Christianisierung der Kelten

Dieses Thema im Forum "Die Kelten" wurde erstellt von Fogwitch, 1. Februar 2009.

  1. Fogwitch

    Fogwitch Neues Mitglied

    Hallo allerseits,

    ich habe in meinen alten Schulbüchern gestöbert, was die Christianisierung der Kelten angeht.

    Im Anhang eine Karte dazu.


    LG
    Fog
     

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 1. Februar 2009
  2. DerGeist

    DerGeist Neues Mitglied

    Christianisiert wurden aber nicht mehr "Keltisch-sprachige" Stämme, sondern Bürger des Römischen-Reiches bzw. ihre Nachfolger. (sog. Gallo-Römische Kultur)
    Man muss immer wieder ganz klar zwischen der Latènekultur (deren Träger allg. sprachl. als Kelten bezeichnet werden) und Kelten unterscheiden.
    Kelten werden wie übrigens auch Germanen zumeist über ihre Sprache identifiziert.
    Gleichwohl spielt auch die Materielle Kultur eine Rolle bei der Zuweisung.
     
  3. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Ich glaube @fogwitch will eher hierauf hinaus. Irland war nie römisch besetzt.
    Iroschottische Kirche ? Wikipedia
     
  4. Haerangil

    Haerangil Aktives Mitglied

    @Fogwitch

    die Karte zeiht ganz gut ,daß die Christianisierung zuerst in den grossen Städten begann, was ich etwas komisch finde ist ,daß für Britannien noch keine Gemeinden im 2. Jahrhundert eingezeichnet sind und ,daß nur der Raum um die Severnmündung, den Großraum Londiniums und die Sachsenküste als christlich angesehen werden im 5. Jahrhundert.

    http://www.lib.utexas.edu/maps/historical/colbeck/roman_britain_400.jpg

    Britannien war glaube ich gar nicht so dünn besiedelt, in den großen Städten müssten sich früher Gemeinden feststellen lassen.

    Kennt hier jemand gute Quellen zu den frühen Gemeinden in Britannien? IMHO müsste die Insel im 5. Jahrhundert weitestgehend christianisiert gewesen sein -Heiden, das waren die Angelsachsen!
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Februar 2009
  5. Haerangil

    Haerangil Aktives Mitglied

    @geist

    soweit mir bekannt gibt es keltische Sprachreste in Gallien bis ca. 5. Jhd.
    und in Britannien noch länger (in wales ja bis heute mit Kontinuität).

    Daher finde ich es nicht schlimm in diesem Zusammenhang von der christianisierung der "Kelten" zu reden, für den angesprochenen Zeitraum kann man denke ich schon noch mit zumindest teilweise noch keltisch sprechenden Galloromanen und Romanobriten rechnen.

    Aber vielleicht sollten wir die Diskussion ins Christentum-Forum verschieben?

    Da gibt es bestimmt mehr kompetente Leser zu dieser sehr interessanten Frage!
     
  6. Fogwitch

    Fogwitch Neues Mitglied

    Hallo,

    da ein Mitglied die Frage zur Christianisierung der Kelten bei den Kelten gestellt hat, habe ich diesen Teilaspekt in diesen neuen Thread überführt, weil es sonst zuviel geworden wäre.

    Was Irland angeht, glaube ich mich zu erinnern, dass von dort die Missionierung begann. Was England angeht habe ich leider keine Infos anzubieten, sorry.

    LG
    Fog
     
  7. Fogwitch

    Fogwitch Neues Mitglied

    Verbreitung der keltischen Sprache

    Hallo allerseits,

    ich habe da noch etwas über die Verbreitung der keltische Sprache gefunden bei wikipedia

    Mutmaßliches Ursprungsgebiet der Kelten und Verbreitung keltischer Kultur in Europa und Kleinasien von 800 bis 400 v. Chr.
    ██ Kernbereich nordwestalpine Hallstattkultur (ca. 750–500/450 v. Chr.)
    ██ Ausbreitung La-Tène-Kultur
    ██ Ausbreitung der keltischen Sprache (3. Jahrhundert v. Chr.)​

    LG
    Fog
     

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 2. Februar 2009
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Zunächst mal christianisierten Briten Irland. Dann fanden die Invasionen von Sachsen, Angeln, Jüten und Friesen statt, was zu einer Verschiebung der religiösen Landkarte Britanniens führte. Insbesondere der germanisch beherrschte Teil - England - und der nie römisch gewesene Teil - Schottland - wurden dann vom jüngst christianisierten Irland aus christianisiert bzw. rechristianisiert. Und schließlich waren es iroschottische und angelsächsische Mönche, welche die östlich des Rheins sitzenden Germanen christianisierten.
     
  9. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Der Kirchenvater Hieronymus (4. Jahrhundert) war da allerdings anderer Meinung. Durch ihn ist überliefert, dass die Sprache der Galater jener ähnele, die um Trier herum gesprochen werde.
    In den großen Städten war die Romanisierung sehr weit fortgeschritten, sie hatte aber noch nicht jedes Dorf erreicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Februar 2009
  10. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das hatten wir schon mal. Leider kenne ich bis heute die Stelle nicht. Mich würde nämlich interessieren, wie viel Einblick der gute Hieronymus tatsächlich hatte.
     
  11. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich finde immer wieder diesen Satz, leider aber keinen weiteren Kontext: "Galatas excepto sermone Graeco, quo omnis oriens loquitur, propriam linguam eamdem pene habere quam Treviros."

    [...]

    Wenn man sich aber in die Documenta Catholica Omnia - Multilanguage Catholic E-Book Database of all the Writings of Holy Popes, Councils, Church Fathers and Doctors, and Allied Auctors einarbeitet, findet man unter den lateinischen Kirchenvätern tatsächlich den Kommentar zum paulinischen Galaterbrief: http://www.documentacatholicaomnia....am_Beati_Pauli_Ad_Galatas_Libri_Tres,_MLT.pdf
     
  12. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Der Vergleich entstammt einem Kommentar des Hieronymus zum Galaterbrief. Laut Wikipedia hielt sich Hieronymus tatsächlich einige Zeit in Trier auf.

    Hier mal ein Auszug aus besagten Paulus-Brief.
    Paulus ermahnt die Galater, Gott nicht ebenso sklavisch zu dienen, wie früher ihren früheren Göttern.
    Das ist zumindest eine Aussage über die keltische Form der Frömmigkeit.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Februar 2009
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