Der GUTE Geizige im 17. Jhdt.?

Dieses Thema im Forum "Sonstiges in der Neuzeit" wurde erstellt von Vossi Cool, 27. Mai 2015.

  1. Vossi Cool

    Vossi Cool Gast

    "Der Geizige, der erfolgreich seinen Besitz mehrt
    und dabei die Armen ignoriert,
    gilt im 17. Jahrhundert noch als gottgefällig,
    später ändert sich das grundlegend."

    So hoerte ich im Radio.

    Passt ja wohl analog zu:
    "Dem der hat, wird gegeben,
    wer wenig hat, dem wird auch dies genommen"

    Doch wenn die obige Darstellung vom "guten Geizigen" stimmt, dann wuerde mich interessieren, ob das in den Kirchen tatsaechlich - und in der Gesellschaft damals - so war, dass man ARME ignorierte? Und wie das begruendet wurde?


    Danke euch fuer Antworten!
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Calvinistisches Gedankengut

    Was du da aufgeschnappt hast, entspricht der calvinistischen Arbeitsethik. Danach soll der Mensch sich in Bescheidenheit und Fleiß üben. Wirtschaftlicher Erfolg ist die Belohnung für ein gottgefälliges, wirtschaftlicher Misserfolg die Strafe für ein weniger gottgefälliges Leben. Eigentlich eine recht bequeme Denkweise, weil sie Armut als selbstverschuldet und gleichzeitig gottgegeben annimmt, Solidarität damit unnötig macht, denn der Arme hat sich ja selbstverschuldet in seine Situation gebracht.
    Gleichzeitig sollen aber Calvinisten natürlich fleißig, sparsam und bescheiden sein, also ihren Reichtum nicht zu ausgiebig genießen, vor allem aber nicht zur Schau stellen. Besonders in der Schweiz und in den Niederlanden, später auch in den USA hat das Einfluss auf die Entwicklung des Kapitalismus gehabt.
     
  3. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    spielt das an auf Heinrich Heines "Lazarus 1. Weltlauf"?
    Allerdings richtet sich Heines spöttische Kritik nicht primär gegen den Calvinismus.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Mai 2015

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