Boten der Varusschlacht

Dieses Thema im Forum "Das Römische Reich" wurde erstellt von Maximus, 29. März 2010.

Schlagworte:
  1. Cato

    Cato Neues Mitglied

    Ich würde sogar soweit gehen, dass auch das mündliche System der Befehlsvermittlung stark eingeschränkt war. Durch das Aufsplittern des Heereszuges infolge der heftigen Angriffe waren die einzelnen Truppenkörper nur noch unzureichend imstande, miteinander zu komunizieren. Für diese Zwecke wurden in erster Linie Meldereiter eingesetzt und man kann sich leicht vorstellen, dass die ehemaligen germanischen Hilfstruppen, die mit dem römischen Militärapparat bestens vertraut waren, sich sehr darum bemüht haben, diese Reiter abzufangen.
    Wie schon angesprochen waren die angegriffenen Verbände durch das schwierige Gelände und die zahlreichen Angriffe ohnehin schon stark in Unordnung geraten. Das System der schriftlichen Befehle zusätzlich noch zu sabotieren erscheint mir nicht mehr vonnöten, da die Verwirrung im römischen Heer auch so schon beträchtlich war.
     
  2. Maelonn

    Maelonn Gesperrt

    Hier war ich noch eine Antwort schuldig. Hat so lange gedauert, weil ich erstmal suchen musste. Langsam verliere ich den Überblick...

    Es handelt sich wohl um Suetons Tiberius-Biographie. Der Originaltext liegt mir nicht vor. Ich stütze mich auf eine Zusammenfassung, die Reinhard Wolters in "Die Schlacht im Teutoburger Wald" gegeben hat. Er schreibt da sinngemäß, Tiberius habe die Legionen wieder zu einem schlagkräftigen Expeditionsheer umgeformt, das sogar beim Essen noch in Alarmbereitschaft gewesen sei. Auch habe er entgegen seiner sonstigen Gewohnheit alle Fragen immer gleich mit mehreren Beratern diskutiert. Und dann heißt es: "Wenn Tiberius schließlich dazu überging, selbst spontane Entscheidungen nur in schriftlich beglaubigter Form an die Truppenführer weiterzugeben, so bestätigt diese bemerkenswerte Notiz, dass die Verschwörer um Arminius offenbar im allerengsten Umfeld des römischen Legaten hatten agieren und offensichtlich selbst falsche Befehle - mit denen sie angeblich im Namen des Oberbefehlshabers sprachen - hatten überbringen können."
    Soweit Wolters. Als Quelle gibt er an "Suet. Tib. 18,1 f".

    Dass während des laufenden Gefechts noch falsche Befehle im Umlauf waren, halte ich auf für zweifelhaft. Taktische Anweisungen werden ja in der Regel auf kurzem Weg gegeben und sind dann durch persönliche Kenntnis des jeweiligen Kommandeurs authentisiert. Aber selbst da ist es denkbar, dass sowas noch möglich war. Mal ein erdachtes Beispiel: Die Marschsäule nähert sich dem Wall, die Vorhut erkennt, dass da was nicht stimmen kann - und erhält von irgendwem (vermeintlich dem Kommandeur) den Befehl: Durchbrechen.

    MfG
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    "...und wenn er plötzlich etwas zu befehlen hatte, gab er diese per Brief/Büchlein."
     
  4. Maximus

    Maximus Neues Mitglied


    Das ist doch ein bemerkenswertes Resümee dieses Threads. Will noch hinzufügen, dass ein Expeditionskorps auf feindlichem Gebiet logistische Unterstützung sowie genaues Kartenmaterial benötigt. Ohne dieses ist es sinnlos mit anderen Einheiten zu kommunizieren (oder etwa doch in dieser Art: "... stehen mit feindlichen Einheiten im Gefecht. Benötigen im Wald, drei Tagesmärsche hinter der Biegung des großen Flusses 20 Kohorten Verstärkung mit Verpflegung..." ?)

    Eher nicht. Was uns zu der Frage bringt, warum sich wohl die großen und kleinen Historiker über den Ort (ob Teutoburger Wald oder Kalkriese) streiten...
     

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