Das Bild von der Geschichte in Historischen Romanen

Dieses Thema im Forum "Geschichtsmedien und Literatur" wurde erstellt von Schini, 14. Juli 2004.

  1. Schini

    Schini Neues Mitglied

    Historische Romane stehen in einem Spannungsfeld zwischen Fiktion und Fakten, zwischen Erzählen und Beschreiben. Sie haben ein besonderes Verhältnis zur Zeit, nämlich den vergangenen Ereignissen und der Gegenwart des Autors oder der Autorin. Erzählzeit und Gegenwartsbezug vermischen sich sehr stark, wie stark, kann für die Qualität des Romans entscheidend sein. Wie stark können, oder sollen gegenwärtige Bezüge - zum Beispiel die Vielzahl unabhängiger Frauen - in einen historischen Kontext einfließen? Wo hört die Authentizität der Darstellung - die ja auch in der Geschichtswissenschaft keinem absoluten Wahrheitsanspruch genügen kann - auf, wo ist die kritische Masse an Anachronismen erreicht? Was ist Dichtung, was ist Wahrheit? ;)

    Ein weiterer Aspekt ist die Durchsetzung eines Romans mit den Parteilichkeiten und Ideologien des Autors und der Autorin. Gerade während der NS-Zeit, aber auch in anderen Zeiten und Regimen wurde damit Geschichtsfälschung betrieben.

    Schließlich muß ein Historischer Roman auch LeserInnen ansprechen, wobei von diesem auch eine gewisse Erwartungshaltung ausgeht. Diese kann durch den Roman bestärkt, verändert oder zerstört werden, was mitunter eine reflexive Lektüre vom Leser und der Leserin verlangt. :fs:

    Worauf könnt ihr bei einem Historischen Roman nicht verzichten? Was macht für euch seine Qualität aus? Welche Authentizität fordert ihr ein?

    Am Buchmarkt boomen solche Romane jedenfalls noch immer...
     
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  2. manganite

    manganite Neues Mitglied

    Ein historischer Roman ist dann gut, wenn er interessant geschrieben ist, gut unterhält oder zum nachdenken anregt. Kriterien, die für alle Bücher gelten. Historische Genauigkeit? Will jetzt jemand Fehler bei Shakespear oder Schiller suchen und im Fall der Fälle sagen, das ist schlechte Literatur? Das will doch wohl niemand ernsthaft tun? Genauigkeit ist was für Sachbücher, aber nicht für Belletristik...
     
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  3. Philipp August

    Philipp August Gesperrt

    Ja, denke ich auch. Aber die groben Fakten sollten natürlich schon stimmen. Bei grösseren historischen Abweichungen und erfundenen Fakten sollte der Autor in einem Nachwort darauf hinweisen (wie dies z.B. Rebecca Gablé stets tut).
     
  4. Panthea

    Panthea Neues Mitglied

    Hallo Schini!
    Bei einem Roman steht bei mir die Unterhaltung im Vordergrund. Ich hab noch keinen historischen Roman gelesen, in dem wirklich kein Fehler war. Selbst wenn der Roman von einem Historiker geschrieben wurde, der ja mit der Sachlage voll vertraut ist, sind historische Feinheiten etwas abgefeilt, damit sie in die Geschichte passen.
    Ich ärgere mich darüber nicht. Vielmehr hab ich manche solche "Unebenheiten" nochmals in einem Fachbuch nachgelesen und dabei noch etwas dazugelehrnt!
    Romane die historisch genau gearbeitet sind lese ich gerne als Ergänzung zu den Fachbüchern. Ein Romanautor bringt einem ein Thema oder eine Person "näher" als die Fachliteratur.
    Hat ein Roman sämtliche Fakten verdreht kann es sein, dass er mir auch noch gefällt, wenn er spannend ist und gut geschrieben. Dann nehme ich ihn einfach als Fiktion hin.
    Historisch nicht korrekte aber trotzdem sehr gute Romane sind z.B.
    "Quo Vadis" "Ich Claudius, Kaiser und Gott" oder "Seneca-Kaiser ohne Purpur"
    Das wäre meine Meinung. Aber über Geschmack läßt sich ja bekanntlich nicht streiten!
     
