Brennen und Stechen im alten China

Dieses Thema im Forum "Indien | Ferner Osten" wurde erstellt von SRuehlow, 21. November 2005.

  1. SRuehlow

    SRuehlow Neues Mitglied

    Chinesische Mediziner wenden im Zweiten Jahrhundert vor Christus Akupunktur und Moxibustion als Heilmethoden an. Mit Hilfe dieser Techniken versuchen Ärzte die Lebenskraft des zu Behandelnden, die als "ch´i" den Körper in zwölf Hauptbahnen (Meridiane) durchfließt, zu vermindern oder zu vermehren. Dazu werden bestimmte Körperpunkte mit Nadeln oder mit brennenden Kegeln aus Beifußkraut gereizt. Die zerstörende, zerstreuende oder ergänzende Wirkung der Technik, die eine Störung im Leitsystem im Sinne des Entsprechungssystems von yin und yang beheben soll, hängt von vier Faktoren ab: Bei der Akupunktur sind unter anderem die zu behandelnden Körperregionen, das Metall der Nadeln (Gold oder Silber), die Drehung der Nadel nach rechts oder links, in oder gegen die Flussrichtung der "ch´i"-Leitbahn entscheidend. Die einzelnen Abschnitte der Leitbahnen korrelieren mit fünf Funktionsbereichen (Leber, Herz, Milz, Lunge und Nieren) entsprechen der Lage von yin (innen) und yang (außen). :fs: :confused: :yes:

    In dem Lehrbuch Huang-ti neiching sind Akupunktur und Moxibustion noch unter den Namen zhenjiu (chin. zhen-Nadeln, jiu-brennen) als eine Acu-Moxi-Therapie zusammengefaßt. Die Technik der Akupunktur selbst ist vermutlich bereits zur Zeit der Dämonenmedizin (1. Jhr. v.Chr.) in China bekannt. Mit dem Einstich der Nadel sollte der Dämon wahrscheinlich aus dem Körper des Patienten vertrieben werden. Zusammen mit der Arzneimittellehre bildeten Moxibustion (japan. mogusa-Brennkranz) und Akupunktur später die Säulen der klassischen chinesischen Medizin. :motz::runter: :evil:

    Der Begriff Akupunktur wir von den europäischen Chinareisenden des 17. Jahrhunderts geprägt (lat. acus-Nadel und pungere-stechen).
    Die Akupunkturpunkte, die sich für die Behandlung bestimmter Krankheiten eignet, werden im Laufe vieler Jahrhunderte genauer bestimmt. Im 17. Jahrhundert kommt es zu einer heute noch gültigen Festlegung von 361 Punkten. Die anatomische, physiologische und biochemische Aufklärung des Systems der "ch´i"-Leitbahnen und ihrer Beziehung zu den Organen ist bisher nicht gelungen.
    Die Ohrakupunktur und die Akupunktur als Narkose-Ersatz bei Operationen, wie sie heute auch gerade in China praktiziert werden, sind wahrscheinlich europäischen oder arabischen Ursprungs. Sie haben keinen historischen Bezug zur chinesischen Tradition, die diese Anwendung in ihrer klassischen Medizin nicht kennt. :p
     

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