Berufe

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von son_of_history, 26. November 2007.

  1. son_of_history

    son_of_history Neues Mitglied

    hallo zusammen! :prost:

    welche waren die ,,lieblingsberufe'' im zeitalter des absolutismus und welcher die ,,hassberufe''?

    danke
     
  2. Mercy

    Mercy unvergessen

    Wenn deine Latschen kaputt waren, war der Schuster gefragt, ob er als Beruf beliebt war oder nicht.
    Wenn dir die Kuh verreckt war, war es der Abdecker, ob er als Beruf beliebt war oder nicht.

    Deine Fragestellung taugt nicht.
     
  3. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ja, da hast du jetzt ganz schlechte Karten.
    Wenn du nur dieses smile nicht gesetzt hättest, würde ich ernsthaft antworten.
    Aber so?

    Beruf kommt von berufen.
    Ob Liebling oder nicht. Der eine war Säufer, der andere Bildhauer.
     
  4. Caecilia

    Caecilia Gast

    Oder Steinmetz(in) - konnte ich mir jetzt nicht verkneifen florian, zum berufen fühlen und was schlußendlich man doch nicht macht.
    Das mit dem Beruf und dem berufen fühlen ist oftmals ein Wunschtraum. Oder Feigheit.

    Was damals verhasst war weiß ich nicht, wird nicht viel anders gewesen sein als heute.
    Müllaufsammler und Notarzt kann ich mir zu Love-Parade-Zeiten (als es diese noch gab in Berlin) z.B. sehr unangenehm vorstellen und der Eine oder Andere wird sich gewiss nicht nur einmal gefragt haben ob er nicht doch seinen Beruf verfehlt hat.
     
  5. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    In dem Buch "Huren, Henker, Hugenotten - Leben in London um 1700" von Maureen Walker (Komet-Verlag 2004) wirbt auf einem Flugblatt auch ein Unternehmen, welches die Aborte der Häuser leerte damit wie klasse der Beruf sei. Also da war man damals nicht so.:D

    Mal im Ernst, wenn es um handwerkliche Berufe ging, konnte man es sich oftmals nicht aussuchen, da in den Zünften die künftigen Meister schließlich in ihre Rolle hineingeboren wurden. Wenn mich mein Bild von vor allem den Handwerkern der Zeit nicht trügt, waren sie vor allem durchweg stolz auf ihren Beruf und das gesellschaftliche Ansehen, welches damit innerhalb der Hierachie einer Stadt verbunden war. So gibt es viele Bilder im 18.Jh., welche die Handwerksmeister in stolzer Pose, die Hand in der Weste wie Edelmänner, darstellen.

    Auf Anhieb fiele mir höchstens der Scharfrichter ein, war der nicht gesellschaftlich traditionell unbeliebt?:grübel:
     
  6. Querdenker

    Querdenker Gast

    Oder der Steuereintreiber? ...komm grade nicht auf die genaue Berufsbezeichnung :weinen:
     
  7. Tschako

    Tschako Neues Mitglied

    ..... und es gab noch eine ganze Reihe weiterer Berufe, die als unehrenhaft galten und deren Inhaber verachtet wurden, so z.B.: Bader (wegen Nähe zur Prostitution: Baderwirte - Hurenwirte) , Abdecker / Schinder, Totengräber, Bettler....

    Bei anderen Berufen ist es allerdings rätselhaft, worum diese als "unehrlich" verachtet wurden, dazu gehörten zum Bsp.: Müller (obwohl die mit zu den wohlhabendesten Einwohnern gehörten!), Hausierer, Schäfer, Nachtwächter, Töpfer, Weber.....

    Oft waren die Ursachen jahrhundertealte Traditionen, die tw. noch aus germanischer Zeit stammten. Der Müller galt als unehrenhaft. Er war bei den Germanen als "unabkömmlich" vom Kriegsdienst befreit (wer sollte sonst das Korn mahlen?), aber in der Ratsversammlung (u. der Dorfgemeinschaft) hatte nur der Ansehen u. Stimme, der auch Krieger war. Dadurch wurde der Müller sozusagen zum Außenseiter, der kein Mitspracherecht u. deshalb auch kein Ansehen besaß, und folglich als unehrenhaft galt. Außerdem wurde er verdächtigt, den Bauern Mehl zu stehlen - vom natürl. Schwund beim Mahlen wusste man nichts.

    Mehr zu unehrlichen Berufen: Unehrlicher Beruf - Wikipedia

    ...und zum schweren Stand des Müllers: Müller - Wikipedia
     
    1 Person gefällt das.
  8. Tekker

    Tekker Gast

    Galten "Bettler" & "Hausierer" tatsächlich als Beruf? :confused:
     
  9. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Hm naja, da stehen aber wirklich viele Berufe. Bettler würde ich nicht als Beruf ansehen, sondern zumeist als eine Zwangslage.

    Mitgehen würde ich bei der Aufzählung am ehesten bei den Schauspielern, Musikern und allem fahrenden Volk. Während des 18.Jh. scheint mir die Aufklärung u.a. allerdings zu einer anderen Einschätzung unterschiedlicher Berufe beigetragen zu haben.

    Ich glaube in dem Buch "Hortus Bellicus" von Herbert Langert (Leipzig 1981) steht auch etwas davon, dass besonders der Bauernstand das Kriegshandwerk verabscheute. Man kann also aus Sicht der Bauern auch von einem ungeliebten Beruf sprechen, woran sich im Zeitalter der Stehenden Heere auch kaum etwas änderte.
     
