Das Grab Alexanders des Großen und der Ptolemäer

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Altertum" wurde erstellt von Louis le Grand, 20. Dezember 2004.

  1. Louis le Grand

    Louis le Grand Neues Mitglied

    Eine Frage auf die Google mir keine adäquate Antwort gab ! :heul:

    Alexander wurde in Alexandria begraben. Die Ptolemäer bauten dazu den königlichen Grabbezirk, "Sema" genannt, und wurden dort ebenso in prächtigen Mausoleen bestattet.
    Kleopatras dramatischer Abtritt hat sich wohl ebenso in der Sema abgespielt wie Octavians Besuch dort, wo er Alexanders Grab besuchte und verächtlich auf den Vorschlag reagierte, die Gräber der Ptolemäer zu besuchen: "Ich bin hier um einen König zu sehen und keine Leichen". Caligula hat dann angeblich Alexanders Rüstung und Helm aus dessen Grab entfernen lassen um diese selbst im Palast des öfteren zu tragen.

    Was geschah mit der Sema und den Leichnamen ? Wie gingen sie verloren ? Besonders was geschah mit Alexanders Mumie in nachrömischer Zeit ? :kratz:

    Vielleicht findet ihr ja auch Bilder davon wie die Sema wohl mal ausgesehen haben mag. :)
    Ich bin mir sicher, dass es hier einige Experten für Alexander, Hellenismus und Alexandria gibt. :yes:
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Dezember 2004
  2. Louis le Grand

    Louis le Grand Neues Mitglied

    So, jetzt hab ich noch eine Weile herumgegoogelt und auch was gefunden:

    Alexandria früher:
    http://www.wsv.de/fvt/museum/lt_alexandria/stadtplan_alt_01.gif

    und heutige Reste:
    http://www.hps.cam.ac.uk/readinglists/alex-map.jpg

    Auf der Karte wird die Lage der Sema (auch Soma) im Zentrum angegeben. Es gibt aber auch Thesen die vom Südosten ausgen, oder die Lage südlich des Serapistempels benennen.

    Ein intetressanter Pressebericht von 1999:

    Nur hier kann Alexander der Große liegen

    Seit langer Zeit suchen Historiker das legendäre Grab Alexanders des Großen: Nun hoffen Archäologen, in der Nähe des Alabaster-Monuments auf dem Lateinischen Friedhof von Alexandria die letzte Ruhestätte des hellenischen Welteroberers zu finden.

    Im Zentrum der ägyptischen Mittelmeermetropole Alexandria gibt es einen verwunschenen Garten mit Bananenstauden, Gummibäumen, Flamboyants und Zypressen. Hier umschließen vier Meter hohe Mauern mit bröckelndem Putz im Viertel Bab Scharki ein altes Gräberfeld. Eine schwere Kette versperrt den Zugang zum Areal. Neuerdings hingegen herrscht neues Leben auf dem Gelände. Ausgräber haben neben einem prachtvollen Monument aus mächtigen monolithischen Blöcken, die im Jahr 1907 freigelegt wurden und unzweifelhaft aus der ptolemäischen Gründerzeit Alexandrias stammen, einen mehrere Meter tiefen Seitenschacht ausgehoben. Hier suchen sie nach einer zweiten Grabkammer, wie sie für die Beisetzung makedonischer Herrscher typisch war. Es gilt als historisch gesichert, dass Alexander irgendwo in der von ihm geschaffenen Stadt beigesetzt wurde. Alexander ist auf der Rückreise von seinem Zug durch Persien bis zum Indus 323 v. Chr. in Babylon im Alter von 32 Jahren gestorben. Vermutliche Todesursache: Malaria. Zwei Jahre später wurde der mumifizierte Körper des Herrschers, gebettet in einen Goldsarg, auf einem prunkvollen Leichenwagen zunächst in die alte Pharaonenhauptstadt Memphis überführt. Von dort brachte man ihn dann nach Alexandria. Das entsprach nicht den Wunsch des Gottkönigs, der die ägyptische Oase Siwa als letzte Ruhestätte ausgewählt hat. Nicht zuletzt deshalb, weil ihn dort die Priester des Orakels – eingeschüchtert von dem grausamen Ruf des jungen Despoten (er ließ z.B. im widerspenstigen Tyros sämtliche Phönizier an die Türpfosten ihrer Häuser nageln) – zum Sohn von Zeus-Ammon erklärt hatten.
    Alexanders Sarkophag stand zuletzt in einer Grabkammer, die Teil des so genannten Sema war, einer von Gärten durchzogenen Prunknekropole. Hier hat König Ptolemäus IV. (221 bis 205) die Gräber all seiner Vorgänger und Alexander-Nachfahren zusammengelegt. Julius Cäsar und römische Kaiser pilgerten zum Sarg des großen Makedoniers; Octavian – der spätere Augustus – ließ aus diesem Gewölbe die Mumie Alexanders herausschaffen, um den Kopf des Einbalsamierten mit Blumen und einem goldenen Eichenkranz zu schmücken. Bei dieser Aktion brach Alexanders Nase ab. Der römische Kaiser Caracalla war im Jahr 215 vermutlich der letzte prominente Besucher am Grab Alexanders. Danach verliert sich die Spur der berühmten Begräbnisstätte nach schweren Zerstörungen Alexandrias durch Kriege und Katastrophen.
    Kein Grab der Welt wurde seither so intensiv gesucht. Mehr als 80 mal vermeinten bisher Selfmade-Archäologen und Historiker die Begräbnisstätte gefunden zu haben. Neuen Auftrieb erhielten die Forschungen mit der Entdeckung des Palastes der Kleopatra sowie von Quadern des 120 Meter hohen Leuchtturms von Pharos im Kloaken-Schlick des alexandrinischen Osthafens im Jahr 1996. Nun konnte eine neue Karte erstellt werden: Das Königsviertel und das Stadtgebiet erstreckte sich weiter ostwärts als bisher angenommen.
    Mittlerweile ist es gelungen, die Nord-Süd-Achse Alexandrias aus der griechisch-römischen Zeit und auch die Ost-West-Achse festzugelegen. Der antike Hauptplatz (der heutige Platz der Blumenuhr) lag am Schnittpunkt beider Achsen unmittelbar unterhalb des Geländes des Lateinischen Friedhofs mit dem Alabastergrab. Der ägyptische Experte Fausi el-Facharini entdeckte neben dem Alabastermonument einen Brunnen, wie er für makedonische Gräber charakteristisch ist. Weitere Grabungen sollen endlich das Geheimnis von Alexanders letzter Ruhestätte lüften. Was nicht ganz einfach sein dürfte. Misst das Grabungsgelände doch 600 mal 600 Meter. Zweiflern und Neidern aus der Branche hält Facharini das Beispiel seines verstorbenen Freundes Manolis Andronikos aus Thessaloniki entgegen, der sich auf der Suche nach einer Königsgruft Jahrzehnte lang durch die Hügelgräber beim nordgriechischen Vergina wühlte. Dort stieg er am 8. November 1977 in ein überwölbtes Zwei-Kammer-Grab und fand eine Goldtruhe mit dem 16strahligen Stern der Makedonenherrscher. Hier lagen, in Purpurgewänder gehüllt, die Knochen von König Philipp II., des Vaters von Alexander.

