Völkermord Herero - Problemfrage stellen

Dieses Thema im Forum "Das Deutsche Kaiserreich" wurde erstellt von Shrederman, 18. Dezember 2012.

  1. jschmidt

    jschmidt Neues Mitglied


    Vier Nachträge und eine Hypothese

    Nachträge
    1. Zum Stichwort "China" vergas ich zu erwähnen, dass Frenssens nächster Protagonist "Klaus Hinrich Baas" (1909) genau diesen Weg geht: Er wird Großkaufmann und dampft am Romanende nach China ab.
    2. Brehl weist darauf hin, dass "Peter Moor" 1998 in Windhoek neu aufgelegt wurde; eine Taschenbuchausgabe erschien gleichzeitig hierzulande, vermutlich bedarfsgerecht.
    3. Der zuletzt in #85 erwähnte Walter Nuhn ("Sturm über Südwest", 2004, S. 356) schrieb, er habe Frenssens Roman "häufig" als Quelle benutzt. "Obwohl als Roman geschrieben, ist dieses Buch als Tatsachenbericht zu werten."
    4. Wirklich schade, dass niemand das erwähnte Lesebuch hat. Wie vergleichbare Unterrichtswerke zeigen, sind die Auszüge in der Regel nicht länger als 5 Seiten; da wäre es interessant zu wissen, welche Teile von "Peter Moor" übernommen wurden. Auch der Vernichtungs-Topos?

    Die Hypothese bezieht sich auf den immensen ökonomischen Erfolg Frenssens.
    Offenbar besteht Konsens, dass "Peter Moor" auf "eine breite Strömung, ein weitverbreitetes Verständnis" traf. Kann man also sagen, dass es hunderttausende deutscher Leser gab, denen z.B. völlig klar war, dass die Hereros (die 'Schwarzen') zur Vernichtung bestimmt waren? (Und dass sie nötigenfalls bereit waren, sich dafür zu engagieren?)

    Ich meine, man müsste zur Erklärung des Erfolgs mindestens noch zweierlei hinzunehmen [1]:
    a) Frenssen war 1906 bereits einer der erfolgreichsten zeitgenössischen Schriftsteller, dessen "Jörn Uhl" und "Hilligenlei" jeweils deutlich mehr als 100.000 Mal verkauft worden waren.
    b) Frenssen war, bis er ab 1902 von der Schriftstellerei leben konnte, protestantischer Pfarrer in Dithmarschen gewesen, er war insoweit ein Exponent der preußischen 'Staatsreligion'.


    [1] Siehe hierzu Klaus Uhde: Gustav Frenssens literarischer Werdegang bis zum Ersten Weltkrieg. Diss. München 1982
     
  2. beorna

    beorna Neues Mitglied

    Ich war jetzt zwei Wochen nicht da, ich hoffich wiederhole es nicht. Frenssens Werk ist laut Nuhn deshalb als Tatsachenbericht zu werten, da es auf den Berichten des H. Michaelsen basiert, der als Unteroffizier im I. Seebatallion am Feldzug teilnahm. Zwischen Frenssen und Michaelsen gab es darüber sogar einen Plagiatsstreit, der schon bald nach dem Erscheinen des Buches im September 1906 entbrannte, der allerdings im Sommer 1907 beigelegt wurde. Wie schon erwähnt wurden anfangs 50.000 Exemplare aufgelegt, im November bereits folgte eine zweite Auflage von wiederum 50.000 Stück. Bis 1914 wurden insgesamt 178.000 Bücher aufgelegt. Das Leben des Heilands von 1907 wurde allerdings auch mit einer Auflage von 50.000 aufgelegt, später Werke u.a. sogar mit 70.000. Interessant bei Frenssens Werk ist, daß es politisch von allen Lagern ausgenutzt wurde. Reichskanzler von Bülow benutzte Auszüge um den Reichstag für weitere Gelder für den Feldzug zu gewinnen, die "Antikolonialisten" wollten das Buch als Volksausgabe, "um von der blödsinnigen Kolonialpolitik abzuschrecken". Vielleicht auch ganz interessant, 1914 erscheint Peter Moor als Ausgabe für den Deutschunterricht an amerikanischen Schulen in einer Übersetzung von Herman Babson.

    Nuhn zitiert Peter Moor alias Michaelsen mehrfach. Leider kenne ich nicht das Original. Die Zitate beziehen sich aber idR auf die Leiden und Mühen der Soldaten.
     
  3. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied


    Das Thema „Kolonien“ war für die Masse der Bevölkerung kein relevantes Thema. Es waren die Kolonialvereine, die das Thema lancierten und ab einem gewissen Zeitpunkt erkannte man in der Regierung an, dass die „Weltgeltung“ auch ein entsprechendes Wissen über die Techniken zur Beherrschung von „Kolonien“ in allen Teilen der Bevölkerung voraussetzt. Andererseits spielte auch die Frage der Emigration und die Frage des Sozialimperialismus eine wichtige Rolle und förderte die Bedeutung des Wissens über Kolonien (vgl. Wehler)

    Erst ab ca. 1900, so Bowersox, setzte jedoch eine systematische Berücksichtigung kolonialer bzw. imperialer Aspekte auf der Ebene der Schulbücher und im Bereich des Curriculums in den Schulen ein. Federführend war dabei das preußische Kulturministerium (Bowersox, S. 173) Der Schwerpunkt entfiel dabei auf die Darstellung von "Geographie" und "Land und Leute" und bezog die "ethische Seite" der Beurteilung von Kolonialismus ein und in diesem Kontext standen eine Reihe von Publikationen und Autoren.

    Bowersox zitiert einen damaligen zeitgenössischen Lehrer: Im Zentrum steht die überlegene Vorgehensweise von "Individuen", die bei gleichen Ausgangsbedingungen zu einem deutlich besseren Ergebnis kommen und erläutert es sinngemäß: "Thinking in terms of the hierarchies of race and civilization that were the first topics covered in the geography curriculum".

    Die Intensität der Beschäftigung mit den Kolonien erreichte seinen emotionalen Höhepunkt um Rahmen der „Hottentottenwahlen“ von 1907, in denen der Krieg in den Kolonien eine Rolle gespielt hatte. Auch um die Dimension zu verstehen, die das Thema für das Kaiserreich hatte, ist anzumerken, dass der Krieg in DSWA gegen die Herero und die Nama der „erste Krieg“ des Reichs war und insofern eine enorme patriotische Mobilisierung nach sich zog. Zumal die Reputation der zentralen „Säulen“ des Deutschen Reichs betroffen waren, der Kaiser und der Generalstab (Schlieffen) und somit ein Scheitern des Krieges diese Symbole beschädigt hätte.

