Araber in Europa / Spanien

Dieses Thema im Forum "Der Islam und die Welt der Araber" wurde erstellt von Taurus33, 6. Februar 2012.

  1. Taurus33

    Taurus33 Neues Mitglied

    wollte mich gerade mal einlesen in dieses interessante Thema und finde nix - wo habt ihr das untergebracht ... ?
     
  2. ketzer97

    ketzer97 Neues Mitglied

    Dazu gehörende Themen müssten eigentlich entweder im Bereich Mittelalter unter "Der Islam und die Welt der Araber" oder bei der Geschichte einzelner Regionen unter "Mittelmeerraum" bzw. "Afrika" aufgeführt sein.

    Hoffe ich konnte dir helfen.
     
  3. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Wie "einlesen"? Geht es Dir um allgemeine Informationen zum arabischen Spanien oder um spezifische Fragestellungen?

    Hier sind einige Threads (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) zum Thema:

    http://www.geschichtsforum.de/f77/d...as-de-tolosa-anfang-vom-ende-al-andalus-7003/

    http://www.geschichtsforum.de/f36/granada-alhambra-27323/

    http://www.geschichtsforum.de/f36/arabisches-wissen-bersetzungen-und-expeditionen-23774/

    http://www.geschichtsforum.de/f36/die-mauren-4521/

    Ansonsten gehört die Fragestellung in die Unterforen Mittelalter bzw. Mittelalter:

    Der Islam und die Welt der Araber - Geschichtsforum.de - Forum für Geschichte

    Zu allgemeinen Informationen bietet sich (wieder mal) die Wikipedia an:

    Al-Andalus ? Wikipedia
    Geschichte Spaniens ? Wikipedia
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

  5. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  6. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Was Pottasche über die Glasproduktion verrät...

    Ein neuer Beitrag zur mittelalterlichen Glasherstellung in Spanien (Toledo) in der PLOS/one verrät einiges über Handelsnetzwerke, "kulturelle Diffusion" und Verbreitung von Techniken.

    Offenbar wurde für die spanische Glasherstellung, anders als in Mittel- und Nordeuropa (bzw. im Unterschied zur karolingischen Periode), zunächst Pottasche aus dem Nahen Osten importiert, was weite wirtschaftliche und technologische Kontakte belegt (aber auch Historie hat, wie man hier im Forum anhand der phönizischen "Silbernetzwerke" zwischen der iberischen Halbinsel und der Levante nachlesen kann).

    Abstract:
    One hundred and forty-one glass fragments from medieval Ciudad de Vascos (Toledo, Spain) were analysed by laser ablation inductively coupled plasma mass spectrometry (LA- ICP-MS). The glasses fall into three types according to the fluxing agents used: mineral natron, soda-rich plant ash, and a combination of soda ash and lead. The natron glasses can be assigned to various established primary production groups of eastern Mediterranean provenance. Different types of plant ash glasses indicate differences in the silica source as well as the plant ash component, reflecting changing supply mechanisms. While the earlier plant ash groups can be related to Islamic glasses from the Near East, both in terms of typology and composition, the chemical signature of the later samples appear to be specific to glass from the Iberian Peninsula. This has important implications for our understanding of the emerging glass industry in Spain and the distribution patterns of glass groups and raw materials. The plant ash that was used for the Vascos glasses is rich in soda with low levels of potash, similar to ash produced in the eastern Mediterranean. It could therefore be possi- ble that Levantine plant ash was imported and used in Islamic period glass workshops in Spain. Unlike central and northern Europe where an independent glass industry based on potassium-rich wood ash developed during the Carolingian period, the prevalence of soda ash and soda ash lead glass on the Iberian Peninsula indicates its commercial and techno- logical interconnection with the Islamic east. Our study thus traces several stages leading to the development of a specifically Spanish primary glassmaking industry.


    Publikation:
    Glass import and production in Hispania during the early medieval period: The glass from Ciudad de Vascos (Toledo)
     
  7. Kukumatz

    Kukumatz Neues Mitglied

    Eine Ironie der Geschichte ist, daß der Abgesang der Araber (des Islam) mit Boabdil und die Landung von Kolumbus in Amerika zusammenfielen (1492?).
     