  5. Schini

    Schini Neues Mitglied

  6. Nora

    Nora Neues Mitglied

    Das höre ich natürlich gerne, weil ich doch selbst so einen historischen Roman schreibe, bzw. daran laboriere.

    Ein historischer Roman ist immer von der persönlichen Einschätzung des Autors/der Autorin beeinflußt, oder vielmehr vom Zeitgeist.

    Beispiel: Die Figur, über die ich schreibe, lebte im 18. Jahrhundert. In den 1920er Jahren wurde über sie bereits ein Roman geschrieben, der allerdings nur einen Teil ihres Lebens umfaßte. Da sie u. a. Hofsängerin bei Friedrich II. von Preußen war, zudem vom frankophilen Fritz als erste deutsche Sängerin Anerkennung fand, war das Schwerpunktthema natürlich zu jener Zeit klar: Deutsche sind auch was wert, Preußen ist groß und nieder mit den (in dem Fall) Italienern.

    Mein eigener zeitgeistiger Schwerpunkt ist hingegen der Kampf einer Frau um Unabhängigkeit, im weitesten Sinne zumindest, und ihre Einbindung in die europäische Geschichte, die ja zwischen 1749 und 1833 recht turbulent war. Das mag man in 50 oder 100 Jahren anders sehen, ist aber hier und jetzt doch interessanter. Daß sie als erste deutsche Sängerin solchen Erfolg in einem von italienischen Künstlern beherrschten Fach hatte, ist Teil dieser Geschichte, aber konzentriert sich nicht auf das "Deutschtum" als solches. Soviel zum Mix von gegenwärtigen Bezügen und historischem Hintergrund.

    Historische Romane müssen aber auch historisch korrekt sein. Wenn ich selbst so ein Buch lese, will ich nicht nur unterhalten werden, sondern auch lernen - aber nicht belehrt werden. Also müssen Details durchaus stimmen, wie z.B.: was haben die Leute gegessen, wie sah der Ort aus, wie waren die Reisebedingungen, wie waren die jeweils sozialen Verhältnisse etc.

    Daß man dann auch Figuren erfindet, gehört zum Geschäft. Sie müssen nur historisch stimmig sein. Benutzt man hingegen historische Figuren, dann muß der Background stimmen, also gehört in dem Fall nicht nur die Hauptfigur in die Detailrecherche, sondern auch jede historische Nebenfigur.

    Das macht Arbeit....:autsch:

    Theoretisch höre ich mich jetzt ziemlich schlau an, aber ob ich es hinkriege.... :confused:


    Übrigens, wenn historische Romane sich nur auf Phantasie beschränken, dann merkt das jeder Leser sofort. Ist Murks.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Juli 2004
  7. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied

    @Nora: Viel Erfolg.....sag wenn du fertig bist und du hast nen Leser....


    ...solang empfehle ich: T.C. Boyle: Wassermusik....geht um die Entdeckungsfahrten des Mungo Park.....wer was reales sucht: falsch!.............wer Komik und Satire sucht: Bingo!!!!....Mein Lieblingsbuch....Ironie ohne Ende.....ich habs am Stück zu Ende gelesen (will was heißen)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 7. Februar 2016
  8. Nora

    Nora Neues Mitglied

    Leopold,

    habe mir die Inhaltsangabe bei amazon durchgelesen. Das klingt faszinierend!!!!
    Ich werde mir das Buch natürlich besorgen, lieber aber im englischen Original, wohne ja in Irland.....

    Danke für den Tipp!
    Nora (Barnacle ;) )
     
  9. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied

    Hallo Nora...aber bitte nichts historisch korrektes erwarten!!!! Das Buch ist ironisch gemeint und geschrieben.....nur der Vorwarnung wegen (nicht dass du enttäuscht bist...)




    Sonst: Viel Spaß beim lesen....(und natürlich auf englisch) Senor Bloom aus Dublin (nicht wirklich, nur die Vorlage fürn Nick) wünscht: 3 Guiness drauf.....wo wohnst du denn in Irland?
     
