Charakter des Burenkriegs 1899-1901

Dieses Thema im Forum "Die großen Kolonialreiche" wurde erstellt von balticbirdy, 8. Februar 2008.

  1. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    In der Geschichte Afrikas spielen die Burenkriege eine gewisse Sonderrolle.

    Zweiter Burenkrieg - Wikipedia

    Mich würde interessieren wie er einzustufen ist: britischer Kolonialkrieg, südafrikanischer Bürgerkrieg oder Krieg souveräner Staaten mit Totalannexion des Unterlegenen?
    Welche auswärtigen Mächte hatten die "Burenrepubliken Transvaal und Oranje-Freistaat" überhaupt anerkannt?


    Alles in allem, kein Ruhmesblatt für das britische Empire, weder militärisch noch moralisch.
     
  2. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Man könnte auch etwas provokativ sagen: In der Geschichte Europas spielen die Burenkriege eine gewisse Sonderrolle.

    :grübel:
     
  3. Tekker

    Tekker Gast

    Wenn ich Wikipedia glauben darf, zumindest Großbritannien selbst:

    Transvaal - Wikipedia


    Oranje-Freistaat - Wikipedia


    Auf jeden Fall ein spannendes Thema, für dessen Eröffnung ich mich ausdrücklich bei dir bedanken möchte bb! Als "südafrikanischen Bürgerkrieg" würde ich es auf keinen Fall sehen wollen, tendiere vielmehr zu dem von dir zuletzt genannten "Krieg souveräner Staaten". Interessant wäre für mich noch zu wissen, was du unter "britischem Kolonialkrieg" verstehst bzw. welche Einschätzung du selbst vorgenommen hast.


    @Pope: Sonderlich provokant finde ich deine Aussage nicht. :)
     
  4. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Schon richtig @Tekker, dass die Briten selbst Beziehungen unterhielten ist klar. Schon aus ökonomischen Interesse. Das Problem war, dass die Existenz der Burenrepubliken auch das deutsch-britische Verhältnis belasteten.
    Krüger-Depesche - Wikipedia
    Eines der zahlreichen Fettnäpfchen Wilhelms II.

    Warum sind keine anderen Staaten (Frankreich) als Garantiemächte aufgetreten?

    Ein Kolonialkrieg war wie gegen die Zulu es sicher nicht. Ein Bürgerkrieg wie in den USA auch nicht, schließlich waren die Beteiligten souverän und unterschieden sich auch noch in Sprache und, nennen wir es mal "Volkscharakter". Meine persönliche Meinung ist, es war letztlich eine schnöde Annexion, bei der die Buren im Interesse der "großen Politik" von der Welt im Stich gelassen wurden. Nach den farbigen Eingeborenen fragte ohnehin keine der beteiligten Seiten.

    Alles in allem halte ich das Thema für durchaus kontrovers diskussionswürdig. Der Burenkrieg ist zusammen mit Wilhelms "Hunnenrede" und seiner Flottenrüstung im Vorfeld zum 1. Wk zu sehen. Das schlechte deutsch-britische Verhältnis zu Beginn des 20. Jh., dass die vorher nie für möglich gehaltene Bildung der Entente ermöglichte, hat hier mit eine seiner Ursachen.
     
  5. Tekker

    Tekker Gast

    Völlig korrekt! Da gibt es imho auch keine Deutelei. Warum wurden sie "im Stich gelassen"? Gute Frage! Bei dem Versuch, diese zu beantworten, fällt mir ein starkes Defizit zu dem Thema bei mir auf. Wenn ich es schaffe, lese ich mich da gern nochmal tiefer ein, so kann ich im Moment leider nichts handfestes bringen. :(
     

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