Wer hat Vorfahren, die Bürger des Römischen Reiches waren ?

Dieses Thema im Forum "Das Römische Reich" wurde erstellt von Barraca, 22. Januar 2019.

  1. Barraca

    Barraca Neues Mitglied


    Natürlich so gut wie alle in Europa (und dem Rest der westlichen Welt).

    Aber : Gibt es Menschen, die das auch nachweisen können ?

    Ich habe vor Jahren eine Doku gesehen, in dem ein Mann aus Istanbul gezeigt wurde, dessen Vorfahr Beamter im byzantinischen Reich gewesen sein soll. Somit würde meine Frage zumindestens auf ihn zutreffen. Kann das jemand bestätigen, daß es Menschen mit einer solch langen Familiengeschichte gibt?
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Nachnamen kamen hierzulande erst im Mittelalter auf und die Kirchenbucheinträge, nach welchen man evtl. Familiengeschichte zurückverfolgen kann, reichen kaum über das SpätMA hinaus, wenn sie denn nicht sowieso in Stadtbränden, Archiveinstürzen, Reformation, 30jährigem Krieg, Pfälzischem Erbfolgekrieg, Zweiten Weltkrieg, Motten- und Mäusefraß oder sonstige Katastrophen verloren gegangen sind. Nein, hierzulande sind, Adel teilweise ausgenommen, keine Familien nachzuweisen, die über das SpätMA hinausgehen. Die Welfen vielleicht, die führten im Mittelalter ihren Namen auf Welpe zurück, was im Lateinischen catulus ist. So wurde dann eine Herkunft zu Catilina konstruiert. Also wenn Ernst-August an diese Legende glaubt, dann kann er sich auf einen Verschwörer der römischen Republik berufen.
     
  3. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied


    Die Kirchenbücher hierzulande gehen selten weiter zurück als ins 17. Jh.; Kirchenbücher aus dem 16. Jh. sind schon recht selten.
    Manchmal kommt man mit Steuerbüchern noch etwas weiter zurück.

    Das byzantinische Reich endete 1453. Das wäre zeitlich in etwa vergleichbar.
     
  4. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    Ich habe römisch-senatorische und wikingische Vorfahren :D ...leider sind in den wirren Zeitläuften die Quellen der primordialen Heldentaten meiner teils kultivierten, teils rustikalen Ahnen verloren gegangen... das macht es schwierig für mich, meine Besitzansprüche bzgl einiger Villen (samt Grundstücken) sowie einiger Silberschätze durchzusetzen ...

    difficile est saturam non scribere
     
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  5. Lukullus

    Lukullus Aktives Mitglied

    Bei den nicht allzu weit zurückreichenden Kirchen- wie Steuerbüchern ist zudem zu berücksichtigen, dass das was schriftlich niedergelegt wurde nicht immer den vorangegangenen Realitäten entsprechen muss.

    Mir bekannt: ein im späten 19. Jahrhundert, photodokumentarisch belegt, urplötzlich auftretendes “Bohnenstangen“-Phänomen eines Schwarzwälder Familienzweigs (potentiell einst römisch bürgerverrechtet) wurde in der Sippe stets mit verbesserter Ernährung wie medizinscher Versorgung tradiert. Recherchen ergaben, dass ein kurzfristig im einstigen agri decumates verweilender Eisenbahn-Ingenieur von der Waterkant (potentiell nie mit römischen Bürgerstatus) neben der Gleisbau-Planung auch amouröse Herausforderungen suchte - in den offiziellen Schriften ist er nicht präsent.

    So manch “Kuckuckskind“ wie seine Nachfahren dürfte munter “unerkannt“ durch die Geschichte krabbeln - patrilinear gedacht, dürfte sich angesichts römischer Feldzüge wie barbarischer raids so manch Anspruch auf römischen Villenbesitz hin zum Silberschatz verschieben, wie auch umgekehrt.

    Vermutlich nicht römisch, doch nicht allzuweit von diesem oder jenem Aufeinandertreffen römischer Bürger mit “Barbaren“ lokalisiert, findet sich von den Ufern an der Salza:
    Älteste Familie der Welt lebt im Harz – In 3.000 Jahren nicht umgezogen
     
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  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die Fragestellung war doch wohl so zu verstehen, ob es Menschen gäbe, die ihren Stammbaum bis ins römische Reich zurückverfolgen könnten. Und da muss man, wenn man nicht irgendwelche genealogische Legenden adeliger Familien strapazieren will, eben sagen, dass das micht möglich ist. An die Namen kommen wir irgendwann nicht mehr heran. Das ändert nichts daran, dass der Rhein die Völkermühle Europas ist.und wir alle wissen, dass irgendwann mal ein Vorfahr von uns sich aus Afrika kommend an der Levanteküste angesiedelt hat.
     
  7. Lukullus

    Lukullus Aktives Mitglied

    Völlig d'accord!
    Wenn's denn stimmt, geht's stadtrömisch hier immerhin ins 10. Jahrhundert zurück:
    Massimo (Adelsgeschlecht) – Wikipedia

    Womit sich dekumatlands geltend machbare Ansprüche bis hin zu Straußeneierschalen ausweiten.:D
     
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich befürchte, an dem Erbschaftsstreit werden so in etwa acht Milliarden Menschen teilnehmen. Und wer will da einen neutralen Richter finden?
     
  9. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

  10. Lukullus

    Lukullus Aktives Mitglied

    Ein weiterer älterer Thread, der - wenn auch “anders rum“ gedacht - in Richtung dieses Themas geht:

    Alter römischer Adel
     
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