Der Landser - Nazi glorifizierend?

Dieses Thema im Forum "Geschichtsmedien und Literatur" wurde erstellt von Köbis17, 2. August 2013.

  1. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Schwesterblatt WamS macht sich heute über die Verbotsdebatte eher lustig. Motto: gibt´s den Landser auch noch? Und reiht ihn zwischen Hautarzt Dr... und Santiago der wilde Cowboy ein.

    Was mich an eine nette Glosse über "Perry Rhodan" erinnert: Die StZ bezeichnete die Weltraumsaga mal als" Fortsetzung des Landsers mit anderen Mitteln"
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Bpb zu den "Kriegserinnerungen":

    "An den 22. Juni 1941 wurde über Jahrzehnte in der Bundesrepublik nur als Beginn eines historisch unvergleichlichen militärischen Ereignisses erinnert, das vor allem durch die Leistungen und Leiden der deutschen "Landser" gekennzeichnet war. In der Fokussierung auf die Schlacht von Stalingrad fand diese Sicht ihren deutlichsten Ausdruck. In den "erschriebenen Siegen" der Generalsmemoiren war zu lesen, dass sie durch die Fehler Hitlers um ihren Sieg gebracht worden seien. Auch sei man einer sowjetischen Offensive nur zuvorgekommen, die Wehrmacht habe gegen einen tückischen Gegner ehrenhaft gekämpft und keine Verbrechen begangen, sei vielmehr Opfer der Stalin'schen Verbrechen geworden. Die schon bald nach Kriegsende neu errichteten Fronten des Kalten Krieges erlaubten es einer breiten Öffentlichkeit, den rassistischen Eroberungs- und Vernichtungskrieg als Prävention gegen kommunistische Expansion umzudeuten. Opfer waren in diesem reduzierten Bild die deutschen Soldaten im Leid von Krieg und lange dauernder Gefangenschaft sowie die bei Kriegsende von Flucht, Racheexzessen und Vertreibung betroffenen deutschen Zivilisten. Diese Sicht beherrschte die Trivialdarstellungen, wie sie in den "Landser"-Heften der Bahnhofsbuchhandlungen bis heute zu finden sind."
    22. Juni 1941: Kriegserinnerung in Deutschland und Russland | bpb

    Das Gesicht der Bundeswehr: Kommunikationsstrategien in der ... - Thorsten Loch - Google Books
    Man muß die Betrachtung heute wohl deutlich trennen von den Ursprüngen in den 1950ern, der Aufbereitung einer Opferrolle deutscher Soldaten, dem Kontext von Wiederaufrüstung und Kalter Krieg, dem "späten Sieg des Landser" (die Ursprünge langen in den SOS-Heften, "Fliegergeschichten", und "Soldatengeschichten". Die Autoren stammten zT aus den Propagandabereichen des Dritten Reiches, so Otto Mielke, Busch (die ihre Kriegsbücher verwerteten), oder aus der Wehrmacht (Bertold K. Jochim ? Wikipedia).
     
  3. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Ich finde es ist ein wenig zu viel Ehre für solche Groschenromane, sich darüber weiter zu unterhalten.
    Die Frage sollte doch eher sein, warum sich in der Vergangenheit niemand so richtig darüber aufgeregt hat. Und vorallem auch nicht über etliche englische und amerikanische "WKII" Filmchen .
     
  4. corto

    corto Aktives Mitglied

    das es die hefte überhaupt noch gibt - erstaunlich

    Ich kenne die Landser Heftchen nur von meinem Opa. Er hat auch diese Konsalik Romane, Die Rollbahn etc

    Soweit ich das deuten kann, war das auch eine Art der Aufarbeitung für die Generation die nicht drüber gesprochen hat. (Aufarbeitung des erlebten Soldatenalltags, nicht "insgesamt")

    ot:
    Nicht unwidersprochen möchte ich aber die Verbindung von "war games" und diesen Heftchen lassen -
    die Allermeisten die sich damit befassen lesen sowas nicht. ich kenne keinen einzigen der sowas kaufen würde.
    Man ist ja fasziniert davon, zumindest geht es mir so - weil man es nicht begreifen kann. Weil man sich fragt wie um alles in der Welt sowas möglich ist und wie man sowas durchstehen soll. permanente Todesangst oder dem Gegner das leben nehmen z.b.