    Das Vorbild für Alexanders Grab soll das seines Vaters in Vergina gewesen sein:

    http://www.domusaurea.org/thrasea/wallpapers/mound.jpg

    http://www.akalanthis.gr/images/arch-vergina_royal-tomb.jpg

    http://hal.lamar.edu/~LOKENSGALU/slides/philipsTomb.JPG

    Wo lag die Sema der Könige ?:

    http://www.touregypt.net/featurestories/alexandersearch.htm

    http://www.greece.org/alexandria/alexander/Pages/aftermath.html

    http://www.underwaterdiscovery.org/english/projects/alexandria/map/complete.asp

    Ergänzungen sind höchst willkommen !!! :D
     
  3. Andronikos

    Andronikos Neues Mitglied

    Vermutet wird, dass der Grabkomplex geplündert und zerstört wurde als Zenobia von Palmyra 278-270 Ägypten eroberte. Das passt auch mit der letzten gesicherten Besichtigung des Grabes von Alexander dem Großen durch Kaiser Caracalla zusammen. In den Jahrzehnten danach muss es zerstört worden sein, sonst wäre es zweifellos von späteren Schriftstellern erwähnt worden.

    In der Karte der Alexandria Ausgabe von Kemet ist die Sema nahe dem Ufer eingezeichnet, es ist nach dieser Karte aber nicht wie andere Teile von Alexandria im Meer versunken.
     
  4. Louis le Grand

    Louis le Grand Neues Mitglied

    Aha, also haben Zenobias Truppen die Stätte geschändet und bei den Plünderungen die Körper zerstört. Diese Kemetausgabe muss ich mir ansehen, hab ich noch nicht.

    Danke. :hoch:
     
  5. Andronikos

    Andronikos Neues Mitglied

    Die Zenobia-Geschichte steht nicht in der Ausgabe, dort ist nur der Stadtplan des antiken Alexandria drin, auf dem das Sema eingezeichnet ist.

    Zitiert aus Kemet 1/2003 "Ägypten in der Römerzeit"; S.14:

    "Erst zwei Jahre später [272] gelang es Aurelianus, die Palmyrer zu besiegen und Ägypten zurückzuerobern. Im Zuge der Kämpfe wurde der alexandrinische Stadtteil Brucheion zerstört, in dem wie Hölbl vermutet (G. Hölbl, Altägypten im Römischen Reich, Mainz 2000, S. 45), sich die Paläste der Ptolomäer, das Museion und möglicherweise das Grab Alexanders des Großen befunden hatten."
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Dezember 2004

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