Chinesisch-Schwedische Expedition

Dieses Thema im Forum "Indien | Ferner Osten" wurde erstellt von Sascha66, 3. Mai 2010.

  1. Sascha66

    Sascha66 Neues Mitglied

    Ich habe gerade den Wiki-Artikel zur Chinesisch-Schwedischen Expedition 1927-1935 gelesen.
    Dabei ist mir folgende Stelle besonders aufgefallen:
    Weiß jemand warum es ausgerechnet mexikanische Silberdollars sein mußten?
    Lag das am Silbergehalt, am Aussehen oder weil es gerade keine andere Währung in der Größenordnung in dieser Bank gab?
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  3. Sascha66

    Sascha66 Neues Mitglied

    Danke.
    Der 2.Link erklärt immerhin warum es mexikanische Silberdollars sein "mußten". Eben weil sie dort schon weit verbreitet und damit ein "bekanntes" Zahlungsmittel waren.
    Trotzdem seltsam das ganze, genau wie der Marie-Theresien-Taler im Nahen Osten.
     
  4. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Ich kann den zweiten Link leider nicht sehen (Anzahl der verfügbaren Seiten überschritten).

    Silber aus Mexiko ist jedoch schon seit der Kolonialzeit über die Philippinen gelangt. Man schickte mit der berühmten Manila-Galeone Silber aus den Minen von Guanajuato, um in China Seide und Porzellan zu kaufen, was dann teileweise wieder über den Atlantik nach Spanien verschifft wurde.
    Über diesen Weg gelangten übrigens auch Chinesen früh nach Mexiko und bildeten dort eine recht eigenartige Mischkultur.

    Manila-Galeone ? Wikipedia
    Galeón de Manila - Wikipedia, la enciclopedia libre
     
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  5. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Noch ein kurzer Hinweis auf den ich zufällig gekommen bin: China und Mexiko waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts die letzten größeren Länder die den Silber-Standard verlassen haben um zum seit 1870 international überwiegenden Goldstandard über zu gehen.

    http://es.wikipedia.org/wiki/Estándar_de_plata
     
  6. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Schau mal oben, der Wiki-link gibt 1935 an.

    Ich habe mich auf die Schrift von Feng-Shan Ho, Das Bankwesen in China und seine Probleme, Diss. München 1932 bezogen. Dort wird das Kemmerer-Gutachten von 1930 erwähnt, sowie die umfangreiche Probleme bei Abschaffung des Taels und der Silber-Dollar-Nebenwährungen, die ein Dutzend im Umfang umfaßten, da das staatliche Münzeregal seit Jahrzehnten durch eigenmächtiges Vorgehen der Provinzen durchlöchert war. Der Tael stellte eigentlich nur mehr eine Verrechnungseinheit in Silber dar, bei einem Feingehalt von 935,374/1000, noch abweichend vom Feingehalt des gebrauchten Silbers oder des Standard-Silber-Feingehaltes. Es gab u.a.
    - Adler-Dollar
    - Drachen-Dollar
    - Da-Tsin-Dollar
    - Yuan-Shi-Kai-Dollar
    - Sun Yat Sen-Dollar

    Der Umstieg erfolgte wegen der damit verbundenen großen Probleme auch gleitend, so wurden ab 1930 die Seezölle in Gold erhoben.
     

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