    Darüber hinaus wächst das Interesse an Details wie Ausrüstung und Technik und geschichtliche Hintergründe - und genau dort fällt der Landser schon "hinten runter" weil es eben auf diesem Kitschniveau nichts gedanklich zu erleben oder zu erfahren gibt.
    Ich quäle mich nicht durch zig Stunden training im IL-2 Sturmovik um den richtigen Propellerwinkel für Sturzflüge einzustellen und das richtige Treibstoffgemisch für Höhenflüge - um dann beim Landser nur Kitsch zu lesen.
     
  5. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Dem würde ich zustimmen und es zusätzlich in den Kontext der damaligen Diskussion stellen. Den intellektuellen Überbau liefern die Bücher von Mannstein und von Guderian, assistiert durch die Tätigkeit von Halder und vielen anderen. Andere, die in den fünfziger Jahren bereits an der Zukunft der "Wehrmacht 2.0" bastelten.

    Die "Landser" bildeten dabei das "literarisch" ab, was an Stammtischen erzählt wurde und lieferten für den einen oder anderen Kriegsteilnehmer noch ein wenig "Input" für die eigene "Heroisierung". Mein rückwirkender Eindruck des damals erzählten ist, dass der WW2 eigentlich eine großer "Abenteuerspielplatz" gewesen sein muss und noch Männer, richtige Kerle waren und es noch wirkliche Kameradschaft gab. Dieses oder ähnliches wurde von "Landser" und den ex-"Landsern" ihren Kindern oder Enkeln erzählt. Dabei gab es sicherlich auch Wechselwirkungen in der erzählten Dramaturgie. In diesem Sinne kam den Heften eine nicht unwichtige Funktion zu, an der populären "Legendenbildung" um die Wehrmacht in den fünfziger Jahren mit zu wirken. Die Zielgruppen zu erreichen, die Mannstein und Guderian nicht gelesen haben.

    Diese ideologiebildende bzw. unterstützende Funktion haben diese Heftchen im Prinzip vermutlich noch heute. Die Zielgruppe wird sich gewandelt haben und ein wenig stärker in das rechte Spektrum abgewandert sein. Und bilden damit das "literarische Umfeld" für die rechte Szene und ihrer Verherrlichung der damaligen Werte von "Kameradschaft". Aus diesen "authentischen" Erzählungen wird die Sicherheit bezogen, dass es "Kameradschaft" noch gibt und man hat ein Ziel, diese Werte zu kopieren.

    Insofern erscheint es mir ein wenig voreilig, die "Landser"-Heftchen in ihrer Bedeutung herunter zu spielen. Diese Heftchen sind ein Teil der Gegenkultur, die den WW2 als positiven Mythos heroisieren will.

    Und damit stehen sie der aufklärischen Arbeit einer neutralen Geschichtsschreibung deutlich entgegen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. August 2013
  6. Conzaliss

    Conzaliss Mitglied

    Zwischen den "Landser-Heftchen" und dem Roman "Die Rollbahn" von Konsalik sehe ich aber deutliche Unterschiede...
     
  7. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    das betrifft, völlig richtig bemerkt, das geistige Klima, in welchem diese Hefte angesiedelt sind und wo sie wirken wollen (und sie verkaufen sich ja seit Jahrzehnten) - das verblüffende an dieser langlebigen Publikationsreihe ist, dass sie trotz (oder wegen...) ihres katastrophalen erzählerischen und sprachlichen Niveaus existiert... (fast ist man versucht zu sagen, dass das geistige Klima der Zielgruppe wohl am besten mittels der Technik gänzlichen Verzichts auf literarisches Niveau erreicht wird, woraus sich die entsprechenden Rückschlüsse auf dieses geistige Klima unschwer ziehen lassen...)
     
  8. corto

    corto Aktives Mitglied

    Ich sehe sie gemeinsam im Bücherregal meines Opas, und zähle sie zur Trivialliteratur über den 2ten Weltkrieg. Mehr an Wertung war da garnicht beabsichtigt.
     
