Adam und Eva haben einen Bauchnabel?

Dieses Thema im Forum "Kunstgeschichte" wurde erstellt von pelzer, 2. Juli 2009.

  1. Hulda

    Hulda Aktives Mitglied

    Gott wusste, dass alle Nachfahren Adams und Evas bei der Art der Vermehrung, die Er für die Menschen gewählt hatte, mit einem Bauchnabel herumlaufen würden.

    Also hat er den beiden ersten Menschen auch einen verpasst.

    Das war für Adams und Evas Nerven auch besser so, denn Gott hat den Menschen ja mit Neugier ausgestattet.
    Man stelle sich nur die nervigen Kinder vor, wie sie tagaus tagein fragen, warum sie denn nun im Gegensatz zu ihren Eltern einen Kuhle im Bauch haben.

    Der Beruf des Schönheitschirurgen wäre dann schon gleich nach Erschaffung der Welt der erste Beruf des HSS geworden.

    Aber dann müsste man sich heute nicht über Jäger und Sammler unterhalten...
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Juli 2009
  2. Mercy

    Mercy unvergessen

    Ob Gott das wusste?
    Vielleicht waren die Künstler klüger.
     
  3. jschmidt

    jschmidt Aktives Mitglied

    Der fettgedruckte Wortteil enthüllt uns die Lösung des nabulösen Problems:

    Dieses ist nämlich ein rein ästhetisch-künstlerisches: Es geht um nichts Geringeres als den "homo bene figuratus"! [1] Wie die Leonardo-Kenner unter uns wissen, ist der Nabel derjenige Körperpunkt, von welchem die oberen und unteren Extremitäten gleich weit entfernt sind, d. h. er ist das (optische) Zentrum des Körpers.

    Mag auch in den Anfängen der sakralen Kunst der Nabel bei Adam und Eva entfallen sein, so bemühten sich nachwachsende Künstlergenerationen aufs Emsigste, dem Ideal des "vitruvianischen Menschen" näher zu kommen, und dabei ist es dann auch geblieben. [2]


    [1] Es geht keinesfall um den Bart oder dergleichen - das sind nur Ablenkungsmanöver...
    [2] Nabellose Hominiden kann man allenfalls noch im Bereich der Science Fiction auffinden.
     
  4. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Oh oh, diesmal hole ich aber nicht das Maßband und messe nach, ob das mit der Körpermitte stimmt?
    Gefühlt ist der Nabel näher an den Beinen?
    Und Körpermitte meint Körper ohne Kopf?
    Oder heißt optische Mitte bei Leonardo 2/3 zu1/3 golden geschnitten und ich betrachte zu unästhetisch? :confused:
     
  5. jschmidt

    jschmidt Aktives Mitglied

    Guckst Du hier: Der vitruvianische Mensch ? Wikipedia

    Das Bild zeigt allerdings nur einen Mann. Wenn Du Leonardos Ideal genügen willst, müsstest Du eine ebenso gedrungene Gestalt verkörpern.

    Wenn das nicht geht, wechselst Du vom „homo ad circulum“ zum „homo ad quadratum“, bei dem ist der Schritt der exakte Mittelpunkt des Quadrates - daher auch "der goldene Schritt".*


    *Frühmorgendlicher Kalauer, welchselbiger eine tiefe psychologische Wahrheit transportieren soll...:scheinheilig:
     
  6. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Der goldene Schritt - genial :yes::yes::yes:


    Gruss Pelzer


    .
     
  7. Fulcher

    Fulcher Aktives Mitglied

    Die Götterdarstellungen entsprechen dem vorchristl. Erbe, welches dann in der Renaissance wieder besonders stark betont wurde, deshalb gleicht Gottvater mehr oder weniger dem indo-europäischen Hauptgott Zeus. Ansonsten wäre es in dieser Zeit ja auch ein Tabu gewesen, mythologische Szenen aus der heidnischen Zeit darzustellen.
     

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