    Die hohe Bedeutung des Themas wird ersichtlich, wenn man bedenkt, dass der Flottenverein bis zum 25. Januar 1907 – dem ersten Wahltag- alleine 21 Millionen „Informationsbroschüren“ (leaflets) verteilt hatte. (Naranch, S. 20).
    https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Flottenverein

    Diese Vorstellung von Kausalität ist m.E. nicht korrekt. Die Novelle sollte – unter anderem - ja erst das Verständnis für die Notwendigkeit einer imperialistischen Außenpolitik mit erzeugen helfen, gerade weil diese Einsicht nicht ausreichend vorhanden war, bzw. weil es von substantiellen Teilen der Bevölkerung sogar aktiv abgelehnt wurde. Wie beispielsweise an der ambivalenten Haltung der Sozialdemokratie ersichtlich, die einerseits die kolonialen Absatz- und Beschaffungsmärkte als Absicherung von nationalen Arbeitsplätzen begrüßte, aber ebenso deutlich gegen Kolonialkriege des Deutschen Reichs Stellung bezog.

    In diesem Kontext erhielt die Novelle von Frenssen ihren ideologischen und somit auch politischen Stellenwert. Dabei – so Speitkamp – „wertete [er] Befragungen von Feldzugsteilnehmern und Briefe aus.“ (Speitkamp, S. 143).

    Die Geschichte ist in zwei historische Strömungen eingebettet. Zum einen wird deutlich, dass es im sozialdarwinistischen Sinne um eine eindeutige Entscheidung gehe zwischen der Herrschaft über die Kolonialvölker oder dem eigenen Untergang in den Kolonien. Der zweite Strang knüpft dabei – so Speitkamp – an der Analogie des Befreiungskampfes der Deutschen gegen die napoleonische Fremdherrschaft an. Und billigt den „Kolonialvölkern“ zu, dass sie einen ähnlichen Befreiungskampf gegen die Kolonialherren führen (Speitkamp, S. 143). Und folgert: „das Verhalten der Herero also keineswegs als illegitim qualifiziert. Nur macht der Erzähler keinen Hehl daraus, dass die Herero als Volk „zum Tode verurteilt“ seien; angesichts des unvermeidlichen Entscheidungskampfes lief es ihm „kalt über den Rücken“ (zitiert in Speitkamp, Frenssen, 1906, S. 67 und S. 136)

    Ein wichtiger Aspekt, auf den Speitkamp ebenfalls hinweist ist, dass die Herero als Individuen nicht in Erscheinung treten, „allenfalls als Typen des Wilden, des Stolzen oder des Heruntergekommenen. (Speitkamp, S. 148). Relevant ist dieser Punkt, da die „Ent-Individualisierung“ von Gegnern den Aufbau von Stereotypen erleichtert, die als Feindbilder schneller generalisierungsfähig sind (vgl. Olusoga und Erichsen, S. 318). An diese historisch begründeten Stereotype knüpfen dann teilweise neuere kolonialromatische Publikationen an.

    Aufgrund der Freundschaft mit Friedrich Neumann wurde die Geschichte „Peter Moors Fahrt nach Südwest“ im Stile eines Neo-Nietzscheen Idealismus geschrieben (Naranch, S. 20)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Naumann

    Das Buch von Frenssen steht dabei in einem engen Verhältnis zur „blühenden“ Kolonialbelletritik, die u.a. Bücher von Lettow-Vorbeck „Heia Safari (1920), von Hans Grimm „Volk ohne Raum“ (1926) umfaßte und nationales Pathos, Heimatverbundenheit und Heldentum im kolonialen Umfeld kombinierte (Speitkamp, S. 168). Und dem Genre bis heute die ideologischen Vorgaben liefert.

    In der NS-Periode waren diese Publikationen besonders erfolgreich. So verkaufte Frenssen „Peter Mohr“ ca. 433.000 Exemplare, Grimms „Ölsucher von Duala“ 287.000 Exemplare und „Volk ohne Raum“ immerhin 650.000 Exemplare. (Speitkamp, S. 169)

    In diesem Kontext soll noch auf die Publikation von Mathilde Ludendorff hingewiesen werden, die aktiv zur Legendenbildung und Verklärung des Genozids an den Herero und Nama beigetragen hatte. Sie formuliert, dass der Krieg gegen die Herero und Nama rassisch gerechtfertigt waren und rechtfertigt es auch teilweise als Vergeltung für die von ihr deutlich übertriebenen Zahlen getöteter deutscher Siedler (Olusoga und Erichsen, S. 318)

    Eine Sichtweise, die man noch heute auf den "einschlägigen" rechtsextremen Internetplattformen als Argumentation wieder findet und den Krieg gegen die Herero und Nama in den Kontext der Abwehr einer angeblichen "terroristischen Bedrohung" durch die Herero und Nama stellt. Und so ein Amalgam historischer Ereignisse aus dem Jahr 1903 folgend zu 9/11 herstellt, um den Genozid noch heute zu rechtfertigen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Mathilde_Ludendorff

    Es ist dabei sicherlich kein Zufall, dass gerade im postkolonialen DSWA - also Namibia - eine besonders starke Sympathie für das NS-Regime gezeigt wurde und die entsprechenden NS-Organisationen vor Ort aktiv waren und starken Zuspruch vor allem von Seiten der jüngeren deutschen Siedler fanden (Olusoga und Erichsen, S. 317)

    In diesem Umfeld der Peripherie zum früheren Mutterland „Deutschland“ entwickelten sich offensichtlich radikale Formen des Rassismus, die den neuen Rassismus stark vom traditionellen Rassismus eines Rohrbachs abgrenzte, der mit seinen Vorstellungen in Konflkt zum NS-Regime geriet (Olusoga und Erichsen, S. 315ff)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Rohrbach

    Chronologie zur deutschen Kolonialgeschichte

    Chronologie zur Deutschen Kolonialgeschichte | bpb

    Bowersox (2014): Classroom Colonialism. Race, Pedagogy and Patriotism in Imperial Germany. In: Bradley Naranch und Geoff Eley (Hg.): German colonialism in a global age. Durham: Duke University Press, S. 175–195.
    Frenssen, Gustav (Berlin): Peter Moors Fahrt nach Südwest. Ein Feldzugsbericht von Günter Frenssen. 1907: Grote` sche Verlagsbuchhandlung
    Ludendorff, Mathilde Spiess (1935): Verschüttete Volksseele: Nach Berichten aus Südwestafrika: Ludendorffs Verlag.
    Naranch, Bradley; Eley, Geoff (Hg.) (2014): German colonialism in a global age. Durham: Duke University Press
    Olusoga, David; Erichsen, Casper W. (2010): The Kaiser's holocaust. Germany's forgotten genocide and the colonial roots of Nazism. London: Faber and Faber.
    Speitkamp, Winfried (2014): Deutsche Kolonialgeschichte.. Ditzingen: Reclam, Philipp
    Wehler, Hans Ulrich (1976): Bismarck und der Imperialismus. 4. Aufl. München: Deutscher Taschenbuch Verlag.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Juli 2016
  4. beorna

    beorna Neues Mitglied

    Das sehe ich auch so.

    Dies müßte man meiner Meinung nach bei Bewertung von "Peter Moor" als Primärquelle berücksichtigen. Wie ich oben schrieb, basiert es auf den Aussagen eines Feldzugteilnehmers. Ob auch jeder Dialog tatsächlich so stattgefunden hat oder der Autor Frenssen nicht auch seine persönliche Meinung oder politischen Vorstellung hier eingebaut hat, ist allerdings fraglich.
     