  9. beetle

    beetle Aktives Mitglied

  10. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Bei der ganzen Sache sehe ich verschiedene Aspekte:

    1. Ein Kriegsverbrecher oder Völkermörder kann sehr wohl ein Kriegsheld sein. Oder ein liebevoller Familienvater. Gerade das ist doch eine Lehre aus dem 3.Reich: Der kategorische Imperativ Kants, dem viele Beamten und Soldaten damals folgen wollten, hat versagt, da er nicht mit einem bestimmten ethischen Inhalt verknüpft ist und gerade in Deutschland auf den Pflicht-Begriff reduziert wurde, während die Goldene Regel weitgehend ignoriert wurde. Heute können aber viele nicht vertragen, dass die nicht fragwürdigen Seiten von Völkermördern und Kriegsverbrechern gezeigt werden. Umgekehrt kann ich verstehen, wenn Veteranen, ihre Nachkommen, Verwandte von Gefallenen u.s.w. nicht ertragen können, wenn alle Soldaten über einen Kamm geschert werden. Es gab nicht den Wehrmachts-Soldaten oder den SS-Mann. Auch Günther Grass war bei der SS. Auch Benedikt XVI. war Soldat. Dies ist der Vorteil des Landsers als Groschenheft gegenüber Guido Knopp: Er lässt die unangenehmen Dinge beiseite. Er will unterhalten und vom Alltag ablenken und läßt die mit Völkermord und Diktatur zusammenhängenden Aspekte beiseite. Das bringt uns zum schon viel diskutierten
    2. Punkt. Darf man damit unterhalten? Wichtig dabei ist: Wenn "Die Kanonen von Navarone" (Hieß das Buch auch so?) unter diesem Aspekt erlaubt sind, müssen auch Landser-Geschichten erlaubt sein. Wenn nicht, müssen auch die Hornblower-Romane und sogar Viktor von Scheffels "Ekkehard" verboten werden. (Und irgendwie dann auch Guido Knopp.) Wie gesagt, hier geht es nur um den Aspekt, ob man mit Kriegsgeschichten unterhalten darf.
    3. Der Verlag läßt die Landser-Heftchen prüfen. Zeigt dies schon, dass er zu weit geht?
    4. Darf man in Kurzbiografien wichtige negative Fakten weglassen? In erfundenen Geschichten? (siehe Punkt 1)
    u.s.w.

    Doch das sind alles ethische oder strafrechtliche oder gesellschaftliche oder politische Gesichtspunkte. Historisch sind andere Dinge interessant:

    Wie strukturierte sich zu verschiedenen Zeiten die Leserschaft? Wie steht es mit der treue der Leserschaft? Wie war die Struktur der Autorenschaft / des Lektorats? Verhältnis von Tatsächlichkeit zu Phantasie? Ähnlichkeit zur Kriegspropaganda?

    Was waren die politischen Ziele des Verlages? (z.B. Thema Wiederbewaffnung)

    Was ist mit der Kunst? Kann man da Parallelen ziehen?

    Personelle Wurzeln in Wehrmacht/SS/Propaganda-Apperat?

    Wie sahen sie Kriegserzählungen der Veteranen tatsächlich aus? Wie ähnlich dazu ist der Landser gestaltet?

    Wie entwickelten jüngere Generationen ihr Bild vom Krieg? Wie beeinflusste das den Landser?

    Welche Erscheinungen im Landser sind einfach nur typisch, welche ungewöhnlich für Groschenromane? Der Vergleich zu Perry Rhodan wurde ja schon erwähnt.

    Politisch aber ist eines sehr wichtig: Jede Lektüre bildet. Wie bildet der Landser seine Leser?
     
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  11. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    restlos jede Lektüre bildet?... nein nein - es sei dann, man konstruiert einen sehr absonderlichen Bildungsbegriff, welcher Landser & Co. enthält...
     
  12. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Genauso negativ meinte ich das auch. Die SS hat sich schließlich auch an 'Mein Kampf' gebildet. Na, ja sollte sie wohl zumindest. Das etwas bildet, heißt ja nicht, dass die entsprechende Bildung erwünscht oder gar gewünscht ist.

