen mit den Hirngespinnsten eines Adolf Hitler, der das Deutsche Volk, den arier, gegen die gesamte Welt in den Krieg führte und in den Tod.
    Aber ich schweife vom thema ab. also ich glaube nicht, dass Hitler sich mit einem Feldherrn früherer Zeit messen könnte, denn die wahren weder so rassistisch veranlagt, noch waren sie damit beschäftigt ein gesamtes Volk auszurotten, darunter viele Veteranen des ersten Weltkrieges, deutsche, wie jeder andere auch, aber jetzt beschließe ich mein Kommentar, ehe ich erneut zu weit vom thema abtriffte.
    Hoffe es ist die antwort auf deine Frage, die du höhren (lesen) wolltest, ansonsten musst du deine Frage etwas präzisieren.

    "Die Erfahrung ist ein harter Lehrer, sie prüft einen, ehe sie einen Unterrichtet"-Sun Tzu
     
  14. askan

    askan Neues Mitglied

    Zitat:"Diese sind:
    (1) Karl XII. von Schweden im Nord. Krieg 1701/21
    (2) Napoleon I. von Frankreich 1812
    (3) Adolf Hitler 1941/45


    subjektiv würde ich noch den sogenannten : "Skythenfeldzug" der Perse hinzufügen, den Herodot beschrieben hat. Es ist dasselbe Schema.
     
  15. timotheus

    timotheus Neues Mitglied

    Hallo,

    ich erlaube mir - entgegen meiner eigentlichen Einstellung - das Zitat zu kürzen, um auf einen minimalen Fehler hinzuweisen.

    Widerspruch: Die Kreuzzüge (ich meine die von 1095 bis 1291) waren kein Krieg bzw. keine Kriege mit dem Ziel der Vernichtung der Bevölkerung des Gegners. Hier ging es primär um
    (1) kirchenpolitisch (im Sinne von Rom): die Rückgewinnung des 1054 durch das 1. Abendländische Schisma für Rom entgangenen Gebietes - Geheimziel: Wiedervereinigung röm. (kath.) und griech. (orth.) Kirche
    (2) machtpolitisch (im Sinne von Byzanz): Rückgewinnung des an die Muslime verlorenen Gebietes
    (3) kirchen- und machtpolitisch (Abendland): Gewinn der Kontrolle über Pilgerwege und Heilige Stätten (z.B. Jerusalem)
    Extremste Entgleisung dabei: 4.Kreuzzug, der gegen Byzanz im Sinne venezianischer Machtpolitik umgeleitet wurde

    Ein bißchen off-topic, aber an der Stelle notwendig.

    Gruß

    Timo

     
  16. timotheus

    timotheus Neues Mitglied

    Hallo Askan,

    ich will ja nicht kleinlich erscheinen, aber bei Deiner Antwort...

    ... hast Du den entscheidenden Teil für diese 3 Beispiele übersehen: "Die 3 Rußlandkatastrophen der NEUZEIT".

    Gruß

    Timo

     
  17. Germanicus

    Germanicus Neues Mitglied

    Für mich war es schon Wahnsinn, die Sowjetunion überhaupt anzugreifen und sich absichtlich in einen zwei Frontenkrieg zu begeben! Tatsächlich scheint ein Blitzkrieg die wohl einzige Option gewesen zu sein, um den Russlandfeldzug zu führen. Die russische Armee war zu diesem Zeitpunkt vor allem auch ihr organisatorisches Defizit und die mangelnde Ausbildung der durch die stalinistischen Säuberungen dezimierten Offizierskorps gehandikapt. Mit einem Angriff hatte man nicht gerechnet, so dass die Deutschen ihre Angriffe durch hohe Geschwindigkeit und Intensität vorantreiben konnten. Dieser Überrasschungsangriff war ein entscheidender Vorteil für Deutschland, so wurden z. B. am ersten Tag des Krieges mehr als 2.000 sowjetische Flugzeuge am Boden vernichtet. Der Wehrmachtsführung musste klar sein - vor allem vor dem Hintergrund, dass die USA ihre Neutralität bald aufgeben würde -, dass ein lang angelegter Krieg mit dem Sowjetimperium die Kräfte Deutschlands überfordern bzw. dringend benötigte Kräfte an der Westfront im Osten binden würde.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Januar 2005
  18. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Hitler sagte am 17. Dez. 1940 zu General Jodel: "Wir müssen alle kontinentalen Probleme bis 1941 lössen, denn ab 1942 ist die USA in der Lage einzugreifen." Hitler plante schon damals was nach Barbarossa geschehen sollte.