  5. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Für welche Fragestellung soll denn der Peter Moor "Primärquelle" darstellen?
     
  6. beorna

    beorna Neues Mitglied

    H. Michaelsen war Feldzugsteilnehmer. Daher sind seine Berichte Feldzugsberichte und Primärquelle. Das Buch aus der Feder von Frenssen ist natürlich streng genommen keine Primarquelle.
     
  7. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Die Frage war eher darauf gerichtet, für welche konkrete Fragestellung das Buch als Quelle benutzt werden kann (vorausgesetzt, es ließe sich belegen, dass Frenssen den Unteroffizier Michaelsen korrekt wiedergibt.

    Ich greife nochmal auf, was jschmidt zitiert hat:
    Im Wesentlichen sind das nach Durchblättern des Personenregisters von Nuhn ein paar Stimmungsberichte, angefangen bei Seekrankheit oder den Ausladungen, sowie ein paar Gefechtsschilderungen und ein Bericht von der Verfolgung.

    Nuhns Rückgriff auf Frenssens Roman:
    S. 98: Einschiffung unter den Klängen der Musikkapelle
    S. 106: Ausbooten, seekrank, unter brennender Sonne, weiter mit kleinen Wagen
    S. 137: Verpflegung und Stimmung auf "Eilmärschen", Biwak, saft- und kraftlos
    S. 149-153: Marschbilder und Gefechtsszenen bei Okaharui, "dem wilden Ansturm standhaltend". Trotz der "Leichenhügel" im Gefecht haben die Herero offenbar die Zeit gehabt, die Toten der Nachhut ihrer Kleider zu berauben.
    S. 156: Rückzugsmarsch April und Lager in einer Missionskirche.
    S. 239: Abteilung Mühlenfels festgenagelt vor Wasserlöscher bei quälendem Durst, vor Hamakari.
    S. 279: "Schaurige Szenen" auf einer Rückzugsstraße der Hereros.
    S. 356: Frenssen sei "häufig benutzt" worden.

    Michaelsen als "Hamburger Student" und "Einjähriger", der die Informationen für den "Feldzugbericht" abgibt. Frenssen habe lt. eigener Darstellung noch weitere Augenzeugenberichte genutzt, so Generaloberarzt "Dr. Schian", der den Feldzug mitgemacht habe. Frenssen habe den Feldzug aber aus der Perspektive des "einfachen Soldaten" schildern wollen.

    Soweit der Hintergrund seines "Feldzugsberichtes". Durch die intensiven Studien habe er "den Sand nun zwischen den eigenen Zähnen gehabt".

    Die Konstruktion der sekundären "Zeugenschaft" stammt von Frenssen selbst. Rohmaterial (soweit angeblich benutzt) und "künstlerische Gestaltung" verschwimmen zur Unkenntlichkeit. Beim "Plagiatsstreit" mit Michaelsen ging es lt. Frenssen um den Unterschied von "Stoff und Formung" (die besagte künstlerische Freiheit der Erzählung).

    Die Frage ist auch, was von der künstlerischen Freiheit und verwendeten "Quellen" in den drei Diskurssträngen zu halten ist:
    - Entkopplung der Vernichtung von der Vergeltungsaktion,
    - Missionsauftrag/Gottes Gerechtigkeit/"Gewalt des Tüchtigen"/Hereros als Gruppe/"diese Schwarzen"
    - kolonialer Siedlungsauftrag "der Weißen"

    Bestandteile eines "Feldzugberichts"?
     
  8. beorna

    beorna Neues Mitglied

    Mir ist nicht ganz klar, worauf du hinaus willst. "Peter Moor" ist eine von mehreren Quellen. Nuhn schreibt an gleicher Stelle bzw. kurz über der Stelle, daß ihm Horst Drechsler als Sekundärquelle sehr von Nutzen war. "Peter Moor" wird also zumeist zur Darstellung des Feldzuges aus Sicht des einfachen Soldaten bzw. Unteroffiziers herangezogen. In posting 204 bin ich auf die Problematik von Frenssens Werk bereits kurz eingegangen.
     
  9. beorna

    beorna Neues Mitglied

    Nochmal ein Nachtrag zu den Zahlen. Irle, dem man wohl kaum vorwerfen kann, daß er für die Opfer der Herero zu niedrige Zahlen angibt, schätzt die Hereroverluste nach den Gefechten bei Hamakari auf etwa 14.000 Personen. Das bezieht sich aber nicht nur auf die Zeit nach Trothas Befehl im Oktober, sondern auf die gesamte Zeit, einschließlich der nach Rücknahme des Befehls.
     
  10. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Am Ende des WW1 wurde die psychologische Kriegsführung zwischen dem Deutschen Reich und u.a. GB fortgesetzt, nicht nur um die Ursachen und die Abfolge des Ausbruchs des Krieges, sondern auch in Bezug auf die Kolonien.

    Im Rahmen des britischen „Blue Book“ wurde die erste Untersuchung vorgenommen, die Ereignisse um den Genozid an den Herero und Nama zu dokumentieren. Gleichzeitig weist Sarkin darauf hin, dass bereits in entsprechenden britischen Reports von 1909 bzw. auch von 1912 fast ähnliche Aussagen zur Kriegsführung der Deutschen in DSWA vorgenommen worden sind. Das finale Blue Book von 1918 sollte demgegenüber als Legitimation dienen, dem Deutschen Reich ihre Kolonien bzw. Schutzgebiete zu entziehen, aber es enthielt nur teilweise neue Erkenntnisse, aufgrund der Berücksichtigung der frühere Berichte.

    Dabei ist es für die historische Bewertung relevant, einerseits zwischen der politischen Intention in Bezug auf die Weltöffentlichkeit zu unterscheiden und andererseits der Qualität der Fakten (“remarkable dedication to factual precision“ (Olusoga und Erichsen S. 261), die im Rahmen des „Blue Books“ aufbereitet wurde, gerecht zu werden.

    Und gerade in Bezug auf den zweiten Aspekt gehen die Kritiker dieses „Blue Books“ sehr oberflächlich mit dieser Quelle um und ersetzen eine differenzierte Begutachtung durch „schnelle Meinungen“.

    Der Hintergrund: Während des Krieges gegen die Herero und die Nama hatte die britische Regierung keinen offiziellen Widerspruch angemeldet, teilweise ist dieser Umstand dem damals geltendem Völkerrecht geschuldet, das die Kolonialvölker nahezu rechtlos machte bei Kriegen oder gewaltsamen Konflikten.

    Dieses ist umso erstaunlicher, als der britische Militärattache Colonel Trench seine Regierung über die menschliche Tragödie im Rahmen der finalen Phase des Genozids, der Verlegung der Herero und Nama in Lager, informiert hatte. Die Aufmerksamkeit der britischen „Humanisten“ konzentrierte sich auf die kolonialen Verbrechen der Belgier und der Portugiesen und auch die britische Presse „failed to fault German Policy“ (Olusoga und Erichsen S. 261).