  10. hyokkose

    hyokkose Gast

    Ich frage mich, inwieweit das mit der "Unehrlichkeit" überhaupt stimmt. Der Wikipedia-Eintrag zum Müller enthält nichts dergleichen, und zum Wikipedia-Eintrag "Unehrlicher Beruf" ist folgendes zu erfahren:


    Auf der Diskussionsseite ist zu erfahren, daß die Sache mit dem Müller (und dem Schäfer) offensichtlich auf einem Irrtum beruht:




    Wo hast Du denn diese Behauptung her? Mit angeblichen Traditionen aus germanischer Zeit muß man immer besonders vorsichtig sein, denn erfahrungsgemäß werden immer dann irgendwelche "Traditionen" aus grauer Vorzeit frei erfunden, wenn es an seriösen historischen Quellen mangelt.
     
  11. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Nach der Logik würde man auch den Bäcker hinzunehmen, dem natürlich auch immer mal ein Betrug bei dem Backen des Brots unterstellt wurde.:nono:

    Nicht desto minder, waren alle diese Berufe achtbar und auch in dem Maße beliebt oder unbeliebt wie die anderen auch.
     
  12. Tschako

    Tschako Neues Mitglied

    >Galten "Bettler" & "Hausierer" tatsächlich als Beruf?

    ... warum nicht ? Beruf war (u. ist) der Broterwerb, die "Tätigkeit", mit der man sich seine Brötchen verdient... Wenn einer bettelnd vor Kirchen saß, oder ein anderer mit einer Kiepe auf dem Rücken von Ort zu Ort zog, um irgendwelchen Kleinkram zu verkaufen, hat er das getan, um sich und seine Fam. zu ernähren. Beruf ist die Arbeit, mit der man den eigenen Lebensunterhalt bestreitet, so sehe ich das jedenfalls.

    Mehr dazu hier: Beruf - Wikipedia
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. November 2007
  13. Caecilia

    Caecilia Gast

    Den Hausierer oder Gassenverkäufer würde ich als Beruf schon gelten lassen, auch wenn keine besonders ausführliche jahrelange Ausbildung dazu nötig ist.

    Der Bettler bettelt weil er keine Arbeit hat, aus welchen Gründen auch immer. Er ist also losgelöst von Arbeit, arbeitslos. Und das ist m.E. kein Beruf.
     
  14. Tekker

    Tekker Gast

    Was ich mich schon beim ersten Aufruf dieses Threads fragte war, ob es eine Beliebtheitsskala von Berufen in jener Zeit überhaupt gab. War es nicht vielmehr so, daß man den Beruf des Vaters fortführte, ohne sich dabei Gedanken darüber zu machen, ob dies der "Traumberuf" war? Vielleicht ist es nicht so ohne weiteres machbar, heutige Berufswahl mit damaliger Berufsergreifung gleichzusetzen...

    Das ist ja schön für dich, nur sollte man in einer Diskussion von allgemeingültigen Definitionen ausgehen, bzw. den anderen entsprechende Definitionen an die Hand zu geben, damit auch jeder weiß, wovon die Rede ist. :fs:

    Stimmt! Danke für den Hinweis, den o.g. "Hausierer" ziehe ich hiermit zurück. :)
     
  15. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin

    Auch, wenn ich mich hier gegen die vorherrschende Meinung stelle, aber ich bin schon der Meinung, dass zumindest für das Früh- und Hochmittelalter die Bettelei als Beruf angesehen werden kann. Und ganz so untätig war man ja als Bettler nicht, denn durch die Almosen, die man bekam, ermöglichte man, dass tätige christliche Nächstenliebe ermöglicht wurde.

    Bettelei war also kein einseitiges Geschäft, sondern der Gebende konnte damit aktiv etwas für sein Seelenheil tun. Konrad von Megenberg beispielsweise weist den Armen in der mittelalterlichen Gesellschaft ihren festen Platz zu und hält sie für unverzichtbar, denn dadurch, dass den Armen der Schmutz von Gott auferlegt sei, könne den Reichen Sauberkeit zuteil werden.
     
  16. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Klingt ein bisschen OT, wir sind ja hier im Absolutismus-Unterforum, ist es aber nicht, da sich an dem Weltbild natürlich nicht immer so arg geändert hat. Christliche Nächstenliebe etc. waren Werte die fortbestanden und der Wandel mit der Aufklärung setzte meines Erachtens erst ganz spät im 18.Jh. auch in der breiten Masse der Bevölkerung ein.
     
  17. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin

    :rofl: Tja, wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Ich hätte schwören können, der Pfad befindet sich im Bereich Mittelalter.

    Also Aktion zurück!
     
  18. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Es gibt ja auch noch einen zweiten Pfad: http://www.geschichtsforum.de/f51/berufe-18552/#post284346

    Aber wie gesagt, Werte blieben ja v.a. wohl in katholischen Gebieten oder nicht?
    :grübel:
     
  19. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Von Berufe her geht es da ja gar nicht.
    Ich meine mich zu erinnern, das zu dieser Zeit eher Stände gfragt wurden.

    Bettler bis Kaiser.
    Gab es überhaupt Berufe?

    Mein Lieblingsthema Steinmetz.
    Der hatte sich, um leben zu können an einer Bauhütte verdingt,
    als Handlanger.
    Über Jahre hinweg konnte er schon mehr als nur Steine ran zu schaffen.
    Dann und das ist die Höhe, wurde von einem Bischoff, nicht von der Innung, gesagt, er darf sich Meister nennen.-
     
  20. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Aus welcher Zeit ist das Beispiel? Ich meine, in Ländern ohne Bischof gab es auch Steinmetze. Wer bestimmte, wer Steinmetz wurde dann bei Leuten, welche nur auf weltlichen Baustellen (profane Steinbauten wie Rathäuser, Schlösser, Festungen) arbeiteten?
     

Diese Seite empfehlen