    Wenn z.B. ein Groschenheft Worthülsen, Interpretationen und Handlungsschemata wiederholt, dürfte zumindest unterbewusst etwas hängenbleiben.
     
  13. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Das überdehnt wohl den Bildungsbegriff, wenn es um die irgendwie geartete Restbildhaftung von Legenden, Klischees und Vorurteile geht.:winke:

    Wie dem auch sei: oben ist mehrfach, auch von mir, die Unterscheidung nach den Lesergenerationen angesprochen worden. Das erscheint mir ein etwas unterschätzter Aspekt.

    Die Leser der ersten 20 "Landser-Jahre" hatten ihre eigenen Kriegserfahrungen, die offenbar durch diese Hefte (der Landser stand ja nicht allein, sondern es gab weitere Reihen zum Krieg mit ähnlichem Aufbau) angesprochen worden sind.

    These1: das waren ieL Wehrmachtsangehörige, die sich in den Heften wiedergefunden haben müssen: Abgrenzung der Wehrmacht vom NS, "sauberer" Krieg mit dem Landser als Opfer, der verpasste Sieg (Führungsverschulden) trotz übermächtiger Gegner und Erklärung der Niederlage, Sinnstiftung für die verlorenen Front- und Gefangenschaftsjahre der jungen Männer, Erinnerung an gefallene Freunde, Zusammenhalt an der Front (und in der Gefangenschaft), Nachschau und Betrachtung der jeweils anderen Frontgebiete und Wehrmachtsteile (was man nur vom Hörensagen oder aus den Wehrmachtsberichten - "das OKW gibt bekannt " - kannte).

    These 2: bei dem "einfachen" Soldaten wird die breite Wahrnehmung gewesen sein: "ja, so war es." Im Landser fand man vermutlich etwas, was sich sonst nur im den Traditionsvereinen der Divisionen etc. anbot.

    Das dürfte sich grundsätzlich von der Leserschaft heute unterscheiden.

    Der damalige Landser bzw. die Vorläufer wie "Soldatengeschichten" oder "Fliegergeschichten" (oder SOS, hier auch mit Ausdehnung auf die -größere- Kaiserliche Marine) mögen dabei auch im Kontext der Wiederbewaffnung und des Kalten Krieges bzw. der Verdrängung gestanden haben. Interessant ist dabei auch die Unterscheidung von den Truppengeschichten der Traditionsverbände, deren aufgelegte Chroniken und Sammelhefte, sowie den diversen Memoiren (die sich in der selektiven Betrachtungsweise und den "Erklärungen" nun wieder erstaunlich nah sind).

    Die Hefte gaben mehr den einfachen "Kontext" ab, bzw. schilderten aus der Froschperspektive mit Erlebnissen. Vor Jahren ist eine Dissertation erschienen, die sämtliche Publikationen im Nachkriegsdeutschland zum Thema "Kursk" bzw. Zitadelle miteinander verglich, darunter Manstein, Carell und Landser. Bei solchen Ereignissen gab es dann interessante Übereinstimmungen.
     
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  14. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    gewiß - aber das erklärt immer noch nicht das Phänomen, dass sich diese Lesergenerationen bzgl. der Thematik ausgerechnet von derart schwach und primitiv erzählten/geschriebenen Texten angesprochen fühlten. Das, nämlich das sich wiederfinden (oder sich wiederfinden sollen) in konstruierter Niveaulosigkeit ist das verblüffende - zum Vergleich lohnt ein Blick mal in ein Landserheft, mal in einen Text von Borchert oder Böll.

    freilich gibt es dazwischen, also zwischen Literatur und Schund, mannigfaltige Zwischenstufen: da wäre Hans Helmut Kirst mit seinem seinerzeit sehr beliebten dreibändigen Roman 0815 zu nennen (der ebenfalls einige Klischees transportiert)
     
  15. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    In die Küchenpsychologie möchte ich mich nicht begeben, ich bleibe beim rein Deskriptiven und der griffig beschreibbaren "Botschaft" solcher Hefte. :winke:

    Recht offensichtlich an der Verbreitung, Breite der Publikationen und den gewählten Kriegsthematiken ablesbar sind die von der Leserschaft gesuchten Elemente enthalten: Fronterfahrungen, wie sie geteilt werden können, und bestimmte Erklärungsmuster. Zu der Stufe der Verarbeitung passten demnach keine Verkomplizierungen des Geschehens.

