Älteste Sprache Europas

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Altertum" wurde erstellt von Gast, 29. Juli 2007.

Schlagworte:
  1. Gast

    Gast Gast

    Welche ist die älteste, heute noch gesprochene Sprache Europas?
    Baskisch,Gälisch,Griechisch,Römisch??
     
  2. Tekker

    Tekker Gast

    M.W. wird keine Sprache mehr unverändert so wie vor x-hundert oder tausend Jahren gesprochen, da Sprachen stets einem Wandel unterliegen.
     
  3. Muspilli

    Muspilli Aktives Mitglied

    Trotzdem wäre mutmaßlich auf das Baskische als eine vielleicht "alteuropäische" Sprache zu tippen.
     
  4. Tekker

    Tekker Gast

    Wenn wir uns auf einen Vorläufer des Baskischen einigen könnten, gäbe ich dir durchaus Recht. Dies klang auch schonmal in diesem Thread an, wenn ich mich nicht irre.
     
  5. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Die Sprachen, die man anhand von Inschriften am weitesten zurückverfolgen kann, sind wohl Griechisch und Minoisch.

    Alle anderen Sprachen kann man nicht dingfest machen. Sie haben sich im Lauf der Jahrtausende immer wieder verändert oder sind miteinander verschmolzen, sodass keiner sagen kann, wann eine Sprache "begonnen" hat.

    Man kann höchstens vermuten, dass z.B. die baskische Sprache zu den sehr alten Sprachen Europas zählt, während andere Sprachen des vorindoeuropäischen Europas wie z.B. Etruskisch, Iberisch oder Ligurisch längst erloschen sind.
     
  6. gregory

    gregory Neues Mitglied

    Vaskonisch / baskisch

    Das Baskische scheint
    die älteste Sprache Europas zu sein.

    Theo Vennemann stellt die These auf, dass es eine Ursprache
    im mittelmeerischen und atlantischen Europa gegeben habe,
    das " Vaskonische".
    Das Baskische soll dieser hypothetischen Ursprache am nächsten stehen.

    Er versucht diese These mit u.a. den Erkenntnissen der Onomastik
    zu begründen.

    Europaweit haben Flur-orts und Gewässernamen häufig ähnliche
    Wortkerne
    so behauptet Vennemann, dass die für das baskische typischen
    Wortelemente is-ur und ibar in vielen europäischen Gewässernamen steckten.
    Auch die Vokale der Gewässernamen würden auf das Baskische hinweisen.
    Fast die Hälfte unserer alten Gewässernamen würde mit einem A beginnen.
    Auch i und u würden häufig in Gewässernamen vorkommen.
    Dies sei für das altindogermanische untypisch.
    Im Baskischen dagegen würde ca ein drittel der Worte mit einem a beginnen.Auch i und u seien häufig (Spektrum der Wissenschaft, Mai 2002)


    Das vaskonische Sprachgebiet könne durch den Vergleich der Gewässernamen rekonstruiert werden.

    Die genetischen Übereinstimmungen zwischen den europäischen
    Völkern unterstützen die Thesen Vennemanns
    ( 80% der europäischen Bevölkerung gehen laut einer im Science
    Magazin veröffentlichten Studie auf die selbe Steinzeitliche Urbevölkerung zurück bei den Basken liegt der Anteil am Höchsten ( quelle: Wikipaedia)

    Übrigens hab ich mal in einem Aufsatz von Swiad Gamsachurdia gelesen,
    dass bereits A. v. Humboldt angenommen hat, dass die Basken und
    Khartwelier mit den Pelasgern, den Urbewohnern des mittelmeerischen
    Europas identisch gewesen wären.
    Desweiteren hält Gamsachurdia diese für die Träger der minoischen Kultur.
    ( leider kann ich derzeit hieru keine Quellenangabe machen)

    Literatur: Dieter H. Steinbauer" Vaskonisch Ursprache Europas?" in "Gene, Sprachen und
    ihre Evolution", hrsg. v. Günter Hauska, 2005
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Juli 2007
    1 Person gefällt das.
  7. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    "Das Baskische (Euskara)...ist es die einzige noch lebende vorindogermanische Sprache dieses Kontinents, hat also den sprachlichen Veränderungen im Europa der Völkerwanderungen standgehalten..."

    Weiter:
    Baskisch: Allgemeines
    +
    Baskisch: Herkunft
     
  8. hyokkose

    hyokkose Gast


    Was würde denn gegen die finnougrischen Sprachen als "vielleicht alteuropäische" Sprachen sprechen?
     
  9. Tekker

    Tekker Gast

    Das ist ja mal eine gute Frage! Nix würd ich sagen. Weiß man, woher die Finno-Ugrier kamen?

    Edit: Grad was dazu gelesen. Entweder irgendwo von der Wolga oder aber eben aus dem südlichereren Europa. Mmh... :grübel:
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 29. Juli 2007
  10. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Um mal eine noch viel abstrusere Theorie einzuwerfen:

    Eurasische Frühzeit: Ortsnamen als Geschichtsquelle - Eurasisches Magazin
     
  11. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Am Beispiel der Stadt Halle wird mir deutlich, dass die Toponym-Onomastik ein schöner Zeitvertreib für aufgabenlose Studierte ist. Bei der Aufzählung fehlt übrigens das britische Hull.

    Hier ein Zitat aus
    Flüsse, Bäche, Seen - Gewässernamen
    "Schauen wir dafür nach Erfurt. Durch Erfurt fließt die Gera.
    Aufgrund alter Belege für den Ortsnamen Erfurt (1244 Erphort, 742 Erphesfurt), Vergleichsnamen (die Flüsse Erf und Erfa), sprachgeschichtlicher Gesetzmäßigkeiten und dem Wissen um das Wesen der Gewässernamen ließ sich für Erfurt eine alte Form Erpesa rekonstruieren. Die logische Folgerung war, dass Erfurt die Furt durch die Erpesa ist. Erpesa war also ein früherer Abschnittsname des Flusses Gera. (Die Wurzel "erph" deutet dabei auf ein bräunliches, dunkles Gewässer hin.)"

    So einfach ist Onomastik. Auf was ähnliches könnte ich auch ohne onomastische Studiertheit kommen. Wenn was nicht passt, wird ein Abschnittsname des Flusses daraus gemacht. Und so die Herkunft für den Namen des Ortes hergestellt.
    Letzteres zeigt das Problem an sich. In 100 Kilometern Entfernung heisst der Flusslauf anders. Wobei vor 2500-4000 Jahren (davon geht die Onomastik bei alten Flussnamenbedeutungen aus) die Menschen sicherlich noch keine Landkarten hatten und wussten wo ein Fluss endet.
    Grob übersetzt müsste es also heissen: "Fahr den braunen Fluss stromabwärts bis der gelbe Sand auftaucht, beachte drei Flussabzweigungen nicht und folge an dem Flusskreuz wo gegenüber drei Tannen am Ufer stehen, dem Flusslauf, der wenn die Sonne aufgeht der Sonne gegenüber sich befindet( rechterhand oder östlich gab es noch nicht). Dann nur noch die fünf schnellen steinigen Flussstrudel, dann bist du da wo du hinsollst. Falls du die schnellen steinigen Flussstrudel überlebst."

    Aber vielleicht sehe ich das viel zu unwissenschaftlich.
     

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