    Im September 1917 wurde die offizielle Untersuchung eingeleitet. Howard Gorges, John X. Merrimen und Jan Smuts sollen sich der Implikationen wohl bewußt gewesen sein, dass der Report die Ereignisse so realistisch wie möglich wiedergeben sollte. (Olusoga und Erichsen S. 261). Dieses bestätigt beispielweise ein Schrieben von Merrimen an einen Freund (Silvester und Gewald, S. XV)

    Die eigentliche Untersuchung bzw. das Formulieren des Report wurde durch Major O`Reilly vorgenommen. Ihm wurden ca. drei Monate gegeben, den Bericht zu formulieren. Ein erstaunliches Vorgehen, wenn man bedenkt, dass die deutschen Dokumente, die in Winhoek erbeutet worden sind, zunächst übersetzt werden mußten. (Olusoga und Erichsen S. 262). Zu den berücksichtigten Dokumenten gehörten die Unterlagen von Leutwein, von Trotha und von Rohrbach. Der finale Bericht wurde von Gorges redigiert.

    Die Aufbereitung der Fakten, wie beispielsweise das Mengengerüst zu den unterschiedlichen Stämmen vor 1903 orientiert sich an den damals vorliegenden Informationen, die Schätzungen des Britisch Commisioner Palgrave (1976), von Leutwein (1894) und des Hauptmann Schwabe (1903), die beispielsweise von ca. 80.000 Herero und ca. 20.000 Nama (Hottentotten) ausgingen. Entsprechend der offiziellen Zählung in DSWA 1911 ergaben sich für die Herero 15.130 und die Nama 9781 Personen (Silvester und Gewald, Blue Book 60-62). Mit diesen Werten liegt das Blue Book von 1918 im Bereich der Werte, die aktuell für realistisch gehalten werden, wie bei Hull diskutiert.

    https://ia800303.us.archive.org/34/items/BlueBookReportOnTheNativesOfSouthWestAfricaAndTheirTreatmentByGermany/Blue%20book%20Report%20on%20the%20natives%20of%20South-west%20Africa%20and%20their%20treatment%20by%20Germany.pdf

    Das einzigartige am Blue Book sind jedoch die eidesstattlichen Aussagen von Herero und Nama (8 werden exemplarisch aufgeführt), die dem Bericht u.a. beigefügt worden sind und illustrieren das „kollektive Gedächtnis“ dieser beiden „Stämme“.

    Am deutlichsten sind die Schilderungen von Jan Cloete (z.B. 4. Feld Kampanie / Hauptmann Richard) und von Jan Kubas, die auf deutscher Seite am Waterberg gekämpft hatten (Hull, Absolute Destruction, Pos. 1347) Diese Schilderungen belegen das Töten von Tausenden von Herero entlang der Fluchtwege und werden beispielsweise durch die Schilderungen des „alten Afrikaners“ Hauptmann Victor Franke, die er in seinem Tagebuch formuliert hatte, bestätigt (Hull, Absolute Destruction, Pos. 436)

    Bei Hull wird die Quellenlage des Blue Books auch in Bezug auf die eidesstattlichen Aussagen diskutiert und auf die Probleme der Verifizierung verwiesen. Dieses auch vor dem Hintergrund, dass das „Weiss Buch“ darauf verweist, dass die „Natives“ were lying“ (Silvester und Gewald, S. XX) Die jeweiligen interessengebundenen Positionen des deutschen Militärs bzw. des Kolonialamtes und die Interessen von GB lassen sich im wesentlichen durch „Kreuzvalisierungen“ auflösen und so konnte ein Teil der Aussagen verifiziert werden.

    In diesem Sinne werden Augenzeugenberichte, wie die von Manuel Timbu, Jan Cloete oder Jan Kubas zur Schlacht am Waterberg und den Konsequenzen für die physische Vernichtung der Herero in der Omaheke durch entsprechende Darstellungen des deutschen Generalstabes verifiziert oder durch Darstellungen aus deutschen Quellen. Zu den „Augenzeugenberichten“ gehören dann auch die Stellungnahmen der Missionare und die der beteiligten Offiziere. (Hull, Absolute Destruction, Pos. 1333)

    Dabei verweist Hull auf ein grundsätzlicheres methodisches Problem bei der Erinnerung von Ereignissen, die bereits eine gewisse Zeit zurück liegen, da die individuellen Erinnerungen die Abfolge in eine „logischere“ Reihenfolge bringen möchten und so zu einer Verzerrung der realen Ereignisse beitragen.

    Insgesamt unterliegen alle Aussagen der nachträglichen fehlerhaften Erinnerung, allerdings ergeben sich keine gravierenden Unterschiede bei dem Wahrheitsgehalt der Erinnerung zwischen deutschen oder einheimischen Quellen, so Hull. (Hull, Absolute Destruction, Pos. 1333)

    In den zwanziger und dreißiger Jahren gehörte die Diskussion über die kolonialen Gewalt und den Genozid in den Kontext der Ungerechtigkeit, die – angeblich – durch den Versailler Vertrag den „Deutschen“ bzw. der Weimarer Republik zugemutet worden ist. (Olusoga und Erichsen S. 310).

    Vor diesem breiteren historischen Hintergrund fand in einer emotional aufgeladenen Situation kein Diskurs über die deutschen kolonialen Verbrechen und auch nicht über die Verbrechen im ersten Kriegsmonat 1914 in Belgien statt. Vielmehr versuchte das deutsche „Weiss Buch“ von 1919 das englische Blue Book als Propaganda darzustellen und zu belegen, dass es keine kolonialen Greuel gegeben hätte. Und stattdessen beschäftigte sich das deutsche „Weiss Buch“ mit den kolonialen Greueln der Briten in ihren Kolonien, was Davis beispielsweise ausführlich für Indien beleuchtet.

    Dieses „Weiss Buch“ gehört in den politischen Kontext der "Kriegsschulddiskussion", dass von deutscher Seite in der Nachkriegsperiode gezielt eine umfangreiche Desinformationspolitik des eigenen deutschen Volkes und der Weltöffentlichket zum WW1 betrieben wurde, wie Heinemann und Herwig es ausführlich darstellen.

    Zumal die Diskussion über die Anzahl der Opfer der Maji Maji-Rebellion in Ost-Afrika Hinweise gibt, dass im DR bis 1917 keine objektive Bestandsaufnahme vorgenommen worden ist, da man von offizieller Seite von ca. 75.000 Opfern ausging. Demgegenüber, so formuliert Kuß in Anlehnung an Gwassa: „Insgesamt starben im Maji-Maji-Krieg und an seinen Folgen etwa 250.000 bis 300.000 Afrikaner. Die Darstellung von Gwassa gilt heute als „bindend“ in bezug auf das Zahlengerüst(vgl. dazu beispsielsweise auch Iliffe „Tanganyika“) (Kuß, S. 216)

    Abschließend kann man das „Blue Book“, trotz der propagandistischen Intentionen, im Sinne von Hull, Gewald und Silvester mit Olusoga und Erichson folgendermaßen zusammenfasse: „In the histoy of colonialism in Africa, however, the Blue Book stands almost entirely alone as a reliable and comprehensive exploration of the disinheritance and destruction of indigenous peoples.“ (Olusoga, und Erichsen S. 263).

