Charaktere korrekt? Am Bsp.. der Adler-Serie

Dieses Thema im Forum "Geschichtsmedien und Literatur" wurde erstellt von Apvar, 29. August 2010.

  1. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Hallo Zusammen

    Wie vielleicht bekannt lese ich gerne Historische Romane. Dabei ist mir in der sognannte Adlerserie von Simon Scarrow eines Aufgefallen.
    Der Tribun und spätere Senator und Kaiser Vitellius wird hier als sehr hinterhältig und verschlagen dargestellt. Während Vespasian eher als Lichtgestalt dargestellt wird. Dies ist natürlich zum Teil der Dramaturgie eines Romanes, bzw. einer Romanserie geschuldet. Inwieweit sind die Charaktere korrekt, bzw. übertrieben? In die eine wie die andere Seite.
    Über eventuelle hinweiße auf Charakterstudien würde ich mich sehr freuen.

    Apvar
     
  2. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    Ich kenne die Buchserie nicht, aber bei dem antiken Porträtautoren Sueton wird Vitellius in der Tat im Vergleich zu Vespasian, ja eigentlich fast allen anderen darin beschriebenen Kaisern sehr negativ dargestellt.

    Im Netz finde ich leider nur die englische Version:
    LacusCurtius ? Suetonius' Twelve Caesars
     
  3. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Es sind historische Klischees (insbesonders das negative Bild des Vitellius), die es schon zu römischen Zeiten gab. Antike "Historiker" hatten es allzu oft nicht so mit der Trennung von Geschichte (im modernen, wissenschaftlichen Sinne) und Geschichten.

    Quelle: Vitellius ? Wikipedia

    aventinus: Vitellius, unfähiger Politiker und Tyrann? Eine quellenkritische Untersuchung[maxItems]=10
     
  4. Sliza

    Sliza Neues Mitglied

    Hat zufällig schon jemand das neue Buch "Centurio" von Simon Scarrow gelesen? Ist es empfehlenswert? In welchem Jahrhundert spielt sich dieser Roman ab? Ich weiß nur, dass es sich um einen Feldzug gegen die Parther handeln soll.
     
  5. Luziv

    Luziv Neues Mitglied

    Ich habe den Roman noch nicht, aber es geht wieder um die beiden Protagonisten Macro und Cato, also spielt es im 1 Jhd. nach Chr., wahrscheinlich in den späten 40ern oder den 50ern.
     
  6. Luziv

    Luziv Neues Mitglied

    Da man ja leider nicht editieren kann:

    Wahrscheinlich ist "Centurio" der Folgeband zu "The Eagle in the Sand" (spielt in Judäa), der wie einige andere Folgen nicht ins Deutsche übersetzt wurde. Also ist die Zeit wohl die späten 40er Jahre des 1. Jahrhunderts. Abgesehen von einigen erzählerischen Schwächen (blasse Nebenfiguren z.B.) und wenigen historischen Nickligkeiten (in "The Eagles Prophecy" Legionäre mit Hosen im 1. Jhd.??) sind die Romane von Scarrow eigentlich spannende Selbstläufer, ich würde ihn auf jeden Fall kaufen.
     
  7. Triere

    Triere Mitglied

    Zum Vespasianbild in Scarrows römischen Romanen. Ich hatte vor allem anfangs das Gefühl, daß Vespasian da Wellington in der Cornwell'schen Version chanelled. Scarrow ist ja bekennender Fan der "Sharpe"-Serie von Bernard Cornwell und das Verhältnis unserer Römer zu Vespasian, als Männer für Spezialaufgaben, die trotzdem, wenn auch leicht bedauernd, geopfert werden können, jederzeit, hat mich schon sehr an Sharpe & Wellington erinnert. Das könnte auch die "Lichtgestalt" erklären, denn ich kann mich erinnern, mal irgendwo den köstlichen Kommentar eines Sharpe-Fans gelesen zu haben, der meinte, nachdem er die Serie gelesen habe, habe er eine Zeitlang gedacht, Wellington wäre Gott. :)
    Paßt umgelegt auf Scarrow und Vespasian durchaus. Obwohl unsere (meine?) Lieblings-Zenturios ihn jetzt schon einige Zeit nicht mehr getroffen haben.
     
  8. Luziv

    Luziv Neues Mitglied

    Ich denke, das trifft es gut, Triere.

    Habe das Buch "Centurio" jetzt gekauft und ca. zur Hälfte gelesen. Es spielt im Anschluß an die britannischen Eroberungen, die kurze Seekriegs/Piratenepisode in der Adria als Agenten von Narcissus und den ersten Einsatz in Judäa jetzt hauptsächlich in Palmyra (mit dem sich Rom zum Mißfallen der Parther vertraglich verbunden hat), das Macro und Cato als Voraustruppen mit einer Kohorte Legionäre und einer gemischten Auxiliarkohorte gegen Rebellen und Parther verteidigen helfen müssen. Bemerkenswert, daß Cato mit 20 Jahren mal so kurz zum (stellvertretenden) Präfekten der Auxiliarkohorte ernannt wird.

