Das kann man so aber nicht vergleichen. In einer Industriegesellschaft ist es leichter, Überschüsse zu produzieren, um eine größere Menge an Leute zu finanzieren, die keiner unmittelbar produktiven Tätigkeit in der Landwirtschaft, im Handwerk (bzw. Industrie) oder im Handel ausübten, als in einer vorindustriellen antiken Gesellschaft, die überwiegend auf Landwirtschaft beruhte.Ich hab gegoogelt. Demnach hatte die römische Armee "in der Blütezeit des Reichs" sowas wie 270.000 Mann, es gab wohl etwa 55 Mio. Einwohner. Damit wäre das Zahlenverhältnis zwischen Soldaten und Bevölkerung zwar größer als derzeit in Deutschland gewesen, aber deutlich niedriger als in der Bundesrepublik vor 1990.
(Das ist natürlich nur ein Aspekt, aber ein wichtiger.)
Außerdem war die Armee der Bundesrepublik damals ja vor allem eine Armee aus Wehrpflichtigen, die weniger Gehalt erhält, als eine Armee, die nur aus Berufssoldaten besteht.
Hinzu kam im antiken Rom, dass die Kaiser in der späteren Kaiserzeit ihre Herrschaft stark auf das Militär stütze bzw. von diesem abhängig war und die Kaiser entsprechend dazu neigten, sich das Militär (und die Prätorianergarde) durch Solderhöhungen und/oder Donative (einmalige Geldgeschenke) gewogen zu halten. Das führte durchaus zu starken Belastungen der Staatskasse.
Septimius Severus konnte z. B. die Verdoppelung des Lohns der Legionäre nur finanzieren, in dem er den Silbergehalt des Denars um ein Drittel verringerte, was dann zu erheblicher Inflation führte:
"Septimius versuchte, die ihm ergebenen Truppen großzügig zu belohnen, was allerdings zur Geldentwertung beitrug. Um 194 ließ er den Silbergehalt des Denars um ein Drittel verringern. Dadurch konnte er die Geldmenge ausweiten. Den Jahressold der Legionäre konnte er so von einst 250 auf 500 Denare anheben. Die Kaufkraft des Denars sank gegenüber dem Wert zur Zeit des Augustus allerdings um die Hälfte."