    Deswegen soll mit Gewald und Silvester geschlussfolgert werden: „Though word can never be found to describe the full horror of genocide, the Blue Book does provide us with African voices that will enable us to come some way to shared realisation and understanding of the horrors of colonial rule.“ (S. XXXVII).



    Davis, Mike (2001): Late Victorian holocausts. El Niño famines and the making of the third world. London [England]: Verso.
    Gwassa, Gilbert Clement Kamana (2005): The outbreak and development of the Maji Maji war 1905 - 1907. Köln: Köppe (InterCultura, Bd. 5).
    Heinemann, Ulrich (2011): Die verdrängte Niederlage. Politische Öffentlichkeit und Kriegsschuldfrage in der Weimarer Republik. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht
    Herwig, Holger H. (1987): Clio deceived. Patriotic self-censorship in germany after the Great War. In: International security 12 (1987), S. 5–44.
    Hull, Isabel V. (2005): Absolute destruction. Military culture and the practices of war in imperial Germany. Ithaca, London: Cornell University Press.
    Kuß, Susanne (2006): Kriegsführung ohne hemmende Kulturschranken: . Die deutschen Kolonialkriege in Südwestafrika (1904-1907) und Ostafrika (1905-1908). In: Thoralf Klein und Frank Schumacher (Hg.): Kolonialkriege. Militärische Gewalt im Zeichen des Imperialismus. 1. Aufl. Hamburg: Hamburger Edition, S. 206–245.
    Olusoga, David; Erichsen, Casper W. (2010): The Kaiser's holocaust. Germany's forgotten genocide and the colonial roots of Nazism. London: Faber and Faber.
    Silvester, Jeremy; Gewald, Jan-Bart (2003): Words cannot be found. German colonial rule in Namibia: an annotated reprint of the 1918 Blue Book. Leiden, Boston: Brill
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. August 2016
  11. hatl

    hatl Premiummitglied

  12. beorna

    beorna Neues Mitglied

    Genau

    Angesichts dessen, daß Kitcheners Feldzug dem von von Trotha nicht unähnlich war und in Britischen KZs mehr als dreimal soviele Buren starben wie herero und nama in deutschen KZs verwundert mich schon diese Akrebie der Briten die deutschen Kolonialverbrechen festzuhalten! Nicht zu vergessen, daß es eine Vielzahl von KZs gab, in denen Schwarze interniert waren. Wieviele Opfer muß man da addieren?

    was in Anbetracht des Burenkrieges nicht verwunderlich sein sollte.
    Kitchener initiated plans to flush out guerrillas in a series of systematic drives, organised like a sporting shoot, with success defined in a weekly 'bag' of killed, captured and wounded, and to sweep the country bare of everything that could give sustenance to the guerrillas, including women and children ... It was the clearance of civilians—uprooting a whole nation—that would come to dominate the last phase of the war. (Pakenham, Thomas, The Boer war, 1979).

    Die Lager waren also die finale Phase des Genozids? Die Lager und deren Aufrechterhaltung waren doch eher Ausdruck einer fehlenden Strategie bzw. Plans im Umgang mit den Herero und Nama. Ich hatte in einer meiner ersten postings bereits darufhingewiesen, ich sehe die Situation in den Lagern als Kolonialverbrechen an. Wo aber bestand die Absicht die Herero und Nama in den Lagern zu vernichten? Und wieder fehlen in der Aufzählung die Briten. Portugiesen, Belgier, nur keine Briten.

    realistisch oder wahrheitsgetreu?

    Jetzt keine 105.000 ermordete Hereros mehr?

    Es gab anscheinend Verbrechen der Soldaten an den gefangengenommenen Herero, sowie an den zum Sterben zurückgelassenen Hererokindern,-frauen und -alten. Dies in einen Kontext eines Genozids zu stellen, erscheint mir allerdings sehr weit hergeholt. Schön wäre es in diesem Zusammenhang, wenn du nicht nicht nur Hull zitieren würdest, der Franke zitiert, sondern uns direkt die Aussage Frankes präsentieren würdest. Wir haben nicht alle permanenten Zugriff auf jegliche Literatur. Wenn du aber schon auf berichte zurückgreifst, dann solltest du vielleicht auch berichte über die Situation der deutschen Soldaten berücksichtigen. Stichwort wäre hier zB Frustration aber auch Durst, Hunger, Typhus, Ruhr, Verstümmelung von gefangenen Kameraden, Hinterhalte in deutschen Uniformen etc.

    Es war ein brutaler Krieg, von beiden Seiten brutal geführt. Das werden wohl nur die wenigsten bestreiten. Ein Genozid ist das aber nicht automatisch.

    Heißt das, die briten haben gar keine kolonialen Verbrechen begangen?

    Was hat der Maji-maji-Aufstand jetzt damit zu tun?

    Ehrliche Propaganda? Das ist doch mal was neues!
     
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  13. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

  14. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Vielen Dank für diesen wichtigen Hinweis zum historischen Hintergrund der Personen, die das Blue Book zu DSWA mit verantwortet haben.

    Zwei von drei der Verantwortlichen des Blue Books gehörten als „Buren“ im Burenkrieg zu der von beorna thematisierten „Opfergruppe“. Sie führten Krieg gegen die Briten und erlebten die Unterdrückung, den Krieg der verbrannten Erde und die individuelle und kollektive "nationale Kränkung“ durch die Konzentrationslager direkt mit.

    Ein Aspekt der Geschichte Südafrikas, der lange Zeit erstaunlicherweise vernachlssigt wurde und erst in den letzten Jahren zunehmend aufgearbeitet wird, wie van Heyningen in einer aktuellen Publikation feststellt. Sicherlich auch als Reaktion auf die zunehmende Bedeutung von "post-colonial-studies".

    Mindestens zwei der Verantwortlichen können in Bezug auf ihr apartheitsorientiertes Weltbild als „Rassisten“ bezeichnet werden. Ein Umstand, bei dem südafrikanische Rassisten über deutsche Rassisten im Rahmen des Blue Books geurteilt haben, was sicherlich nicht zu einer überzogenen „humanisten“ Kritik geführt hatte, sondern primär die gravierendsten Fälle auch als solche benannt und dokumentiert (auch fotografiert etc.) haben.

    Als Buren können sowohl Merriman als auch Smuts angesprochen werden, die zu den „Opfern“ der britischen Kriegsführung zählen und somit sind zwei der drei Verantwortlichen sicherlich nicht eindeutig pro britisch in ihrer Haltung und auch nicht automatisch „anti-deutsch“.

    John X. Merrimen:
    https://en.wikipedia.org/wiki/John_X._Merriman Jan Smuts

    Jan Smuts:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Jan_Smuts

    Demgegenüber ist E. Howard Gorges (britischer Brigadegeneral) vermutlich Engländer, da Wiki an diesem Punkt nicht eindeutig ist.

    An diesen kurzen Ausführungen zeigt sich jedoch m.E. deutlich, wie kompliziert das Verhältnis zwischen den Buren und dem Commonwealth war und es wird deutlich, welche Rolle insgesamt rassistisch motivierten Konflikte in der Region hatten, über DSWA hinaus. Was sehr deutlich wird in den Warnungen von Smuts an Merriman.