    Das Buch ist ein typischer Scarrow, es ist genauso wie die anderen Bücher aufgebaut. Kennt man eins, kennt man eigentlich alle (bisserl bösartig, aber die Tendenz stimmt). Fast unüberwindliche Probleme, die gelöst werden.Die beiden Helden gehen mir seit dem vierten Buch (das dritte, mit der Ausbildung der britannischen Hilftruppen, fand ich am besten von allen Bänden) eigentlich etwas auf die Nerven, können alles, wissen alles, der Rest ist nur Beiwerk. Trotzdem liest sich das neue Buch wieder spannend, man möchte eben wissen, wie die Schwierigkeiten gemeistert werden. Ich werde daher wohl binnen kurzem durch sein, nicht wie bei "Eagle in the Sand" (m.E. das schwächste Buch von allen) nach 60 Prozent schlapp machen. :)
     
  9. Triere

    Triere Mitglied

    Ich lese die Bücher sehr gern, weil sie sich für mich komplett von selbst lesen. Ich mag unsere beiden Helden einfach. Manche sind besser, manche schwächer, aber gelangweilt habe ich mich noch bei keinem. Meistens steht und fällt die Qualität mit den Nebenfiguren, die hat Scarrow nicht immer ganz im Griff. Aber für mich kann er gern noch lange so weiterschreiben. Aber im Duo, weil mir gefällt, wie sich Macro und Cato ergänzen.

    Faszinierenderweise ist die andere Reihe von Scarrow, über Wellington vs. Napoleon, ganz anders. Die Römer sind klassische historische Abenteuerromane, aber das hier ist, was ich "große historische Romane" nenne, nur historische Personen und meiner Ansicht nach sehr gut geschrieben. Historisch könnte er mir über Napoleon praktisch alles erzählen, aber Wellington, über den ich doch schon einiges gelesen habe, habe ich durchaus wiedererkannt. Da freue ich mich schon sehr auf den letzten Band und hoffe, daß er danach neben seinen Römern auch dieser Art des historischen Romans treu bleibt und sich wieder ein interessantes Thema aussucht.
    Egal in welcher Form, ich mag Scarrow einfach.
     
  10. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Sein neuestes Werk der Adlerserie ist schon fertig geschrieben. Laut Wiki (Englisch) soll der Roman schon im November erscheinen. :) Bin sehr gespannt. Wobei ich mich über die Beförderungen zur Zeit Claudius bei ihm wundere. Und bin sehr gespannt wie er den Dreh in naher Zukunft hinkriegt, weiter Macro mit Cato zusammen kämpfen zu lassen, da Macro ja schon 15 Jahre in der Legion war, bevor Cato in Germanien angekommen ist.

    Apvar
     
  11. Centurio

    Centurio Neues Mitglied

    Ich habe mir als erstes Gladiator gekauft was wohl ein fehler war;) Weil ich die anderen Bücher nicht kannte. (Dies hat das Leseerlebnis aber nicht gemindert :)) Inzwischen habe ich herausgefunden, das die Bände 5,6 und 7 höchst wahrscheinlich nicht ins deutsche übersetzt wurden, weiß von euch ob sie übersetzt wurden und wenn nicht warum?
    Centurio
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Mai 2012
  12. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Wenn Du mal auf die Bücher guckst, wirst Du feststellen, das die neuen Büchern in einem anderen Verlag erscheinen als die alten. Vielleicht hat der alte Verlag die Rechte für die nicht auf Deutsch erschienenen Bücher.
    Traust Du Dich die Bücher auf englisch zu lesen? Dann erklären sich einige Sachen im Handlungsstrang der Serie.

    Apvar

    P.S. War gerade auf der Internetseite eines bekannten Buchhauses. Dort wurde mindestens eines der fehlenden Bücher wohl angekündigt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Juni 2012
  13. Gaius Marius

    Gaius Marius Neues Mitglied

    Ich habe die ersten 3 (oder 4?) Romane auf Deutsch gelesen, bin dann aber komplett auf Englisch umgestiegen. Aber ich glaube ein paar wurden überhaupt nicht übersetzt?!

    Schade fand ich die Abkehr von dem durchgängigen Titel-Motiv des Adlers (Eagle) - wohl aus Marketing-Gründen.
     
  14. Triere

    Triere Mitglied

    Auja, das bedaure ich auch, obwohl es das Lesevergnügen natürlich nicht trübt, aber schade ist es. Vor allem, weil die neuen Einworttitel so wunderschön nichtssagend sind, vor allem "Centurion" und "The legion". Echt jetzt, das sind Zenturios und da gibt es Legionen?!
     
  15. Centurio

    Centurio Neues Mitglied

    Danke Aqar,
    ich werde mich wohl überwinden sie auf englisch zu lesen...
    Könntest du mir den Namen der Internetseite mal geben?
    Das mit dem Verlag ist mir garnicht aufgefallen... Eigene Blödheit...

    Centurio
     

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