Alexander der Große - Machtgrundlagen

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von bk219, 7. September 2014.

  1. bk219

    bk219 Neues Mitglied

    In Vorbereitung auf eine Prüfung befasse ich mich mit den Machtgrundlagen Alexander des Großen und der Art und Weise der Behandlung des eroberten Gebietes während des Feldzuges. In Frageform also:

    Was waren die Machtgrundlagen Alexander des Großen?
    Wie behandelte er das eroberte Gebiet? (Verwaltung, Organisation, Hof, Verschmelzungspolitik)

    Ich erwarte keine umfangreichen Ausführungen, bin jedoch dankbar über hilfreiche Gedankenanstöße zu den Fragen. Was kommt den Teilnehmern hier als erstes in den Sinn?
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Erbe, knallharte Durchsetzung des Erbes gegen Konkurrenten, strategisches Geschick, welches ihm lange die Loyalität seiner Truppen bewahrte, eigener Einsatz. Die letzteren beiden Punkte könnte man vielleicht unter Charisma zusammenfassen.
     
  3. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Sein Heer; fähige Mitarbeiter; sein Geschick, die Unterworfenen durch demonstratives Entgegenkommen für sich zu gewinnen

    Vor allem beließ er das vorhandene Personal (Satrapen, Lokalfürsten) nach Möglichkeit in Amt und Würden, stellte ihnen aber freilich Aufpasser zur Seite.
    Das muss allerdings nicht unbedingt ein echtes Konzept gewesen sein, denn bei seinem raschen Vorwärtsdrängen hatte er gar nicht die Zeit, sich eingehend um eine neue Verwaltung und Organisation zu kümmern.
    Bemerkenswert ist vor allem auch sein Umgang mit der Familie des Dareios III., nicht nur dessen Mutter, Gattin und Kinder. Dessen Bruder nahm er sogar in sein Gefolge auf.
     
  4. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    In erster Linie zweifelsohne die Gefolgschaftstreue des makedonischen Heeres. In einer Militärmonarchie, wie die makedonische eine war, war die Loyalität des Heeres und dessen führender Offiziere die unabdingbare Voraussetzung für die Herrschaft und das buchstäbliche Überleben eines Königs. Alexanders reibungslose Nachfolge auf dem Thron war nicht zuletzt der führenden Feldherren seines Vaters zu verdanken, die ihn wie Antipatros noch neben dessen Leiche im Theater von Aigai zum König proklamiert hatten.

    Und um sich die Gunst des Heeres dauerhaft zu sichern, hat Alexander vorausschauend handelnd, junge Makedonen seiner Generation, einige davon aus den Reihen seiner Jugendfreunde, schnell in höhere Offiziersposten eingesetzt. Ohne deren Unterstützung hätte er seine Kriegspläne gegen die alten Konservativen bestimmt nicht so ohne weiteres halten können.

    Die Provinzen des persischen Reichs hat Alexander weitgehend von den Achämeniden übernommen. In denen westlich des Euphrat gelgenen, welche die Verbindungswege zwischen Europa und Zentralasien kontrollierten, hatte er nun aber Makedonen als Statthalter eingesetzt. Östlich des Euphrat hat er Perser, zum Teil noch aus der achämenidischen Verwaltung, unter Aufsicht walten lassen.

    Im Verlauf des Feldzugs hat sich Alexander der persischen Hof- bzw. Staatsorganisation angenommen. So hat er Hephaistion zu seinem Chiliarchen (Wezir) ernannt. Chares wurde sein Höfkämmerer, Harphalos sein Schatzmeister und Eumenes sein Archivar. Ämter, die es bei den Makedonen zuvor noch nicht gegeben hat. Aber schließlich benötigter er nun Instrumente, mit denen er ein riesiges Vielvölkerreich beherrschen konnte.
     
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  5. bk219

    bk219 Neues Mitglied

    Ich danke für die Antworten, die mich in meiner Vorbereitung bestätigen und mich in die ein oder andere neue Richtung schicken.
     

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