  10. Nora

    Nora Neues Mitglied

    Leppie (so würde man Leopold in Irland als Abkürzung aussprechen),

    Ironie, bzw. literarischen oder schlichtweg absoluten Blödsinn mag ich sehr. Da solltest Du meine Beiträge mal im Forum vom irish-net lesen. Ok, ich darf hier keine Werbung machen...

    Eine gute Schreibe mit "four pints of humour" liegt auf meiner Wellenlänge. Ich bin mit meiner Recherche nicht so eindimensional, aber doch ernsthaft. Man (ich erinnere mich, in Deutschland sagt man auch frau) hat ja auch ein Leben außerhalb des Ernstes desselben.

    Wo ich in Irland lebe? Na, wo Irland am schönsten ist :king:
    Im Westen. In der Pampa. Thatched cottage. The whole shebang.

    Nightie night Senor Bloom
    Nora
     
  11. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied


    I would say I am jealous :p :rofl: .....war da mal kurz....gute Nacht, Nora.....
     
  12. Panthea

    Panthea Neues Mitglied

    Hallo, Nora!
    Ich bin mir nicht sicher, ob die Mehrzahl der Leser historischer Romane tatsächlich etwas lernen will. Und die kleinste Gruppe unter den Lesern wird mit den jeweiligen Geschehnissen soweit vertraut sein, dass sie die Fehler überhaupt bemerkt.
    Beispiel: Wird in einem historischen Roman Tee getrunken, werden die wenigsten Leute wissen, ob der Tee zu dieser Zeit und an diesem Ort schon bekannt war, oder werden sich gar die Mühe machen, dies nachzuschlagen.
    Historische Belegbarkeit ist ein Kriterium für ein Fachbuch, aber niemals für einen Roman.
    Ist man mit den Fakten vertraut, fällt es einem angenehm auf, wenn auch der Background stimmt, aber für die Bewertung von Unterhaltungsliteratur ist dies unwichtig.
    Sowieso gibt es in der Geschichte genügend Unklarheiten, Gerüchte, Halbwahrheiten, unterschiedliche Interpretationen von Quellen und voneinander abweichende Berichte geschichtlicher Ereignisse. So bleibt dem Romanautor oft nichts anderes übrig, als sich für eine der Versionen zu entscheiden.
    Der Umgang mit Fakten sagt nichts über die Qualität eines Romanes aus. Egal, ob er nun von historischen oder fiktiven Personen handelt.
     
  13. Nora

    Nora Neues Mitglied

    Hallo Panthea,

    Du hast natürlich insofern recht, daß möglicherweise viele Leser historischer Romane nicht merken, ob die Fakten stimmen oder nicht. Wenn es um solche Kleinigkeiten geht wie, sagen wir mal, "Nichts erfrischte Barbarossa mehr als ein Täßchen Kaffee am Morgen, um dabei die Jerusalem Post zu lesen". Das kann noch als Humor abgehen, und außerdem ist es für einen spannenden Roman eigentlich wurscht, ob Kaffee und Zeitung am Morgen zu jener Zeit überhaupt schon gegeben waren. Fast. Ich würde allerdings die ganze Schmonzette an die Wand werfen.
    Es würde, so hoffe ich doch trotz der vielzitierten PISA-Studie, jedoch heftigst auffallen, wenn ein phantasiebegabter Autor schrieb: "Als Barbarossa die Zeitung beiseite legte, war ihm klar, daß er Maria Theresia den Krieg erklären müßte". Traurig, wenn es nicht auffällt. Und furchtbar, was dann passiert: Leser, zumindest jene, die noch nicht einmal die gröbsten Hintergründe kennen, glauben das am Ende noch.

    Ich meine nämlich, daß jegliche Literatur dazu da ist, dem Leser eine Botschaft zu übermitteln, welcher Art auch immer. Deswegen gehörte und gehört Literatur in allen Diktaturen zu den gefährlichen und mithin zu zensierenden Künsten. Also darf man den Einfluß der Literatur nicht unterschätzen. Und sollte mithin als Autor sorgfältig mit den Hintergrund-Fakten umgehen.