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Der Zusammenfall* dieser Ereignisse ist kein Zufall; die Frage wäre nun, was daran du wieso als Ironie wahrnimmst.


    *Wir beenden al-Andalus immer 1492; tatsächlich war Granada bereits 1491 gefallen, es ist nur so, dass die Katholischen Könige und Boabdil in ihren Kapitulationen den 2. Januar für die Schlüsselübergabe aushandelten, im März erhielt Kolumbus dann die Finanzierungszusage für seine Indienfahrt und am 12. Oktober konnte Rodrigo de Triana dann Tierra! Tierra! melden.
     
  9. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Der Stand der (populationsgenetischen) Forschung zur iberischen Halbinsel.
    Die Publikation basiert auf einer größeren genetischen Studie an heutiger DNA, die eine Einschätzung der Einwanderungswelle mit dem Schwerpunkt 800/1100 versucht. Nebenbei sind Aufschlüsse über alle genetischen Hauptgruppen auf der iberischen Halbinsel enthalten, also Basken etc.

    Publikation in der Nature, im open access
    Patterns of genetic differentiation and the footprints of historical migrations in the Iberian Peninsula
     
    Carolus gefällt das.
  10. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Eine Rezension zu einem - vermutlich - interessantes Buch.

    Summary: "Catlos has produced an excellent political history of al-Andalus. Still, he says, “no book can claim in good faith to be the ‘definitive,’ ‘true,’ or ‘real’ history of Islamic Spain;there are simply too many factors to account for and too many uncertainties clouding the past."

    https://www.academia.edu/38574878/T...n_by_Robert_Irwin_in_New_York_Review_of_Books
     
  11. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Ein kleiner aktueller Seiteneinwurf, da derzeit populationsgenetische Studien für Spanien Konjunktur haben.

    Es geht um Spuren von Einwanderung und Vertreibung, auch für Andalusien:

    Im Gegensatz zu dem, was auf der Grundlage historischer Daten erwartet werden könnte, die einen Anstieg des nordafrikanischen genetischen Einflusses von Süd nach Nord begünstigen sollte , wurde der größte Teil dieses Einflusses jedoch in Galicien und im Norden Kastiliens gefunden (>20%). Die Frequenzen nordafrikanischer Gene fallen von Westen nach Osten ab. Darüber hinaus zeigen jüngste Studien, die auf autosomalen SNPs11- und Y-Chromosomenlinien12 basieren, dass in der andalusischen Bevölkerung keine spezielle Häufung nordafrikanischer Populationen vorliegt als bei anderen iberische Populationen. Nach der Rückeroberung waren die Mauren homogen auf der gesamten Halbinsel verteilt, aber ihre endgültige Vertreibung 1609 war in einigen Regionen Spaniens, Valencias und Westandalusiens absolut, während in Galicien und Extremadura die Bevölkerung zerstreut und in die Gesellschaft integriert war.
    Übersetzung: ~ deepL

    download:
    Genetic structure in the paternal lineages of South East Spain revealed by the analysis of 17 Y-STRs
     
  12. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das ist nicht überraschend. Im 12./13./14. Jhdt. herrschte gegenüber den Muslimen im christlichen Spanien eine relative Toleranz. Mudejaren, die also in dieser Zeit christlich wurden hatten Zeit, sich mit Altchristen zu vermischen. Moriscos dagegen, die erst zw. 1492 und den Vertreibungen 1609 christlich wurden, standen unter Generalverdacht, zumal sie zumeist zwangschristianisiert worden waren.
     
  13. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Spannend finde ich daran, dass hier sozusagen die Erkenntnisfelder gegeneinander geschoben werden, die Populationsgenetik bringt Ergebnisse als Schattenwurf.

    Wir haben dagegen die prähistorischen Zeiten, in denen populationsgenet. Ergebnisse (Hypothesen) ohne solche Plausibilisierungen „auskommen“ müssen.
     

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