Charakter 30 Jähriger bzw Napoleonische Kriege

Dieses Thema im Forum "Zeitalter der Glaubensspaltung (1517 - 1648)" wurde erstellt von _homer_, 27. August 2009.

  1. _homer_

    _homer_ Gast

    HUhu

    BIn nue hier , gehe grad in die 12. Klasse und bin im Lk Geschichte :)

    Wir sollen den 30 Jährigen Krieg und die Napoleonischen Kriege charakterisieren, aber ich dazu nichts gefunden bzw kann mir darunter auch nicht wirklich was vorstellen? KÖnnt ihr mir Tipps zum Charakter der Kriege geben? Danke
     
  2. Molinarius

    Molinarius Neues Mitglied

    Unter einer "Charakterisierung eines Krieges" kann ich mir auch nicht gerade viel vorstellen,aber ich würde mir auf jeden Fall überlegen, welche Gründe/Vorwände die Konfliktparteien für eine Krieg haben (Expansion, Religion etc.). Außerdem würde ich mir überlegen,was die Kriege denn waffentechnisch unterscheidet.
     
  3. Rheinländer

    Rheinländer Aktives Mitglied

    Für sehr wichtig halte ich, dass im Dreißigjährigen Krieg die Heere alle aus Söldnern bestanden, oft die Landsknechte die Seiten wechselten, keine "Ideal" verfolgten, nicht ihr Land verteidigten oder für eine Ideologie kämpften, sondern einfach nur für den Sold.

    In den Napoleonischen Kriegen war das teilweise anders. Napoleons Heer war, vor allem zu Beginn (im Rußlandfeldzug mussten z.b. auch viele Deutsche mitkämpfen), ein französisches Heer. Das war neuartig, die Männer kä#mpften für ihr Land. Sehr revolutionär, dass Zeitalter der Kabinettskrieg neigte sich dem Ende zu, was auch Napoleons Gegner erkennen mussten, als sie die Überlegenheit Napoleons Volksheer mit Landwehr und ähnlichen Freiwilligen Kompanien begegneten. Auch Freikorps u.ä. entstanden, was durchaus ein deutsches Nationalgefühl (re)konstituierte. Hoffnungen, die freilich nach dem Wiener Kongress unerfüllt blieben.

    Ein Unterschied auch, dass der Kriegsschauplatz europäisch war und nicht größtenteil deutsch wie im 30-jährigen Krieg.

    Außerdem kam es zum ersten Guerillakrieg der Geschichte in Spanien gegen Napoleons Truppen.

    Das alles waren Vorboten auf die radikalisierten Kriege des 20. Jahrhunderts, denn nun kämpften nicht mehr losgelöst vom gemeinen Mann Dynstien gegeneinander, nein, ganze Völker fochten um ihre Existenz.
     
  4. MacX

    MacX Neues Mitglied

    Gab es im 30 jährigen Krieg denn nur Söldnerheere?

    Für sein Land/seinen Herrn (kommt aufs gleiche hinaus) zu kämpfen, war doch bereits im Mittelalter die Norm.
     
  5. Neddy

    Neddy Aktives Mitglied

    Naja, eigentlich brauchst Du Dir (wieder mal) nur Gedanken über die zentralen Kriegsfragen machen:
    - Wer waren die Kriegsparteien, was waren ihre Motive bzw. Kriegsziele?
    - Was waren die Ursachen der jeweiligen Konflikte?
    - Welche Mittel hatten die Kriegsparteien zur Verfügung (Wer (Doppeldeut!) bildete ihre Streitkräfte? Wofür kämpfte die kämpfende Truppe? (Gut - die Frage ist schon weiter oben beantwortet.
    - Wo wurde gekämpft?
    - Welche Rolllen spielten Ideologien oder Religion?
    - Womit wurde der Krieg unterhalten?
    - Wie wurde er organisiert?
    - Welche Rolle spielten einzelne Personen bzw. Organisationen?
    - Was waren die Folgen der jeweiligen Konflikte (und DAS, also die Antwort darauf, ist meiner Ansicht ein ganz wesentlicher verbindender Teil der beiden Konfliktserien).

    Kurz: Was machte die beiden jeweiligen Konfliktkomplexe einzigartig?
    Der Rest ist - Lesen ;).

    (There cracks a noble neck... - Good night, sweet princes)
     
  6. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Rheinländer und Neddy haben bereits eine Reihe von relevanten Kriterien benannt, um den Charakter dieser beiden Konflikte zu erfassen und sie zu kontrastieren.

    deswegen nur noch ein Buchtipp: Geoffrey Parker: Die militärische Revolution. Die Kriegskunst und der Aufstieg des Westens 1500-1800. Campus.

    Aber Delbrück ist auch eine sehr interessante Quelle.
     
  7. Rheinländer

    Rheinländer Aktives Mitglied

    Natürlich war das im Mittelalter die Norm.

    Aber der Dreißigjährige Krieg ist 17. Jahrhundert, das ist schon frühe Neuzeit. Da kämpfte man vornehmlich mit Söldnerheeren. Natürlich hatte ein Landesheer sicherlich viele aus seinen Landen als Kämpfer, doch das war nicht zentrales Element, für den Landsknecht ginge es vor allem um einen möglichst hohen Sold und gute Verpflegung.

    Und das war schon international.

    Z.B. haben die Schweizer damals in vielen Heeren gekämpft, durchaus mit einem gewissen Renommee. Daher auch die Schweizer Garde des Vatikans.
     
  8. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Ich sehe die Napoleonischen Kriege auch als die ersten modernen Kriege.
    Mir drängt sich da immer der Vergleich mit Spanien und die heutige Form des Guerillakrieges auf. Irak, Afganistan usw.
     

Diese Seite empfehlen