    Merriman Wiki:
    He carried on a lively correspondence with Jan Christiaan Smuts, constantly warning him about possibilities of rebellion and civil war with Afrikaner sections of the white population who objected to South African cooperation with Great Britain against Germany in World War I, especially the South African invasion of German South West Africa, now Namibia.“
    Insgesamt wird deutlich, dass die Vermutung, es würde sich um ein reines britisches Propagandawerk handeln, einer deutlich komplexeren und widersprüchlicheren Realität gegenüber stand
    .

    van Heyningen, Elizabeth (2013): Concentration Camps of the Anglo-Boer War. Auckland Park: Jacana Media.
     
  15. beorna

    beorna Neues Mitglied

    Ist das so? Gorges entstammt alten anglo-normannischem Adel, war brigadier und kämpfte gegen die Deutschen in Westafrika, ein anderer Gorges, käpfte im 2. matabele krieg, der auch zehntausende Opfer unter den Schwarzen Rhodesiens forderte.

    Marriman und Smuts waren zwar beide Buren, hatte sich aber sehr wohl mit den neuen Herren arrangiert und standen in verantwortlichen Posten im neuen Südafrika, jenem Südafrika, das dann die Treuhand über DSWA erhielt.

    Zudem könnte man ja auch mal schauen, was dann aus den Schwarzen wurde, nachdem Namibia von den bösen Deutschen befreit wurde. Was passierte mit den Paßgesetzen? Was passierte mit dem von den Deutschen eingezogenen Ländereien? Was wurde mit Kitchener nach dem Krieg? Irgendwelche Bestrafungen für den Tod von 26000 zumeist Frauen und Kindern oder dem Tod von ca. 20.000 Schwarzen? 1922 bombardierte man das Lager der Bondelzwart sogar aus Flugzeugen. Von ca. 600 Mann wurden um die hundert getötet, auch Frauen und Kinder. Sie hatten Luftangriffe auf Städte ja schon 1920 in Mesopotamien geübt.

    Der britische Humanismus spricht Bände.
     
  16. jschmidt

    jschmidt Neues Mitglied

    Zwischenruf

    Ich kann nicht erkennen, dass die britische Kolonialpolitik in diesem Thread in Schutz genommen wird.

    Es führt jedoch zu nichts, die deutschen kolonialen Untaten mit den Untaten der anderen zu "kommentieren". Wenn Dir der Burenkrieg oder ein anderes Thema am Herzen liegt, dann mach doch ein Thema auf; ich unterstütze Dich gern. (Auch die Parole "Right or wrong - my country" könnten wir mal diskutieren.)

    Was die Glaubwürdigkeit von Blue-usw.-Book-Verfassern betrifft, habe ich Verständnis für Deine Skepsis. Nachweisbar ist halt, dass bis in die 1960er Jahre viel getan wurde, um die Realität des deutschen Kolonialismus zu verschleiern (siehe etwa Lettow-Vorbecks ach so anhängliche Askaris oder andere Schulbuchbeispiele noch nach 1945).

    Was Zahlen betrifft: Nach meiner persönlichen Meinung gebietet es die Achtung vor den Opfern, entsprechende Recherchen so gut und genau wie möglich durchzuführen. Dabei können natürlich Fehler unterlaufen, weshalb ich das Zweifeln insoweit für eine Grundtugend halte (gerade in unserer Copy-and-paste-Ära). Solange aber Zahlen oder das Verfahren, in dem sie ermittelt wurden, nicht falsifiziert sind, sind sie in der Welt.

    Ist nicht wieder aufgetaucht.
     
  17. beorna

    beorna Neues Mitglied

    Das habe ich auch nicht behauptet. Im Gegenteil, sie wird eher ausgeblendet.

    Da hast du mich völlig falsch verstanden. Es geht mir nicht darum deutsche Verbrechen durch Verbrechen anderer zu beschönigen. Das verhalten der briten ist aber relevant in Bezug auf die Intention und Bewertung des Blaubuches.


    Ich sprach mehrmals von Kolonialverbrechen während des Feldzuges und auch besonders die Lager waren unmenschlich. Auch die zeit vor dem Aufstand ist voll von Untaten, zB gegen die Khauas und es ist richtig, das die Kolonialzeit häufig zu schön gemalt wurde. Allerdings habe ich auch manchmal das Gefühl, daß die Genozid-Vertreter die Mahareros und Witboois gerne außen vor lassen und nicht nur vor dem Feldzug. Die profitierten lange erheblich von den Kolonialherren, hatten keine Skrupel Gegenspieler auszuschalten oder anderen Hererogruppen die Existenzgrundlagen zu nehmen. Auch während des Feldzuges gab es manches Bemerkenswerte. Kapitän Ouandja hatte zB gegen Ende des Feldzuges ein Kapitulationsangebot losgeschickt. Samuel hatte den Brief abgefangen und setzte sich letzlich mit seinen Leuten ab und trank die letzten Wasserlöcher leer. Ouandja wartete vergeblich auf Antwort, folgte dann Samuel und fand nur noch Sand und Tod.

    Ja, es sind reichlich Zahlen in der Welt. Ich gebe dir mal ein modernes Beispiel. Es fehlten über 250.000 Sudetendeutsche nach dem Krieg, die man lange als Vertreibungsopfer zählte. Eine deutsch-tschechische Kommission setzte sich dann hin und versuchte die tatsächlichen Opfer zu ermitteln. Dabei kam man auf 15-30.000 Opfer. 220.000 Menschen fehlen allerdings immer noch. Ich stelle mir die Reaktion bei einigen hier vor, wenn ich zB immer 250.000 Ermordete in den Raum stellen würde. Bei Hererokonflikt scheint die Zählung vollkommen anders zu sein. Man brauch keine Beweise, hoch, nur hoch müssen die Zahlen der Opfer sein. Thanepower erwähnte bis zu 105.000 Tote, zuletzt wenigstens 65.000 tote Hereros. Ich würde das ja akzeptieren, wenn er wenigstens auch mal die Minimalzahlen erwähnen würde. Die finden sich in seinen selektiven Quellen aber nicht.

    Nach dem Burenkrieg meinte ich, nicht nach seiner Fahrt mit der Hampshire. Hat es trotz aller Vorkommnisse noch bis zum Feldmarschall und Kriegsminister im Großen Krieg gebracht. Von Trothas Karriere ging nicht mehr derart voran.
     
  18. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Ist es möglich beim Thema zu bleiben. Der Thread hat doch ein klares Thema.

    Ansonsten hatte jschmidt ja völlig zu Recht darauf hingewiesen, dass es jedem frei steht, einen neuen Thread zu eröffnen.

    Sofern Du Dich mit der Kolonialpolitik von GB beschäftigen willst, dann solltest den Worten Taten folgen lassen.

    Da der provokative Vorwurf einer "selektiven Quellenauswahl" erneut vorgetragen wurde, eine erneute Erwiederung: Meine Quellen, die aus DEINER Sicht "selektiv" sind, waren u.a. die Literaturhinweise des Deutschen Historischen Museums. Das sollte einfach mal verdeutlicht werden, um dem Wort "selektiv" die inhaltliche Bedeutung zu geben.

