30jähriger Krieg: Wiederbesiedlung Austrias durch Bayern?

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von Försterliesl, 12. März 2011.

Schlagworte:
  1. Hallo Ihr Lieben,

    eine Frage bewegt mich sehr, da sie meine Vorfahren betrifft.

    Nach dem 30 jährigen Krieg waren in Österreich große Gebiete entvölkert und wurden zt aus Bayern wiederbesiedelt. Gibt es dazu nähere Informationen oder sogar Listen der Auswanderer?

    Danke für die Hilfe
     
  2. stormy

    stormy Neues Mitglied

    Hallo, die Information ist mir neu und nach längeren Recherchen habe ich nichts diesbezüglich herausfinden können. Woher entnimmst du denn die Erkenntnis, dass Österreich teils von Bayern neubesiedelt wurde?
    Ich wage mal eine Vermutung als Denkanstoß für diesen Thread:
    Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass große Teile Süddeutschlands bis zu einem Drittel entvölkert wurden (aufgrund von Hungersnöten bspw.), gehe ich mal davon aus, dass restliche Teile der Bevölkerung aus dem Kurfürstentum Bayern auf der Flucht vor Seuchen nach Österreich geflohen sind.
     
  3. Minotaurus

    Minotaurus Neues Mitglied

    Wieso "Wiederbesiedlung"? Das Staatsgebiet des heutigen Österreich war doch bereits seit dem 6. Jahrhundert von Bajuwaren und Alamannen besiedelt. Vorher waren dort bereits die Kelten ansässig und später kamen noch slawische Stämme hinzu. Nur mal ganz grob gesagt, ohne jetzt auf weitere Feinheiten und Differenzierungen einzugehen.
    Hier mal ein universeller Link zur Übersicht: Geschichte Österreichs ? Wikipedia
    Eine Neubesiedlung war somit gar nicht nötig. Bayern war durch den Krieg ebenso in Mitleidenschaft gezogen wie alle anderen Nachbarländer auch. Außerdem: gewisse Bevölkerungsvermischungen zwischen Bayern und Österreich gab es auf Grund der gemeinsamen Sprache und Kultur immer schon.
    Oder habe ich hier etwas falsch verstanden? Oder besser gefragt: Wonach genau suchst Du?

    Nachtrag:
    Wenn es um die eigene Familiengeschichte, Stammbaum, etc. geht, so wirst Du vermutlich in kirchlichen Archiven am ehesten fündig.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. März 2011
  4. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Das ist arg übertrieben. Im Gegenteil, wenn Du das Gebiet des heutigen Österreich meinst, dann wurde es vom Dreißigjährigen Krieg verhältnismäßig wenig betroffen. Lediglich Niederösterreich nördlich der Donau wurde von den Schweden heimgesucht, und in Oberösterreich kam es als Begleiterscheinung des Dreißigjährigen Krieges 1626 zu einem Bauernaufstand, der blutig niedergeschlagen wurde.
     
  5. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Du musst da etwas durcheinander bringen.

    Was mir bekannt ist:
    manche Gegenden Südwestdeutschland die zT erhebliche Bevölkerungsverluste erlitten hatten, wurden mit Schweizern wieder aufgesiedelt.
    Die Schweiz hatte sich aus dem 30jährigen Krieg herausgehalten, und hatte deshalb einen gewissen Bevölkerungsüberschuss.

    Vielleicht wurde da etwas in der Geografie durcheinander gebracht.
     
  6. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Die Stände Oberösterreichs hatten sich den "aufständischen" Böhmen angeschlossen. Jedoch gelang es den Bayern unter dem späteren Kurfürst Maximilian I. Österreich ob der Enns wieder für den Kaiser zu unterwerfen. Für seine Rolle bei der Niederwerfung Böhmens und Oberösterreichs bekam der Kurfürst nicht nur den Kurhut sondern auch die Oberpfalz versprochen. Oberösterreich blieb als Pfand eine Weile bei Bayern. Die erste große Schlacht des 30-jährigen Krieges fand am Weißen Berg bei Prag statt. Allerdings hatte der Zug der Kaiserlichen und Bayern hinein nach Böhmen schon einige der Exzesse aufgewiesen, welche später charakteristisch für diesen Krieg werden sollten. Auch gab es schon einige militärische Zusammenstöße wie die Schlacht bei Sablat (10.06.1619).
     
  7. Hallo,

    es geht wirklich um das niederösterreichische Waldviertel. In vielen Kirchenchroniken findet man zu jener Zeit neben dem Namen des Eingetragenen den Vermerk: aus Bayern. zb bei Taufeinträgen, ist ein oder beide Elternteile oder Paten dann aus Bayern. Und dann weitersuchen woher ist doch schwierig. Hier wurden ganze Ortschaften so wiederbesiedelt weil durch Krieg und "Pest" ausgestorben. Hier in der Gegend ging es im Krieg ziemlich zu und es wurde wiederholt verwüstet, geplündert, gebrandtschatzt und gemordet. Alles Infos aus den Matriken und Kirchenchroniken hier. Und jetzt wäre es interessant, woher einige meiner Vorfahren wirklich stammen.
     
  8. Minotaurus

    Minotaurus Neues Mitglied

    Wenn Du bereits Einblicke in die entsprechenden Kirchenchroniken hattest, dann müsste es doch relativ leicht sein, den Stammbaum an Hand dieser Eintragungen zurückzuverfolgen?

    Genealogische Quellen

    um 1600 waren intensive wirtschaftliche Verbindungen nach Bayern. Der jährliche Ochsentreck, wo das gesuchte Waldviertler Blondvieh nach Bayern, ins Frankenland getrieben wurde brachte, auch später bei der Gegenreformation viele Exulanten zu bekannten Glaubensgenossen dorthin.
    Kirchenbücher des Nordöstlichen Waldviertels lagern zum Teil auch in Trebon/Wittingau.

    Schau mal hier: Waldviertel ? GenWiki
     
  9. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Oder könnte es gar ein Fluchtbewegung der Einwohner aus Bayern gewesen sein, die die Leute ins Waldviertel trieb? Der Süddeutsche Raum ist sehr stark verheert worden. Die Heere sind meist nur bis Bayern gekommen und haben dort ihr Unwesen getrieben. Und irgendwann hatten dann die Einwohner die Schn..... voll und sind in ruhigere gebiete gezogen.

    Apvar
     

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