    Denn russischen Raum sollten 50-60 Divisionen sichern, den Grossteil der Infanterie-, Panzer-und Luftwaffenverbände wollte er bis August, September 1941 abziehen, der Schwerpunkt der Rüstung sollte auf Marine- und Luftstreitkräfte ausgelegt werden. Er wollte dann von Libyen aus auf Ägypten und von Bulgarien und der Türkei aus auf Syrien vorstossen um die englische Nahoststellung in die Zange zu nehmen. Indien wollte er von Afghanistan aus bedrohen und nach einer Anweisung von Hitler vom 17. Feb. 1941 sollte dort eien deutsche Operationsbasis errichtet werden. Im Herbst 1941 plante er die Eroberung Gibraltars, um so nach Nordwestafrika und auf den Azoren Stellung gegen die USA zu beziehen, dann wären die Vereinigten Staaten von Amerika in den Einflussbereich der deutschen Luftwaffe gerückt.

    Das Fazit aller Überlegungen Hitlers am Vorabend des Feldzuges gegen Russland, die sich in seinen Äusserungen und in Ausarbeitungen des Wehrmachtsfürhungsstabes vom 9. Jan., 17. Feb., und 11. Juni niederschlugen, lautete, nach der Niederringung der UdSSR über den blockadefesten und autarken Raum Kontinentaleuropas hinausgreifen. Im Zuge eines Weltblitzkrieges galt es dann, eine strategische Stellung aufzubauen, die durch Basen in Nordwestafrika und auf den atlantischen Inseln abgesichert, durch eine erheblich vergrösserte Flotte und Luftwaffe geschützt und für die mit Gewissheit erwartete Auseinandersetzung mit den USA gewappnet war. Aus der Defensive heraus sollte dann einen Angriff auf die USA erfolgen. Oder man konnte sich gegen die USA verteidigen.

    Dieser Gesamtkriegsplan wurde, nachdem Überfall auf Russland noch ausgebaut. Am 14. Juli 1941 schlug er dem japanischen Botschafter vor gemeinsam die bereits als besiegt eingeschätzte Sowjetunion zu besetzen. Und dann würden Deutschland und Japan zusammen die USA besiegen. Zitat Hitlers von 14. Juli 1941: Amerika drücke in seinem imperialistischen Geist mal auf den europäischen Mal auf den asiatischen Lebensraum. Von uns aus gesehen drohe im Osten Russland, im Westen Amerika. Daher sei er der Meinung, dass wir sie gemeinsam vernichten müssten. Es gebe im Völkerleben Aufgaben, die hast seien. Man könne diese Aufgaben nicht dadurch lösen, dass man sich ihnen verschliesst oder sich auf einen späteren Zeitpunkt verlässt."

    Den Russlandfeldzug betrachtete Hitler aber als seinen Krieg, den er ohne die Japaner gewinnen wollte. Auch in den Japanern sah er eine rassisch minderwertige Rasse, die er für unzuverlässig hielt. Interessant im Zusammenhang mit den Angriffsplänen auf die USA ist, dass Hitler am 10. Sept. 1941 wieder auf seine alte Ansicht zurück kam, dass er den Entscheidungskampf gegen die USA nicht mehr erleben wird und das die künftige Generation Deutschlands zusammen mit Grossbritannien Amerika besiegen wird.
     
  19. Germanicus

    Germanicus Neues Mitglied

    Erstmal ein Kompliment für diesen Beitrag. :hoch:
    Ja, Hitler plante schon früh die Operation Barbarossa. So erging z. B. am 18. Dezember 1940 mit der "Weisung Nr. 21" Hitlers Befehl, die Vorbereitung für das "Unternehmen Barbarossa" zu treffen. "Die deutsche Wehrmacht muss darauf vorbereitet sein, auch vor Beendigung des Krieges mit England Sowjetrussland in einem schnellen Sieg niederzuwerfen." Dennoch musste Hitler spätestens im August 1941 klar gewesen sein, dass der Krieg in Russland nicht so schnell zu gewinnen ist. Trotz großer Geländegewinne hatte die Wehrmacht bereits annähernd 410 000 Verwundete, Gefallene und Vermisste zu beklagen. Zudem schwächte Hitler die mittlere Herresgruppe zugunsten der nördlichen und südlichen, um dadurch die Eroberung des Donezbeckens und die Verbindung mit Finnland zu gewährleisten. Somit zeigte sich spätestens hier deutlich, dass die Blitzkriegsstrategie scheitern würde, zudem mit dem Wintereinbruch die deutsche Front zum Stillstand kam.
    Auch verlief die deutsche Diplomatie mit Japan nicht so, wie man sich es gewünscht hätte. Anstatt eine zweite Front gegen England zu eröffnen, richtete sich der japanische Angriff in Südostasien am 2. Juli 1941 gegen Französisch-Indochina und Thailand.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Januar 2005
  20. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Hitlers Hirngespinste mögen in seinem Kopf revolutionär gewesen sein. Für Deutschland hieß die Hirnattacke 22.6.1941 der Verlust von einem Drittel Deutschlands.
     

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