Beitritt der UdSSR zur IWF und Weltbank

Dieses Thema im Forum "Wirtschaftsgeschichte" wurde erstellt von Noxchi, 1. Oktober 2014.

  1. Noxchi

    Noxchi Neues Mitglied

    Wir diskutieren und reden seit Wochen um die Interessen Stalins am Internationalen Geschehen zur Zeit des zweiten Weltkrieges.
    Neuerdings auch über die IWF und die Weltbank, die ja genau wie alle anderen wichtigen Abkommen und Institutionen von Amerika stammen.

    Nun stelle ich mir die Frage, ob die UdSSR damals (schon) der IWF und der Weltbank hätte beitreten sollen. Ich bin mir dessen nicht ganz einig und würde mich über einige Anregungen in Form einer Stellungnahme sehr freuen :yes:
     
  2. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Einiges dazu findest Du im Artikel der „Bundeszentrale für politische Bildung“, Artikel: „Der Beginn der Bipolarität“.

    Scrollen bis Abschnitt -> Weltwährungssystem.

    Ich denke mal einer der Hauptgründe war, das Wirtschaftsystem der Nachkriegszeit sollte auf Gold und dem US-Dollar als Leitwährung basieren.

    Zum Gründungszeitpunkt Sommer 1944 im Bundesstaat New Hampshire war ja auch die UdSSR unter den 44 Ländern dabei.

    Im Verlauf der Beratungen hielt sich dann die UdSSR etwas abseits. Die Abkommen zur Weltbank und zum IWF wurden in der UdSSR nicht ratifiziert.
     
  3. INoxchi

    INoxchi Gast

    Danke für die Antwort !
     
  4. Noxchi

    Noxchi Neues Mitglied


    Also meinst du, dass die USA selber gar nicht danach bestrebt war, die UdSSR einzugliedern, weil es sonst wie üblich wieder zu einem Konkurrenzkampf zwischen diesen beiden Supermächten gekommen wäre ? In Bezug auf die Währung ?! :fs:
     
  5. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    Eher andersherum, die UdSSR mussten im Verlaufe der Verhandlungen erkennen, daß sie im Betton Woods-System am "ökonomischen Katzentisch" gesessen hätten. Die gerade errungene sowjetische Supermachtposition auf politischer und militärischer Ebene wäre bei Einbindung der UdSSR in das Bretton-Woods-System auf ökonomischen Gebiet konterkariert worden. Außerdem war die Zielsetzung des Bretton-Woods-System diametral der sowjetischen Wirtschaftspolitik (Zentralverwaltungswirtschaft [Planwirtschaft], Außenhandelsmonopol, Devisenzwangswirtschaft etc.) entgegengesetzt.

    M. :winke:
     
  6. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Sehe ich genau so.

    Roosevelt unternahm 1944 den Versuch, die Sowjetunion einzubinden. Wie dargestellt, gelang das nach ihrer Präsenz in den Verhandlungen nicht.

    Das System selber war offen für sozialistische oder "semi"-sozialistische Länder, wie die Beispiele zwischen 1950 und 1985 zeigen (Yugoslawien, Volksrepublik China, Vietnam nach der Vereinigung, Ungarn, Polen, Tschecheslowakei, Rumänien, Kuba verließ ihn erst Jahre nach der Revolution). Der COMECON ist auch als ein Gegenentwurf zu diesem System zu verstehen.

    Wie der Ausschluss der erst beigetretenen CSSR 1954 zeigt, gab es hier neben der monetären Einbindung vor allem das Problem der Lieferung valider und vollständiger Daten für die sozialistischen Länder. Der Aspekt ist von der SU als kapitalistische Spionage verstanden worden, Wirtschaftsdaten waren Teil der Propagandaschlachten im "Wettbewerb der System". Wegen der ökonomischen Daten vom IMF an den Haaren gezogen zu werden, lag auch nicht im Interesse der SU.
     
  7. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Mit den Antworten von Melchior und Silesia erübrigt sich für mich die Beantwortung Deiner Frage.
    Ich hätte inhaltlich nicht anderes geschrieben.
     

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