    Das gilt auch und vor allem für historische Literatur. Der Autor kann das Geschichtsbewußtsein beeinflussen, auch wenn es sich oberflächlich vielleicht nur um eine banale Liebesgeschichte handelt. Falls man Liebe banal nennen kann, aber das ist ein anderes Thema...:rolleyes:

    Es gibt mithin "gute" und "schlechte" historische Literatur, also Romane. Umberto Eco z.B. (Der Name der Rose) schreibt gute und glaubwürdige, Der Medicus war gut und gut recherchiert. Und hat er nicht das Bild jener Zeit reflektiert, ohne daß der Leser Fachmann/-frau ist? Die kleinen Details bleiben jedenfalls hängen, nicht der große historische Zusammenhang. Der und die Fachbücher ist für die Fachleute. Der Leser/die Leserin will wissen, wieviel Unterröcke Marie Antoinette trug, z.B. Daß sie geköpft wurde ist ja bekannt.
    Schlechte Beispiel fallen mir gerade nicht ein.

    Ein guter historischer Roman setzt sich zusammen aus glaubwürdigen historischen Hintergründen, einem spannenden Plot und guter Schreibe.
    Das alles hat nichts mit den Verzwickungen der Geschichtsinterpretation als solcher zu tun.

    Und kein Autor sollte es wagen, irgendeinen Leser für zu doof halten, daß er Unstimmigkeiten nicht merkt. Und wenn es welche gibt, dann merkt er sie sich. Und das ist auch doof.

    Nora
     
  14. Sissi

    Sissi Neues Mitglied

    Ich denke, bei historischen Romanen ist es wie mit Verfilmungen: Sie wollen so genau wie möglich die Wirklichkeit wieder geben, aber im großen und ganzen geht es erst einmal um die Unterhaltung.
    Fakten sind natürlich sehr interessant, sind aber im ROman zweitrangig, weil es nicht in erster Linie um Geschichte im wissenschaftlichen Sinn geht, sondern viel mehr um die Geschichte der Personen, der Protagonisten.
    Ich lese historische Romane umheimlich gerne, um einfach mal einen Blick in die Zeit zu werfen. Interessiert mich das thema mehr, dann nehm ich Wissenschaftliche Literatur in die Hand, denn was darin steht, kann man in keinem Roman finden. Der Roman hat ja nicht die Aufgabe zu belehren.
    Mein Lieblingsbuch ist z.B. Die Säulen der Erde von Follett. Das hab ich einfach verschlungen,weil es super interessant geschrieben ist. Der Schauplatz ist ca. 13./14. Jahrhundert in England. KLar ist, das hier nicht die gesamte Struktur Englands wieder gegeben werden kann, dann würde das Buch ja vor Seiten platzen (Tut es auch so schon, aber man will das es nie endet;)). Der Autor kann auch noch so gut recherchieren, kleine Fehler passieren immer, vielleicht sind sie auch beabsichtigt, weil es nicht in seine Geschichte paßt. Aber das macht die Sache auch wieder interessant, selber zu schauen, was ist wirklich passiert, und was ist Fiktion!
    @ Nora: Sag bescheid, wenn Du fertig bist, spiele auch gerne Lektorin ;)
     
  15. Philipp August

    Philipp August Gesperrt

    Ich muss Dir bezüglich "Die Säulen der Erde" leider widersprechen. Der Roman spielt im 12. Jahrhundert (1123-74), zur Zeit des Erbfolgekrieges zwischen Stephan von Blois (1097-1154) und der Kaiserin Mathilde (1102-69), der mit Unterbrechungen praktisch von 1135-53 dauerte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Juli 2004
  16. Sissi

    Sissi Neues Mitglied

    Wobeidie Zeit auch nicht wirklich wichtig ist, denn genau das ist ein Beispiel, bei dem die Figuren die Haupthandlung beeinflussen (Prior Philip ist einfach genial!), und nicht die Geschichte. Aber Danke für den Einwand ;)
     
