Wer war nun Vorfahr und wer der erste Mensch

Dieses Thema im Forum "Frühzeit des Menschen" wurde erstellt von Dido, 3. August 2008.

  1. Dido

    Dido Neues Mitglied


    Ich hatte gerade ein Streitgespräch und hoffe ihr könnt mir helfen meine Unklarheiten zu beseitigen.

    Ich habe aufgrund von Buchwissen behauptet der Homo habilis sei nur ein Vorfahr der Menschen, der aber im Körperbau noch einem Affen mehr ähnelte. Dagegen sei der erste echte Mensch wohl der Homo sapiens gewesen. Soweit heisst es in meinen Unterlagen.
    Jetzt wurde mir gesagt ich würde Mist erzählen, auch der homo habilis sei bereits ein Mensch gewesen.

    Was stimmt nun? In Wikipedia habe ich gefunden dass man wohl noch andere Vorfahren von Zeiten des Homo habilis gefunden habe, und dass dadurch ein Streit entstanden ist....
     
  2. Tekker

    Tekker Gast

    Wie der Name "Homo" bereits nahelegt, zählt man m.W. auch den "Habilis" zur Gattung Mensch.
     
  3. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied


    Sieh es einfach so: Die Gattungsbezeichnung "Homo" heißt Mensch. Also ist die Bewertung des habilis als Mensch korrekt. Das muss aber nicht bedeuten, dass er unser direkter Vorfahre war.
    An der "Menschlichkeit" des Neandertalers gibt es keinen Zweifel, auch wenn er "nur" unser "Cousin" war.
     
  4. Dido

    Dido Neues Mitglied

    Aber der homo habilis gehörte doch zu den australophitecinen und das würde belegen, dass er kein Mensch war, sondern ein Vorfahre des Menschen der aber dem Affen näher stand...
    So steht es doch öfter begründet, wobei denke ich große Diskussionen bestehen, was die direkte Aufteilung betrifft.
    Edit: in der Diskussion ging es um den ersten "echten" Menschen, wobei teilweise haarsträubende Antworten kamen, wie etwa Adam und Eva ( aus religiöser sicht mag ds zutreffen, wissenschaftlich betrachtet war die Konversation eher eine Katastrophe)
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. August 2008
  5. Tekker

    Tekker Gast

    Sind doch eine Gattung für sich? Da gehört der Habilis imho nicht zu. bb? :confused:
     
  6. Dido

    Dido Neues Mitglied

    ups hab ich da was durcheinander geworfen, sorry, bin nicht so bewandert in dieser Zeit ;)
     
  7. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Er heißt aber Homo und nicht Australopithecus. Er hat sich aus diesem wohl entwickelt, stellt aber aufgrund seiner Werkzeugherstellung eine neue Qualität dar.
     
  8. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    Ich hab noch ein paar interessante Links für euch gefunden:
    homo habilis - Geschichte der Menschheit
    +
    Die Evolution des Menschen

    Aber:
    Über die Klassifizierung einzelner Arten wird noch diskutiert, so wie hier:

    weiterlesen hier:
    Wort und Wissen

    Viel Spaß beim lesen!
    :winke:
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. August 2008
  9. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

  10. elysian

    elysian Neues Mitglied

    Zumindest die Frage nach dem ersten Menschen kann ich beantworten.
    Das ist der, der gestern vor mir hertuckerte, als ich mit meinen Lieben nach Essen zum Essen gefahren bin. :D
     
  11. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Der Status wird in der Tat diskutiert. Gehört habilis nicht in die Ahnenreihe, was unklar ist, wäre die Gattung Homo polyphyletisch. Das ist in der Nomenklatur eigentlich nicht zulässig. Bis auf Weiteres bleibt offenbar die in Wiki dokumentierte Auffassung die Mehrheitsmeinung der Paläoanthropologen.
     
  12. hyokkose

    hyokkose Gast

    Die Artikel auf diesem Link sind generell sehr mit Vorsicht zu genießen, die Übergänge zwischen Wissenschaft, Pseudowissenschaft und abstrusem Stuß sind hier sehr fließend.
    Bei "Wort und Wissen" handelt es sich um religiöse Fundamentalisten, die felsenfest davon überzeugt sind, daß Gott die Erde vor wenigen Tausend Jahren geschaffen hat, und daß alle heutigen Menschen von Noahs drei Söhnen abstammen.

    Die behauptete "morphologische Lücke zwischen den Australomorphen und der Gattung Homo" soll wohl suggerieren, es gäbe eine unüberbrückbare Kluft zwischen Affe und Mensch.

    Tatsächlich bildet der Homo habilis eindeutig eine Übergangsform zwischen den Australopithecinen und den späteren Menschen - nur von daher wird der Vorschlag verständlich, den Homo habilis eventuell doch als Australopithecus habilis einzuordnen.
     