    Darauf war der Hinweis "Kursk" oben bezogen: dass bestimmte Problematiken wie zB der Vernichtungskrieg im Osten ausgeblendet wurden, ist ja einfach sichtbar. Die Wahl - oder auch gerade das Fehlen bestimmter Thematiken - deutet aber auch auf Erklärungsmuster der Niederlage: so sind zB in den Tausenden Bänden bestimmte Bereiche wie der UBoot-Krieg 1944, Partisanenkrieg auf dem Balkan, der Bombenkrieg abseits von Jagdflieger-Erlebnissen usw. usf. fast nicht vertreten.

    Dafür gab es Schwerpunktthemen, die anscheinend besser "passten", weil sie offenbar Erklärungsmuster anboten. Die Niederlagen wurden dabei schließlich nicht ausgeblendet. Insofern müsste man das mal näher untersuchen, wie das genau verwurstet wurde (Beispiele: die Darstellung der Normandieschlacht, oder die Ereignisse um Stalingrad).
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. August 2013
  16. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    was hat die erzählerische Qualität von Texten mit Küchenpsychologie zu tun??? ...oder darf hier nichts zu Struktur, Sprache, Erzähltechnik etc. solcher Produktionen gesagt werden?...
     
  17. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Ich möchte nicht unbedingt eine Lanze für die Landserheftchen brechen, allerdings waren die, die ich in den 90ern gelesen habe, zwar keine Literatur, allerdings erzählerisch vollkommen in Ordnung. Okay, einige etwas schwächer, andere durchaus angemessen. Spannend erzählt allemal. Mehr hatte ich von den Heftchen auch nicht erwartet. Genauso wenig von den John Sinclair-Heftchen, die ich parallel las. Meine Entschuldigung: Ich jobbte zu der Zeit in einem Zeitungskiosk und hatte Langeweile.
     
  18. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    ich bezweifle etwas, dass nach offensichtlichen Strickmustern von Trivialtexten hergestellte Cowboy-, Soldaten-, Ärzte-, Raumschiff- oder Comtessengeschichten in Heftform das Prädikat "erzählerisch vollkommen in Ordnung" verdienen ;):)
    ...und bezogen auf Überlegungen zu Lesergenerationen, also allgemein zur Rezeption, kann es nicht schaden, Struktur und Qualität des Produkts mitzubedenken - es mag vielleicht erschrecken, dass der Kriegsheimkehrer sich ausgerechnet in Trivialklischees wiederfinden wollte (falls dem - das sich wiederfinden wollen in einlullender, klitternder Trivialität voller Wiederholungen - überhaupt zutrifft). Nebenbei scheint mir gerade der Aspekt des Trivialen, den diese Hefte haben, sie untauglich zu machen für eine nur angenommene Bewältigungsfunktion...
     
  19. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Du darfst doch aber der Trivialität nicht das Recht absprechen, das Thema Zweiter Weltkrieg aufnehmen zu dürfen. Es muss doch nicht alles einer hehren Funktion dienen. Und... wer bestimmt diese Funktion? Da hat dann doch schon wieder einer seine Griffel an den Hebeln. Auch Schund hat seine Daseinsberechtigung. Alles andere, was strafrelevant ist, regelt die Justiz, egal ob Schund oder Literatur.
     
  20. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    ja das ist eine interessante Frage, ob und welche Rechte Trivialität hat ;):) - ich glaube, du hast da was missverstanden oder ich habe mich missverständlich ausgedrückt.
    Erstaunlich wäre, wenn tatsächlich Kriegsteilnehmer, die sicher ziemlich traumatisiert waren, an trivalen anspruchslosen Klitterungen in Heftform großes Interesse hätten - die Diskrepanz zwischen Realität und Heftchendarstellung müsste doch gerade denen, die mit dabei waren, auffallen... abgesehen von der trivialen Schreibe...
     

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