  17. ramses101

    ramses101 Neues Mitglied

    Ein historischer Roman sollte zunächst einmal klar machen: Geht es mir um eine fiktive Geschichte in einer konkreten Epoche oder sind auch meine handelnden Personen historische Figuren? Bei ersterem reicht es sicherlich (woobei ich das jetzt nicht herab setzen will), sich in die Zeit zurück zu versetzen. Das gelingt einigen besser, anderen schlechter. Hab ich aber einen Alexander den Großen als Protagonisten, wird es schon schwieriger. Da erwarte ich von dem Autor, dass er sich so gut es eben geht an die historischen Quellen hält, andere Personen nicht aus dem Zusammenhang reist und vor allem erwarte ich, dass er in einem Nachwort (oder von mir aus im Anhang) alle wichtigen Personen erklärt. Reale ebenso wie fiktive. Ich gestehe es natürlich auch jedem Autor zu, Unklarheiten oder widersprüchliche Überlieferungen nach seinem Verständnis zu interpretieren. Aber auch da hätte ich gerne im Anhang eine Erklärung. Schön fand ich da "Hannibal" von Gisbert Haefs. Vielleicht ein bisschen schwarz/weiß das Ganze, aber wenigstens gut recherchiert und erklärt. Wobei ich dazu sagen muss, dass Karthago nicht wirklich mein Gebiet ist – vielleicht ist auch der ganze Roman Blödsinn. Aber gut ist er allemal ;)
     
  18. Panthea

    Panthea Neues Mitglied

    Hallo Nora!
    Es gibt natürlich einen Unterschied zwischen historischen Detailfehlern und völligem Unsinn.
    Wenn ein Romanautor sich zum Ziel gesetzt hat, seinen Lesern die Wahrheit zu berichten, so ist das bestimmt lobenswert, aber je mehr Fakten in einem Roman verwendet werden, umso kleiner wird der Kreis der Leser, die dafür Interesse haben. Häufig sind es dann nur noch Leute, die sich sowieso schon mit dieser Zeit auseinandegesetzt haben. Für alle anderen ist der Roman dann langweilig.
    Meiner Meinung nach ist ein historischer Roman dann gut, wenn er bei seinen Lesern Interesse für eine Zeit weckt, für die sie sich vorher nicht interessiert haben.
    Ich halte keinen Leser für "zu doof", als dass er keine groben historischen Fehler bemerken würde, aber ich halte die Leser auch nicht für so doof, dass sie einen Roman mit einem Fachbuch verwechseln. Liest man einen Krimi, erfährt man darin auch nichts Wirkliches über Polizeiarbeit.
    Aber eigentlich ging es mir auch nicht darum, ob ein Roman das Geschichtsbewußtsein seiner Leser beeinflussen kann oder nicht, ich wollte deutlich machen, dass historische Korrektheit kein Kriterium bei der Bewertung von Unterhaltungsliteratur ist.
    Hat denn Karl May schlechte Bücher geschrieben, aufgrund seiner verklärten Indianerromantik?
    Schmälern historische Fehler die Werke von Autoren wie Boris Pasternak oder Margaret Mitchell?
    Bekam Henryk Sienkiewicz den Literaturnobelpreis zu unrecht, weil sich sein "Quo vadis" ein Stück von dem wegbewegt, was wir heute Wahrheit nennen?
     
  19. Diogenes

    Diogenes Neues Mitglied

    kurzes Intro:

    Falls sich jemand für das Osmanische Reich interessiert, und einen interessanten Roman eines Nobelpreisträgers lesen möchte. Dann Empfehle ich: "Die Brücke über die Drina" von Ivo Andric. Ein sehr spannendes aber den geschichtlichen Details treu gebliebenes Buch. Ivo Andric hat es während des 2.WK geschrieben. Der Hauptdrasteller ist die Brücke, von der Erbauung im 15 Jh. bis zur Zerstörung im 1.WK, 300 Jahre lang ist es "die" Brücke zwischen Orient und Okzident.

    In dem Buch fehlt es an nichts, ich fand's verdammt gut!
     
  20. Philipp August

    Philipp August Gesperrt

    O ja, die Figuren sind alle so toll. Mein persönlicher Favorit: Bischof Valeran Bigod :rofl: Im Hörspiel (weiss nicht, ob im Buch auch) heisst es über ihn mal: "Sein Gesicht war die übliche starre Maske aus verächtlicher Herablassung." :rofl:
     

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