Ägyptologe als Beruf

Dieses Thema im Forum "Das Alte Ägypten" wurde erstellt von Julius Markus, 26. Juni 2013.

Schlagworte:
  1. Julius Markus

    Julius Markus Gesperrt

    Hi,
    ich suche Ägyptologen, die mir ein bisschen was über diesen Beruf erzählen können. Das alte Ägypten hat mich schon immer sehr interressiert und da ich bald mein Abitur mache, wollte ich mich mal umhören, ob eine meiner größten Leidenschaften auch ein geeigneter Beruf für mich wäre.
     
  2. Chan

    Chan Aktives Mitglied

    (Ich bin nur Künstler, kein Ägyptologe) Ob der Beruf für dich geeignet wäre, können Leute, die dich persönlich nicht kennen, natürlich nicht beurteilen. Mit der Leidenschaft ist die wichtigste Voraussetzung aber schon mal gegeben. Einige Infos bekommst du hier:

    http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/docroot/r2/blobs/pdf/archiv/59164.pdf

    und hier:

    Gegenstand/Berufsbild

    Bemerkenswert an der Ägyptologie ist, dass ihr Gegenstandsbereich in nicht unerheblichem Ausmaß Gegenstand von Kontroversen ist, die auf unterschiedlichen Interpretationen des überkommenen Materials beruhen. Ich werde Beispiele für strittige Punkte (im theologisch-politischen Bereich) vermutlich nächste oder übernächste Woche im Thread "Religionsursprung" (in "Religionsgeschichte") exponieren, dann kannst du mit deinem Wissen vielleicht zu Klärungsversuchen beitragen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Juni 2013
  3. Frank75

    Frank75 Neues Mitglied

    Mach lieber was vernünftiges.
     
  4. Chan

    Chan Aktives Mitglied

    Auch wenn ich nicht der Adressat deiner Empfehlung zu sein scheine, würde mich doch interessieren, wie du besagte "Unvernünftigkeit" begründest. Danke im voraus.
     
  5. Wsjr

    Wsjr Aktives Mitglied

    Jop, werd Assyrologe
     
    2 Person(en) gefällt das.
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich bin sicher nicht der Adressat deiner Nachfrage (;)), aber kann dir trotzdem weiterhelfen: Der Arbeitsmarkt für Assyrologen und Ägyptologen ist nicht so "pralle". Und wenn Banken, Versicherungen und Consultings, was alle Jahre mal wieder vorkommt, nach Trainees suchen, die kein wirtschaftswissenschaftliches sondern vorzugsweise ein Orchideenfach abgeschlossen haben suchen, dann nehmen die auch nur diejenigen mit sehr gutem Abschluss (was, wenn Profs als Bestnote sowieso allenfalls eine zwei geben, weil sie nicht in den Verdacht kommen wollen, gute Noten zu verschenken, schon der Genickbruch ist).

    Wie ernst gemeint allerdings die Frage des guten Julius Markus war, der vor wenigen Tagen sein Alter noch mit 15 angab, hier aber plötzlich kurz vor'm Abitur stand, steht auf einem anderen Blatt. Den Überflieger schließe ich mal aufgrund des spammenden Doppelaccounts aus.
     
  7. Chan

    Chan Aktives Mitglied

    Ist nachvollziehbar und war mir ohnehin klar. Vielleicht können wir uns auf die Formel "Ägyptologie ist kein Beruf, sondern eine Berufung" einigen.
     
  8. jmj-ra ssm.wt

    jmj-ra ssm.wt Mitglied

    Seit der Hochschulreform und der Zusammenlegung bzw. Schließung von Seminaren hat sich die Arbeitslage für Ägyptologen von"sehr schlecht" zu "katastrophal" gewandelt.

    Hinzu kommt, dass die meisten Studiengänge das Bachelor-/Master-System nicht angemessen übertragen konnten; ein Master in Ägyptologie beherrscht oft weniger als ein Magister.

    Die Uni München hat das scheinbar am besten umgesetzt (darauf bilden die sich auch ganz schön was ein) (naja, man könnte sagen: "Womit? Mit Recht!"), gesetzt naja falls es hier einen Unbelehrbaren gibt, der nicht gerade einfach nach München kommt, so sollte dieser sich in jedem Fall eine Universität aussuchen, die ausschließlich Ägyptologie als Studienfach anbietet (und nicht Kunstgeschichte oder Altorientalistik mit Ägyptologie).

