Brennende Pfeile

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von Muck134, 24. September 2004.

  1. Muck134

    Muck134 Neues Mitglied

    Hallo zusammen,

    ich schau gerade "Robin Hood" :D und frage mich, womit die Pfeile getränkt waren, damit sie bis zu ihrem Ziel brannten und ihr Ziel auch noch in Brand stecken konnten?! :confused:

    Wieso sind die Pfeile auf ihrem Weg durch die Luft nicht ausgegangen?
    Welche Tinktur/en machten dies möglich?

    Grüße :bussi:
     
  2. Wulfnoth

    Wulfnoth Gast

    Ich kenne mich in dem Bereich zwar nicht besonders gut aus, würde aber jetzt einfach mal auf Pech tippen...
     
  3. Tib. Gabinius

    Tib. Gabinius Aktives Mitglied

    Für Brandpfeile reichen in Erdöl oder Pech getränkte Pfeile.
    Es gibt noch komplexere Methoden z.B. in der Antike aus Erdöl, Kalk, Spännen, Wolle und Salpeter, das sog. griechische Feuer, dass verzichtet sogar auf Pfeile :)
     
  4. Muck134

    Muck134 Neues Mitglied

    Lieber Tib. Gabinius,

    danke für deine Ausführungen. Ich habe dazu allerdings noch eine Frage: Woher hatten die Menschen im MA Erdöl? Wie sind sie daran gekommen? :confused:
    Dieser Punkt deiner Antwort machte mich stutzig...

    Greetz Muck :thx:
     
  5. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Oberirdische Rohölaustritte sind im Mittelmeerraum seit der Antike bekannt. Man nutzte sie aber lange Zeit nur eingeschränkt für Zwecke wie zum Kalfatern.(Abdichten) von Booten, zum Impregnieren von Geweben und als Brennstoff von Fackeln

    http://home.t-online.de/home/hsm_projekt_oil/00009.html
     
  6. Tib. Gabinius

    Tib. Gabinius Aktives Mitglied

    Dem habe ich eigentlich kaum etwas hinzuzufügen. Danke flo :)

    Erdöl muß nicht immer, wie heute aufgrund des großen Bedarfs üblich mittel Plattformen oder Pumpstationen gefördert werden, sondern konnte auch leicht ergraben werden oder dank Erdbeben an die Oberfläche gelangen.

    Es ist auch möglich bei Brandpfeilen andere, brennbare Öle einzusetzen.
    Schwerer Regen verhindert nicht nur den Einsatz von Brandpfeilen sondern erschwert fast die gesamte Kriegsführung. (Beispiel, wie lange kann samt Rüstung ein 140 - 150 kg schwerer Krieger über aufgeweichten Grund marschieren?)
     
  7. askan

    askan Neues Mitglied

    Ein persischer AUsdruck für Erdöl war Mumia, man ahnt schon für welches Endprodukt es verwendet wurde, es ist übrigens auf ein gutes Heilmittel bei Hautinfektionen. Das Tote Meer hieß früher auch Aspfaltsee , weil dort sehr oft Erdölklumpen an die Oberfläche kam. Im Irak zum Beispiel tritt es heute noch ganz natürlich an die Oberfläche, aber diese Quellen sind heutzutage selten geworden.
     
  8. Leonidas

    Leonidas Neues Mitglied

    Als ehemaliger Sportbogenschütze möchte ich noch hinzufügen, daß Regen und Wind auch den Einsatz von herkömmlichen Pfeilen beeinträchtigen, bei extremen Wettersituationen sogar verhindern konnten.

    Für den Einsatz von Brandpfeilen verwedete man oft spezielle Peilspitzen, die mit einer oder mehreren Bohrungen versehen waren, in die man mit Öl/Pech getränkte Lappen einfädeln konnte. Dadurch wurde besserer Halt des Lappens am Pfeil gewährleistet.
     
  9. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Ich habe gelesen, dass ein Schwefel/Pech-Mischung verwendet wurde die sehr gut haftete, nämlich wie Pech und Schwefel:D .
    Das Pech kann man aus Birkenrinde gewinnen, indem man ein durchlöchertes Gefäß mit Rindenstücken füllte und in ein Größeres gefäß stellte, welches dann erwärmt wurde, so dass das Pech aus trat und in das große Gefäß floß.
     
  10. Demiurg

    Demiurg Neues Mitglied

  11. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Nicht nur die Pfeile! Bei feuchtem Wetter konnte man Bogenschützen (z.B. im 100jährgen Krieg) gar nicht einsetzen, weil die Sehnen ihre Spannung verloren.
     
  12. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Wobei je nach Material (pflanzlich statt tierisch) sich die Sehne auch zusammenziehen kann und den Bogen zu starker Spannung aussetzt. Die englischen Bogenschützen scheinen ihre Sehnen jedoch ausreichend vor Nässe geschützt zu haben, denn ihre Waffen arbeiteten bei Crecy im Gegensatz zu den Armbrüsten aus französischer Seite ausgezeichnet.

    Kommt es nur mir so vor oder wird in dem Link über Feuerbolzen gesprochen? Brennende Geschosse für Armbrüste ist mir neu.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. August 2005
  13. Demiurg

    Demiurg Neues Mitglied

    Ja, in dem Beitrag wird mit der Armbrust geschossen, ist aber denk
    ich mal egal, die Mischung wird bei Bolzen und Pfeil die gleiche
    gewesen sein.

    Ich hab den Link nur mal reingestellt, weil die dort verwendeten
    Materialien halt völlig anders sind als die hier bisher genannten.

    Ansonsten ist mir neu, dass die Langbögen bei Regen nicht funktioniert
    haben sollen, wo die Engländer doch auf ner Schlechtwetterinsel
    wohnen.
    Als die Kreuzfahrer aus dem Orient die ersten zusammengesetzten Bögen
    mitbrachten, die von der Schußleistung her den Langbögen deutlich
    überlegen waren, wurden sie schnell eines besseren belehrt, da diese
    zusammengeleimten Bögen bei Nässe nicht einsetzbar waren.
    Die Bögen der französischen Armbrüste bei Crecy werden zu der Zeit
    auch noch aus zusammengeleimtem Horn u.ä. bestanden haben und wären
    bei Regen buchstäblich aus dem Leim gegangen.

    Ich will aber nicht abstreiten, das Regen auch die Bogenschützen behindert
    hat.
     
  14. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Ich habe irgendwo mal gelesen, dass die Briten ihre Bogensehnen vor der Schlacht (ob Crecy oder Agincourt weiss ich nicht mehr) eingepackt hatten um sie gegen den Regen zu schützen und erst kurz vor dem Einsatz wieder einspannten.

    Dass die Armbrüste versagten ist mir neu. So weit ich weiss, türmten deren Schützen als sie den Pfeilhagel nicht mehr ertrugen. Armbrüste hatten übriges zum damaligen Zeitpunkt (nach 1400) meist schon Stahlbögen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. August 2005
  15. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Übrigens ist der Langbogen auch keine "all-zu-schön-Wetter" Waffe. Eibenholz kriecht bei Temperaturen von über 30°, der Bogen verliert die Spannung.
     

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