Warum Dominikaner und Franziskaner?

Dieses Thema im Forum "Die Inquisition" wurde erstellt von firEagle, 10. Mai 2005.



  1. Seianus

    Seianus Gast

    Die Franziskaner waren eigentlich nie ernsthaft mit der Inquisition beschäftigt.
    Die Dominikaner waren deshalb besonders geeignet, da sie der Orden mit der straffsten Hierarchie waren und nicht einem Bischof sondern direkt dem Papst unterstanden.
    Dominikus hatte mit der Einführung der Inquisition wirklich gar nichts zu tun, dies geschah erst auf dem IV. Laterankonzil.

    Gruß
    Seianus
     
  2. ADCM

    ADCM Neues Mitglied

    Franziskaner und Dominikaner an der I. beteiligt

    Hallo und schönen guten Abend @all,

    interessant was sich hier so alles abspielt. Schade nur, dass ich erst so spät dazu gestossen bin.

    Also aus rein persönlichen Interesse beschäftige ich mich auch schon etwas mit der I.
    Eine der wichtigsten Arbeiten zur I. wurde m.E. von Henry Charles Lea erbracht. In einem der 3 Bände "Geschichte der Inquisition im Mittelalter"geht er auch auf die Franziskaner und Dominkaner als I. ein. Laut Lea waren beide Orden stark an der I. beteiligt. Wohl war der Franziskanerorden am Anfang noch auf der Ketzerseite gestanden, wurde dann aber auch durch Papst Gregor IX. auf den Plan gerufen.
    Beide Bettelorden waren aktiv an der I. beteiligt. Man weiß von Prozessen an denen sowohl Franziskaner als auch Dominikaner I. beteiligt waren. Die Rolle der Franziskaner war demnach klar. :)
     
  3. Mercy

    Mercy unvergessen

    Lea war sicher wichtig, kennst du auch das Erscheinungsjahr der Publikation?
     
  4. ADCM

    ADCM Neues Mitglied

    Salut Mercy,

    ja klar, geschrieben 1887 ist die mir vorliegende Ausgabe aus dem Jahr 1997. ISBN 3-8218-0507-2.
    In Band I von III Seite 337 ff. findet man dann auch eine Darstellung der Franziskaner die mit der I. betraut wurden.

    :winke:
     
  5. Scarlett

    Scarlett Neues Mitglied

    Was haltet Ihr von der These, dass Dominikus selbst, als Ordensgründer der Dominikaner, ein Inquisitor war?
     
  6. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Zwei Aspekte möchte ich hier noch ansprechen.

    Zum Einen darf man "Inquisition" nicht auf das moderne Vorurteil von Folterkellern und Scheiterhaufen reduzieren.
    Das war zwar in diversen Phasen und Regionen so (und ein übler Tiefpunkt abendländischer Geschichte), aber gerade in der Anfangszeit stand dem Namen entsprechend die reine Untersuchung im Vordergrund.
    Da konnte in vernünftiger und ausgebildeter Inquisitor deutlich eine Verbesserung sein gegenüber eine willkürlich und machtpolitisch urteilendem lokalen Bischof.

    Und dann die Frage: Warum ausgerechnet Franziskaner und Dominikaner?

    Wohl auch weil sie betont weltzugewandt agierten.
    Die klassischen Mönchsorden vorher wollten sich ja in selbstgewählter Einsamkeit vor allem um den Gottesdienst kümmern.
    Sie sahen ihre Aufgabe darin, für ihre Mitmenschen zu beten, nicht diese zu belehren.

    Während die Bettelorden darauf abzielten, diesen Menschen erst einmal zu erklären, wie sie gottgefällig zu leben hätten.
    Und dann kann es natürlich eine Folgerung sein, sich auch um die zu kümmern, die diesen Erklärungen widersprechen oder gar durch "falsche" Lehren den Erfolg dieser Predigerarbeit gefährden.
     
  7. JAccie

    JAccie Neues Mitglied

    Hallo ihr,
    ich bin neu hier und fand dieses Thema zufällig über Google...damit auch gleich zu meinem Problem:
    gibt es denn irgendeine Quelle, in der
    a)die Teilnahme der Franziskaner an der Inquisition grundsätzlich belegt ist
    b)belegt ist, wann die Franziskaner das erste Mal damit betraut wurden(vermutlich eine Bulle Ille humanis generis, aber die angegebenen Jahreszahlen, die ich gefunden habe, reichen von 1227 bis 1237...)
    c)eine Quelle, in der die Franziskaner sich selber zu ihrer inquisitorischen Tätigkeit äußern? Vllt ein Generalkonzil oder sowas...danke:)

    Ihre Rolle bei der Inquisition darzustellen ist Teil meiner Hausarbeit und ich hab mittlerweile etwa 10 Stunden bei Google, 5 in der Unibib und 4 in der Staatsbib auf der Suche nach oben genannten Quellen verbracht und bin immer noch nicht schlau...

    Danke schonmal!:)
     
  8. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin

    Mir wurde eben erst bewusst dass ich diesen Umstand ebenfalls noch nie ausreichend hinterfragt habe und so stehe ich nun mit lediglich einem (sehr frühem) Franziskaner da, der mir aus dem Effeff einfällt: Stephan von St. Thibéry

    Stephan (Étienne) von St-Thibéry (von Narbonne) - kumenisches Heiligenlexikon

    Vielleicht ist er aber als Ausgangspunkt für weitere Nachbohrungen geeignet. Ich mache mir im Laufe des Tages weitere Gedanken und hoffe dass etwas fruchtbares rauskommt.
     
  9. JAccie

    JAccie Neues Mitglied

    danke schonmal :) da er heiliggesprochen wurde, müsste ich ihn folglich in den acta sanctorum vorfinden, oder?
     
  10. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin

    Ja, dort findest Du was. (Obschon er "nur" seliggesprochen wurde.) Hier per copy & paste was der Bautz dazu anbietet:

    Lit.: L. Wadding, Annales Ordinis Minorum, 86 Bde, Lyon 1625-1654, Quaracchi-Florenz 31931 ff., III, 78 f.; - Bollandus u. a. (Hrsg.), Acta Sanctorum Maii, Paris 1867, VII, 177 ff.; - P. Belperron, La croisade contre les Albigeois, Paris 1942, 428; - M. Bertucci, in: Bibliotheca sanctorum, Rom 1961-1969, XI, 647-649; - DHGE V, 1154-1162; - LThK 2IX, 1046; - Encyclopedic Dictionary of Religion, Philadelphia-Washington, D. C. 1979, 3390.
    STEPHAN von Narbonne
     
  11. rose.linden

    rose.linden Neues Mitglied

    Hallo
    nur mal in kurzer Einwurf: Die Zisterzienser waren zu erst mit der Inquisition gegen die Katharer beauftragt

    das war es schon
     

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