    Da die altägyptische Sprache aus dem Hamito-Semitischen stammt - und somit ein komplett anderes Sprachsystem (inklusive Zeitensystem) als alle bisher gelernten Sprachen hat - ist die Sprache komplizierter als alle anderen zuvor zu erlernen. Es ist natürlich machbar, doch der Arbeitsaufwand im Selbststudium sowie die Hausaufgaben (sofern man sie nicht abschreibt, was schneller geht aber natürlich keinen großen Lerneffekt birgt) nehmen soviel Zeit in Anspruch, dass es sich nicht für wirklich als Nebenfach eignet.
    Der Arbeitsaufwand ist für meine Nebenfäch'ler-Kommilitonen ebenso hoch wie für das Hauptfach gewesen.
    (Natürlich gilt das nicht die Eumel, die sich eine publizierte Übersetzung oder den Text des Sitznachbarn gegriffen haben - nur lernen tut man so ja nüscht).

    (Nach den ersten 3 Semestern flutscht das bei den meisten auch wie nichts; nur einem Nebenfächler, der das Fach praktisch nur 4 Semester studiert und danach nur wenig Kurse besuchen muss, nutzt das dann ja nicht mehr viel.)
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Juli 2013
    1 Person gefällt das.
  9. Chan

    Chan Aktives Mitglied

    Das mag top-down zutreffen, aber bottom-up wartet sehr viel Arbeit auf Ägyptologen.

    BBC GERMANY

    Zitat: Forscher gehen davon aus, dass bislang nur etwa ein Prozent der alten Städte, Tempel und Pyramiden bekannt sind.

    Die neuartige archäologische Satellitenbildanalyse - evident eine Domäne der Frauen - hat möglicherweise die Existenz von an die 20 unbekannten Pyramiden zutage gefördert, von denen zwei, entdeckt von Sarah Parcak, dem Vernehmen nach durch Ausgrabungen bisher bestätigt wurden, sowie die Existenz von 1000 Gräbern und 3000 Siedlungen (in diesem Forum nach meinen Recherchen bisher noch kein Thema)

    Entsprechende Links:

    Sarah-Parcak-Homepage:

    Sarah Parcak, Space Archaeologist

    Über die Autodidaktin Angela Micol:

    The Archaeology News Network: Possible Egyptian pyramids found using Google Earth
     
  10. jmj-ra ssm.wt

    jmj-ra ssm.wt Mitglied

    Ich habe niemals bestritten, dass es noch viel zu tun gibt. Im Bereich Militärgeschichte und x anderen ist grade mal rudimentäre Grundarbeit geleistet worden.

    Doch die Kunst ist nicht, etwas zu tun zu finden, sondern dafür bezahlt zu werden.
    Falls man sich für "abseitige" Themen interessiert, die bisher nicht ins Zentrum der Forschungsarbeit gerückt sind, hat man es noch schwerer, Projektförderung oder Stellen zu erhalten. Kein richtiger Feierabend, gewohnheitsmäßige Überstunden (wenn man Glück hat, nicht im Rahmen der universtären Arbeit oder Studentenbetreuung, sondern mit eigener Forschung zur Veröffentlichung prestigeträchtige Publikationen für den Lebenslauf) und dann hat man auch erst Zeit für die Forschung an abseitigeren Themen - oder so unwichtigen Dingen wie Familie und Freunde.


    An vielen Universitäten ist es üblich geworden, dass statt 1 Stelle 2 halbe ausgeschrieben werden - leben kann man davon nur, wenn man generöse Eltern oder Lebenspartner hat.
    Zumal "halbe Bezahlung" keineswegs "halbe Arbeit" bedeutet, was wieder zum ersten angesprochenen Problem führt.


    Ist natürlich alles kein Hinderungsgrund, diesen Beruf zu ergreifen, man sollte sich aber dieser schwierigen und in den letzten Jahren verschärften Arbeitssituation bewusst sein.


    Immerhin siehts bei den Ägyptologen etwas besser aus als bei den Keltologen.
     

Diese Seite empfehlen