Bögen der Antike

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Altertum" wurde erstellt von SergejKorolev, 9. August 2008.


  1. Frühe und Späte Bulgaren waren Söldner bei den Byzantinern, noch bis ins 14. Jahrhundert hinein.

    Keine Ahnung, ich habe das aber oft gelesen...

    Auch, aber nicht nur. Du kannst das gerne im http://www.geschichtsforum.de/f77/d...rhundert-bis-zum-ende-des-mittelalters-22760/

    Thread nachlese, den du kennst.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 11. August 2008
  2. Nakharar

    Nakharar Neues Mitglied

    Ich weiß gehört eigentlich in den Osmanen-Bereich, aber ich wollte nicht extra einen neuen Thread dafür öffnen.
    Aber laut wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Bogenreiter) hat ein osmanischer Sulten namens Suleiman (welcher es war stand dort nicht) vor 200 Jahren im Beisein des britischen Botschafter mittels eines 200 englischen Pfund starken Kompositbogen einen Pfeil 980 Meter weit verschoss. Außerdem soll heute niemand mehr in der Lage sein so eine Waffe zu benutzen.
    Kennt irgendjemand einen Link, wo das genauer beschrieben wird?
     
  3. Turandokht

    Turandokht Aktives Mitglied

    Welcher Sultan soll das gewesen sein? Vor 200 Jahren gab es da keinen Süleyman. ;) Der Wiki-Text sieht mir äußerst dilettantisch aus - keine Quellenangaben und schauderhafte Sprache.
    Zu den Kompositbögen: 980 m sind um einiges zu weit. Die Reichweiten lagen hier bei einigen hundert Metern, wirklich etwas hinreichend treffen konnte man wohl bis 300 m. Eine Methode, auch weiter zu schießen, war, den Pfeil im 45°-Winkel nach oben abzuschießen, so daß er in einer weiten Kurve fliegt. Auf diese Weise kann man zumindest in großen Menschenmengen irgendjemanden treffen. Zielen geht natürlich nicht.
    Ich habe irgendwo noch einen Artikel zu dem Thema rumliegen. Aber der Wiki-Artikel zu Kompositbögen ist auch ziemlich informativ:
    Kompositbogen ? Wikipedia
     
  4. Das bezweifle ich...aber die Schussweise war anders.

    Du kannst vieles im Berittene Bogenschützen Thread nachlesen.
     
  5. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

  6. Nakharar

    Nakharar Neues Mitglied

    wiki schreibt dazu
    Ich war schon einigermaßen skeptisch als ich nichts über einen Suleiman, der vor 200 Jahren geherrscht haben soll, gelesen habe. Andererseits: Auch 889 Meter sind verdammt viel - die effektive Reichweite eines G22-Scharfschützengewehrs der Bundeswehr liegt bei 900 Metern, wobei man damit auf diese Distanz natürlich auch noch ein Einzelziel treffen kann....
     
  7. Ammianus

    Ammianus Neues Mitglied

    Nur zur Ergänzung:

    Die Dissertation Manfred Korfmanns von 1971: Schleuder und Bogen in Südwestasien. Er befasst sich mit dem Zeitraum bis zur Entstehung erster Stadtstaaten. An Hand von Fundverbreitungskarten gelingt ihm der Nachweis, das beide Fernwaffen sich im allgemeinen ausschließen. Beides verlangt Übung. Dabei spielt dann wohl die Tradition eine Rolle.
    Beim Bogenbau kann man wohl davon ausgehen, dass bis zum Kompositbogen der Schütze auch Erbauer des Bogens war. Schon die Bögen die in einem normalen Wochenendseminar von Leuten gebaut werden, die dies vorher nie taten, liefern durchaus zufrieden stellende Ergebnisse.
     
  8. Bis zum Kompositbogen?
     
  9. Turandokht

    Turandokht Aktives Mitglied

    Solche Geschichten über legendäre Bogenreichweiten gibt es mehrere, auch aus dem indischen Raum z.B. Soweit ich weiß, werden sie aber von den Autoren, die sich wissenschaftlich damit befassen, nicht für bare Münze genommen.
     