  13. Dido

    Dido Neues Mitglied

    Es tut mir leid wenn ich hier eine Diskussion wieder aufgegriffen hab die in dieser Form schon existierte, aber ich habe auf die Schnelle keine Erläuterung zu meinem Problem gefunden...
    Ansonsten hab ich dank diesem Thread jetzt viel dazugelernt, und festgestellt, dass ich wohl doch nicht alles durcheinandergeworfen habe, sondern dass es vielmehr sehr viele Quellen gibt, von denen bei mir wohl von Überall was hängen geblieben zu sein scheint, wodurch sich das Wirrwarr in meinem Kopf erklärt, also vielen Dank :anbetung:
     
  14. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    Es ist schon einige Zeit her, wo ich so etwas schon mal gelesen habe. Diese Quelle habe ich heute nicht mehr parat, deshalb war ich froh darüber, daß ich diese Seite hier fand.
    Es gibt jedoch verschiedene Seiten, in denen der habilis als umstrittener Vertreter der Gattung "Homo" dargestellt wird. So auch hier:
    www.lrz-muenchen.de/~wolfgang_schindler/skripte/Sprachgeschichte1.pdf
     
  15. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    Man sollte da Folgendes bedenken:

    Zum einen haben wir eine etwas unklare Definition von "Menschen": Jemand wie Du und ich, aber wie genau: Brillenträger, geschichtsinteressiert, Teetrinker? Eher so:
    - Aufrechter Gang, der durch eine besondere Fußkonstruktion unterstützt wird.
    - geschickte Hände durch gegenüberstellbare Daumen
    - für eine breites Spektrum von tierischer und pflanzlicher Nahrung geeignete Zähne
    - höhere Kombinationsfähigkeit durch eine große Hirnrinde
    - differenzierte Lautsprache
    - Fähigkeit, Werkzeuge zu schaffen (aus Stein oder Holz)
    - Fähigkeit, Feuer zu benutzen
    - Bewusstsein für Kultur oder Religion, die sich in Schmuck, Kunst und Totenbestattung äußert.

    Völlig klar, dass dies auch auf Außerirdische zutreffen mag. Irdisch finden wir das aber nur innerhalb der Primaten.

    Die drei Fragen sind nun:
    In welchem Umfang treten die oben genannten Kriterien bei den jeweiligen Funden auf?
    Die Unsicherheit ist offensichtlich: Nicht alles kann man an den Knochen ablesen.

    Und auf der anderen Seite: Wo beginnt der Mensch wirklich: Geht es vielleicht auch mit schiefen Zähnen? Oder einem etwas kleineren Gehirn?

    Und drittens: Gehört dieses offenbar menschenähnliche Wesen überhaupt zu unseren Vorfahren? Oder sind es Vettern wie die Neandertaler?
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. August 2008
  16. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    Interessante Frage:
    Was macht den Menschen zum Menschen?

    Definition: Mensch - Meyers Lexikon online sagt folgendes dazu:
     
  17. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    Etwas weitschweifiger als meine Stichwortliste... Aber das (zurückgebildete) Fell hatte ich total vergessen - seltsam..
     
  18. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Entstanden zwischen 1873 und 1883! Er war schon ein kluger Kopf.
    Friedrich Engels - Dialektik der Natur - Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen

    Kurzum: Werkzeugherstellung unter Gebrauch anderer Werkzeuge und deren geplante Mitnahme für die künftige Nutzung - so lernte ich es einmal. Ob nun behaart oder nicht ist doch wirklich Wurst.

    Schimpansen nutzen auch Stöcke, bearbeiten sie aber mit Händen und Zähnen und schleppen sie nicht mit. Auch Steine zum Nüsseknacken verbleiben am Ort, weil sie nicht vorausschauend planen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. August 2008
  19. Brahmenauer

    Brahmenauer Mitglied

    Das Abstammungsproblem ist m.E. immer noch nicht glöst, eigentlich für keine einzige Art.
    Abstammung verstehe ich so: eine Elterngeneration produziert eine Kindergeneration. Damit eine neue Art entstehen kann, darf es sich dabei nicht um eine "Reproduktion" handeln, sondern um eine genetisch entsprechende Abweichung zur Elterngeneration, sonst würde ja die gleiche Art wieder entstehen. Da bei der Entwicklung die Generationen-kette nicht abreißen darf - sonst Aussterben - muß auf diesem Wege auch der Mensch sich zum Homo sapiens sapiens entwickelt haben. Da die Archäologen und Biologen die nach bisherigem darwinistischen Verständnis notwendigen Zwischenglieder (missing links) nicht vorweisen können, verfällt man seit Darwin (in Übereinstimmung mit Ch. Lyell) auf sehr lange Entwicklungszeiten, um sich um dieses Problem herum zu drücken. Deshalb müssen auch alle Vorläufer des Menschen unbedingt aus Afrika kommen, möglichst auf einem langen Umweg über den Golf von Aden, um dann rechtzeitig den Neandertalern in Europa den Garaus zu machen. Auch die Diskussion über Erbmaterial, Genpool, mt-DNA hat die Wissenschaft nicht weiter gebracht. Es ist nur ein weiterer Vertreter der "Naturwissen-schaften" in der Diskussion, welcher sich um Fundergebnisse und Stratigraphien nicht schert.
     
  20. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    @Brahmenauer, hast du schon mal den Begriff "Mutation" gehört? Den Rest will ich bei deiner totalen Ignoranz der letzten 200 Jahre Wissensfortschritt nicht weiter kommentieren :gruml:, versuch es mal in einem Kreationisten-Forum.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. September 2008

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