Wikinger-Kabeljau unter Käpt'n Iglu AD 800?

Dieses Thema im Forum "Die Wikinger" wurde erstellt von silesia, 23. August 2017.



  1. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Die Vorab-Informationen der PNAS laufen schon seit ca. 2 Wochen durch die Presse, aber nun gibt es in dieser Woche auch die entsprechende Publikation dazu.

    Was länger als Hypothese bekannt war, bekommt nun Unterstützung durch weitere Untersuchungen: getrockneter Kabeljau soll u.a. von den Lofoten nach Mitteleuropa, die britischen Inseln etc. als Handelsware vertrieben worden sein, möglicherweise über entsprechende "Netzwerke" des Handels.

    Das jedenfalls legt eine Studie der Herkunft von 19 untersuchten Funden nahe.
    Ancient DNA reveals the Arctic origin of Viking Age cod from Haithabu, Germany


    conclusion:
    Our discovery of distinctive genomic inversions in ancient cod specimens has made it possible to answer the long-standing question of whether dried cod was transported from northern Norway during the Viking Age (800–1066 CE), solving a mystery epitomized by the ninth-century account of an Arctic Norwegian chieftain’s voyage to Haithabu. Our findings suggest that distant requirements for Arctic protein had thus already begun to influence the economy and ecology of the north over the chronology under consideration. Our study highlights the potential of coupling modern genomics with ancient DNA to study the origins of historic trade routes in fish and other taxa.

    Material and Methods:
    The ancient samples (n = 19) are from the archives of excavations conducted at Haithabu (39), Schleswig (76), Bjørkum (77), Oslo (78), and Orkney (26) and are dated based on archaeological context. They come from waterlogged (Haithabu, Schleswig, and Oslo) and free-draining (Bjørkum and Orkney) deposits and have been stored dry and unfrozen in fluctuating ambient temperatures after excavation. Bones were morphologically identified as Atlantic cod and selected from different archaeological layers, from fish of differing size and/or from the same element to avoid multiple samples from individual fish
     
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  2. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    ...sind damit die rohen und rüden Wikinger zu den Erfindern von fish´n´chips oder gar Bacalhau emporgestiegen? :D
     
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  3. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Die "chips" wurden erst später über Umwege eingeführt und dann in Belgien veredelt.:cool:
     
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  4. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

  5. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Wir sind schon immer dem nächsten großen Fressen hinterher gelaufen ...
     
  6. Gangflow

    Gangflow Aktives Mitglied

    Stockfisch und Klippfisch ist durch Trocknung haltbar gemachter Fisch – vor allem Kabeljau (Dorsch), auch Seelachs, Schellfisch und Leng, wobei bei beiden Varianten vorher die Köpfe und Eingeweide entfernt werden.
    Beim Stockfisch werden die Fische paarweise an den Schwanzflossen zusammengebunden und zum Trocknen auf Holzgestelle (norw. stokk) gehängt. Neuere Forschungen am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel ergaben, dass diese Konservierungsmethode ab dem 8. Jahrhundert in Nordnorwegen praktiziert wurde. Bisher wurde angenommen, dass dies erst ab dem 13. Jahrhundert geschah.
    Der Stockfisch ist hart wie Stein. Um ihn essen zu können muß er geschlagen und gehämmert werden um die Fasern zu brechen.

    Das Kochbuch von Sabina Welserin von 1553 enthält ein Rezept „von meinem gnädigen Herrn von Lindau dem Bischof von Konstanz":
    Stockfisch zú machen, kompt vonn meinem
    gnedigen herren zú linido bischoff zú costentz gewest

    Erstlich nempt ain lechwasser vnnd ain eschen vnnd setzt
    ain kalckes an/ des zimlich resß seý/ vnnd waichent den
    stockfisch darein, last jn ain nacht vnnd ain tag waichen,
    darnach thiet dasselbig herab vnnd thiet von dem vorigen
    kalckes wider daran/ last es wider ain tag vnnd ain nacht
    waichen/ thiet jn darnach jn ain haffen vnnd wescht jn aúsß
    2 oder .3. wasser, damit der stockfisch nit nach der laúg
    schmeck/ thiet jn darnach jn ain haffen vnnd thiet ain
    wasser daran vnnd lasst jn fein gemach sieden, das er nit
    jberlauff/ last jn nún gar gemach sieden, sonst win er hert,
    last jn vngefarlich ain gúte stúnd sieden/ darnach richt jn an
    vnnd saltzt jn vnnd giest ain gesaltzen púter dariber vnnd
    tragen fúr/ aúch thiet aússen vmber an .3. ortten gúten
    senff, man músß aúch den stockfisch woll blúen, ee man einwessert.
     
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  7. Heine

    Heine Aktives Mitglied

    Die Wikinger brachten wenigstens noch echten Kabeljau auf die britischen Inseln. Heutzutage nutzt man in England DNA-Tests, um verbreiteten Fake-Kabeljau in Fish 'n' Chips zu entlarven.

    A fishy tale as chip shops are caught selling cheaper species
     
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