Wieso half Ostrom Westrom nach den Überfällen nicht?

Dieses Thema im Forum "Das Byzantinische Reich" wurde erstellt von pickanick, 13. Februar 2014.



  1. pickanick

    pickanick Neues Mitglied

    Hey,

    Wie hat byzanz westrom nicht geholfen nach dem ersten Überfall? Ich glaube vom 1. bis zum 3. Überfall lagen 50 Jahre dazwischen. Man hat doch nicht dauerhaft mit den persern Probleme gehabt gab es keine friedenszeit? Und das oströmische Reich hat doch große Gebiete des ehemaligen westroms (die italienischen Gebiete ohne Spanien, gallien und illyrien ) zurück erobert. Wieso hat man nicht einen neuen Kaiser eingesetzt und westrom wieder gegründet?
     
  2. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Es waren 45 Jahre.
    Und es gab schon Friedenszeiten mit den Persern, das war weniger das Problem. (Ärger gab es obendrein oft eher am Balkan.)

    Aber zum einen waren sich die Kaiser des Westens und des Ostens (oder besser gesagt, die eigentlichen Machthaber des Westens und des Ostens, denn das waren oft nicht die Kaiser selbst) oft nicht gerade grün. Im Westen regierten (oder fungierten als Marionetten) öfters Kaiser, die vom Osten nicht einmal anerkannt wurden. Es kam sogar zu kriegerischen Verwicklungen zwischen den beiden Reichshälften, vor allem um das umstrittene Illyrien. Dazu kam noch, dass nun einmal jedem das eigene Hemd näher ist als der Nachbar: Im Zweifel lenkten die Oströmer daher Angreifer am Balkan nach Möglichkeit in den Westen um. (Aber auch der Westen sorgte dafür, dass nach Möglichkeit Invasoren eher den Osten plünderten.)
    Eine Rolle spielte wohl auch, dass auch im Osten zeitweise die eigentliche Macht in den Händen irgendwelcher Heerführer oder gar Höflinge lag, die genug damit zu tun hatten, ihre eigene Macht gegen Konkurrenten abzusichern, und denen kaum Zeit und Ressourcen für außenpolitische Abenteuer blieben.
    Kaiser Zenon, der zur Zeit des Untergangs des Weströmischen Reiches im Osten regierte, hatte übrigens meist alle Hände voll zu tun, um nicht selbst gestürzt zu werden.

    Zum anderen half der Osten dem Westen mehrmals sehr wohl, z. B. mit dem großangelegten, aber gescheiterten Feldzug des oströmischen Feldherrn Basiliskos gegen die Wandalen in Nordafrika.

    Man darf auch nicht vergessen, dass in der Spätantike die Zeit der großen Heere aus mehreren Legionen mit etlichen zehntausend Mann vorbei war. Der Großteil der Armeen wurde nur noch zur Grenzverteidigung und als Garnisonen eingesetzt. Für Angriffskriege und Unternehmungen in fernen Ländern standen nur noch vergleichsweise kleine Feldheere zur Verfügung.

    Wieso hätte man das tun sollen?

    Die wiedereroberten westlichen Gebiete (dazu gehörte eine Zeitlang übrigens auch Südspanien) waren ohnehin nur ein Anhängsel des Ostens, und mit der Einführung der Exarchate konnten sie auch ohne eigenen Kaiser recht eigenständig agieren. Ein eigener Kaiser für den Westen wäre überflüssig gewesen.

    Übrigens hatten wir so ein ähnliches Thema erst neulich: http://www.geschichtsforum.de/f35/wiederherstellung-westroms-47900/
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Februar 2014
  3. Stilicho

    Stilicho Aktives Mitglied

    Überfall?? Was für ein "Überfall"?
     
  4. lvfalkenberg

    lvfalkenberg Neues Mitglied

    Habt ihr irgendwelche Quellen, auf die ihr eure Vermutungen stützt? Und wenn ja, welche?
     

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