    Und sicherlich vertritts Du die Auffassung, dass nicht diese Literaturhinweise des Deutschen Historischen Museums den Mainstream abbilden, sondern natürlich Deine Sicht auf die Literatur. Die Du natürlich auch nur sehr spärlich wirklich zitierst.

    Ansonsten und einmal mehr, "MEINE" Literaturhinweise bilden die aktuelle, mehrheitlich akzeptierten Sicht auf diese Themen dar. Was zwar egal wäre, wenn diese Publikationen nicht durch eine extreme Fülle an Quellen ihre Positionen belegen würden und deswegen anderen vorzuziehen sind.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. August 2016
  19. beorna

    beorna Neues Mitglied

    Ich habe im posting über deinem was dazu geschrieben. ist es möglich, daß du erstmal liest?
     
  20. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Teil 1

    Die Frage der Kontinuität einer besonderen – militaristischen - deutschen Art der Kriegsführung und einer damit einhergehenden besonders barbarischen Form der Behandlung von diskriminierten Gruppen im Zuge von entgrenzter Gewaltanwendung hat sowohl von Seiten der Befürworter als auch von Seiten der Gegner teilweise eine „metaphysische“ Erklärung der überdauernden zeitlichen Wirksamkeit von ca. 1900 bis 1945. Vor diesem Hintergrund ein Versuch, einen Erklärungsansatz auf der Basis der Mannheim`schen Generations- und Wissenssoziologie zu formulieren.

    Die Nationalsozialisten waren keine Aliens, sondern rekrutierten sich aus der Bevölkerung Deutschlands. Die allgemeinen Stammtischthesen zur „Opferrolle“ des Deutschen Reichs und dem Bedürfnis, Schuldige zu finde, knüpften in der Weimarer Republik und später im 3. Reich sprachlich und symbolisch vor allem im rechten Parteienspektrum an weit verbreiteten allgemeinen Vorurteilen an, wie dem Anti-Bolschewismus, einem Anti-Slawismus und einer traditionellen antisemitischen Haltung. Zu beobachten waren in der Weimarer Republik und dann noch stärker im Dritten Reich dann unterschiedliche emotionale und kognitive Interpretation von Einstellungsmustern wie beispielsweise einem sozialdarwinistisch verstärkten Rassismus. Sie waren gleich benannt, sie betrafen ähnliche Muster, aber dennoch wurden sie sehr stark in Abhängigkeit vom Lebensalter in einzelnen Punkten bereits verschieden interpretiert . An diesem Punkt wird die Kontinuität auf der einen Seite und die Brüche in der deutschnationalen rechten Ideologie vom Kaiserreich bis in das 3. Reich anderseits deutlich.

    Zu erklären wäre diese unterschiedliche Sicht mit Hilfe des Konzepts der „Generationslagerung“ von Mannheim. Er erklärte noch im Rahmen einer „Wissenssoziologie“, warum durch eine veränderte Umwelt, eine ältere und eine jüngere Gruppe von Menschen im Rahmen unterschiedlicher Generationslagerungen einen anderen Zugang zur Interpretation ihrer Umwelt aufwiesen. Matthes führt diesen Aspekt aus und weist darauf hin, dass Mannheims Arbeiten auch durchaus im Sinne modernerer sozialisationstheoretischer Annahmen, wie die von M. Kohli zur lebenszyklischen Sozialisation, interpretiert werden können.

    Im Kern geht diese These einer generationsspezfischen politischen Sozialisation von der Vorstellung aus, dass die Ereignisse einer spezifischen historischen Epoche die zentralen Werte von Personen mit einem ähnlichen Geburtsalter prägen. Sie erhalten ähnliche – ob nun positive oder negative Sichten auf ein Thema - politische Einstellungen, weil sie in dieser Periode ihre politische Sozialisation durchlaufen. Ähnlich formuliert die cognitive sociology: „In probing the social dimension of our cognition, it reminds us that we think not only as individuals …, but also as members of particular communities with certain distinctive traditions that affect the way we process the world in our minds.“ (Zerubayel, Pos. 1236)

    In diesem Sinne kann man für das neunzehnte Jahrhundert im Gebiet des Deutschen Bundes folgende Generationslagerungen mit spezifischen politischen Sozialisationen analytisch abgrenzen: 1. Die 48 er (geboren ca. 1820 bis 1830), die die revolutionäre nationalistische Phase mit gemacht haben . 2. Die Generationslagerung der Einigungskriege (66 und 71) (geboren 1840 bis 1850) 3. Monarchische Nationalisten (geboren 1860 bis 1890), die das Kaiserreich in seiner Entfaltung und Expansion wahrgenommen haben, 4. Weltkrieg (geboren 1890 bis 1900), die stark durch den WW1 geprägt wurden und 5. Versailles und Weimarer Republik (geboren 1900 bis 1920), die eher die Phase der Revolution und des Beginns der Weimarer Republik kennen gelernt haben (vgl, zur Stabilität von altersbedingten Erfahrungen auch Mann, S. 150 ff). Bei der Einteilung der Generationslagerungen wird deutlich, dass es sich anders als bei der Gruppierung nach Kohorten nicht um gleichlange Alterskategorien dreht, sondern die Generationslagerung ist primär definiert durch wichtige politische Ereignisse.

    Diese Vorstellung erhält zusätzliche Plausibilität u.a. auch durch die Arbeiten von Berger und Luckmann (auch wenn an vielen Punkten bereits kritisiert etc.). Sie gehen davon aus, dass die Interpretation der Realität auf einem Akt der kollektiven Kommunikation basiert. Die Art wie wir unsere Welt sehen, welche Urteile wir fällen und natürlich welche Wertvorstellungen und auch Vorurteile wir kollektiv teilen, sind das Ergebnis dieser kollektiven kommunikativen Interaktion.

    Dieser von Generationslagerung zu Generationslagerung immer wieder und erneut stattfindende Diskurs über Werte und somit auch über Vorurteil, sprich auch Rassismus, ist dann der zentrale gesellschaftliche Mechanismus, der sozialen Wandel hervorbringt und die Konfliktlinien zwischen den Generationslagerungen definiert. Unter dieser Perspektive erklärt er aber auch, warum beispielsweise der ursprüngliche sozialdarwinistische Rassismus der Generationslagerung der „monarchistischen Nationalisten“ auf der einen Seite Ähnlichkeiten zum Verständnis von Rassismus der folgenden Generationslagerung, „Versailles und Weimarer Republik“, aufweist, aber auch gleichzeitig neue Facetten aufnimmt. Aspekte, die teilweise auch mit den Erfahrungen der Okkupation in Russland Ende 1917 zusammen hängen und der Frage von Kolonien bzw. Lebensraum im Osten.

