Attische Demokratie

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von Gast, 27. September 2010.

  1. Gast

    Gast Gast

    Liebe Leutz hätte 2 allgemeine Fragen zu stellen , die mir nicht richtig einleuchten wollen. :S
    Vielleicht könnt ihr mir ja weiterhelfen würde mich freuen über eure Meinungen.

    Die erste Frage wäre , Worin sah Perikles die Vorteile der Staatsform Demokratie ?
    und
    Kann man eigentlich die attische Demokratie als Demokratie-Ideal bezeichnen ?
    Meiner Meinung nach würde ich diese Frage mit einem Ja beantworten , weil das Verständnis von Demokratie damals mit der heutigen Demokratie weitgehend übereinstimmt.

    Was denkt ihr ??? bedanke mich :))
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich empfehle hierzu die Lektüre der Gefallenenrede. Grabrede des Perikles: Thuk.2,34-46
    Die ist nicht ganz einfach zu verstehen, es bedarf also einer konzentrierten Lektüre.

    Diesbezüglich würde ich dir doch noch mal empfehlen, über die attische Demokratie zu recherchieren. Wie funktionierte sie? Wer war Bürger?
     
  3. Gast

    Gast Gast

    ja recherchiert habe ich ja , aber eine direkte antwort findet man leider nicht wollte noch mehr meinungen hören ?? :S
     
  4. bestimmt

    bestimmt Gesperrt

    Worin Perikles die Vorteile der Staatsform in der Demokratie sah?
    Ist ja mal interessant...
    Er war ein guter Redner. Er hat schließlich all die Protzbauten aus der Staatskasse bezahlt. Er hat den Athener seiner Zeit das gegeben, was diese wollten: Ein Leben im Luxus.

    Aber worin er die Vorteile in der Demokratie sah, arghh , das wäre in der Tat interessant zu wissen.


    Die attische Demokratie war eine direkte Demokratie, in der die Volksversammlung das Herzstück der Stadt bildete.
    In Deutschland haben wir eine repräsentative Demokratie.


    Also meiner Meinung nach kann man sie als Ideal bezeichnen, die Grundidee ist ja die selbe oder etwa nicht?
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich kann dir nur empfehlen, was ich schon dem Gast empfohlen habe:
     
  6. bestimmt

    bestimmt Gesperrt

    @El Quijote

    Ich finde es ziemlichen Käse, wenn nach Tausenden von Jahren wir Heutigen so was beurteilen sollen. Wir urteilen mit ganz anderen Maßstäben.
     
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wer sprach von "urteilen"? (Ich bin im Übrigen durchaus der Meinung, dass man sehr wohl Historisches beurteilen kann - entweder aus der Zeit heraus als Sachurteil oder im Vgl. zu heute als Werturteil; wenn wir dies ablehnten, wären wir wieder bei Ranke: "Jede Epoche ist unmittelbar zu Gott.")
    Ich lese aber bei euch etwas von "Übereinstimmung" oder gar "Ideal". Ist nicht gerade die Idealvorstellung, die ich mir nur damit erklären kann, dass einige Elemente der attischen Verfassung Euch noch unbekannt sind (deshalb zum wiederholten Male meine Aufforderung zu recherchieren!), ein solches Werturteil, welches ihr gegenüber mir, der ich es gar nicht gefällt habe, anprangert?
    Wie könnt Ihr so ein Urteil (attische Demokratie als Ideal) überhaupt fällen, wenn Euch noch immer nicht klar ist, wie sie funktionierte und wer das Bürgerrecht hatte?
     
  8. saturn14

    saturn14 Neues Mitglied

    Das griechische Heerwesen war so aufgebaut, dass das komplette Volk den Staat verteidigte.
    Bei der Seeschlacht von Salamis (480 v. Chr.) spielten vor allem die ärmeren Bürger eine sehr entscheidene Rolle für den Ausgang der Schlacht. Denn nur durch sie war es möglich die große Zahl der athenischen schiffe zu rudern. Dies gab den entscheidenden Vorteil gegenüber den überlegenen persischen Schiffen.
    Da lag es für das Volk nahe mehr Rechte zu fordern, wodurch die Demokratie in Athen entstand.


    Ich vermute du meinst hier, wer überhaupt wählen bzw. abstimmen durfte?
    Es ist natürlich klar, dass das attische Wahlrecht mit unserer heutigen Einstellung ganz klar nicht übereinstimmt. Aber es wäre auch schlecht, wenn sich seit über 2000 Jahren daran nichts geändert hätte.

    Frauen und Leibeigene durften nicht abstimmen.
    Trotzdem war überhaupt ein Recht auf Wahl und Abstimmung, unabhängig von Besitz, ein großer Fortschritt für die damalige Zeit.
    Die attische Demokratie ist vielleicht kein Ideal für die heutige Zeit, aber trotz allem ein Beispiel und Vorbild für viele nachfolgende Staatsformen.


    Liebe Grüße
    Saturn :winke:
     
  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Vor allem ging es mir darum, dass der Threadersteller mal selber recherchiert statt nur an der Oberfläche zu kratzen. Und es gab ja noch mehr als nur das Wahlrecht: Es gab das Bohnenlos, es gab den Ostrakismus, es gab Wahlverfahren, die einerseits sehr gerecht waren, auf der anderen Seite aber überhaupt nicht die Qualifikation des Gewählten berücksichtigen bzw. berücksichtigen konnten.
     
  10. bestimmt

    bestimmt Gesperrt

    @El Quijote

    Wie kannst du bloß der Meinung sein, dass ich mich mit der attischen Demokratie nicht auskenne?

    Es waren nur wenige Menschen am demokratischen Prozess beteiligt, Frauen und ein großer Teil der Männer waren davon ausgeschlossen, nur freie Männer durften teilnehmen. Lediglich 16% waren berechtige Vollbürger.

    Die Ämter wurden regelmäßig per Los neu besetzt, was Probleme hervorbachte.
    So konnten auch unwissende den Posten einnehmen, was Xenophon in seiner Streitschrift ebenfalls an der Demokratie bemängelte.

    Aber nichts desto trotz, kann man sie als Ideal bezeichnen.
    Allein schon deswegen, weil sich das Wort davon ableitet.
     
  11. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Mit der Demokratie ist es wie mit einer Kiste auf der Feuerwerkskörper geschrieben steht. Darin können "Zisselmännchen" sein, "Kanonenschläge" oder auch *"Pyrotechnikers Traum". Und wenn man der Meinung ist, dass, weil das Wort Demokratie von der attischen Demokratie herrührt, also "allein schon deswegen, weil sich das Wort davon ableitet, die attische Demokratie eine Idealvorstellung sei, dann empfinde ich das als befremdlich. Weil es eben nicht berücksichtigt, dass Agitatoren die Verbannung eines Menschen durchsetzen konnten (wobei die Verbannung ja durchaus die Akkumulation von Macht verhindern sollte), dass juristisch ungeschulte Leute im Extremfall über die Todesstrafe befinden konnten, dass Frauen, Leibeigene und Landlose/Ausländer (Metoiken) kein Bürgerrecht hatten und auch eigentlich nie erhalten konnten....
     

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