Der Krieg gegen die Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika

Dieses Thema im Forum "Das Deutsche Kaiserreich" wurde erstellt von MissHistory, 7. Januar 2022.

  1. MissHistory

    MissHistory Neues Mitglied

    Guten Tag,
    ich beschäftige mich derzeit mit dem Krieg gegen die Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika 1904-1907 und frage mich, in welcher Originalsprache der Brief samt Schießbefehl Lothar von Trothas vom 2. Oktober 1904 verfasst wurde? Allgemein frage ich mich, in welcher Sprache die indigene Bevölkerung und Vertreter des Deutschen Reichs miteinander kommunizierten?
    Vielen Dank schon einmal und LG
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Lothar von Throta hatte einen Übersetzer - Manuel Timbu -, der 1918 einen Bericht unter dem Titel Blue Book veröffentlichte.
     
  3. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    und aus bzw. in welche Sprachen? ...sanskrit wohl kaum
    (ich weiß nicht, welche Sprache/n die Herero verwendeten, ich weiß auch nicht, was die Unterrichtssprachen in den deutschen Kolonialschulen waren)
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Januar 2022
  4. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    thanepower gefällt das.
  5. Traklson

    Traklson Aktives Mitglied

  6. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Was die Sprache angeht hatten die Britischen und deutschen Kolonien ein unterschiedliches System. In den Britischen Kolonien hatten im Zweifel die Einheimischen Englisch zu lernen, in den Deutschen hatten die Beamten vor Ort die lokale Sprache zu lernen. Innerhalb der Verwaltung wurde natürlich Deutsch gesprochen und was mit den höheren Beamten war, steht auf einem anderen Blatt. Aus Sicht der Kolonialherren hatte wohl beides Vor- und Nachteile. Bekanntmachungen gab es also auf Deutsch und in den einheimischen Sprachen, bzw. der einheimischen Lingua Franka.

    Soweit zur Theorie. Gerade in Südwestafrika wurden Regeln immer wieder ignoriert. Dass das meist durchging erklärt natürlich auch einiges hinsichtlich Schießbefehl und Völkermord u.s.w..
     
  7. Naresuan

    Naresuan Aktives Mitglied

    Tagebuch Lothar von Trotha, 1. Oktober 1904, “Vormittags versucht einige Vögel zu schießen nichts gefunden.
    Nachmittags Proklamation an die Hereros fabriziert mit Hilfe von Kean und Philippus.


    Es scheint, dass Kean und Philippus Ovaherero waren oder mindestens relativ gut Otjiherero sprachen.
    Das Exemplar der Erklärung Trothas, welches heute im Nationalarchiv Botswanas aufbewahrt wird, ist jedenfalls in leidlichem Otjiherero verfasst.
    Es ist allerdings nicht klar, wann und ob diese Fassung die Ovaherero erreichte.
    View of Oomambo wandje komuhoko wOvaherero. Lothar von Trotha’ s ‘Words to the Ovaherero people’

    Daneben spricht Maximilian Bayer – Wikipedia in seinen Aufzeichnungen von einem Herero Namens Erasmus, der als Mittelsmann zwischen Maharero und Leutwein handelte. Ob dieser Erasmus, als ehemaliger Kolonialsoldat, deutsch sprach oder ob es für seine Meldungen einen Dolmetscher benötigte, erwähnt Bayer nicht. Ich gehe aber davon aus, dass er auch deutsch sprach.
    Mit dem Hauptquartier in Südwestafrika, Maximilian Bayer, 1909, Seite 95f
     
    Scorpio und Riothamus gefällt das.
  8. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    In Tansania ist der Ruf der deutschen Kolonialherren weit besser, als in Namibia. Als die Deutschen nach dem Maji Maji Aufstand in Deutsch-Ostafrika Suaheli als Amtssprache einführten und zuließen, dass Eingeborene Land erwerben konnten, war das vielleicht das Vernünftigste, was die deutsche Kolonialverwaltung überhaupt je getan hat. Suaheli war schon lange vor dem Wettlauf um Afrika in Ostafrika eine Art Lingua franca. Eine gemeinsame Sprache erleichterte es sehr, nach der Unabhängigkeit ein tansanisches Zusammengehörigkeitsgefühl zu entwickeln.
     
    Turgot und Riothamus gefällt das.

Diese Seite empfehlen