  10. Ammianus

    Ammianus Neues Mitglied

    Die Ägypter stellten den in Werkstätten her. Ihnen verdanken wir auch entsprechendes Bildmaterial, auf dem zu sehen ist, wie die das Bogenholz durch heissen Dampf in Form gebracht wird. Die Staaten Vorderasiens dürften ähnliche Werkstätten für den Heeresbedarf gehabt haben.

    Bei den Reitervölkern der Steppe wäre es interessant zu wisse, ob es da noch ethnographische oder andere Aufzeichnungen hinsichtlich des Bogenbaus gibt. Ein archäologischer Nachweis, ob der jeweilige Schütze auch der Erbauer des Bogens war oder ob diese Aufgabe von Spezialisten ausgeführt wurde, dürfte schwierig sein.
     
  11. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Maenchen-Helfen ("Die Welt der Hunnen") berichten von Bogenbauspezialisten, die es noch Ende des 19. Jh. in der Region Tuwa gab.

     
  12. Also habe ich es richtig verstanden.

    Genau das ist es nämlich. Das Aussehen eines solchen Bogens täuscht den Laien nämlich, so dass er so einen Kompositbogen für etwas hält, was einfach herzustellen und primitiv ist.

    Bei den Hunnen gab es sicher auch eigene Bogenbauspezialisten...
     
  13. Turandokht

    Turandokht Aktives Mitglied

    Auf jeden Fall im späten Mittelalter/frühe Neuzeit in Zentralasien waren es Spezialisten. Für frühere Epochen habe ich keine Belege parat, aber da dürfte es ähnlich gewesen sein.
    Viele Gerätschaften, die von Reiternomaden verwendet wurden, wurden von seßhaften Handwerkern hergestellt, wie zum Beispiel Jurtengestelle. Bei Eisenwaren können auch Wanderschmiede beteiligt sein.
     
  14. Bogenbauer mussten auch nicht säßhaft sein, da ja das Werkzeug leicht mitgenommen werden konnte.
     
  15. Turandokht

    Turandokht Aktives Mitglied

    Nein, sie _mußten_ nicht seßhaft sein, aber sie waren es mitunter. Für Anfang des 16. Jhs. weiß ich beispielsweise, daß gute Bögen aus Buchara kamen.
     
  16. Broken Arrow

    Broken Arrow Neues Mitglied

  17. hjwien

    hjwien Aktives Mitglied

    Auch wenn es schon etwas her ist: Bei der Abbildung [#4] handelt es sich um die Rekonstruktion des sogenannten Paris vom Westgiebel des Aphaiatempels in Aegina, die Figuren sind heute in der Glyptothek München. Die Form des Bogens ist meines Wissens nicht nachgewiesen, sondern ergänzt.

    Bei Paris handelt es sich um einen trojanischen Königssohn, also ist seine "skythenähnliche" Darstellung eher ein Topos als eine Darstellung realer Bogenschützen aus dem frühen 5. Jh v. Chr.
     
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  18. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Broken Arrow, ich weiß nicht, woher Du Deine Weisheiten beziehst ....
    44,44m /s ist ein wenig wenig. Das gibt grob ne Schußentfernung von 130 m.

    Allgemein schießen aber Bögen, fast egal welcher Typ zwischen 150 und 200 m (Selfbows) und bis 300 m (Komposit), bei einem entsprechenden Pfeilgewicht, also keine überschweren Pfeile.
    Die Abschußgeschwindigkeit in m/s erhält man ganz grob, wenn man die Entfernung durch 3 teilt
     
  19. Broken Arrow

    Broken Arrow Neues Mitglied

    @ Wilfried
    Aus einer Fehrnsehsendung names " Die Waffentechnik der Barbaren " aus der Reihe " Moderne Wunder ".
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 1. Juli 2012
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  20. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Es war auch eine Frage der Mentalität. Obwohl der größte griechische Heros Herakles selbst Bogenschütze war und auch andere Helden der mythischen Vergangenheit wie Odysseus und Philoktetes gut mit dem Bogen umgehen konnten, hatten Bogenschützen bei den Griechen einen schlechten Ruf. Sie galten als feige und wenig ehrenhaft, weil sie aus der Entfernung zuschlugen. Ein echter Kerl hatte den offenen Kampf Mann gegen Mann zu suchen, Bogenschießen galt als etwas für weichliche und verschlagene Asiaten (wie den als nicht sonderlich tapfer geschilderten Paris) und sonstige Barbaren.
     

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