"Alltag" an der Front im Ersten Weltkrieg

Dieses Thema im Forum "Der Erste Weltkrieg" wurde erstellt von lala, 7. Januar 2008.

  1. lala

    lala Gast

    hallo,

    ich muss eine geschichtsstunde über das thema "alltag an der front und in der heimat" halten. Den teil mit der heimat habe ich schon fertig, aber ich finde keine punkte für alltag an der front außer abstumpfung der soldaten.

    wäre wirklich froh über links oder über direkte antworten


    liebe grüße

    lala
     
  2. Gaius Marius

    Gaius Marius Neues Mitglied

    Hast du schon mal "Im Westen nichts Neues" von Remarque gelesen?

    Sieh dir auch noch mal das an: http://www.erster-weltkrieg.clio-online.de/_Rainbow/Documents/einzelne/krieg-1914-wojtecki.pdf

    Ich weiß ja nicht, welchen Umfang die Arbeit hat, aber hier ist noch ein guter Quellenband: Alltag an der Front
     
  3. Mercy

    Mercy unvergessen

  4. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Eine schlechte Quelle für Frontalltag wären jedenfalls "Landser-Groschenhefte".

    In der Praxis war es zu 99% Langeweile und Gespräche mit Kameraden über Angehörige daheim. So habe ich es jedenfalls von Kriegsteilnehmern gehört.

    Die seltenen "Ereignisse", wenn es wirklich "geknallt" hat, haben sich in den Erinnerungen dann natürlich besonders festgesetzt.
     
  5. Dörg

    Dörg Neues Mitglied

  6. Querdenker

    Querdenker Gast

    Das möchte ich so nicht stehen lassen, - hört sich ja nach "Urlaub" an in dem man nicht weiß was man ausfressen soll.
    Ich denke wir können sagen das sich der überwiegende Frontalltag um Hunger, Angst, Stress und schlechte Ausrüstung gedreht hat. Mit zunehmender Kriegsdauer war das Hauptthema Nummer EINS, wie werde ich satt und was macht meine Familie in der Heimat.
     
  7. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied

    Seit wann behandeln die "Landser"-Hefte den 1. Weltkrieg?
     
  8. Querdenker

    Querdenker Gast

    Stimmt, wer lesen kann ist klar im Vorteil.

    Auch ich hatte die Überschrift nicht "richtig" gelesen und bin automatisch vom zweiten Weltkrieg ausgegangen.:rotwerd:

    Wobei der Frontalltag in beiden Kriegen sich wohl um die von mir aufgezählten Dinge gedreht haben dürfte.
     
  9. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied

  10. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Das ist kein Witz.

    Mein alter Arbeitskollege hat mir mal ein Gedicht aus dieser Zeit erzählt. Das ging so.

    Wenn ich hier so sitze
    und meine Zeit verschwitze,
    so denk ich an mein holdes Weib,
    ob keiner ruht auf ihren Leib
    und keiner in der dunklen Nacht,
    auf meine Rechnung Kinder macht.

    Schon deswegen wäre ich da verrückt geworden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Januar 2008
  11. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    :friends:Sorry, ich hatte glatt überlesen, dass um WK I gehen soll. Obwohl, prinzipiell war es sicher ähnlich. Wollen wir froh sein, dass uns solche Erfahrungen erspart geblieben sind.
     
  12. Dörg

    Dörg Neues Mitglied

    Stimmt eigenlich!!!!

    Ich meine, so ein Stellungskrieg muss unheimlich an den Nerven zerren.
     
  13. Kugelfang

    Kugelfang Neues Mitglied

    Auch sollte man die Hygiene und den Stress nicht unterschätzen.
    Zur Hygiene: Habe vor 1 - 2 Jahren einen Vortrag darüber gesehen.
    Wer glaubt Fußpilz ist schlimm sollte sich mal über den
    sogenannten Grabenfuß informieren.

    Zum Stress: Im ersten Weltkrieg wurde meiner Erinnerung nach das posttraumatische Stresssyndrom das erste mal als Erkrankung anerkannt. Ich sage nur Sturmangriffe, Artilleriefeuer und Scharfschützen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Januar 2008
  14. Weirich

    Weirich Gast

    Alltag an der Front und in der Heimat... etwas eingeschränkte Sichtweise. Nicht alle Soldaten sind ständig an der Front, in der Gesamtheit betrachtet eher ein kleiner Teil. Und dabei unterscheidet sich die Front von Front zu Front... in Ypern hätte im Nachhinein sicher niemand auf der anderen Seite der Front liegen wollen. Wurde aber hier im Forum sicher auch schon besprochen.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10. Januar 2008
  15. Kugelfang

    Kugelfang Neues Mitglied

    Sehe ich ein wenig anders. Wenn man heute eine relativ hohes Verhältnis Kampftruppe : Unterstützung hat, war es damals sehr viel niedriger bedingt durch die hohe Zahl an Infanterie. Ich glaube die Drittelregelung galt damals schon. Also 1/3 im Graben, 1/3 als Bereitschaft gestaffelt dahinter und dann 1 /3 auf "Erholung" dahinter.
    Das dass von Front zu Front anders aussieht sehe ich auch so.
     
  16. Weirich

    Weirich Gast

    Daneben dann die Logistik vom Heimatland bis hin zur Front, Verwundete, Soldaten in Ausbildung, Soldaten in Funktionen wie Militärpolizei, Wehrgerichtsbarkeit usw..
     
  17. Kugelfang

    Kugelfang Neues Mitglied

    Gebe dir Recht aber man sollte bedenken das die Mobilmachung doch sehr umfangreich war. Und Logistik wird eigentlich erst Richtung Front personalintensiv. Ich meinte auch hauptsächlich im Vergleich zu heute.
    Und die Infanteriedivisionen wurden ja auch nicht zerstreut. Was bedeutet das ein großer Teil der Division im Graben gebunden war. Auch Militärpolizei (da bin ich mir nicht ganz sicher) und Logistik waren dort integriert.
    Ausbildung fand häufig an der Front statt.
    Ist jaauch gar nicht so wichtig. Viele steckten halt im Graben und das war nicht so toll.
     
  18. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Die Zitterer.

    Wobei das Eigenartige ist, von 39-45 gabs die nicht.
     
  19. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die Fronten waren beweglicher - fortgeschrittenere Motorisierung - geworden, Schützengräben hatten weniger Festungscharakter, als im WK I.
     
  20. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Ein Argument dagegen, dass die unterschiedlichen Ausprägungen der "Schützengrabenneurose" auf die Form der Kriegsführung zurückzuführen sei, ist die Tatsache, dass das Zittern auch bei ausgebombten Zivilisten im 2. WK nicht auftrat, obwohl sie sich in einer vergleichbaren - passiven - Situation befanden zu die Soldaten vor Verdun.

    In "Moderne Leiden" führt E. Shorter die Veränderung auf einen Paradigmenwechsel bei den Ärzten zurück, die das Zittern nicht mehr mit einem Heimaturlaub "belohnten".

    Er zitiert den Münchener Wehrmachtspsychiater im 2. WK, O. Bumke :
     

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