    Die Phase der Entwicklung der NS-Ideologie von seinen unterschiedlichen Wurzeln bis zur Ausformulierung der „Endlösung“ im Zuge der Wannsee-Konferenz kann man in der Terminologie zum „lernenden Unternehmen“ beschreiben. Gerade weil der Holocaust so unvorstellbar war, erforderte er eine hohe „kreative“ Kompetenz und ein hohes Maß an unkonventionellem, organisatorischem Lernen, wie beispielsweise im Reichssicherheitshauptamt – dem typischten Produkt nationalsozialistischer Bürokratie (RSHA) bzw. und seinen organisatorischen Vorläufern (vgl. dazu Wildt oder auch Ingrao) . Es mußte in kurzer Zeit etwas geschaffen werden, für das es bestenfalls isolierte bzw. partielle „Blaupausen“ gab, weil es radikal mit seinen „liberalen“ Vorläufern brechen wollte. Dieses Wissen konnte durch den Personenkreis aus dem Umfeld der kolonialen Kriege als explizites oder als implizites Wissen teilweise mit bereit gestellt werden.

    In den Arbeiten von Nonaka und Takeuchi (Hitotsubashi on knowledge management S. 53) unterscheiden sie „Tacit Knowledge“ (implizites Wissen) und „Explicit Knowledge“ (explizites Wissen) Das implizite Wissen basiert auf unmittelbarer Erfahrung und kann unmittelbar in zukünftige praktische Handlungen integriert werden. Dieses Wissen ist an die Erfahrung einer Person oder einer Gruppe gebunden. Die Weitergabe erfolgt am ehesten über das direkte Vermitteln durch Erzählungen von Beteiligten an Personen, die nicht an den Lernprozessen beteiligt waren(Davenport & Prusak, S. 81).

    Insofern bildeten die direkten Kontakte, die im Rahmen der antidemokratischen Netzwerke der „Freikorps“ zustande kamen, der Ort und die zeitliche Periode, an dem ein neues Amalgam aus tradiertem Wissen (tacit knowledge) über Kriegsführung und die Organisation von „Konzentrationslagern“ aus den Kolonien mit aktuellem Wissen über Kriegsführung im Rahmen bürgerkriegsähnlicher Konflikte im Osten und in Deutschland (ebenfalls organisiert als tacit knowledge) zusammen kamen.

    Dieses Wissen definierte das Weltbild der „frühen Kämpfer“ innerhalb der NSDAP, wie beispielsweise das Weltbild von Röhm. Es definierte die Kriterien für das ausgeprägte Freund- Feindbild, das ein wesentliches Definitionsmerkmal des Faschismus werden sollte, und es definierte die machiavellistische Begründung, dass der „völkische“ - gute - Zweck letztlich alle Mittel rechtfertigt. Das betrifft zum einen die Begründung für die Wahl des „Totalen Krieges“ als From der Kriegsführung, aber auch den Krieg gegen den „inneren Feind des Volkes“ in der Form der „Endlösung“. (vgl. in der Einschätzung auch Ferguson, S. 188ff)

    Für die Phase der Freikorps um 1919 bis 1920 ergeben sich bemerkenswerte Überschneidungen zwischen ehemaligen Offizieren, die in den Kolonien aktiv waren und einem Personenkreis, der maßgeblich zur Ausprägung der NS-Ideologie und ihrer organisationellen Verankerung in der NSDAP bzw. im 3. Reich beigetragen hat. Dabei sticht dann das Netzwerk der ehemaligen führenden Offiziere aus den Kolonien während der Gründung des Kolonialkriegerbundes hervor, der bis 1924 zunächst von General Maercker und dann von Ritter von Epp geführt wurde. Sowohl Maercker wie auch Epp waren militante Republikgegner und Epp wirkte 1920 am Kapp-Lütwitz-Putsch mit. (Speitkamp, S. 162)

    Die Mannschaften und niedrigen Offiziersgrade der Freikorps aus dem Jahr 1919 und 1920 waren primär aus der Generation der Grabenkämpfer der Westfront, während sich ein großer Teil der Offiziere bzw. Kommandeure aus dem kolonialen Dienst rekrutiert und davon war ein relativ hoher Anteil aktiv am Genozid an den Herero und den Nama beteiligt. (Olusoga, & Erichsen, S. 282)

    Das erste Freikorps wurde von General Ludwig von Maercker gebildet, der in DSWA als Offizier tätig war und u.a. zuständig für das Konzentrationslager der Nama-Überlebenden auf Shark Island (eine Info, die Wiki geflissentlich verschweigt!) (Olusoga, & Erichsen, S. 282). In seinem Freikorps (Freiwilliges Landesjägerkorps) wurde in besonderem Maße die Kameradschaft der „Schützengräben“ betont und aus dieser verschworenen Gemeinschaft gingen eine Reihe von zentralen Akteuren des 3. Reichs bzw. des Holocaust hervor. Das wohl bekannteste Mitglied dieses Freikorps ist Reinhard Heydrich, der das RSHA aufbauen sollte. (Olusoga, & Erichsen, S. 283).

    Ein weiterer Veteran des Genozids an den Herero und den Nama war General Lettow-Vorbeck, der ebenfalls in 1919 ein Freikorps initierte. (Olusoga, & Erichsen, S. 283). Obwohl Lettow-Vorbeck jetzt in den Straßen Deutschlands kämpfte, trug er weiterhin die Uniform der „Schutztruppe“. Obwohl Lettow-Vorbeck überzeugter Monarchist war und nie in die NSDAP eintrat, traten eine Reihe seiner Soldaten und Offiziere in die NSDAP ein. Das ambivalente Verhältnis zwischen dem „alten“ kolonialen Rassismus und dem neuen und seinen Repräsentanten kommt dann deutlich zum Ausdruck, wenn beispielsweise Goebbels einen Mann wie Lettow-Vorbeck als „Reaktionär“ bezeichnet, was gemessen am gesamten Weltbild vermutlich durchaus zutreffend war. ( Naranch & Eley, S. 336)

    Im April wurde ein weiteres Freikorps von Ritter von Epp gebildet. Epp hatte zusammen mit Lettow-Vorbeck an der „Vernichtungs-Schlacht“ am Waterberg in DSWA teilgenommen. (Olusoga, & Erichsen, S. 283). Zwei Jahre nach der Gründung des Freikorps wurde er formal seines Amtes als Kommandeur seiner Einheit durch seine Vorgesetzten in der Reichswehr seines Kommandos enthoben. Diesem ungewöhnlichen Vorgang lagen massive Versuche durch Epp zugrunde, seine Soldaten durch rassistische Schriften ideologisch zu indoktrinieren. (Olusoga, & Erichsen, S. 284)

    Allerdings war der Versuch der Indoktrination nicht notwendig gewesen, da sich die Namensliste der Mitglieder seines Freikorps „reads like Who`s Who list of the later Nazi elite“ (Olusoga, & Erichsen, S. 284). Es ghörten u.a. dazu: Wilhelm Stukart (Teilnehmer Wannsee-Konferenz), Karl Astel (einflussreicher Rassetheoretiker, Mit-Organisator der NS-Vernichtungsmaschinerie und Kamerad von Sauckel), Gerhard Wagner (einflussreicher Rassetheoretiker, Mit-Organisator der NS-Vernichtungsmaschinerie), Walter Schultze (Reichs-Dozentenführer und Mit-Organisator der NS-Vernichtungsmaschinerie)oder auch Hess. (Olusoga, & Erichsen, S. 286)
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. August 2016

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