Ausstellung von Miniaturporträts aus den Jahren der Französischen Revolution

Dieses Thema im Forum "Kunstgeschichte" wurde erstellt von ursi, 31. Oktober 2005.

  1. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Aus Damals-News vom 31.10.05:

    Aus turbulenter Zeit
    Das Bomann-Museum in Celle präsentiert eine Ausstellung von Miniaturporträts aus den Jahren der Französischen Revolution.


    Direkt gegenüber dem Celler Schloß, wo in diesem Sommer mit den neugestalteten barokken Staatsgemächern Herzog Georg Wilhelms der erste Abschnitt eines neuen Residenzmuseums eröffnet wurde, liegt das Bomann-Museum. Nicht nur Objekte zur hannoverschen Landesgeschichte oder der Celler Stadtgeschichte finden sich hier – das Museum verfügt über eine der bedeutendsten Sammlungen von Miniaturbildnissen der Welt.

    Das deutsch-amerikanische Ehepaar Tansey hat eine überwältigende Anzahl dieser reizvollen, meist auf Elfenbein gemalten oder in Emailtechnik gearbeiteten Bildchen über Jahre zusammengetragen. Die berühmtesten Miniaturisten sind vertreten, unter ihnen auch etliche Frauen. Den Schwerpunkt bilden französische oder österreichische Porträtminiaturen des späten 18. Jahrhunderts, doch auch Genredarstellungen, Blumenstilleben oder Landschaften lassen sich finden. 1997 wurde die Sammlung in eine Stiftung umgewandelt und dem Bomann-Museum anvertraut.

    Nach zwei Präsentationen in den Jahren 2000 und 2002 werden nun in einer dritten Ausstellung Miniaturen der Revolutionszeit (1789–1799) noch bis Ende 2006 gezeigt. Während dieser Jahre entstanden auffallend viele Miniaturbildnisse. Immer mehr Künstler spezialisierten sich auf diese Malweise. Die Gründe dafür liegen zum einen in der veränderten Lebenssituation der Miniaturisten: Viele verloren ihre (adligen) Mäzene und Auftraggeber und mußten als freie Künstler für einen Markt produzieren, der nun eine Vielzahl von Bildchen anbot. Vielleicht weckten zudem die politisch bewegten Verhältnisse verstärkt den Wunsch auf seiten der Käufer nach kleinen transportablen Porträts. Die Miniaturen wurden an Anhängern getragen oder auf Dosen oder lederbezogenen Etuis befestigt.

    Der große Reiz der Bildchen liegt in der Unmittelbarkeit der dargestellten Menschen, die sich gleichwohl durch kostbare Accessoires und einen dekorativen Hintergrund in ihrem gesellschaftlichen Rang dargestellt sehen wollten.

    Eine ausführliche Vorstellung der Sammlung im Internet bietet einen ersten instruktiven Einblick. Wer nach einem Museumsbesuch noch mehr wissen will, kann auf das qualitätvolle Katalogbuch aus dem Hirmer Verlag, München, zurückgreifen.

    Quelle: Dr. Heike Talkenberger

    http://www.damals.de/sixcms/detail.php?id=168336



    Homepage der Miniatursammlung:

    http://www.miniaturen-tansey.de/index.html
     

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