War Deutschland die einzige Macht mit Völkermorden an der einheimischen Bevölkerung?

Dieses Thema im Forum "Die großen Kolonialreiche" wurde erstellt von TurtokDerFette, 23. Mai 2014.

  1. TurtokDerFette

    TurtokDerFette Gesperrt


    Nabend,

    über die Völkermorde an den Herero und Nama findet man im Netz viel. Ich frage mich, ob andere Mächte ähnlich gehandelt haben. Waren die Deutschen wirklich außerordentlich grausam, oder gehörte solches Verhalten einfach in die Zeit?

    Mir fällt eigentlich nur die Teilung Indiens ein, die blutig verlaufen ist, aber das war nach dem Zweiten Weltkrieg. Gibt es derartige Vorfälle von den USA oder GB während der Zeit des Deutschen Kaiserreichs?

    MfG
     
  2. Tannhaeuser

    Tannhaeuser Aktives Mitglied

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  3. ZaZa

    ZaZa Neues Mitglied


    nein auch die türken töteten mit hilfe "ihrer" kurden die "eigenen" armenier und später töteten sie ihre kurden (dersim) und ihre streng muslimische bevölkerung (konya)
     
  4. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Das Zitat "Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer" wird dem US Offizier Philip Sheridan -ob zurecht oder nicht- zugeschrieben. Man kann diskutieren, ob das Vorgehen der USA gegen die Ureinwohner im 19. Jahrhundert einem Völkermord ähnelt oder nicht.

    Nach dem spanisch-amerikanischen Krieg 1898 versuchten die Philippinen, die Unabhängigkeit zu erlangen. Die USA "trauten den Philippinos das nicht zu" und annektierten ("benevolent assimilation") das Land in einem dreijährigen blutigen Krieg. Die amerikanische Öffentlichkeit -Mark Twain äußerte sich, meine ich, dazu - sah diese Eskalation teilweise mit großer Skepsis. Im New York Evening Journal erschien am 5. Mai 1902 ein Cartoon zum Massaker von Balangiga mit einer Erschießungsszene von Kindern unter dem Titel "Kill everyone over ten." - ein Spruch, der dem auf den Philippinen verantwortlichen General Jacob H. Smith zugeschrieben wird.
    The Balangiga Massacre: Getting Even

    Das blutige Treiben in Südwest- und Ostafrika wurde auch in Deutschland oft kritisch gesehen und war damals Thema bei Reichstagsdebatten. August Bebel (SPD) sagte zu von Trothas "Vernichtungsbefehl gegen die Hereros":
    Eine solche Kriegführung kann jeder Metzgerknecht treiben, dazu braucht man nicht General oder höherer Offizier zu sein.

    Interessant im Zusammenhang mit kolonialer Gewalt könnte auch die Erzählung "Herz der Finsternis" von Joseph Conrad sein.

    Grüße, Ugh:winke:
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Mai 2014
  5. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Zitat Wikipedia:
    "Als Völkermord in Ruanda werden umfangreiche Gewalttaten in Ruanda bezeichnet, die am 6. April 1994 begannen und bis Mitte Juli 1994 andauerten. Sie kosteten circa 800.000 bis 1.000.000 Menschen das Leben, die niedrigsten Schätzungen gehen von mindestens 500.000 Toten aus. In annähernd 100 Tagen töteten Angehörige der Hutu-Mehrheit etwa 75 Prozent der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit sowie moderate Hutu, die sich am Völkermord nicht beteiligten oder sich aktiv dagegen einsetzten.[1] Die Täter kamen aus den Reihen der ruandischen Armee, der Präsidentengarde, der Nationalpolizei (Gendarmerie) und der Verwaltung. Zudem spielten die Milizen der Impuzamugambi sowie vor allem der Interahamwe eine besonders aktive Rolle. Auch weite Teile der Hutu-Zivilbevölkerung beteiligten sich am Völkermord. Der Genozid ereignete sich im Kontext eines langjährigen Konflikts zwischen der damaligen ruandischen Regierung und der Rebellenbewegung Ruandische Patriotische Front (RPF).Als Völkermord in Ruanda werden umfangreiche Gewalttaten in Ruanda bezeichnet, die am 6. April 1994 begannen und bis Mitte Juli 1994 andauerten. Sie kosteten circa 800.000 bis 1.000.000 Menschen das Leben, die niedrigsten Schätzungen gehen von mindestens 500.000 Toten aus. In annähernd 100 Tagen töteten Angehörige der Hutu-Mehrheit etwa 75 Prozent der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit sowie moderate Hutu, die sich am Völkermord nicht beteiligten oder sich aktiv dagegen einsetzten.[1] Die Täter kamen aus den Reihen der ruandischen Armee, der Präsidentengarde, der Nationalpolizei (Gendarmerie) und der Verwaltung. Zudem spielten die Milizen der Impuzamugambi sowie vor allem der Interahamwe eine besonders aktive Rolle. Auch weite Teile der Hutu-Zivilbevölkerung beteiligten sich am Völkermord. Der Genozid ereignete sich im Kontext eines langjährigen Konflikts zwischen der damaligen ruandischen Regierung und der Rebellenbewegung Ruandische Patriotische Front (RPF)."

    Die USA verhinderten damals in der UNO, dass die Geschehnisse als Völkermord eingestuft wurden, um nicht selbst in Ruanda eingreifen zu müssen.
     
  6. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Der Name Kitcheners sollte aus dem Ersten Weltkrieg hinreichend bekannt sein. Vom Mahdi-Aufstand im Sudan weiß man … ? Was beide verbindet, ist das Maschinengewehr. Muhammad Ahmad ibn as-Sayyid Abdallah, der diesem Aufstand seinen Namen gab, sollte allerdings jedem ein Begriff sein, der sich mit dem politischen Islam beschäftigt.
    Briten im Sudan. Holen die sich dort nicht nur einen Sonnenbrand? Sonnencreme gab es 1898 noch nicht, das Maxim-Maschinengewehr allerdings schon.
    Am Ende wurden die Briten trotzdem geschlagen und sie kamen nicht in die Verlegenheit, Bevölkerungsgruppen durch die Wüste zu jagen.
     
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  7. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    101 und 102 v. Chr. löschten die Römer die beiden Völker Kimbern und Teutonen aus, die auf römischen Territorium siedeln wollten.
     
  8. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    So weit ich weiß, stand am Ende des Mahdi-Reiches das "Anglo-Ägyptische Kondominium" - von einem nachhaltigen Sieg des Mahdis kann man, glaube ich daher, nicht sprechen.

    OT: Vielleicht habe ich bei diesem Teil deines Zitats, auch eine gewisse Ironie missachtet.:winke:

    "Whatever happens, we have got
    The Maxim gun, and they have not."
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Juni 2014

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